Altenburschla im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis, seit der Gebietsreform 1972 ein Stadtteil der Stadt Wanfried, ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Altenburschla liegt an der Bundesstraße 250 zwischen Wanfried und Treffurt. Die Gemarkung von Wanfried-Altenburschla grenzt an den Freistaat Thüringen und den dortigen Wartburgkreis.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Altenburschla erfolgte unter dem Namen Brustlohum um das Jahr 860.

In den Kriegen der Neuzeit wurde der Ort infolge seiner Grenzlage wiederholt von durchziehenden Truppen besetzt und geplündert. Bedingt durch die innerdeutsche Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort bis 1990 innerhalb des Zonenrandgebietes.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. April 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständige Gemeinde Altenburschla auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Wanfried eingegliedert. Für Altenburschla wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Altenburschla angehört(e):

nach 1365: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Wanfried ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Wanfried 1627–1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Rotenburger Quart, Amt Wanfried ab 1807: Königreich Westphalen, Departement des Harzes, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Wanfried ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Wanfried ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis EschwegeTrennung zwischen Justiz (Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Wanfried) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Eschwege ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege, Stadt Wanfried ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis, Stadt Wanfried

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Altenburschla 384 Einwohner. Darunter waren 6 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 84 Einwohner unter 18 Jahren, 135 waren zwischen 18 und 49, 105 zwischen 50 und 64 und 93 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 168 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 51 Paare ohne Kinder und 87 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 42 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 99 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon 1574: 54 Haushaltungen 1747: 75 Haushaltungen

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 372 evangelische (= 99,73 %), ein katholischer (= 0,27 %) Einwohner • 1961: 450 evangelische (= 89,29 %), 42 katholische (= 8,39 %) Einwohner

Politik Der Ortsvorsteher von Altenburschla ist Ulrich Flender.Ortsbeirat Altenburschla. In: Webauftritt der Stadt Wanfried, abgerufen im Februar 2021.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Ortsbild Der Ortskern Altenburschla besteht aus gut erhaltenen historischen Fachwerkhäusern. Der Dorfanger ist umgeben von Kirche, Pfarrhaus, Gemeindeschänke, Dorfgemeinschaftshaus mit Kindergarten und Gästehaus.

Der Ort wurde in den Jahren 1959 bis 1973 ausgezeichnet mit der Gold- und Silbermedaille als Landes- und Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Hier startet, nahe dem historischen Anger, der Premiumwanderweg 12 Mainzer Köpfe, er führt durch das Lehntal hinauf zu Kimm’s Ruh und wieder hinab in den Ort.12 Mainzer Köpfe auf naturpark-ehw.de, abgerufen am 30. Januar 2023.

Kirche mini|Evangelische Kirche in Altenburschla

Die evangelische Pfarrkirche geht in Teilen ihrer Bausubstanz auf die Zeit vor der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen im Jahre 1526 und vielleicht bereits auf das Jahr 1362 zurück. Die Jahreszahl 1564 an einem Eckstein im Chorturm benennt das Jahr, in dem der Turm an das bereits bestehende Kirchenschiff angebaut wurde. Die Kirche wurde 1637 im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt, und erst in den Jahren 1752 bis 1774 konnte sie renoviert werden. Dabei wurde der Oberbau in Fachwerk ausgeführt und auch der Turm erhielt die beiden Fachwerkgeschosse. Das dritte, verschieferte Geschoss des Turms mit der Laternenhaube stammt aus dem Jahr 1825. Die Orgel stammt vermutlich von Johann Wilhelm Schmerbach dem Älteren.

Anger mini|Der Anger in der Ortsmitte

Der Anger in der Ortsmitte nahe dem Kirchhof gilt als ein besonders schöner Lindenplatz. In der runden Ummauerung steht ein Baum der, ohne urkundliche Bestätigung, 1825 bei der Umgestaltung der Anlage gepflanzt worden sein soll. Die drei anderen Linden sind Nachpflanzungen aus späterer Zeit.Thomas Wiegand: Bäume aus dem Werraland – Eine Fotodokumentation. Herausgegeben von der Kreissparkasse Eschwege, 1984. S. 131 (Abb.) und S. 165. Als ehemaliger Gerichts- und Versammlungsort ist der Anger aus geschichtlichen Gründen ein geschütztes Kulturdenkmal. Von der früheren Gerichtsstätte sind noch Teile der ursprünglichen Ummauerung und ein alter Steintisch mit drei Bänken vorhanden.

Partnerschaften Altenburschla ist verschwistert mit Villeneuve-les-Sablons im Département Oise in Frankreich.

Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen. Bearbeitet von Magnus Backes. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1966, S. 11

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Weblinks

Stadtteile. Webauftritt der Stadt Wanfried.

(43 Min.) Hessischer Rundfunk, 1982.

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