mini|hochkant|Reiter der Hofreitschule in Queluz
mini|hochkant|Eine Reitschule auf einem Guckkastenblatt um 1760 mini|hochkant|Vorstellung beim Cadre Noir
Eine Hofreitschule war eine Institution am Hof eines Herrscherhauses, die Teil des höfischen Marstalls war. Sie diente der reiterlichen Betätigung der Mitglieder der Herrscherfamilie und lehrte sie die Reitkunst. Auch anderen adeligen Mitgliedern des Hofs standen die Einrichtungen meist zur Verfügung. Die Hofreitschule stellte ausgebildete Pferde und Räumlichkeiten zum Reiten, beispielsweise eine Reitbahn zur Verfügung. Aufgrund der großen Bedeutung des Pferdes als Transportmittel nahm alles, was mit Reiten und Fahren zu tun hatte, an den Höfen eine wichtige Stellung ein. Im Barock diente eine Hofreitschule auch der Repräsentation.
Berühmte Hofreitschulen gab es beispielsweise in Versailles, die Spanische Hofreitschule in Wien Österreichische UNESCO-Kommission: Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich. immaterielleskulturerbe.unesco.at oder im Schloss Christiansborg in Kopenhagen. Das heute als Marstall bezeichnete Gebäude in München war nur das Reithaus der Hofreitschule, ein Nachfolgebau des am Hofgarten gelegenen alten Turnierhauses, das 1822 abgerissen wurde. Der gesamte ehemalige Münchner Marstall wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt; der jetzige „Marstall“ ist eine Fassadenrekonstruktion.Josef H. Biller, Hans-Peter Rasp: München Kunst & Kultur Lexikon. Stadtführer und Handbuch. W. Ludwig Verlag im Südwest Verlag, München 1994, ISBN 3-7787-2133-X.Hof- und Staatshandbuch des Kurfürstentums bzw. ab 1806 des Königtums Bayern. verfügbar z. B. (unvollständig) in der Bayerischen Staatsbibliothek
Der breiten Öffentlichkeit standen die Einrichtungen nicht zur Verfügung. Dies trug mit dazu bei, dass nach dem Ende der Monarchien zumeist auch die Hofreitschulen verschwanden. Deren Bedeutung für die Reitkunst wurde erst später erkannt, daraufhin wurden einige Hofreitschulen wieder neu gegründet.
Bekannte Hofreitschulen und Institute für klassische Reitkunst Die Spanische Hofreitschule in Wien sicherte nach dem Ende der k.u.k. Monarchie 1918 ihr weiteres Überleben, indem die sich der Öffentlichkeit öffnete und durch Vorführungen rasch eine breite Popularität erlangte. In Frankreich bewahrt der Cadre Noir die Reitkunst. Portugal und Spanien erhalten die Reitkunst des 15. bis 18. Jahrhunderts durch den Stierkampf.Ulrike Ortrere: Die Geschichte des Reitens (= ArtEquestre Geschichte des Reitens. Band 1), ISBN 979-8-33378682-1. Im 20. Jahrhundert wurden in Jerez de la Frontera, Spanien und in Queluz, Portugal Hofreitschulen wieder eröffnet. Historische staatliche Reitschulen mit Vorführungen der Reitkunst sind: die Spanische Hofreitschule in Wien, Österreich, erste Erwähnung 1565Spanische Hofreitschule der Cadre Noir in Saumur, Frankreich, gegründet 1814Cadre Noir die spanische Hofreitschule in Jerez de la Frontera, Spanien, in ihrer heutigen Form 1973 gegründetWebsite der Königlich-Andalusischen Reitschule (spanisch und englisch) die portugiesische Hofreitschule in Queluz, Portugal, in ihrer heutigen Form 1979 gegründetPortugiesische Reitkunstschule
Weitere Stätten mit Reitschulen und Vorführungen der Reitkunst sind: das Reitinstitut Egon von Neindorff in Karlsruhe, Deutschland, gegründet 1949 die South African Lipizzaners in Johannesburg, Südafrika, besteht seit 1957The History of the Lipizzaner in South Africa die Académie du spectacle équestre, Versailles, Frankreich, gegründet 2002Académie équestre de Versailles bartabas.fr (französisch, auch englisch verfügbar) die Fürstliche Hofreitschule in Bückeburg, Deutschland, gegründet 2004Fürstliche Hofreitschule die Reitschule von Bent Branderup in Toreby, DänemarkAcademic Art of Riding, auf www.bentbranderuptrainer.com
Siehe auch Pferdesportanlage Reithalle
Einzelnachweise
Reitschule Kategorie:Organisation (Pferd) Kategorie:Geschichte der Pferdehaltung Kategorie:Infrastruktur für Pferde Kategorie:Reitkunst