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mini|Ronald Reagan schwört auf die Familienbibel seiner Mutter, die seine Frau Nancy in der Hand hält.

„Ja, ja, nein, nein.“

Aussage Jesu gegen das falsche Schwören in seiner Bergpredigt. Dort heißt es:

Jesus meint damit nicht, wie es oft verstanden wird, dass Gott keine Schwüre will, sondern klare Aussagen. Er fordert den Menschen dazu auf, sein Wort auch ohne eidliche Bekräftigung zu halten. Ob man als Christ einen Eid schwören dürfe, war in der Kirchengeschichte oft umstritten. Einige Kirchenväter verwarfen den Eid völlig, Mennoniten und Quäker lehnen ihn heute noch ab.

Für manche Bibeltreue ist es ein Widerspruch, einen Eid auf die Bibel abzulegen, in der doch ein Verbot des Schwörens gefordert wird.

mini|Hagia Sophia ()„Heilige Weisheit“

„Salomon, ich habe dich besiegt.“

Angeblicher Ausspruch des Kaisers Justinian I. nach der Fertigstellung der Hagia Sophia (). Er wollte eine Kirche stiften, „die seit Adam nicht existierte und auch nicht mehr existieren würde“. Justinian wollte offensichtlich die von der römischen Aristokratin Anicia Juliana errichtete Polyeuktoskirche übertreffen, die um 520 bewusst als Abbild des salomonischen Tempels gebaut worden war.

Für die Hagia Sophia fühlte sich Justinian persönlich verantwortlich und besuchte täglich die Baustelle. Zehntausend Arbeiter stellten innerhalb von fünf Jahren die Kirche fertig. Bei der Einweihung soll der Kaiser Gott gedankt und in Anspielung auf den Jerusalemer Tempel, der noch immer als Maßstab galt, laut gerufen haben: „Ruhm und Ehre dem Allerhöchsten, der mich für würdig hielt, ein solches Werk zu vollenden. Salomo, ich habe Dich übertroffen.“

mini|Darstellung des Pheidippides: „“

„Wir haben gesiegt!“

PlutarchPlutarch, Vom Ruhm der Athener 347 C; griechisch: Frank Cole Babbitt (Ed.), Plutarch, De gloria Atheniensium, 347c (Perseus Project) und LukianLukian, Über ein Versehen in der Begrüßung 3; griechisch: (Pro lapsu inter salutandum) (griechische Wikisource) kolportierten diese Phrase – allerdings schreiben sie („wir siegen“, Präsens) –, letzterer schrieb sie einem Boten namens Pheidippides zu, der 490 v. Chr. mit der Kunde vom Sieg in der Schlacht bei Marathon nach Athen gerannt und daraufhin tot zusammengebrochen sein soll.

Vollständig soll er gesagt haben:

Auf dieser Legende basierend wurde 1896 der Marathonlauf als sportliche Disziplin bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit ins Leben gerufen.

Der Schriftsteller Alexander Roda Roda bemerkt in seinem Erinnerungsbuch Schwabylon zu diesem Ausruf Folgendes an:zitiert nach Hans Poeschel: Die griechische Sprache. S. 149.

Dieter Eckart schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 24. Oktober 1987:Zitiert nach der Website von Claudia Dreher:

mini|hochkant|Kaiser Julian (vermutet) nach der Statue im Louvre

„Du hast mich besiegt, Galiläer.“

„Du hast mich besiegt, Nazarener.“

Angeblich die letzten Worte des römischen Kaisers Julian, bevor er an einer in der Schlacht erhaltenen Wunde starb. Julian war vom Christentum zum heidnischen Glauben übergetreten und hatte das Christentum bekämpft. Mit „Galiläer“ ist Jesus gemeint, der aus Nazareth, einem Ort in Galiläa im Norden Israels, stammt. In zeitgenössischen Quellen ist dieser Satz, den erst der Kirchengeschichtsschreiber Theodoret (5. Jahrhundert) überliefert,Theodoreti Cyrensis Episcopi Opera Omnia Tom. 3 – Ecclesiasticae Historiae Liber III, Cap. XX ; vergleiche . nicht bezeugt. Es ist davon auszugehen, dass es sich um christliche Propaganda handelt.

In seinem Werk („Gegen die Galiläer“, das heißt gegen die Christen) polemisierte Julian gegen das Christentum und stellte die Christen als Abtrünnige des Judentums dar.

