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mini|Flagge Griechenlands mini|Nationalflagge 1822–1969 und 1975–1978

„die Blauweiße“

Umgangssprachliche Bezeichnung für die Flagge Griechenlands, die offiziell genannt wird. Ein anderer Name ist , das ebenso mit „die Blauweiße“ zu übersetzen ist (vergleiche Cyan).

Die häufigste Auslegung ist, dass die Farben Blau und Weiß für Himmel und Meeresschaum stehen. Eine andere besagt, das Weiß stehe für die Reinheit des Kampfes der Unabhängigkeit. Das Kreuz steht für die christliche Tradition. Ursprünglich wurde nur die Version mit dem Kreuz in der Mitte verwendet, später kam die Streifenflagge als Seeflagge hinzu. Aufgrund der Bedeutung der Seefahrt für Griechenland wurde diese auch die Staatsflagge.

Die Farben lassen sich bis in das byzantinische Kaiserreich zurückführen. Sie waren die Farben des griechischen Freiheitskampfes. Das Blau variierte. Während der Zeit des Wittelsbacher-Königs Otto I. wurde ein Mittelblau bayrischen Ursprungs verwendet. Die Militärjunta setzte ein sehr dunkles Blau ein. Im modernen Flaggengesetz ist von einem Hellblau die Rede.

Die neun Streifen sollen für die neun Silben des Nationalmottos („Freiheit oder Tod!“) stehen.

„Hallo!“, „Tschüs!“

Neugriechische Grußformel, die sich herleitet aus („Gesundheit“, vergleiche Hygiene) und („dein[e]“). () bedeutet „hallo“. Spricht man zu mehreren Personen (bzw. zu jemandem, den man siezt), so lautet es (). Gleich als Nächstes kommt nach der Begrüßung nicht die Frage nach dem Befinden des Gegenübers, sondern: „Was gibt es Neues?“ ()

Die Formel ( „unser“) bedeutet Prost und wird beim Anstoßen benutzt.

mini|Weltkarte des Herodot mini|Weltkarte des Hekataios

„Ich lache, wenn ich sie ihre Erdkarten zeichnen sehe.“

Mit diesen Worten amüsiert sich Herodot in seinen Historien über die Weltkarten seiner Zeitgenossen. Im Kontext mit der Beschreibung Persiens und Asiens schreibt er:Historien des Herodot 4,36

Für Herodot stand es außer Frage, dass Europa viel größer als Asien war.

Hekataios von Milet unternahm zahlreiche Forschungsreisen nach Europa, Asien und Ägypten. Seine geografischen Kenntnisse erlaubten es ihm, die nicht mehr erhaltene Erdkarte von Anaximander so wesentlich zu verbessern, dass antike Quellen behaupteten, „dass es ein Wunder zu nennen sei“. Er sah die Erde kreisrund mit Delphi als Mittelpunkt der Welt.

„megarisches Gelächter“ Lateinisch: Erasmus von Rotterdam: Adagia, 815

Eine Art von derben Scherzen, bei denen man eher einen Freund als einen Witz opfert. Die Bewohner der attischen Hafenstadt Megara standen bei den Athenern in üblem Ruf.

Der Altphilologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff schreibt 1878 in seiner Abhandlung Die megarische Komödie:Die megarische Komödie, Wikisource

mini|hochkant|„Es werde Licht!“

„Es werde Licht!“

Dieses Zitat aus der alttestamentlichen Schöpfungsgeschichte der GenesisGenesis 1,3 ist eine wörtliche Übersetzung des hebräischen . Die lateinische Version ist „“.Bibelwissenschaft.de: Genesis 1,3 – Einheitsübersetzung (EUE), Biblia Hebraica Stuttgartensia (BHS), Septuaginta (LXX), Biblia Sacra Vulgata (VUL) (deutsch, hebräisch, griechisch, lateinisch) Es steht ganz am Anfang des Alten Testaments und ist die zentrale Aussage am ersten Schöpfungstag:

„Generation von ’30“

Als Generation der 30er Jahre wird eine Gruppe von Schriftstellern bezeichnet, die im Jahrzehnt zwischen 1930 und 1940 in Griechenland literarisch in Erscheinung trat, einen Bruch mit der vorangegangenen Dichtergeneration erzwang und den Modernismus in der neugriechischen Literatur etablierte.

