mini|Eta

„Erholung ist die Würze der Arbeit.“

Zitat aus den Moralischen Abhandlungen des Geschichtsschreibers Plutarch.Plutarch: Moralia - Moralische Abhandlungen, Erziehung, 13.

( ist die attische Variante, ist dorisch/ionisch.) „Die Zunge/Sprache ist die Ursache vielen Übels.“

Zitat aus den Werken des Komödiendichters Menander, dem ein anderer Satz aus seinen Monosticha entspricht:Menander: Monosticha 205; vergleiche Menander: Monosticha - Sententiae (Gnomai), Buchstabe , Navicula Bacchi (Egon Gottwein)

Lateinisch:

Der Dichter Menander will damit vor unbedachten Äußerungen warnen.

mini|Erlöser-Orden

„Herr, deine rechte Hand ist verherrlicht in ihrer Kraft.“

Dem Alten Testament entnommene Ordensdevise des 1829 von der griechischen Nationalversammlung gestifteten Erlöser-Ordens. Der Orden sollte an die Erlösung vom türkischen Joch erinnern und wurde zuerst nur an Griechen verliehen, die sich im Freiheitskampf besonders ausgezeichnet hatten.

Das Ordenszeichen ist seit 1863 ein weißemailliertes, goldgerändertes Johanniterkreuz, das an der goldenen Königskrone hängt. Das Medaillon zeigt auf goldenem Grund das Bildnis des Erlösers und ist umgeben von einem goldeingefassten blauen Reif, der in goldenen griechischen Schriftzeichen die folgende Devise aus dem 2. Buch Mose trägt:Exodus 15,6Vergleiche bei Bibelwissenschaft.de: Exodus 15,6 – Septuaginta (LXX), Einheitsübersetzung (EUE) (griechisch, deutsch)

Die Rückseite des Medaillons enthält das griechische Wappen mit der folgenden Randschrift:

„die sieben Jahre“

„Die sieben Jahre“ waren die Zeit der Griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974. Alternative Bezeichnungen sind „das Regime der Obristen“ () oder kurz „die Junta“ (). Seit Januar 1965 wiesen alle Anzeichen auf eine ernste Krise hin, da sich die Beziehungen zwischen der Regierung Georgios Papandreous und dem Königshaus ständig verschlechterten. Der von seiner Kamarilla beeinflusste König Konstantin II. gewann mehr und mehr die Überzeugung, dass die Zentrumsunion den Sturz der Monarchie plane.

Am Morgen des 21. April 1967 kam es zum Putsch des Militärs. Die „Erklärung von Kollias“ über Radio Athen wenige Stunden nach Bildung der Putschistenregierung am 22. April 1967:

Die Obristen rechtfertigten ihren Putsch als „Revolution zur Rettung der Nation“ (), die vorgeblich „Ruhe, Ordnung und Sicherheit“ wiederherstellen sollte (siehe ). Ihr propagandistisches Leitbild war das Bild eines „Hellas christlicher Hellenen“ („“).

Georgios Koumantos, selbst Opfer der Repressalien und später Ad-hoc-Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, –  – Siehe auch el: (griechische Wikipedia) und schrieb zum 40. Jahrestag des Putsches: –

„Das Kamel wollte Hörner und bekam auch noch kürzere Ohren.“

Zum Sprichwort gewordene Inhaltsangabe einer Fabel des Äsop über ein Kamel, das, neidisch auf die Hörner des Stiers, Zeus um Hörner bat. Verärgert über diese Unbescheidenheit, weil er dem Kamel einen großen Körper und Kraft verliehen hatte, verweigerte der Gott dem Kamel nicht nur die Hörner, sondern verkürzte ihm auch noch die Ohren.

mini|hochkant|Gustave Dorés Illustration zu La Fontaines Fabel

„die Gans mit den goldenen Eiern“

Dieses neugriechische Sprichwort geht auf eine alte Fabel zurück, die Jean de La Fontaine unter dem französischen Titel neu herausgab. Ein Mann hatte eine Gans, die goldene Eier legen konnte. Anstatt sich damit zufriedenzugeben, wollte er noch mehr haben und schnitt ihr den Bauch auf, womit seine Goldquelle natürlich versiegt war.

In Äsops Fabel bekommt ein Verehrer des Hermes von diesem eine Gans geschenkt, die goldene Eier legt. Doch der gierige Dummkopf schlachtet die Gans, in der Annahme, dass auch ihr Inneres aus Gold sei.

Die moderne Redewendung „das Huhn schlachten, das goldene Eier legt“ besagt, dass man eine sehr profitable Erwerbsquelle ohne Not zerstört.

mini|hochkant|Caligula

„Entweder du hebst mich aus oder ich dich.“

Zitat aus der Ilias.Homer, Ilias 23,724 Mit diesen Worten fordert Ajax den Odysseus auf, dem lange unentschieden gebliebenen Ringkampf ein Ende zu machen.