Lateinisch wird der obige Satz mit „“ („Endlich hast du gesiegt, Galiläer“) wiedergegeben. Eine andere lateinische Fassung stellte der englische Dichter Algernon Swinburne seinem Abgesang auf das heidnische Rom Hymn to Proserpine (1866) voran:Swinburne's "Hymn to Proserpine"

Der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen schrieb von 1864 bis 1873 das Doppeldrama Kaiser und Galiläer, das er selbst als sein Hauptwerk ansah. In diesem Stück wird Julian in einer Schlacht verletzt, versucht sich zu erheben, sinkt aber zurück und ruft:Henrik Ibsen: Kaiser und Galiläer,

Seine letzten Worte lauten in Ibsens Drama aber anders:

mini|hochkant|Titelblatt des Traktats mit den Worten „“

„Ein Toter beißt nicht.“ Lateinisch:

Dieses Zitat stammt von dem Historiker PlutarchPlutarch, Brutus 33 und wird immer wieder in unterschiedlichen Kontext aufgegriffen:

Der evangelische Geistliche und Vampirismusforscher der Aufklärung Michael Ranft meinte in seinem Tractat von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern von 1725:Tractat von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern. Die erstere Dissertation. (deutsche Wikisource)

„Nektar und Ambrosia“

Nektar und Ambrosia sind in der griechischen Mythologie die Götternahrung. Ursprünglich wurde zwischen diesen beiden Bezeichnungen nicht unterschieden. Bei Homer wurde Nektar aber schon als Getränk und Ambrosia als Speise gesehen. Nektar war ein Honigprodukt und wird heute als Bezeichnung für den von Pflanzen produzierten Blütensaft verwendet. Ambrosia ist heute unter anderem die Bezeichnung der Nahrung von Bienenköniginnen.

In den Adern der Götter fließt auch kein Blut, sondern Ichor (), eine goldfarbene oder auch durchsichtige Flüssigkeit, die sich durch die Ambrosia bildet. Bei Homer wird dies deutlich bei der verwundeten Göttin Aphrodite, die an der Schlacht um Troja teilnahm. Von ihr heißt es in der Ilias:Homer, Ilias. 5,337–342,354; siehe Und es floß das ambrosische Blut des Gottes, Ichor, wie es fließt in den seligen Göttern. Denn sie essen nicht Brot, nicht trinken sie funkelnden Wein, daher sind sie blutlos und werden unsterblich genannt [...] und schwarz wurde ihre schöne Haut.

In den Metamorphosen des römischen Dichters OvidOvid, Metamorphosen 14,605–607 benutzt die Göttin Venus Nektar und Ambrosia, um ihren Sohn Aeneas nach seinem Tod in einen Gott zu verwandeln.

Siehe auch: („Ichor, wie er rinnt in den Adern der seligen Götter.“)

mini|Barocke Interpretation des Todes der Agrippina

„Nero, Orestes und Alkmaion: Muttermörder.“

Vom Geschichtsschreiber Sueton zitierte Schmähung auf Kaiser Nero, der mit anderen Muttermördern verglichen wurde: Nero, der seine Mutter fürchtete, ließ seine Mutter Agrippina mit einem Schiff versenken. Es gelang ihr jedoch, an Land zu schwimmen. Darauf ließ er sie in ihrer Villa ermorden. Orestes wurde von seiner Schwester Elektra um Rache der Tötung ihres Vaters gebeten. So befragte er das Orakel von Delphi, das ihm zur Rache riet. Er tötete Aigisthos und seine Mutter Klytaimnestra. Alkmaion erfüllte den Auftrag des Vaters und ermordete seine Mutter, wurde aber dafür von den Erinnyen verfolgt, bis er von König Phegeus entsühnt wurde. Arkadien wurde von Unfruchtbarkeit heimgesucht und Apollon verkündete, Alkmaion werde nicht eher zur Ruhe kommen, als bis er in ein Land komme, welches bei der Ermordung seiner Mutter noch nicht von der Sonne beschienen worden sei.

mini|Inschrift auf dem Nestorbecher

„Nestors Becher bin ich, aus dem sich gut trinken lässt;“

Anfang der Inschrift auf dem so genannten Nestorbecher von Ischia, einem im Jahr 1954 bei Ausgrabungen gefundenen Trinkgefäß aus dem 8. Jahrhundert vor Christus.

Das Gefäß trägt eine dreizeilige Inschrift, die lange Zeit nach der Herstellung eingeritzt wurde und in einer euböischen (von rechts nach links geschriebenen) Form des griechischen Alphabets geschrieben wurde. Der Text lautet:

Dies wird in die klassische Schreibweise wie folgt übersetzt:

Νέστορός εἰμι εὔποτον ποτήριον· ὃς δ’ ἂν τοῦδε πίησι ποτηρίου αὐτίκα κῆνον ἵμερος αἱρήσει καλλιστεφάνου Ἀφροδίτης. Nestors Becher bin ich, aus dem sich gut trinken lässt. Wer aber aus diesem Becher trinkt, den wird sofort Verlangen nach der schönbekränzten Aphrodite ergreifen.