Im Jahr 1929 veröffentlichte Giorgos Theotokás einen Essay mit dem Titel Freier Geist (), der zum Manifest der Generation der 30er Jahre wurde.

mini|hochkant|Phorminx (Variante: ) (Variante: ) „Werde, der du bist!“

Mahnung des Dichters Pindar, neben („Erkenne dich selbst!“) eine der berühmten Inschriften von Delphi. Damit ist die Entwicklung der Persönlichkeit mit dem Auftrag zur Selbsterkenntnis verbunden. Adressat dieser Aufforderung war Hieron I., der Herrscher von Syrakus und Sieger im Wagenrennen bei den Pythischen Spielen in Delphi.Pindar: 2. Pythische Ode, 72; vergleiche Digitalisat Pindar, Pythian 2 (Perseus Project)

Dieser Satz wird auch von Martin Heidegger in seiner Schrift Was ist Metaphysik? zitiert.Martin Heidegger: Was ist Metaphysik?, Tübingen: 1987 (5. Auflage), S. 77

Die beiden Sätze kombiniert, bedeutet es: „Erkenne, wer du im Kern deines Wesens bist, dann versuche es zu werden.“

Anlass des Chorliedes war der Sieg Hierons mit dem Viergespann, der kurz zuvor (etwa 475 v. Chr.) die Stadt Aitna () gegründet hatte. Zum König der Stadt bestellte er seinen Sohn und förderte Dichter wie Aischylos, Simonides von Keos, Bakchylides und eben Pindar. Wegen dieser Stadtgründung ließ er sich bei seinem Sieg in Delphi als Aitnaier ausrufen und Pindar erhielt den Auftrag, das Siegeslied zu dichten.

Pindar beginnt mit dem Lobpreis der Phorminx, deren Ton sogar Blitz und Adler einschläfert. Aber die mit den Göttern verfeindeten Ungeheuer versetzt sie in Angst und Schrecken.

„Erde und Wasser“

Die Perser unter Dareios II. verlangten von den griechischen Staaten Erde und Wasser als Zeichen ihrer Unterwerfung und schickten Herolde durch ganz Griechenland, um ihre Forderungen bekanntzugeben. Ein Großteil der Griechen folgte dieser Aufforderung, sich zu unterwerfen, auch Ägina, was sich zu einem innergriechischen Konflikt ausweitete. Die Athener benutzten diesen Vorwand, um die Ägineten in Sparta des Verrats zu verklagen. In den Historien des Herodot heißt es:Historien des Herodot, 6,48-49; griechisch und deutsch zitiert nach Die Perserkriege, Navicula Bacchi (Egon Gottwein)

Athen und Sparta waren die einzigen, die sich der Forderung nach Unterwerfung widersetzten, und sie töteten die Boten sogar. Die Spartaner warfen die Boten in einen Brunnen und sagten zu ihnen:

Nach dieser Provokation rüstete Dareios zum Krieg.

„Ich werde alt und lerne immer noch Vieles dazu.“

Auf dieses Solon-Zitat nimmt Platon mehrfach Bezug.Solon: Elegien Es entspricht dem deutschen Sprichwort „Man lernt nie aus“ und lautet in der Kurzform:

In seiner Schrift über das Greisenalter schreibt Marcus Tullius Cicero, der diese Worte im griechischen Original zitiert:Marcus Tullius Cicero (Übersetzer: Raphael Kühner):

Er geht weiter auf den Athleten Milon ein:Marcus Tullius Cicero (Übersetzer: Raphael Kühner):

Solon teilte das Leben in 12 Siebenjahres-Phasen ein. Ab dem 21. Lebensjahr beginnt die Blütezeit, mit 35 besteht der Höhepunkt der geistigen Klarheit, mit 50 Jahren dann der Höhepunkt der gesellschaftlichen Anerkennung. Im Alter von 63 Jahren beginnt der Abbau der vitalen Kräfte, doch will man an Erfahrungen zunehmen.

mini|Francesco Salviati: Haarschopf des Kairos (Ausschnitt aus einem Fresko)

„Erkenne den rechten Zeitpunkt!“

Ausspruch des Pittakos von Mytilene.

Der Gott des günstigen Augenblicks, Kairos (), wird mit einem kahlen Hinterkopf und einem Haarschopf an der Stirn dargestellt, an dem man den günstigen Augenblick gut fassen konnte, worauf die Redewendung „die Gelegenheit beim Schopf fassen“ zurückgeht. Wenn die Gelegenheit vorbei ist, kann man sie am kahlen Hinterkopf nicht mehr fassen.

Ausgehend davon bezeichnet man in der Psychologie die Angst, Entscheidungen zu fällen, die Situationsangst bei Nervenschwachen, als Kairophobie.

Lateinisch: “” oder “”. Neugriechisch: („Ich ergreife eine Gelegenheit an den Haaren.“) Deutsch: „Was du dem Augenblicke ausgeschlagen, | Bringt keine Ewigkeit zurück.“ (Friedrich Schiller)

„Um diese Zeit lebte Jesus …“

Beginn des Testimonium Flavianums, das „Zeugnis“ (lateinisch ) des jüdischen Historikers Flavius Josephus über Jesus von Nazaret. Es ist enthalten in dessen Antiquitates Judaicae („Jüdische Altertümer“) und wurde im Jahr 93 n. Chr. veröffentlicht. Es handelt sich dabei um die erste außerchristliche Belegstelle, die Jesus erwähnt, und sie weist darauf hin, dass Josephus Kenntnisse vom frühen Christentum besaß. Im Kontext heißt es:Flavius Josephus: Antiquitates Judaicae (Jüdische Altertümer), Buch XVIII 3,3

mini|Griechische Drachme mit Eulendarstellung (spätere Variante) ( – Singular, Verkürzung von )

