Der Begriff Play-off (englisch; in Nordamerika generell ohne Bindestrich: Playoff, teilweise auch Postseason; deutsch Stichkampf) bezeichnet einen Ausscheidungskampf in einem Sportwettbewerb, durch den gewöhnlich eine Meisterschaft entschieden wird (nicht zu verwechseln mit Platzierungsrunde). Das Play-off folgt auf eine Hauptrunde, deren Abschlusstabelle (bzw. Abschlusstabellen verschiedener Gruppen) die teilnehmenden Mannschaften bestimmt. Gespielt wird in einer oder mehreren Play-off-Runden meist nach K.-o.-System; in der letzten Runde (dem Finale) stehen sich nur noch zwei Mannschaften gegenüber. Der Sieger einer Play-off-Runde kann durch ein einzelnes Spiel oder eine Best-of-Serie ermittelt werden.

Die meisten amerikanischen Profiligen (NBA, NHL, MLB, NFL etc.) werden im Play-off-Modus ausgetragen. Auch außerhalb Nordamerikas findet der Play-off-Modus Anwendung, beispielsweise in der Deutschen und der Schweizer Eishockey-Liga, der German Football League, der Basketball-Bundesliga und der Unihockey-Bundesliga. Zudem wird im englischen Fußball ein Aufsteiger im Play-off ermittelt.

Major League Baseball (MLB) mini|hochkant=2|Das MLB-Postseason Format ab 2022, die Zahlen geben die Setzpositionen der Teams an. Mit dem Ende der regulären Saison nach dem ersten Sonntag im Oktober (oder dem letzten Sonntag im September) erreichen seit 2022 zwölf Teams die Postseason. Sechs Teams als Sieger der Divisionen beider Ligen sowie die jeweils nächsten drei besten Teams in jeder Liga. Die beiden Erstplatzierten jeder Liga erhalten ein Freilos für die Division Series, einem Viertelfinale mit acht Teams. Die anderen vier Teams jeder Liga spielen in der so genannten Wild-Card-Runde eine Best-of-Three-Serie, um als Sieger ebenfalls in die Division Series zu gelangen. Die höher gesetzte Mannschaft hat dabei für alle drei Spiele Heimrecht. Innerhalb jeder Liga sind die Divisionssieger die Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3 der Setzliste, basierend auf der Anzahl der Siege und Niederlagen. Die Mannschaft mit der besten Bilanz unter den Nicht-Divisionssiegern erhält die erste Wildcard und wird als Nr. 4 gesetzt. Die Mannschaft mit der zweitbesten Bilanz unter den Nicht-Divisionssiegern erhält die zweite Wildcard und wird als Nr. 5 gesetzt. Die Mannschaft mit der drittbesten Bilanz erhält die dritte Wildcard und wird in der Wildcard-Runde als Nummer 6 gesetzt. 2012 wurden die Wildcard-Playoffs eingeführt, damals in jeder Liga mit einem Spiel zwischen den beiden besten Nicht-Divisionssiegern.

Die Gewinner der Wild-Card-Runde nehmen anschließend an den Division Series der beiden Ligen teil, der American League Division Series (ALDS) bzw. National League Division Series (NLDS). Die Division Series wurde erstmals 1995 ausgetragen. Diese entsprechen einem Viertelfinale mit acht Teams. In einer Best-of-Seven-Serie werden die Teilnehmer an den beiden Championship Series (einem Halbfinale mit vier Teams) – der American League Championship Series (ALCS) bzw. National League Championship Series (NLCS) – bestimmt, in denen um den jeweiligen Titel (Pennant) der National bzw. American League gespielt wird. Die Championship Series wurde erstmals 1969 ausgetragen. Die beiden Gewinner erreichen die World Series – das MLB-Finale.

Basketball-Bundesliga (BBL) In der BBL spielen zum Saisonende die besten acht Mannschaften der Tabelle den Deutschen Meister aus. Dabei treten der Erste gegen den Achten (der 2. gegen den 7., der 3. gegen den 6. usw.) in der Viertelfinal-Serie an, die jeweiligen Sieger dann in der Halbfinal- und Final-Serie. Die einzelnen Serien werden im Modus Best-of-Five ausgespielt, wobei die Spielorte jeweils wechseln. Den Heimvorteil hat die in der Hauptrunden-Tabelle besser platzierte Mannschaft.

Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) In der 1. DBBL spielen nach Ende der Hauptrunde die besten acht Mannschaften der Tabelle den Deutschen Meister aus. Dabei treten der Erste gegen den Achten (der 2. gegen den 7., der 3. gegen den 6. usw.) in der Viertelfinalserie an, die Sieger dann in der Halbfinal- und Finalserie. Die Viertel- und Halbfinals werden in der 1. DBBL im Modus Best-of-Five ausgetragen, wobei die Spielorte jeweils wechseln. Das Finale wird im Best-of-Five-Modus ausgespielt. Den Heimvorteil hat die in der Hauptrunden-Tabelle besser platzierte Mannschaft.

In den Gruppen (Nord und Süd) der 2. DBBL spielen die jeweils ersten vier der Tabelle den Meister der jeweiligen Gruppe aus. Dabei wird die erste Runde (Viertelfinale) in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Beide Ergebnisse werden addiert und entscheiden über ein Weiterkommen. Halbfinale und Finale finden im Modus Best-of-Three statt. Die Meister Nord und Süd steigen in die 1. DBBL auf. Vor Beginn der nächsten Saison wird im 2015 eingeführten „Champions-Cup“ zwischen den Zweitligameistern der Nord- und der Südgruppe der „Champion der 2. Liga“ ausgespielt.

National Basketball Association (NBA) Die National Basketball Association (NBA) spielt wie die National Football League (NFL) und die National Hockey League (NHL) ihre Play-offs zunächst getrennt nach Conferences aus. Gespielt wird im Modus Best-of-Seven. Die Zusammenstellung der Begegnungen richtet sich nach den Abschlusstabellen der Regular Season. Die acht besten Teams jeder Conference, darunter unter Umständen die Divisionssieger, qualifizieren sich für die Play-offs.

Nach einer Abwandlung davon in der 2020 NBA Bubble wird seit 2020/21 das Page-McIntyre-System auf ein Qualifikationsturnier vor Beginn der Play-offs angewendet. Die siebt- und achtplatzierten Teams beider Conferences sowie die Neunt- und Zehntplatzierten spielen um die Play-off-Setzränge 7 und 8. Diese nicht zu den vier Play-off-Runden zählenden, aber als Postseason bezeichneten, Play-in-Spiele sollen Tanking verhindern – also absichtliches Verlieren für eine vorteilhaftere Verteilung der Lose in der NBA-Draft-Lotterie.

Im Gegensatz zur NHL werden in der NBA die acht besten Teams der Conference gemäß einem S-Seeding (die Teams werden anhand ihrer Spielstärke mittels eines Bustrophedons gepaart, bei Zweier-Konstellationen spielt also immer Platz 1 – Platz 8, Platz 2 – Platz 7, Platz 3 – Platz 6, Platz 4 – Platz 5) gesetzt. Dabei hat das Team, das in der regulären Saison mehr Siege erzielt hat, Heimrecht. Der Divisionssieg wird also nicht mehr belohnt, so wie zwischen den Jahren 2006 und 2015, als die drei Divisionssieger sowie der beste Zweitplatzierte zum damaligen Zeitpunkt wie in der NHL entsprechend ihrer Saisonbilanz an Seed 1 bis 4 gesetzt wurden. Der Divisionssieg dient heute jedoch als erster Tie-Break vor dem direkten Vergleich bei gleicher Siegesquote von mehreren Teams und als zweiter Tie-Break nach dem direkten Vergleich bei Gleichstand lediglich zweier Teams. Danach folgt die Siegquote innerhalb der Division, innerhalb der Conference, gegen Playoff-Teams der eigenen Conference, gegen Playoff-Teams der anderen Conference und die Gesamt-Punktdifferenz.

Bei Siegen der besser platzierten Mannschaften in den Playoffs treffen die Teams, die an Nr. 1 und Nr. 2 gesetzt sind, frühestens in den Conference Finals aufeinander. Gewinnt in der ersten Runde aber beispielsweise das Team auf Platz 8 gegen das Team auf Platz 1, hat diese Mannschaft das vermeintlich einfachste Restprogramm, da alle weiteren Partien durch den ursprünglichen Setzplan festgelegt sind. Es findet kein Re-Seeding statt, das punktbessere Team hat in einem potentiellen siebten Spiel aber freilich stets Heimrecht.

Sind letztendlich die Sieger der Eastern Conference und der Western Conference ermittelt und die Bob Cousy Trophy und die Oscar Robertson Trophy für den Conference-Sieg überreicht, spielen diese in den NBA-Finals den Meister aus. Der Gewinner gewinnt die Larry O’Brien Championship Trophy und gilt im US-amerikanischen Sprachgebrauch als „Weltmeister“.