„Sehnen der Dinge“

Der spätantike Philosophiehistoriker Diogenes Laertios zitiert in seiner Schrift Leben und Lehre der Philosophen den Kyniker Bion von Borysthenes mit dem Ausspruch: „Der Reichtum, die Sehnen der Dinge“.Diogenes Laertios: Leben und Lehre der Philosophen 4, 48

Heute bekannt ist die lateinische Version , die Cicero zum Beispiel in seiner Rede über den Oberbefehl des Gnaeus Pompeius (§ 17) verwendet:

In seiner 5. Philippischen Rede sagt Cicero außerdem (Philippica 5,5):

Nervus rerum und Die Verstaatlichung des Geldes ist der Titel eines Buchs des Finanztheoretikers Silvio Gesell, das als Grundstein für seine Lehre von der Natürlichen Wirtschaftsordnung gilt.

„Wolkenkuckucksheim“

Dieses Wort kommt in der Komödie Die Vögel vor.Aristophanes, Die Vögel 819 Es bezeichnet eine Stadt in den Wolken, die sich die Vögel als Zwischenreich gebaut haben. Das deutsche Wort Wolkenkuckucksheim ist eine Lehnübersetzung, wie sie zuerst von Arthur Schopenhauer in seinen philosophischen Schriften benutzt wurde. Dabei gab er ihm eine erweiterte Bedeutung, indem er anderen Philosophen vorwarf, nur vom „Wolkenkuckucksheim“ zu reden. Andere Aristophanes-Übersetzer wählten beispielsweise die Ausdrücke „Wolkenkuckucksburg“ (etwa Ludwig Seeger) oder „Kuckuckswolkenhof“.

In dem Bühnenstück aus dem Jahr 414 v. Chr. beschreibt der Dichter Aristophanes die Machtergreifung der Vögel mithilfe zweier Athener Exilanten, Peisthetairos (, „Berater“) und Euelpides (, „gute Hoffnung“). Peisthetairos und Euelpides ziehen aus Athen weg, um eine neue Stadt zu gründen, in der Geld wie Dreck weggeworfen wird, um nicht daran zu ersticken. Sie verwandeln sich in Vögel und überlegen, wie sie die Stadt nennen sollen. Die Überlegungen „Neu-Sparta“ und „Schöne Aussicht“ werden verworfen, man einigt sich auf „Wolkenkuckucksheim“:Aristophanes: Die Vögel (817ff.); zitiert entsprechend Digitalisat (Stefan Aigner, www.stefan.cc; zu „Peisthetairos“ korrigiert)

Pei[s]thetairos: Wie soll denn aber nun ihr Name sein? Euelpides: Er sei genommen aus den Wolken und dem Reich der Lüfte, was Hochgestochenes. Pei[s]thetairos: Na — Wolkenkuckucksheim? Chorführer: Iuh, iuh! ’nen wunderschönen Namen hast du ausgedacht!

Heute wird der Begriff für eine unrealistische Utopie verwendet, ähnlich dem Luftschloss.

mini| - „Sieg oder Tod“

„Sieg oder Tod!“

Aufschrift auf der Mani-Flagge während der Griechischen Revolution. Über einem blauen griechischen Kreuz steht in Großbuchstaben , darunter ebenfalls in Großbuchstaben , eine Anspielung auf die Aufforderung der spartanischen Mütter an ihre Söhne, bevor sie in den Krieg zogen:

Der griechische Schlachtruf im Kampf gegen die Türken um die Unabhängigkeit war („Freiheit oder Tod!“), während die Manioten als Nachkommen der Spartaner auf ihrer Flagge stattdessen „Sieg oder Tod!“ geschrieben hatten.

mini|Abraham Bloemaert: Niobe beweint ihre Kinder

„Leiden der Niobe“ Lateinisch:

Die Leiden der Niobe sind eine sprichwörtliche Redensart für größtes Leid. Niobe war die Tochter des Tantalos und unterlag damit dem Tantalidenfluch. Sie war die Gemahlin des thebanischen Königs Amphion, dem sie sieben Söhne und sieben Töchter gebar. Stolz auf ihre zahlreiche Nachkommenschaft, verspottete sie die Göttin Leto, die nur zwei Kinder, Apollon und Artemis, geboren habe. Die beiden Kinder der gekränkten Göttin töteten an einem Tage sämtliche Kinder der Niobe mit ihren Pfeilen.

Niobe, die der ungeheure Schmerz erstarren ließ, wurde von den Göttern in Stein verwandelt und nach Phrygien an den Berg Sipylos versetzt. Doch auch der Stein hörte nicht auf, Tränen zu vergießen.

Der tragische Stoff wurde in der dramatischen wie der bildenden Kunst vielfach behandelt. Eine Erzählung findet sich im 6. Buch von Ovids Metamorphosen.

mini|Inschrift über dem Eingang zum Kloster Panagia Malevi im Zentrum der Peloponnes. Durch Spiegelung des auf der rechten Seite der Inschrift (Nutzung des Buchstaben ) ist es nicht nur ein Palindrom, sondern auch ein Ambigramm (alle anderen Buchstaben sind spiegelsymmetrisch).