„Eule nach Athen“ Lateinisch: ( – Plural)

Die Redewendung – bekannt als „Eulen nach Athen tragen“ – steht für eine überflüssige Tätigkeit. Sie geht auf den Dichter Aristophanes zurück, der den Ausspruch in seiner Komödie „Die Vögel“ prägte. Dort wird in Vers 301 eine herbeifliegende Eule mit den folgenden Worten kommentiert: (griechische Wikisource)

„Wer hat eine Eule nach Athen gebracht?“

In der Übersetzung von Ludwig Seeger heißt es:Aristophanes (Übersetzer: Ludwig Seeger): Pisthetairos: „Siehst du dort die Eul’?“ Euelpides: „Ich bitte, »bringt man Eulen nach Athen«?“

Die Version wurde mehrfach von Cicero in Briefen verwendet (in Griechisch).Epistulae ad familiares VI,3 sowie IX,3; Epistulae ad Quintum fratrem II,15 (emendiert, vergleiche Cicero ad Quintum Fratrem II.15 (16): ) Um 1500 hat Erasmus von Rotterdam sie gemeinsam mit der lateinischen Übersetzung in seiner Sprichwörtersammlung, den Adagia, aufgezeichnet.Siehe beispielsweise Ululas Athenas (Institut d'Histoire des Représentations et des Idées dans les Modernités [IHRIM, UMR 5317], Clermont-Ferrand). Er erwähnt auch, dass Lukian (2. Jahrhundert n. Chr.) die Wendung in seinem Werk Nigrinus () verwendet habe.

Eulen gab es als Symbol der Göttin Athene, der Schutzgöttin der Stadt, sehr viele. Wahrscheinlich ist auch, dass Aristophanes sich auf die Münzen bezog, auf denen eine Eule geprägt war. Aristophanes bezeichnete es als überflüssig, ins reiche Athen Silbermünzen (mit der Eule) zu schicken und schrieb deshalb: „An Eulen aus Laurion wird es euch nie mangeln.“Aristophanes, Die Vögel, Vers 1106; griechisch (nach , griechische Wikisource) „Laurion“ steht hier metonymisch für die dortigen Silberminen und daher für die Münzen.

mini|hochkant|Eule mit Gelege

„Eulenei“ Lateinisch:

Zitat aus der Sprichwörtersammlung Adagia des Erasmus von Rotterdam.

Bezeichnung für etwas sehr Seltenes und schwer zu Findendes, da man in der Antike glaubte, dass Eulen keine Eier legten.

„Sprachstreit“

Die griechische Sprachfrage (Kurzform: ) war die Auseinandersetzung um die Frage, ob die neugriechische Volkssprache (Dimotiki) oder die antikisierende Hochsprache (Katharevousa) offizielle Sprache der griechischen Nation sein solle. Der Streit begann im 19. Jahrhundert und wurde erst 1976 zugunsten der Volkssprache entschieden, die seitdem Amtssprache Griechenlands (und Zyperns) ist. Der Dichter Adamantios Korais beschritt einen Mittelweg () und schrieb 1804: „Wir schreiben für unsere griechischen Landsleute von heute, nicht für unsere toten Vorfahren.“Adamantios Korais: , Paris 1833,

Vertreter der Katharevousa beschimpften Demotizisten als „“ („Langhaarige“) und „“ („Herdentiere“), während die Anhänger der Volkssprache ihre Widersacher umgekehrt als „“ ( „in geistiger Finsternis Lebende“) und „“ ( „Altertümler“) bezeichneten.Vergleiche Babiniotis (2002), und Karvounis (2002), S. 16

mini|Gnôthi sautón im Kulturhaus der Stadt Ludwigshafen am Rhein

. „Erkenne dich selbst!“

Motto über dem Eingang zum Apollo-Tempel bei Delphi. „Erkenne dich selbst!“ ist die mittlere der drei apollonischen Weisheiten, neben „Du bist.“ Siehe und „Nichts im Übermaß!“ Siehe

Dieser Satz wird dem Weisen Chilon von Sparta, aber auch drei weiteren Personen zugeschrieben: Thales, Pythagoras und Solon.

Die Forderung, sich selbst zu erkennen, bedeutete ursprünglich, zu erkennen, dass man als Mensch kein Gott sei. Später findet sich die Deutung, dass sich der Mensch bewusst sein solle, sterblich zu sein. Sokrates entwickelt daraus das Prinzip der Selbsterkenntnis als Vorbedingung der philosophischen Erkenntnis und Weisheit.

Durch Elision entstand die Variante .

mini|Jean-Simon Berthélemy: Alexander der Große durchtrennt den Gordischen Knoten

„Gordischer Knoten“