mini|Insul mini|Ortskern Brückenstraße Insul ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Adenau an.

Geographie Insul liegt sieben Kilometer nördlich der Stadt Adenau auf beiden Seiten der Ahr. Die Wohnbebauung des Dorfs erstreckt sich auf einem relativ ebenen Gebiet und steigt im Südwesten am Rand der Anhöhe Burg minimal an. Das Gemeindegebiet wird naturräumlich größtenteils zum Dümpelfelder Ahrtal gezählt, während der südliche Abschnitt sich bereits dem Reifferscheider Bergland zurechnen lässt. Dort erreicht es an der südwestlichen Grenze auf dem Gipfel des hohen Scheidnück seinen höchsten Bodenpunkt.

Nachbargemeinden sind Schuld, Sierscheid, Dümpelfeld.

Geschichte Der Ortsname Insul – mundartlich „Äsel“ – ist urkundlich auch als Esell (1669), Eßel (1728), Insel (1758) und Oesel (1849) überliefert. Er wird auf das lateinische Wort für Insel zurückgeführt. An der Ortslage ist heute noch erkennbar, dass die Ahr in früheren Zeiten auch einen südlichen Flussarm hatte, den Ort also zur Gänze umfloss.

Insul wurde 1269 als „Oensel supra Aram“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Gemarkung von Insul gehörte im 12. Jahrhundert zur Grafschaft Are, die Mitte des 13. Jahrhunderts mit allem Besitz an Kurköln fiel. Insul war nun eine Honnschaft, die zum kurkölnischen Amt Nürburg gehörte, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestand.

Während der Franzosenzeit gehörte Insul zur Mairie Adenau im Kanton Adenau. Beim Wiener Kongress kamen das Rheinland und andere Teile des linken Rheinufers zu Preußen. Insul zähle zur Bürgermeisterei Adenau im damals neu gebildeten Kreis Adenau, der 1932 aufgelöst wurde. Die inzwischen „Amt“ genannte Bürgermeisterei Adenau kam zum Kreis Ahrweiler, zu dem Insul seitdem gehört.Johann Friedrich Schannat: Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel, Ausg. 3 – 1852, Seite 371

Kirchlich gehörte Insul zur Pfarrei Schuld, die schon im 10. Jahrhundert bestand. Um 1570 wird Insul als Filiale von Schuld und 1631 eine Kapelle in Insul in den Urkunden erwähnt. Die Kapelle wurde 1882 niedergelegt und 1884 durch eine neue Kapelle ersetzt, sie ist St. Rochus geweiht. Im Jahr 1910 erhielt die Kapelle eine Orgel mit sechs Registern, die vom Bonner Orgelbauer Klais eingebaut wurde.

Eine eigene Schule bekam Insul 1863, vorher, bereits 1724, wurde ein Lehrer für Insul urkundlich erwähnt. Im Zuge der in den 1970er Jahren vollzogenen rheinland-pfälzischen Schulreform wurde die Schule in Insul 1972 aufgelöst; die Kinder besuchen seitdem Grundschulen und weiterführende Schulen in Adenau.

Insul wurde wie die Nachbargemeinde Schuld (und andere Orte im Kreis Ahrweiler und im Ahrtal) vom Hochwasser im Juli 2021 stark getroffen. Die Ahrbrücke zwischen den beiden Ortsteilen stürzte ein. Am 21. Juli 2021 wurde eine Behelfsbrücke über die Ahr verlegt. Die weitere Entwicklung nach der Flut wurden im ARD-Morgenmagazin in der Rubrik Insul – Ein Dorf nach der Katastrophe gezeigt, wodurch der Ort deutschlandweit bekannt wurde.Video vom Aufbau im Ort Insul nach dem Hochwasser 2021

Statistik zur Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Oberlascheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 220 1835 256 1871 244 1905 296 1939 295 1950 331 1961 371 Jahr Einwohner 1970 438 1987 435 1997 462 2005 471 2017 463 2022 444 Politik

Bürgermeister Ewald Neiß ist Ortsbürgermeister von Insul.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Hofanlage Bergstraße 3 mini|Am Stauwehr der Ahr mini|hochkant|St. Rochus und Sebastian Bauwerke Katholische Filialkirche St. Rochus und Sebastian, von 1882 Ehemaliger Zehnthof, Fachwerkbau und Hofanlage aus dem Jahre 1616 (Brückenstraße 4) Mehrere Fachwerkhäuser aus dem 19. Jahrhundert, die unter Denkmalschutz stehen Wegekreuz von 1796

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Insul

Grünflächen und Naherholung Zahlreiche Wanderwege in der waldreichen naturbelassenen Umgebung Burgberg Stauwehr der Ahr mitten im Ort Der Ahr-Radweg führt durch Insul Touristisch bedeutsam ist Insul als Etappe (mit Unterkünften) des Ahrsteigs Das Naturdenkmal Prümer Tor. Eine durchschnittene Felspartie mit 12 m Höhe, auch Insulner Schweiz genannt (Felsen an der Ahr, Parkplatz am Friedhof) Bienen-Lehrpfad mit Informationstafeln

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Insul

Regelmäßige Veranstaltungen Autofreier Sonntag. Von der Quelle in Blankenheim bis hin nach Altenahr führt die „Tour de Ahrtal“ (Ende Juni) Maibaum-Fest am 1. Mai Oktoberfest – ein Erntedank- und Trachtenumzug des Junggesellenvereins (im Oktober)

Wirtschaft und Infrastruktur Bildung Der Kindergarten wird in Schuld (2,5 km) besucht, die Grundschule, Schulen wie RealschulePlus und Gymnasium in Adenau. Die Kinder werden im Ort mit Bussen abgeholt.

Medien Seit 2007 ist Insul vom Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms als Schwerpunktgemeinde eingestuft.

Verkehr Die Gemeinde ist durch die Landesstraße 73 und die K 25 erschlossen. Insul lag an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Dümpelfeld–Lissendorf. An der Abzw bestand eine Verbindung zur Ahrtalbahn.

Persönlichkeiten Franz Schmitten (1929–2011), Tierzuchtwissenschaftler und Hochschullehrer

Weblinks

Ortsgemeinde Insul

in SWR Landesschau

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ahrweiler Kategorie:Ort an der Ahr