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mini|hochkant|Der disputierende Sokrates (rechts) in Raffaels Gemälde Die Schule von Athen
„Hebammenkunst“
Als Mäeutik bezeichnete Sokrates in Anspielung auf den Beruf seiner Mutter seine Kunst der Gesprächsführung.Vergleiche Platon, Theaitetos 149 Die Mäeutik beruht auf der Grundannahme, dass die Wahrheit in der angeborenen Vernunft jedes Menschen bereitliegt und nur ans Licht gebracht („entbunden“) werden muss.
Die sokratische Ironie besteht darin, dass Sokrates vorgibt, der Unwissende zu sein, aber Fragen stellt, in denen die Antwort schon verborgen liegt. Der Kern des sokratischen Gesprächs ist es, durch gezielte Fragen die Beteiligten in den Dialog einzubeziehen, so dass sie selbst zu Erkenntnissen gelangen.
Die Mäeutik verfährt in zwei Schritten: In der Elenktik („Kunst der Überführung“) erschüttert Sokrates den Standpunkt seines Gesprächspartners und überführt ihn in die Aporie, wodurch die Bereitschaft zur Suche nach der Erkenntnis geweckt werden soll. In der Protreptik („Kunst der Hinwendung“) führt Sokrates den Gesprächspartner dann durch weiteres Fragen zu einer richtigen Meinung.
Ziel der Mäeutik ist – „richtig/gut/wahr zu leben“.
mini|Caravaggio: Der ungläubige Thomas
„Selig die nicht sehen und doch glauben.“
Der Begriff des ungläubigen Thomas ist aus dem Evangelium nach Johannes abgeleitet, wo der Apostel Thomas erst dann die Auferstehung Jesu glauben will, wenn er dessen Wundmale berührt hat. Thomas war nicht dabei, als Jesus kam. Als die anderen Jünger zu ihm sagten „Wir haben den Herrn gesehen“, entgegnete er skeptisch: „Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“
Acht Tage später war Thomas dabei, als Jesus trotz verschlossener Türen in ihre Mitte trat. Dann sagte er zu Thomas: „Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“
Thomas tat dies und sagte tief beeindruckt: „Mein Herr und mein Gott!“
Jesus aber sagte zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
„Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.“
Anfang der Seligpreisung im Matthäusevangelium. Die Seligpreisungen (Makarismen von ) sind eine Reihung von 8 + 1 Mal „Selig sind …“, mit denen Jesus seine Bergpredigt einleitet. Dabei wird verschiedenen Gruppen von Menschen, die vordergründig gesehen zu den Benachteiligten gehören, die Teilnahme an der Gottesherrschaft versprochen.
Bild Nr. deutsch/griechischBibelwissenschaft.de: Matthäus 5 – Lutherbibel 2017 (LU17), Novum Testamentum Graece (NA28) (deutsch, griechisch) 70px|alt=Ausschnitt 1 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 1 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Lukasevangelium: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.Jakobusbrief: »Hört, meine geliebten Brüder, hat nicht Gott die Armen in dieser Welt zu Reichen im Glauben und Losteilinhabern des Königreichs erwählt, das Er denen verheißen hat, die Ihn lieben?«Dieter Landersheim: Vergleiche Jakobus – Kapitel 2, Lutherbibel 1912 (Bibel-Online.net) und . 70px|alt=Ausschnitt 2 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 2 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Jesaja: „In der Höhe und im Heiligen weile Ich und bei dem, der zerschlagenen und erniedrigten Geistes ist, zu beleben den Geist der Erniedrigten und zu beleben das Herz der Zerschlagnen.“Vergleiche Jesaja – Kapitel 57, Lutherbibel 1912 (Bibel-Online.net) und . 70px|alt=Ausschnitt 3 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 3 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Psalm 37: „Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben an großem Frieden.“ 70px|alt=Ausschnitt 4 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 4 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Lukasevangelium: „Selig seid ihr, die ihr hier jetzt hungert; denn ihr sollt satt werden.“Offenbarung des Johannes: „Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze; […]“ 70px|alt=Ausschnitt 5 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 5 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Jakobusbrief: „Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.“ 70px|alt=Ausschnitt 6 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 6 Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Psalm 51: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“ 70px|alt=Ausschnitt 7 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 7 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Hebräerbrief: „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, […]“ 70px|alt=Ausschnitt 8 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 8 Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.
