mini|Chi
mini|hochkant|Verkündigung des Herrn:(Oberrheinischer Meister um 1410)
„Sei gegrüßt, du Gnadenreiche, der Herr ist mit dir.“
Nach dem Evangelium nach Lukas waren dies die Worte, mit denen der Engel Gabriel die Jungfrau Maria begrüßte und ihr verkündete, dass sie die Mutter des Erlösers sein werde. Lateinisch lautet diese Stelle „“
Von diesen Worten leitet sich das Ave Maria ab, eines der Grundgebete der katholischen Kirche: Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir.
An Verkündigung des Herrn feiert die Kirche, was im Lukasevangelium berichtet wird: Der Engel Gabriel kommt zu Maria nach Nazaret und kündigt ihr die Geburt ihres Sohnes Jesus durch die Kraft des Heiligen Geistes ohne Mitwirkung eines Mannes an. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Diese Ankündigung ist zugleich als Moment der Empfängnis verstanden.
(neugriechische Aussprache: ) „Freut euch!“
ist eine im Griechischen auch heute noch gebräuchliche Gruß- und Abschiedsformel.
Diese Aufforderung ist auch der kürzeste Vers im Neuen Testament und findet sich im 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher.1. Thessalonicher 5,16 Im Griechischen besteht der Vers aus zwei Worten, die deutsche Übersetzung benötigt etwas mehr:Bibelwissenschaft.de: Novum Testamentum Graece (NA28), Einheitsübersetzung (EUE) (griechisch, deutsch)
Im Kontext schreibt der Apostel Paulus:
Im Singular (/) kommt diese Wendung auch mehrfach in der griechischen Nationalhymne (Hymne an die Freiheit) vor:
mini|hochkant|Epikur
„Jetzt lebt wohl und erinnert euch der Lehren.“
Letzte Worte des Philosophen Epikur an seine Schüler laut Diogenes Laertios.Diogenes Laertios 10,16. Anth. Pal. 7,106. Er starb an einer Nierenkolik. In einem Brief an einen seiner Schüler beschrieb er seinen letzten Lebenstag so:
Epikur hat sich mehrfach zum Thema Tod und Sterben geäußert:
„Ein jeder scheidet aus dem Leben, als sei er gerade geboren.“Epikur: Sprüche in: Briefe, Sprüche, Werkfragmente :Epikur: Hauptlehrsätze (), 2 und Brief an Menoikeus, 125„Der Tod berührt uns nicht.“ :Epikur: Brief an Menoikeus, 125„Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.“
„Das Gute ist schwer (zu erreichen).“
Zitat aus dem Dialog Der Staat, in dem Platon zu seinem älteren Bruder Glaukon sagt:Politeia, 4,435
Dieser Satz ist auch überliefert durch Plutarchs Schrift über die ErziehungPlutarch: Erziehung, Kap. 9 und wird bei Erasmus von Rotterdam mit „“Erasmus von Rotterdam: Adagiorum chiliades, 2.1.12 ins Lateinische übersetzt. Eine Variante ist „“.
mini|hochkant|Pittakos
„Es ist schwer, edelmütig zu werden.“
Ausspruch des Tyrannen Pittakos von Mytilene auf Lesbos, eines der Sieben Weisen, dem der Dichter Simonides von Keos entgegnet, es sei nicht schwer, edel zu werden, sondern es zu sein.
Im Dialog Protagoras lässt Platon Sokrates Folgendes äußern:Platon: Protagoras 344a; zitiert nach Platon: Sämtliche Werke. Band 1, Berlin 1940, S. 55–129, hier S. 102 (. Hervorhebungen von dort übernommen).
mini|Diomedes und Glaukos tauschen die Waffen
„Bronze gegen Gold“
Beispiel für einen ungleichen Tausch aus der Ilias. Der auf Seiten der Trojaner kämpfende Heerführer Glaukos entdeckte auf dem Schlachtfeld vor Troja den griechischen Vorkämpfer Diomedes und beschloss, die einst von ihren Großvätern geschlossene Gastfreundschaft durch den Tausch von Gastgeschenken zu bekräftigen. Zeus aber verwirrte Glaukos, so dass er mit Diomedes seine goldenen Waffen gegen dessen bronzene tauschte. Seine eigenen Waffen waren aber hundert Rinder wert, die Waffen des Diomedes jedoch nur neun Rinder:Homer, Ilias 6,230–236; Übersetzung von Johann Heinrich Voß ἔνθ' αὖτε Γλαύκῳ Κρονίδης φρένας ἐξέλετο Ζεύς, ὃς πρὸς Τυδεΐδην Διομήδεα τεύχε' ἄμειβε χρύσεα χαλκείων, ἑκατόμβοι' ἐννεαβοίων. Doch den Glaukos erregte Zeus, daß er ohne Besinnung Gegen den Held Diomedes die Rüstungen, goldne mit ehrnen, Wechselte, hundert Farren sie wert, neun Farren die andern.