Den Satz zitierte laut SuetonSueton, Caligula 22 der römische Kaiser Caligula, als er in seinem Cäsarenwahn einer Statue des Gottes Jupiter drohte:Gaius Suetonius Tranquillus: Leben der Caesaren. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1955, ISBN 3-423-06005-0.

Caligula fühlte sich Jupiter ebenbürtig und ließ Götterstatuen enthaupten, um sie mit seinem eigenen Kopf auszustatten. Als Einzige im römischen Reich weigerten sich die Juden, Caligulas Statue im Tempel aufzustellen. Das machte Caligula so wütend, dass er sich anschickte, Judäa mit Feuer und Schwert heimzusuchen. Nur seine Ermordung verhinderte die Durchführung dieser Strafaktion.

mini|Magnetit

„Der Magnetstein hat eine Seele.“

Der Naturphilosoph Thales von Milet war der Ansicht, dass sich alle Bewegungen auf Wirkungen einer Seele zurückführen ließen, denn alles sei voll von Göttern. Thales war der erste, der sich mit Naturphilosophie befasste. So nahm er an, dass Eisen durch die Seele des Magneten angezogen wird, denn er betrachtete die Kräfte der Natur als die seelischen Kräfte der Götter.

Die ersten bekannten Magneten stammten aus der kleinasiatischen Stadt Magnesia am Mäander, nicht allzu weit von Milet entfernt. Daher der Name („Stein aus Magnesia“) Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schrieb, dass ein Hirte namens Magnes an seinem Hirtenstab eine Nagelspitze hatte, die an einem Stein auf dem Berg Ida fest anhaftete.GeoMuseum TU Clausthal - Magnetit; die dortige Lesung Isa ist eindeutig ein Fehler, sie wird auch selbst angezweifelt: „Isa (?)“.

Thales schrieb übrigens auch dem Bernstein eine Art Seele zu, da er das Phänomen der statischen Elektrizität beim Reiben von Bernstein mit bestimmten Materialien beobachtete. Wegen dieser Eigenschaft, der statischen Aufladbarkeit, wurde das griechische Wort für Bernstein () in der Neuzeit zum Namensgeber des Elektrons und der Elektrizität.

Siehe auch: („Stein des Herkules“).

„das fünfteilige Buch“

Pentateuch ( „Fünfgefäß“) ist ein Name für die fünf Bücher Moses. Er stammt von den Krügen, in denen Schriftrollen aufbewahrt wurden. Die Einteilung stammt aus der begrenzten Größe der in der Synagoge gebräuchlichen antiken Schriftrollen aus Papyrus oder Pergament. Diese werden im Judentum nach dem ersten hebräischen Wort des jeweiligen Textes, im Christentum jedoch nach den griechisch-lateinischen Bezeichnungen ihres zentralen Themas genannt.

Der Pentateuch wurde um das Jahr 440 v. Chr. fertiggestellt und ab etwa 250 v. Chr. in die griechische Septuaginta übersetzt. Er erzählt die Geschichte der Menschheit von der Schöpfung der Welt und des Volkes Israel, vom Auszug aus Ägypten bis zur Ansiedlung im Gelobten Land.

Deutsch Hebräisch (Ableitung) Griechisch (Lateinisch) Inhalt 1. Buch Mose  Bereschit () Im Anfang schuf … Genesis () Genesis Schöpfung, Ursprung Berichtet von den Geschehnissen von der Erschaffung der Welt bis zum Wirken der Söhne Jakobs in Ägypten. 2. Buch Mose Schemot () Dies sind die Namen … Exodos ()Exodus Auszug Handelt vom Auszug aus Ägypten unter der Führung des Mose auf dem Weg in das gelobte Land, Kanaan. 3. Buch Mose Wajikra () Und es rief JHWH … Levitikon ()Leviticus Levitische Gesetzgebung Handelt in weiten Teilen vom priesterlichen Gottesdienst im Judentum. 4. Buch Mose Bemidbar () Und es redete JHWH in der Wüste … Arithmoi ()Numeri Zahlen der Israeliten Zu Beginn des Buches werden die Stämme der Israeliten aufgezählt und eine Volkszählung beschrieben. 5. Buch Mose Debarim () Dies sind die Worte … Deuteronomion ()DeuteronomiumZweites Gesetz Besteht im Wesentlichen aus Ausführungen, die Mose kurz vor seinem Tod an die Israeliten richtete.

mini|hochkant|Der Name Islambol Islambul auf einer Münze von 1203 H.Osmanisches Museum Europa, Erlaubnis vom 23. März 2007

„die Stadt“

Konstantinopel ( „Stadt des Konstantin“) wird von Griechen heute noch schlicht „die Stadt“ genannt. Sie wurde von Griechen um 660 v. Chr. als Byzantion () gegründet und 326 n. Chr. umbenannt. Der thrakische Name der neuen Siedlung wurde später als der eines der legendären Anführer, Byzas aus Megara, gedeutet.