1. Petrusbrief: „Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; […]“ 70px|alt=Ausschnitt 9 aus einer russisch-orthodoxen Ikone (17. Jahrhundert oder älter) mit 9 Abbildungen über die Seligpreisungen 9 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen.
Lukasevangelium: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen.“
Die Seligpreisungen beginnen neunmal mit „Selig (sind/seid) …“ (). Die erste und die achte Seligpreisung schließen jeweils mit der Verheißung des Himmelreiches (), für das Matthäusevangelium ein zentraler Begriff.
Auffallend ist auch, dass die ersten vier Seligpreisungen als -Alliteration formuliert sind: Arme: Trauernde: Sanftmütige: Hungernde:
mini|Weltkarte des Hekataios von Milet Hesiod, Werke und Tage 171
„Inseln der Seligen“
Die „Inseln der Seligen“ liegen im äußersten Westen des Erdkreises, werden vom Okeanos umflossen und sind der Ort, auf den Helden entrückt werden, die von den Göttern geliebt wurden. Eine der Inseln ist das Elysion (), nach späterer Ansicht war dieses jedoch Teil des Hades. In Meyers Konversations-Lexikon heißt es dazu:
In Pierer’s Universal-Lexikon heißt es ausführlicher:
Der römische Dichter Horaz fordert in einer Epode zur Auswanderung auf die lateinisch () genannten Inseln auf, die er mit folgenden Worten preist:Horaz: Epode 16,42; zitiert nach Navicula Bacchi, Horaz, Epode 16,39ff.: An das römische Volk (Übersetzung: Rudolf Alexander Schröder)
vos, quibus est virtus, muliebrem tollite luctum, Etrusca praeter et volate litora. nos manet Oceanus circumvagus: arva beata petamus, arva divites et insulas, reddit ubi cererem tellus inarata quotannis et inputata floret usque vinea, germinat et numquam fallentis termes olivae suamque pulla ficus ornat arborem, mella cava manant ex ilice, montibus altis levis crepante lympha desilit pede. illic iniussae veniunt ad mulctra capellae refertque tenta grex amicus ubera, nec vespertinus circumgemit ursus ovile nec intumescit alta viperis humus; nulla nocent pecori contagia, nullius astri gregem aestuosa torret inpotentia. Ihr, deren männlicher Mut noch grün, bannt weibisches Trauern Und segelt, dem tyrrhenischen Gestad vorbei, Wo der Oceanus fließt um die seligen, unser gewärtig, Eilandsgefilde, reiche, kommt, wir suchen sie, Länder ohne Pflug, da Ceres im Grund jahrjährlich bekleibet, Und unbeschnitten immerfort die Rebe blüht, Land, da des Ölbaums Reis untrüglich sprosset und fruchtet, Schwarzfeige schmückt auf eigner Wurzel ihren Baum. Honig aus hohlem Geschlüft des Eichbaums tränt, vom Gebirge Die blanke Flut geschwätzigen Traufes niederspringt. Dort ruft nimmer ein Hirt die Geiß zum melken, gewillig Trägt seinen Euter prall daher das fromme Schaf. Nicht tappt brummend zunacht der Bär um die Pferche der Lämmer, Noch bäumt am Boden giftgeschwollene Natterbrut. Keinerlei Seuche befällt das Vieh. Kein glühes Gestirn plagt Mit Wut, unbändig tobender, die Herdentrift.
