Sveti Ilija (Abkürzung Sv. Ilija; deutsch „Heiliger Elias“) ist eine Gemeinde im Norden Kroatiens in der Gespanschaft Varaždin. Sie liegt rund acht Kilometer südlich des Regionalzentrums Varaždin und umfasst acht Ortschaften mit insgesamt 3.242 Einwohnern (Stand 2021).

Geographie Die Gemeinde Sveti Ilija liegt etwa acht Kilometer südlich der Barockstadt Varaždin am Übergang der Drauebene in das hügelige Hinterland. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von rund 17,3 km². Im Süden bildet der Fluss Bednja, ein rechter Nebenfluss der Drau, streckenweise die Gemeindegrenze.

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Varaždin (Ortsteil Biškupec), im Osten an die Gemeinde Gornji Kneginec, im Süden an die Stadt Novi Marof und im Westen an die Gemeinde Beretinec. Das Gelände ist im nördlichen Teil eher flach und steigt nach Süden hin in die Ausläufer des Varaždiner Hügellands an, was die Gegend traditionell für den Weinbau prädestiniert.

Gemeindegliederung Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 17,30 km² und besteht aus acht Siedlungen (Einwohnerzahlen Stand 2021):

Insgesamt hat die Gemeinde 3.242 Einwohner (Stand 2021).

Geschichte Die frühe Besiedlung des Gebiets ist durch Funde von Steinäxten aus der Urzeit (u. a. im Wald Krč bei Krušljevec) belegt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus einer Urkunde des Zagreber Kapitels vom Jahr 1236, in der die Festung Beletyncy (heute Beletinec) und der Bach Obrys genannt werden. Die Pfarrei Sveti Ilija wurde bereits 1247 im ersten Verzeichnis der Pfarreien des Zagreber Komitats aufgeführt.

Die heutige Gemeinde wurde 1992 als eigenständige lokale Verwaltungseinheit gegründet; zuvor gehörte das Gebiet zur ehemaligen Großgemeinde Varaždin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Gemeinde verfügt über mehrere bedeutende Bauwerke. Das Zentrum des Hauptortes prägt die Pfarrkirche Sveti Ilija, die im Jahr 1914 an der Stelle einer baufälligen, ursprünglich gotischen und im Barock umgestalteten Kirche errichtet wurde. Ein weiteres bedeutendes religiöses Bauwerk ist die Pfarrkirche Allerheiligen (Svih Svetih) mit gotischen Architekturelementen im Ortsteil Beletinec. Darüber hinaus gibt es noch die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit und der Verkündigung Mariens sowie zahlreiche historische Wegkreuze in den verschiedenen Siedlungen.

Im Ortsteil Seketin befindet sich das Schloss Patačić-Puttar. Der Barockbau wurde an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert errichtet und ist als Kulturgut geschützt. In Sveti Ilija ist zudem das Gutshaus Sladović erhalten. Neben den herrschaftlichen Bauten finden sich im Gemeindegebiet noch vereinzelte Beispiele traditioneller ländlicher Architektur, darunter alte Holzhütten, Brunnen und historische Weinpressen.

Das kulturelle Leben wird maßgeblich vom Kultur- und Kunstverein KUD Beletinec gestaltet, der aus einem gemischten Chor, einem Tamburica-Orchester und einer Stickerei-Gruppe besteht. Der Verein organisiert jährlich die Veranstaltung „Anino u Beletincu“ (St. Anna in Beletinec) sowie verschiedene Folkloretreffen. Ein überregional bekanntes Projekt des Vereins ist „Od konoplje do platna“ (Vom Hanf zur Leinwand), bei dem der gesamte Prozess der traditionellen Textilherstellung von der Aussaat bis zur fertigen Stickerei demonstriert wird. Weitere kulturelle Veranstaltungen finden im Pastoralzentrum „Vilim Cecelja“ in Sveti Ilija statt.

Politik

Der Gemeinderat von Sveti Ilija besteht laut Satzung aus 13 Mitgliedern. Die Kommunalwahl im Mai 2025 gewann erneut die HDZ mit 65,34 % der Stimmen. Bürgermeister ist seit 2013 Marin Bosilj (HDZ). Er wurde bei der Wahl 2025 für eine weitere Amtszeit bestätigt.

Seit 1997 besteht eine offizielle Partnerschaft mit der slowakischen Gemeinde Devínska Nová Ves (kroatisch Devinsko Novo Selo). Der Ort gilt als Zentrum der kroatischen Minderheit in der Slowakei; dort findet jährlich im Juni das „Festival der kroatischen Kultur“ (Festival hrvatske kulture) statt, an dem auch regelmäßig Delegationen aus Sveti Ilija teilnehmen.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Die Gemeinde ist wirtschaftlich traditionell durch die Landwirtschaft und den Weinbau geprägt, wobei sich in den letzten Jahrzehnten eine Struktur aus kleinen und mittleren Betrieben in den Bereichen Handwerk, Dienstleistungen und Baugewerbe entwickelt hat. Die Nähe zur Stadt Varaždin macht die Gemeinde zudem für Pendler attraktiv.

Bildung In Sveti Ilija gibt es zwei Grundschulen: Im Hauptort befindet sich die Grundschule (Osnovna škola) „Vladimir Nazor“, eine weitere Grundschule besteht im Ortsteil Beletinec. Die frühkindliche Erziehung wird durch den Kindergarten in Sveti Ilija sowie durch private Betreuungsangebote sichergestellt. Weiterführende Schulen und Hochschulen befinden sich im nahegelegenen Varaždin.

Verkehr mini|Zug auf der Bahnstrecke von Varaždin nach Zagreb bei Sveti Ilija Über die Nationalstraße D3 ist die Gemeinde an das überregionale Straßennetz und die nahegelegene Autobahn A4 (Anschlussstelle Varaždin) angebunden. Im öffentlichen Nahverkehr verfügt Sveti Ilija über zwei Haltepunkte an der Eisenbahnstrecke von Varaždin nach Zagreb: den Haltepunkt im Ortsteil Doljan sowie den Haltepunkt Krušljevec.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde (kroatisch)

Einzelnachweise