Seit 1930 heißt die Stadt Istanbul. Bei diesem Namen handelt es sich möglicherweise um die türkische Abwandlung des griechischen („in die Stadt“), was in byzantinischer Zeit etwa istimbólin ausgesprochen wurde. Die Namensform Islambol ( geschrieben, Islambul) entstand nach 1453 und wurde hauptsächlich im religiösen Umfeld verwendet. Im 18. Jahrhundert wurde sie von einigen Sultanen bevorzugt. In dieser Zeit wurde Islambul als Name der Münzstätte am auf Münzen geprägt. Islambol wurde volksetymologisch gedeutet als „(Ort), dessen Islam reichlich (ist)“.

In der Spätantike und im Mittelalter war Konstantinopel als das „Neue Rom“ (, ) die Hauptstadt des Oströmischen Reichs, nach der osmanischen Eroberung 1453 dann die Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Als Prototyp einer imperialen Stadt ist Konstantinopel vom 4. Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert länger Weltstadt gewesen als beispielsweise Rom (3. Jahrhundert v. Chr. bis 5. Jahrhundert n. Chr.).

Konstantinopel ist immer noch präsent in Griechenland, zum Beispiel in den Namen der Sportvereine AEK Athen und PAOK Thessaloniki, dessen Fußballabteilung vermutlich im deutschsprachigen Raum am bekanntesten ist: Die Abkürzung AEK des Athener Vereins steht für  – übersetzt „Sportvereinigung Konstantinopel“ – und PAOK bedeutet vollständig , deutsch „Panthessalonikischer Sportklub der Konstantinopler“.

„Mit ihm oder auf ihm.“

Entweder man siegt in der Schlacht und bringt den Schild heim oder man kehrt tot auf dem Schild zurück. Aufforderung der spartanischen Mütter an ihre Söhne, bevor sie in den Krieg zogen.

Der philippinische Nationalheld Jose Rizal äußert sich im Jahr 1889 in einem Brief „An die jungen Frauen von Malolos“ folgendermaßen zu diesem Thema:

Dieser Spruch diente auch als zweite Aufschrift auf der Mani-Flagge während der Griechischen Revolution neben dem Motto (Sieg oder Tod).

Ganz anders sah das der Lyriker und Krieger Archilochos, der in einem Gefecht gegen die Saier seinen Schild wegwarf und freimütig gestand (Übertragung von Kurt Steinmann): ἀσπίδι μὲν Σαίων τις ἀγάλλεται, ἣν παρὰ θάμνωι ἔντος ἀμώμητον κάλλιπον οὐκ ἐθέλων, αὐτὸς μ᾿ ἐξεσάσωσα. τί μοι μέλει ἀσπὶς ἐκείνη; ἐρρέτω· ἐξαῦτις κτήσομαι οὐ κακίω. Mit dem Schild protzt jetzt ein Saier, den ich bei einem Gebüsch – eine „tadellose Wehr“ – zurückließ, und wollt' es doch nicht. Ich selbst aber hab' mich herausgerettet: was schert jener Schild mich? Fahre er hin! Von neuem werde ich mir einen erwerben, der nicht schlechter ist.

„Die Natur macht keine Sprünge“.

Aristoteles ging von einer aus, einer gegliederten Stufenfolge mit kontinuierlichen Übergängen. Dieser Satz gibt eine Grundannahme der griechischen Philosophie und Naturwissenschaft wieder. Mit ihm wird ausgedrückt, dass sich Prozesse bzw. Veränderungen in der Natur nicht sprunghaft und plötzlich – diskontinuierlich – vollziehen, sondern prinzipiell kontinuierlich beziehungsweise stetig. Er schließt auch aus, dass etwas ins Nichts verschwindet oder aus dem Nichts entsteht (Energieerhaltungssatz). Alles ist kontinuierlich und verläuft kausal. Wenn die Natur doch Sprünge macht, dann macht sie nur ganz kleine Sprünge, so genannte Quantensprünge.

Der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen Gesetz der Kontinuität in der abendländischen Wissenschaft bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts als unantastbar galt, schreibt 1705:Gottfried Wilhelm Leibniz: Nouveaux essais sur l'entendement humain - Neue Abhandlung über den Menschlichen Verstand

In seiner lateinischen Form stammt das Axiom vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné. Er schreibt dazu 1751 in seiner :

„Der Charakter ist des Menschen Schicksal.“ Lateinisch:

Zitat aus den Fragmenten des Philosophen Heraklit, das besagt, dass jeder Mensch nach seinem Charakter handelt und sich so sein eigenes Schicksal schafft.