Die Kanarischen Inseln wurden unter dem Namen , der lateinischen Entsprechung zu , bekannt – ein Begriff, den schon Plinius im sechsten Buch seiner Naturgeschichte erwähnt. In der wörtlichen Übersetzung erscheint Ausdruck bei Plautus sogar etwa 2,5 Jahrhunderte früher.Trinummus 2,4,148 (dort im Akkusativ: ); vergleiche la:Trinummus, Zeile 549 (lateinische Wikisource) Die Region der im östlichen Zentralatlantik liegenden Inselgruppen vulkanischen Ursprungs (einschließlich der Kanarischen Inseln) wird in der Biogeographie heutzutage unter dem Begriff Makaronesien zusammengefasst.
mini|hochkant|Rückseite einer Silbermedaille der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen; griechischer Text, wie er auf der Medaille zu lesen ist: ΜΑΤΕΡ Ω ΧΡΥΣΟΣΤΕ ΦΑΝΩΝ ΑΕΘΛΩΝ ΟΛΥΜΠΙ ΔΕΣΠΟΙ Ν’ ΑΛΑ ΘΕΙΑΣ
„O Mutter der goldgekrönten Kampfspiele, Olympia!“
Anfang eines Lobpreises auf Olympia und die Olympischen Spiele durch den Dichter Pindar, der Oden auf Sieger der Olympischen, Pythischen, Nemeischen und Isthmischen Spiele schrieb.Pindar, Olympische Ode 8, 1–9Navicula Bacchi, Olympia1
Μᾶτερ ὦ χρυσοστεφάνων ἀέθλων, Οὐλυμπία, δέσποιν’ ἀλαθείας, ἵνα μάντιες ἄνδρες ἐμπύροις τεκμαιρόμενοι παραπειρῶν- ται Διὸς ἀργικεραύνου, εἴ τιν’ ἔχει λόγον ἀνθρώπων πέρι μαιομένων μεγάλαν ἀρετὰν θυμῷ λαβεῖν, τῶν δὲ μόχθων ἀμπνοάν. Mater ō chrysostephanōn aethlōn, Oulympia, despoin’ alatheias, hina manties andres empyrois tekmairomenoi parapeidōn- tai Dios archikeraunou, ei tin’ echei logon anthrōpōn peri maiomenon megalan aretan thymō labein, tōn de mochthōn ampnoan.
O Mutter der goldgekrönten Kampfspiele, Olympia, Herrin der Wahrheit, wo wahrsagende Männer brennende Opfer auslegend, befra- gen Zeus, den hellblitzenden, ob er etwas Acht hat auf die Menschen, die im Herzen streben, großen Heldenmut zu erlangen und ein Aufatmen von den Mühen.
Der Anfang dieser Ode war 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen auf der Rückseite der Olympiamedaillen in griechischer Schrift eingraviert.Winner Medals Olympic Games 2004 Athens
„Großes Buch – großes Übel.“
Ausspruch des alexandrinischen Dichters Kallimachos, der Hofdichter Ptolemaios’ II. war und an der Bibliothek von Alexandria arbeitete.
Von ihm stammt der Bibliothekskatalog, der erste schriftliche Katalog der Bibliotheksgeschichte, der auf Tafeln an den Wänden angebracht war. Als Verfasserlexikon sämtlicher griechischer Autoren umfasste er 120 Buchrollen und war nicht für die Benutzer bestimmt, sondern konzentrierte sich auf eine Auswahl der griechischen Schriftsteller. Jede Rolle wurde mit einem Etikett mit Verfasser- und Titelangabe versehen, so dass man sie zu ihrer Identifizierung nicht zu entrollen brauchte.
Gleichsam als Gegengewicht zu seinen umfangreichen Arbeiten als Bibliothekar verfasste Kallimachos selbst Gedichte. Umfangreiche Dichtungen wie etwa Epen in homerischer Tradition lehnte er ab.
mini|hochkant|Magna Graecia
„Großgriechenland“