Women’s National Basketball Association (WNBA) Die acht Women’s-National-Basketball-Association-Teams mit der besten Saisonbilanz erreichen unabhängig von der Conference die Postseason. Alle Teams werden gemäß ihrem Abschneiden in der regulären Saison einer mittels eines Bustrophedons ermittelten Setzrangliste (einem sog. S-Seeding, das an eins gesetzte Team spielt also gegen das an acht gesetzte Team usw.) unterworfen. Es findet kein Re-Seeding in der zweiten Runde statt, aber das punktbessere Team trägt in jeder Runde die ersten beiden Heimspiele aus. Die erste Runde findet seit 2022 nach einem Best-of-Three-Modus statt, Halbfinals und Finals nach einem Best-of-Five-Modus.N. N.: WNBA Approves New Playoff Format. Auf: Women’s National Basketball Association—Website; New York, NY, 18. November 2021. Abgerufen am 13. Dezember 2021 (in Englisch).

Curling Bei den Curling-Weltmeisterschaften 2005 wurde das so genannte Page-Playoff-System eingeführt, um die Finalteilnehmer zu ermitteln. Dabei spielt der Erste der Rangliste im ersten Halbfinale gegen den Zweiten und der Dritte im zweiten Halbfinale gegen den Vierten. Der Sieger des ersten Halbfinales ist direkt für das Finale qualifiziert, der Verlierer spielt gegen den Sieger aus dem zweiten Halbfinal um den verbleibenden Finalplatz.

Deutsche Eishockey Liga (DEL) Seit 1981 wird die Meisterschaft der DEL in den Play-offs entschieden.

Mit Ausnahme der DEL-Spielzeiten 1994/95 und 1995/96, in denen die Play-offs mit den Achtelfinals begannen, nahmen in allen anderen Spielzeiten der Eishockey-Bundesliga seit 1982/83 in der DEL jeweils acht Mannschaften an den Play-offs teil.

Die Begegnungen der Play-offs im Viertel- und im Halbfinale richten sich dabei nach den Platzierungen der Vorrunde. Die Begegnungen lauten im Viertelfinale immer Platz 1 – Platz 8, Platz 2 – Platz 7, Platz 3 – Platz 6 und Platz 4 – Platz 5 der Vorrunden-Abschlusstabelle; im Halbfinale trifft der bestplatzierte der übrigen Mannschaften auf den am schlechtesten platzierten. Dabei hat das besser platzierte Team der Vorrunde in jeder Runde zuerst Heimrecht. Bis zur Saison 2008/09 wurde das Viertelfinale im Best-of-Seven-Modus gespielt, d. h. eine Mannschaft musste vier Siege erringen, um eine Runde weiterzukommen. Für die Saison 2009/10 wurde der Modus für das Viertelfinale auf Best of Five geändert. Danach wurde wieder im Best-of-Seven-Modus gespielt. Das Halbfinale und Finale wurde im Best-of-Five-Modus ausgetragen, d. h. eine Mannschaft musste drei Siege erringen, um zu gewinnen. Seit der Saison 2013/14 werden nach NHL-Vorbild alle Runden – abgesehen von den Pre-Playoffs (hier bleibt es beim Modus Best-of-Three) – im Best-of-Seven-Modus ausgetragen.

Ab der Saison 2006/07 wurde der Modus der Play-offs mit dem Wegfall der Play-downs geändert. Die Mannschaften der Plätze 7–10 der Hauptrunde spielen seitdem in den sogenannten Pre-Play-offs um zwei Play-off-Plätze in einem Best-of-Three-Modus gegeneinander: Platz 7 gegen Platz 10 sowie Platz 8 gegen Platz 9. Dabei ziehen die jeweiligen Sieger mit den ersten 6 der Hauptrunde in das Play-off-Viertelfinale ein.

National Hockey League (NHL) Wie die National Football League (NFL) und die National Basketball Association (NBA) spielt auch die National Hockey League (NHL) ihre Play-offs zunächst getrennt nach Conferences aus. Gespielt wird im Modus Best-of-Seven. Die Zusammenstellung der Begegnungen richtet sich nach den Abschlusstabellen der Regular Season. Die Divisionssieger jeder Conference, sowie die weiteren fünf bzw. sechs besten Teams qualifizieren sich für die Play-offs.