Das Beispiel wird zitiert mit Bezug auf einen ungleichen Tausch: „Gold gegen Bronze“ oder „Bronze gegen Gold“.
mini|Chamäleon
„wechselhafter als ein Chamäleon“
Die Chamäleons (, wörtlich „Erdlöwe“) galten auch im antiken Griechenland als Sinnbild der Unbeständigkeit. Sprichwörtlich ist das Chamäleon als Begriff für Personen, die es verstehen, sich jeder Umgebung anzupassen.
Der Farbwechsel dient aber nicht in erster Linie der Tarnung, sondern vor allem zur Kommunikation mit Artgenossen. Die Bereitschaft zur Balz wird z. B. oft von auffälligeren Farben und Mustern begleitet. Die Färbung hängt zudem von äußeren Faktoren wie Tageszeit oder Temperatur ab. Um die Farbe zu wechseln, verwenden die Tiere kleinste Muskeln, die darunter liegende Farbpigmente freilegen bzw. überdecken können.
„Eine Hand wäscht die andere.“ Lateinisch:
Redewendung für „gegenseitige Unterstützung ist hilfreich“, meist mit negativer Konnotation.
Sie ist zuerst bei Epicharmus (5. Jahrhundert v. Chr.) zu finden und von Platon überliefert:DK 23, B 30; vergleiche , auch Übersetzung (Hermann Diels).
Von Menander (4. Jahrhundert v. Chr.) ist folgende Variante überliefert:Menander, Monosticha 543; vergleiche Menander: Monosticha - Sententiae (Gnomai), Buchstabe , Navicula Bacchi (Egon Gottwein)
Lateinisch (hier werden die Finger zuerst genannt.):
„chthonische Götter“ Chthonische Götter sind erdverbundene Gottheiten (: „Erde, Erdboden“), die einen geringeren Rang einnehmen als die zwölf olympischen Götter.
Der Altphilologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff schreibt in seiner Abhandlung Die erste Rede des Antiphon:
mini|hochkant|Chiasma opticum
„optische Kreuzung“
Mit der latinisierten Bezeichnung , wird die Sehnervenkreuzung der Sehnerven vom rechten und linken Auge beschrieben.
Im kreuzen die Nervenfasern jeweils der nasenwärts gelegenen Sinneszellen der Netzhaut zur gegenüberliegenden Großhirnhälfte. Dadurch bekommt die rechte Hirnhälfte nur Seheindrücke der linken Gesichtsfeldhälften zur Verarbeitung und umgekehrt.
Der Begriff Chiasma, deutsch „Kreuzung“, leitet sich von Form und Namen des griechischen Buchstaben Chi ab.
„tausend Jahre sind wie ein Tag“
Zitat aus Psalm 90 nach der griechischen Septuaginta-Übersetzung des Alten Testaments:hier Psalm 89, vergleiche Bibelwissenschaft.de: Psalm 89 – Septuaginta (LXX) (griechisch)Psalm 90 – Einheitsübersetzung (EUE)
Im neutestamentlichen 2. Brief des Petrus wird darauf Bezug genommen, wenn es heißt:
Chiliasmus bezeichnet den Glauben an die Wiederkunft Jesu Christi und das Aufrichten seines tausend Jahre währenden Reichs, manchmal mit Israel als Weltmacht. Der Begriff wird auch als Bezeichnung für den Glauben an das nahe Ende der Welt verwendet. Als Christus 1000 n. Chr. nicht erschien, wurde es notwendig, die Dauer der tausend Jahre allegorisch aufzufassen.
„Mäntel und Leibröcke“
Wendung, die Homer oft – in der Form „“ – verwendet, wenn er die Kleidung der griechischen Soldaten vor Troja beschreibt: Die entspricht der römischen Toga. Der entspricht der römischen Tunika.
Beide zusammen sind der Hintergrund für das deutsche Sprichwort „Das Hemd ist mir näher als der Rock.“ Das lateinische Äquivalent dafür ist: „“
Der Humanist Erasmus von Rotterdam schreibt in seiner Sprichwörtersammlung Adagia dazu erläuternd:Erasmus von Rotterdam: Ausgewählte Schriften, Band 7. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1972.
Weiter erklärt Erasmus die antike Rangordnung der Verpflichtungen, wie sie Gellius aufführt:Aulus Gellius, 5. Buch, Kap. 13. Eltern Mündel Klienten Gastfreunde Bluts- und Anverwandte.
mini|Christusmonogramm Chi-Rho auf einer römischen Münze aus dem 4. Jahrhundert
„Chi-Rho“
Das Christusmonogramm oder Konstantinische Kreuz ist nach dem Kreuz und dem Fisch () das am häufigsten verwendete Symbol für Jesus Christus, besonders in der Spätantike.
Zum christlichen Symbol wurde das Christusmonogramm, weil die Ligatur die ersten beiden Buchstaben des Wortes („Christus“) verbindet. Die Laute „Ch“ und „R“ werden im Griechischen durch die Buchstaben (Chi) und (Rho) repräsentiert, die mit den lateinischen Buchstaben X und P optisch identisch sind.
Siehe auch („JES[US]“) und („ICHThYS“).
„Man muss sagen und denken, dass etwas ist.“
Zitat aus den Fragmenten des Philosophen Parmenides von Elea.Fragment DK 28, B 6; vergleiche .
Das einzige Werk des Parmenides ist ein Lehrgedicht, das unter dem Titel Über das Sein bekannt geworden ist, sich allerdings nur in wenigen Fragmenten erhalten hat. Der gängigen Interpretation zufolge ging es Parmenides darum, die Alltagswahrnehmung der Welt als eine Scheinwahrheit aufzudecken.
Das Seiende ist der Hauptbegriff der parmenideischen Philosophie. Theophrast hat dies folgendermaßen zusammengefasst:Zitiert nach Parmenides als Vertreter der vorsokratischen Philosophie, Navicula Bacchi (Egon Gottwein).
Das Seiende muss daher ewig sein, denn das Seiende kann nicht aus dem Nichtseienden entstanden sein.
mini|hochkant| () in der Osternacht
Polytonisch:
„Christus ist auferstanden!“
In Griechenland üblicher Ostergruß, den man sich in der Osternacht und am Ostersonntag zuruft. Die Antwort darauf ist:
Polytonisch:
„Er ist wahrhaftig auferstanden!“
Der Priester bemüht sich, den entscheidenden Satz „“ pünktlich um Mitternacht zu singen, und wird dabei oft von Knallkörpern unterbrochen.
Martin Pristl beschreibt die Osternacht in Gebrauchsanweisung für Griechenland so:Martin Pristl: Gebrauchsanweisung für Griechenland. München, Zürich: Piper-Verlag, 1996. ISBN 3-492-04985-0
Das Osterfest ist in der Orthodoxen Kirche das Hauptfest und wird gewöhnlich nach jüdischem Vorbild (Aussprache Pas-cha) genannt. Weil die Feste nach dem alten Julianischen Kalender begangen werden, fällt es nur alle paar Jahre mit dem westlichen Osterfest zusammen; meist wird es ein bis fünf Wochen später gefeiert (siehe Osterdatum).
„Viele Jahre!“
Dieser neugriechische Gruß wird, um den aktuellen Anlass ergänzt, zu jeder Festlichkeit, sei es nun Neujahr, Ostern oder Geburtstag, gewünscht: „“ („Alles Gute zum neuen Jahr!“) „“ („Frohe Ostern!“) „“ („Herzliche Gluckwunsche! Viele und glückliche Jahre!“) „“ („Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag!“)
„Die Zeit verdunkelt alles, gibt es dem Vergessen preis.“
Sentenz aus den Monosticha des Dichters Menander.Menander, Monosticha 545; vergleiche Menander: Monosticha - Sententiae (Gnomai), Buchstabe , Navicula Bacchi (Egon Gottwein)
Lateinisch lautet der Satz: „“
„goldene Berge versprechen“
Diese Redewendung geht wie die lateinische Entsprechung „“ womöglich auf Goldvorkommen in den „goldenen Bergen“ des alten Persien zurück. Diese aber waren so weit entfernt, dass ein solches Versprechen nicht eingelöst werden konnte.Erasmus von Rotterdam, Adagia 1,9,15
Der Humanist Erasmus von Rotterdam schreibt in seiner Sprichwörtersammlung Adagia:
Weiter schreibt Erasmus:
„goldenes Zeitalter“ Lateinisch
Das Goldene Zeitalter bezeichnet eine als Idealzustand betrachtete Urphase der Menschheitsgeschichte. Der Mythos wird erstmals vom Dichter Hesiod erwähnt. Dieser schildert in Werke und Tage (109 ff.) die Zeit des Goldenen Geschlechts der Sterblichen, in welcher der Gott Kronos (der Vater des Zeus) herrschte. Damals lebten die Menschen in Frieden, sorglos wie Götter, ihre Körper alterten nicht, ihr Tod war ein Einschlafen, und sie genossen ihre Festlichkeiten. Hauptmerkmal dieses Zeitalters war, dass die Erde von sich aus alle benötigte Nahrung reichlich hervorbrachte.
Eine alternative lateinische Bezeichnung war „“ („Herrschaft Saturns“, der mit Kronos identifiziert wurde).
„Die nach Gold suchen, graben viel Erde um und finden nur wenig.“
Zitat von Heraklit,Fragment DK 22, B 22; vergleiche . das der frühchristliche Theologe Clemens von Alexandria verwendete und somit überlieferte.Clemens von Alexandria, Stromateis IV 4,2; vergleiche Digitalisat (Bibliothek der Kirchenväter)
mini|Goldenes Horn