mini|Omikron
mini|Pieter Brueghel, Christus und die Ehebrecherin
„Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie.“
KernsatzJohannes 8,7Bibelwissenschaft.de: Johannes 8,7 – Novum Testamentum Graece (NA28), Einheitsübersetzung (EUE) (griechisch, deutsch) einer berühmten Stelle aus dem Johannesevangelium, Jesus und die Ehebrecherin:
Auffällig ist die Gelassenheit, mit der Jesus hier vorgeht und die einfache Lösung des Problems. Seine Gegner versuchten, ihn in eine Falle zu locken. Sagt er: „Steinigt sie!“, wie kann er dann weiter von der Liebe Gottes sprechen? Sagt er: „Lasst sie frei!“, ruft er zum Gesetzesbruch auf.
Als die Schriftgelehrten und Pharisäer seine Antwort gehört hatten, gingen sie still fort. Jesus blieb allein zurück mit der Frau. Er richtete sich auf und fragte die Frau: „Wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt?“ Sie antwortete: „Keiner, Herr.“ Dann sagte Jesus zu ihr:Johannes 8,11Bibelwissenschaft.de: Johannes 8,11 – Novum Testamentum Graece (NA28), Einheitsübersetzung (EUE) (griechisch, deutsch)
„Seine Zahl ist 666.“
Sechshundertsechsundsechzig (666) ist eine Zahl der Apokalypse, die im Rahmen der Zahlenmystik besondere Bedeutung hat und auch als Zahl des Antichrist bezeichnet wird. Der ganze Satz lautet folgendermaßen:Offenbarung 13,18Bibelwissenschaft.de: Offenbarung 13,18 – Novum Testamentum Graece (NA28), Einheitsübersetzung (EUE) (griechisch, deutsch)
Historisch verweist diese Textstelle auf die antike Orthographie der Mathematik, gemäß der Zahlen durch Buchstaben ausgedrückt wurden (hier im milesischen System der griechischen Zahlschrift); mit den Zahlwerten von Wörtern wurden allerlei Berechnungen angestellt.
Durch Addition der Zahlenwerte der hebräischen Schreibweise für Kaiser Nero, , erhält man die Summe 666 ( allerdings nicht als finales Nun gezählt, sondern wie ). Dies ist die am weitesten verbreitete Deutung dieser Chiffre. Da natürlich mehrere verschiedene Namen diesen Zahlenwert ergeben, sind der Spekulation Tür und Tor geöffnet.
mini|Dreisprachige Kreuzesinschrift am Bamberger Kreuzweg (hebräisch, griechisch und lateinisch)
„Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben!“ Lateinisch
Antwort des Pontius Pilatus auf die Forderung des Hohen Priesters, die von ihm verfasste Inschrift am Kreuze Christi ( – „Jesus von Nazareth, König der Juden“; lateinische Abkürzung: INRI) abzuändern:
Die Römer kannten den Brauch, die Schuld eines Verurteilten durch eine Tafel bekannt zu machen, die man ihm umhängte oder vorantrug. Nach dem Johannesevangelium war der Kreuztitel auf Hebräisch, Latein und Griechisch abgefasst worden.
„Hermes ist hereingekommen.“ Lateinisch:
Der Humanist Erasmus von Rotterdam schreibt in seiner Sprichwörtersammlung Adagia:Erasmus von Rotterdam: Ausgewählte Schriften. Band 7. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. 1972
Hermes ist der Götterbote und unter anderem der Gott der Redekunst.
Diese Redewendung findet sich in Plutarchs Traktat Über die Geschwätzigkeit und wird von Erasmus im Zusammenhang mit der lateinischen Wendung „“ () gesehen, die darauf zurückgeht, dass man glaubte, man locke den Wolf herbei, wenn man von ihm spreche.
„Gott ist Liebe.“
Inschrift auf dem Berg Nebo, dem Berg, von dem aus Moses das Gelobte Land sehen durfte, aber sterben musste, ohne es selbst zu betreten. Auf der Spitze des Berges wurde bereits um das Jahr 393 eine Kirche erbaut.
Jedes Mal, wenn das griechische Wort Agape () im Neuen Testament benutzt wird, bedeutet es „Gottes Liebe“, die einzige bedingungslose Liebe, die sogar den Feinden verzeiht.
(„Gott ist Liebe“) ist die erste Enzyklika Papst Benedikts XVI. und setzt sich mit dem Begriff der Liebe in unterschiedlichen Dimensionen auseinander.Deus Caritas Est - Litterae Encyclicae, Benedictus PP. XVI (lateinisch)
Die Enzyklika beginnt mit einem Zitat aus dem 1. Brief des Johannes:1. Johannesbrief 4,16Bibelwissenschaft.de: 1 Johannes 4,16 – Biblia Sacra Vulgata (VUL), Einheitsübersetzung (EUE) (lateinisch, deutsch)
Im Novum Testamentum Graece heißt dieser Satz:Bibelwissenschaft.de: 1 Johannes 4,16 – Novum Testamentum Graece (NA28) (griechisch)
„Die Welt (ist) eine Bühne.“
Dies ist der erste Teil eines griechischen Sprichworts:
Die Ähnlichkeit mit dem letzten Teil des Cäsar-Ausspruchs ist wohl mehr als zufällig.
Die lateinische Version („Die ganze Welt tritt als Schauspieler auf.“) stand als Inschrift auf dem Globe Theatre in London und wurde auf Anweisung von William Shakespeare dort angebracht.
„Das Leben ist kurz, die Kunst aber (währt) lang.“
Dieser bekannte Aphorismus des antiken Arztes Hippokrates von Kos lautet in voller Länge:Hippokrates, Aphorismen 1,1; vergleiche (griechische Wikisource)
Lateinisch lebt dieser Satz weiter unter und wurde vom römischen Dichter Seneca in seiner Schrift Über die Kürze des Lebens überliefert:Seneca: De brevitate vitae – Über die Kürze des Lebens, 1,1
mini|Titelblatt des Erstdruckes von Dichtung und Wahrheit mit dem griechischen Motto (unten)
„Der Mensch, der nicht geschunden wird, wird auch nicht erzogen.“ Lateinisch
Zitat aus den Werken des Komödiendichters Menander, das Johann Wolfgang Goethe seiner Autobiografie Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit als Motto voranstellte. Goethe sprach mit Begeisterung über Menander, den er beinahe so schätzte wie Sophokles.
Der Satz steht auch auf der ersten Seite des ersten Bandes der Tagebücher von Joseph Goebbels (im griechischen Original wie bei Goethe).
Johan Schloemann schrieb am 18. April 2006 unter dem Thema Die Wiederkehr der alten Sprachen in der Süddeutschen Zeitung:
Ernst Aumüller schrieb am 19. Dezember 2006 zum Thema Bildung über seine eigene Schulzeit am gleichen Gymnasium, das der spätere Papst Benedikt XVI. als Schüler besucht hatte:Ernst Aumüller:
Griechisch-Schüler haben den Satz an einer Stelle verändert. Es heißt dann: „“ („Der Mensch, der nicht geschunden wird, wird auch erzogen.“)
„Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen.“
Dieser Satz aus dem Evangelium nach Matthäus (vergleiche ) ist in die Trauordnungen der christlichen Kirchen übergegangen.
Vorausgegangen war eine Frage der Pharisäer an Jesus, die ihn fragten, ob ein Mann sich von seiner Frau scheiden dürfe. Die gebildeten Pharisäer wissen, dass es zu dieser Frage innerhalb des Judentums mehrere Ansichten gibt und wenden sich an Jesus, um herauszufinden, welche Position er vertritt. Im Markusevangelium tauchen die Pharisäer immer dann auf, wenn solche halachischen Diskussionen geführt werden.
Jesus antwortet als Jude mit der Gegenfrage, was Mose geboten hat. Sie brachten vor, dass Mose zugelassen hatte, einen Scheidebrief zu schreiben. Jesus aber sagte ihnen, dass Mose dies nur wegen ihrer seelischen Härte geschrieben hatte. Gott habe aber die Menschen als Mann und Frau geschaffen, die ein Fleisch werden.
mini|Guter Hirte, 4. Jahrhundert
„der gute Hirte“ Lateinisch:
Der Gute Hirte ist im Christentum eine der ältesten Bezeichnungen für Jesus Christus.
Im Johannesevangelium sagt Jesus selbst:Johannes 10,11–15Bibelwissenschaft.de: Johannes 10 – Novum Testamentum Graece (NA28), Einheitsübersetzung (EUE) (griechisch, deutsch)
Bis zur Hingabe des eigenen Lebens setzt sich der gute Hirte (im Gegensatz zum Lohnhüter) für die Herde ein.
In der christlichen Kunst ist der Hirte mit dem verlorenen Schaf auf den Schultern die älteste Christusdarstellung überhaupt, häufig in den römischen Katakomben.
„Der Weise trägt seine Habseligkeiten mit sich.“
Sentenz aus den Monosticha des Dichters Menander,Menander: Monosticha, 404 die lateinisch folgendermaßen übersetzt werden kann: „“ „“
Bekannter aber ist eine andere Version: „“ („All das Meine trage ich mit mir.“)
Es handelt sich dabei um einen Ausspruch des griechischen Philosophen Bias von Priene, eines der Sieben Weisen, den ihm Marcus Tullius Cicero zuschrieb. Bias soll auf der Flucht aus seiner Heimatstadt Priene gesagt haben, dass sein wahrer Besitz in seinen Fähigkeiten liege.
Cicero berichtet, dass Bias in der allgemeinen Fluchtbewegung nach der Einnahme seiner Vaterstadt von einem seiner Mitbürger aufgefordert wurde, er solle doch, so viel er nur könne, von seiner Habe mitnehmen. Bias antwortete ihm:
Der Humanist Erasmus von Rotterdam schreibt in seiner Sprichwörtersammlung Adagia:
„Ein kurzer Weg wird lang.“
Zitat aus dem Drama AntigoneSophokles, Antigone, Vers 232 (1. Akt, 3. Szene) des Dramatikers Sophokles mit der Bedeutung „Es braucht viel Zeit, einen kurzen Weg zu gehen“.
Dort sagt ein Bote zu König Kreon:Sophokles, Antigone (1. Akt, 3. Szene) Bleibst du zurück, Unglücklicher? So aber Wird Kreon es von einem andern hören. Wie kümmerst du deswegen denn dich nicht? Derlei bedenkend, ging ich müßig langsam, Und so wird auch ein kurzer Weg zum weiten.
„die Sieben Weisen“
Platon ist der erste bekannte Autor, der die Sieben Weisen ausdrücklich erwähnt.Platon, Protagoras, 343a Wer dazu gehört, ist aber nicht immer ganz klar gewesen, so schreibt der Altphilologe Bruno Snell:Bruno Snell: Leben und Meinungen der Sieben Weisen
Snell meint, niemand brauche sich einer Unbildung zu schämen, wenn seine Vorstellungen von den Sieben Weisen etwas nebelhaft seien, denn selbst im Altertum war nicht immer ganz klar, wer eigentlich dazu gehörte. Lediglich Thales, Bias, Pittakos und Solon fänden sich in allen Aufzählungen. Die übrigen Namen variierten.
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