mini|Psi
mini|hochkant|David als Illumination in einer Initiale – Detail aus einem Psalmenbuch
„ein Psalm für David“
Die meisten Psalmen tragen Überschriften, in denen sich oft ein Name findet. In 73 Überschriften wird David genannt. Das nachexilische Judentum schrieb die Mehrzahl der Psalmen dem Priester-König David zu.
Inzwischen ist die Bibelforschung zu der Ansicht gekommen, dass der Name David auf eine frühe Entstehungszeit hinweist. Dabei gilt die Königszeit als die Epoche der Psalmendichtung. David stand auch hinter dem Aufbau der Schule der Tempelsänger.
Die Davidpsalmen sind eine Art Sammelname, die die Zugehörigkeit des jeweiligen Psalms zur David-Tradition des vorexilischen Tempelkults markiert.
Die hebräische Präposition, die als Psalm Davids wiedergegeben wird, muss nicht die Verfasserschaft ausdrücken, sondern geht mehr in Richtung auf Besitzanzeige: dem David zugehörig. Die hier zitierte griechische Formulierung heißt eindeutig „ein Psalm für David“.
„In Dunkelheit umhertappen“ Lateinisch:
Der Humanist Erasmus von Rotterdam schreibt in seiner Sprichwörtersammlung Adagia:Erasmus von Rotterdam, Ausgewählte Schriften. Band 7. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1972.
Die von Erasmus zitierten Verse lauten im Griechischen:Aristophanes, (Der Frieden), 690–692; vergleiche .Aristophanes (Übersetzung von J. J. C. Donner): Der Friede, Dort ohne Angabe des Übersetzers, vergleiche aber .
Dies ist eine Anspielung auf den Archonten Hyperbolos, der von Beruf Lampenfabrikant war. Er wollte nach Kleon führender Demagoge werden und war Führer der radikalen Demokraten, die eine Aussöhnung mit Sparta ablehnten und deshalb 421 v. Chr. gegen den Nikiasfrieden opponierten, verlor diese führende Rolle aber an Alkibiades.
Der Ostrakismus des Hyperbolos gegen Alkibiades und Nikias im Jahr 416/15 war die letzte Ostrakisierung. Bei dieser Abstimmung wurde das Verfahren ad absurdum geführt, als die eigentlichen Kontrahenten Nikias und Alkibiades ihre Anhänger auf den Demagogen Hyperbolos konzentrierten, der den Ostrakismos beantragt hatte. Es war damit offenbar so diskreditiert, dass keine weitere Ostrakophorie („Scherbentragen“) mehr durchgeführt wurde.
„Pflanzenseele“
Begriff aus der Seelenlehre des Aristoteles in seiner Schrift Über die Seele, in der die Seele folgendermaßen unterteilt ist: (; lateinisch ): Pflanzenseele, Ernährung und Fortpflanzung (; lateinisch ): Tierseele, Sinneswahrnehmung und Ortsveränderung (; lateinisch ): Menschenseele, unterteilt in einen unsterblichen, aktiven Nous, , und einen sterblichen, rezeptiven Nous,
In dieser Seelenlehre bedeutet „beseelt sein“ so viel wie „lebendig sein“. Die Seele hat drei Vermögen und Handlungsweisen. Sie ist auch zum Teil sterblich und unsterblich. Anders als Platon sieht Aristoteles Körper und Seele eng miteinander verbunden. Dennoch gibt es für ihn einen Teil der Seele, der über den Körper hinausweist.
„Die Seele insgesamt ist unsterblich; denn das Stetsbewegte ist unsterblich.“
Zitat von Platon.Platon Phaidros 245c Die Seele kann als sich bewegendes Prinzip nie sich selbst verlassen und ist daher unsterblich.
An diese Ausführungen knüpft Sokrates, den Platon hier zu Wort kommen lässt, einen Mythos. Anfänglich lebten die Seelen unter den Göttern und nahmen teil an ihrer himmlischen Wagenfahrt. Die Götter haben lauter edle Pferde, die Seele aber, deren Wagen von der Vernunft gelenkt wird, hat ein edles, himmlisches Ross, das Gemüt, und ein wildes, zottiges, bockiges irdisches Pferd, den Trieb. Sie stürzt wegen des störrischen Verhaltens des irdischen Pferdes ab. Dann fallen die Federn aus den Flügeln der Seele und diese sinkt zur Erde. Wenn die Seele auf der Erde etwas Schönes erblickt, erinnert sie sich an die Ideen und ihre Federn beginnen wieder zu wachsen.
mini|Eingang der Stiftsbibliothek St. Gallen
„Hospital für die Seele“
Inschrift an der „heiligen Bibliothek“ im Grabmonument des Osymandyas (Ramses II.) nach dem Bericht des hellenistischen Historikers Diodorus Siculus.Diodorus Siculus, Bibliotheca 1,49 Im Europa der frühen Neuzeit und Aufklärung wurde die Phrase gern zitiert, so am Eingang der Stiftsbibliothek St. Gallen (siehe nebenstehende Illustration), bei Justus Lipsius und in den historischen Darstellungen, die Hermann Conring zur Wolfenbütteler und Daniel Eberhard Baring zur hannoverschen Hofbibliothek verfassten.Matthias Wehry, Daniel Eberhard Barings Bibliotheskgeschichte als Wissenschaftsgeschichte zwischen Barock und Aufklärung, in: Georg Ruppelt, 350 Jahre Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek (1665-2015), Hannover 2015, S. 65–91, hier 68 f.
Der Historiker Jacob Burckhardt schreibt in seiner Griechischen Kulturgeschichte:Jacob Burckhardt: Griechische Kulturgeschichte, Vierter Band, Neunter Abschnitt. Der hellenische Mensch in seiner zeitlichen Entwicklung, VI. Der hellenistische Mensch ().
„Der Menschenseele fester Zügel ist die Vernunft.“
Sentenz aus den Monosticha des Dichters Menander.Menander, Monosticha 549; vergleiche Menander: Monosticha - Sententiae (Gnomai), Buchstabe , Navicula Bacchi (Egon Gottwein) Die lateinische Version dieses Spruchs lautet: „“
„Der Seele Grenzen kannst du im Gehen nicht ausfindig machen …“.
Heraklit über die Seele.Diogenes Laertios IX,7, sowie Fragment DK 22, B 45, vergleiche , auch Übersetzung (Hermann Diels/Walther Kranz) Der Satz lautet vollständig:
„Kaltes erwärmt sich, Warmes kühlt ab, Feuchtes vertrocknet, Dürres wird benetzt.“
Fragment des Philosophen Heraklit,Fragment DK 22, B 126; vergleiche . mit dem er ausdrückt, dass Wandel und Stabilität die Pole eines Kontinuums sind. Die Einheit der Gegensätze besteht in allen Prozessen.
Einzelnachweise