mini|Katholische Kapelle mini|Martersäule
Greuth ist ein Gemeindeteil der Stadt Höchstadt an der Aisch im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Greuth hat eine Fläche von 5,095 km². Sie ist in 598 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8520,39 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Förtschwind.
Geografie Das Dorf liegt am Fuße des nördlich gelegenen Rittersbergs (), der sich in einem Waldgebiet erhebt. Das Waldstück nordwestlich des Ortes wird Schlackerwald genannt, das Waldstück nordöstlich des Ortes Wind. Ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Die Flur östlich es Ortes wird Melben genannt.
Die Kreisstraße ERH 17/FO 19 verläuft nach Zentbechhofen (1,8 km westlich) bzw. nach Stiebarlimbach (2,1 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Förtschwind (0,7 km südwestlich).
Geschichte Bereits in vorgeschichtlicher Zeit war das Gebiet um Greuth besiedelt. Belege dieser frühen Siedlungstätigkeit sind vier Grabhügel nördlich und nordwestlich von Greuth.
1303 wurde der Ort im Würzburger Lehenbuch als „Gerüte“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet das gerodete (Gebiet). Angelegt wurde der Ort im 10. oder 11. Jahrhundert im Zuge der Würzburger Kolonisation. Bezweckt wurde wohl die Beaufsichtigung und Verwaltung eines würzburgischen Wildbannforstes, das sich an der Grenze des Bistums Bamberg befand. Im Lehenbuch ist vermerkt, dass die Ministerialen von Naisdorf (die späteren Truchseß von Pommersfelden) den Zehnt des Ortes zu Lehen erhielten. Dieses Lehen kam nach mehrfachem Wechsel an das Kloster Schlüsselau, was vom Bamberger Bischof 1333 bestätigt wurde. Greuth war ein „ungezimmertes Rittergut“, also ein adeliger Besitz ohne Haus, zu dem einige Teich- und Baumfällrechte gehörten. Ursprünglich zur Pfarrei Schnaid gehörend, wurde der Ort 1455 der neu gebildeten Pfarrei Zentbechhofen, das damals noch Linhardsbechhofen hieß, zugeordnet. Im 16. Jahrhundert im Besitz der Seckendorffs ging Greuth 1601 an Ursula von Eyb, eine Tochter des Sigmund von Seckendorff, über. 1692 wurde in Greuth eine Ziegelei errichtet. Eine Kapelle wurde 1710 erstmals erwähnt, 1885 wurde sie erweitert und restauriert. Im Jahr 1723 erwarben die Grafen von Schönborn das ehemalige Rittergut von den Erben des Bamberger Domdekans Reinhard Anton von Eyb für 6883 Gulden.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 138f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 67f. = Greuth auf der Website hoechstadt.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Greuth aus 17 Anwesen (11 Güter, 2 Halbgüter, 2 Sölden, Schmiede) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Bechhofen aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 65. Die Greuther Bürger hatten zu dieser Zeit eine Bauholzgerechtigkeit am fürstlichen Windwald.
1802 kam Greuth zum neuen Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Zentbechhofen zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Greuth, zu der Förtschwind gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugewiesen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Ortspolizei unterstand der Ort bis 1848 dem Patrimonialgericht Pommersfelden.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 131. Ab 1862 gehörte Greuth zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt umgewandelt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,082 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Greuth im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Höchstadt an der Aisch eingegliedert. Heute ist Greuth als ansehnlicher Ort mit einem schönen gewachsenen Kern und stattlichen Neubauten am Ortsrand.
Baudenkmäler In Greuth gibt es drei Baudenkmäler: Katholische Kapelle Martersäule Bildstock
Einwohnerentwicklung Gemeinde Greuth Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 208 223 239 216 221 227 214 200 218 199 219 214 196 193 195 189 201 220 206 275 249 241 232 239HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 44 39 40 44 34 40 38 Quelle Für die Gemeinde Greuth zuzüglich der Einwohner von Förtschenwind (S. 29).
Ort Greuth Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 117 124 126 121 120 114 141 144 137 109Häuser 21 25 19 23 22 24Quelle
Religion Greuth ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Leonhard (Zentbechhofen) gepfarrt. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Maria und Johannes (Pommersfelden) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Höchstadt an der Aisch) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt