Dieser Teil der Liste lateinischer Phrasen enthält mit dem Buchstaben B beginnende Phrasen.

150px|ohne|rahmenlos|Initiale B mit Bernhard von Clairvaux

Babylonis Babylonis opes „Die Reichtümer Babylons“ – Publius Papinius Statius: Silvae 3.2,137

Baccalaureus Baccalaureus artium „Bakkalaureus der freien Künste“

Abkürzung b. a. sc. liberalium; Universitätsdiplom untersten Grades. Das französische Baccalauréat (informelle Kurzform Bac) entspricht heute in etwa dem Abitur beziehungsweise der Matura und wird in Frankreich als erster akademischer Grad verstanden.

Balnea Balnea, census, amor, lis, alea, crapula, clamor /impediunt multum Herbipolense studium. „Bäder, Steuern, Liebe, Streit, Würfel, Rausch und Geschrei / behindern das Studium in Würzburg sehr.“ – Zwei leoninische Hexameter des Scholasters Albert im 14. Jahrhundert auf seine Zeit in Würzburg.

Balnea, vina, Venus corrumpunt corpora nostra; /sed vitam faciunt: balnea, vina, Venus. „Die Bäder, die Weine, die Liebe: Sie richten unseren Körper zugrunde; / aber sie machen das Leben aus: Die Bäder, die Weine, die Liebe.“ – Inschrift (CIL 6,3,15258,5-8; elegisches Distichon).

Sinngemäß deutsch: „Es macht den Menschen nichts so hin wie Alkohol und Nikotin. Doch fühlt er sich besonders wohl bei Nikotin und Alkohol.“

Barba Barba crescit, caput nescit. „Der Bart wächst, [aber] der Kopf wird nicht weiser.“

Barba non facit philosophum. „Der Bart macht keinen Philosophen.“ – Nach Aulus Gellius.

Barba tangenda te virum esse memineris. „Wenn du deinen Bart berührst, wirst du dich daran erinnern, dass du ein Mann bist.“ – Nach den Sententiae des Caecilius Balbus. Im Original heißt es:

Barbara/Barbarus Barbara, Celarent primae, Darii Ferioque; / Cesare, Camestres, Festino, Baroco secundae; / Tertia grande sonans recitat Darapti, Felapton, / Disamis, Datisi, Bocardo, Ferison; / quartae sunt Bamalip, Calemes, Dimatis, Fesapo, Fresison. „Barbara, Celarent, Darii und Ferio sind die ersten [sc. Figuren], Cesare, Camestres, Festino und Baroco die zweiten; als drittes trägt man mit großer Inbrunst Darapti, Felapton, Disamis, Datisi, Bocardo und Ferison vor; die vierten sind Bamalip, Calemes, Dimatis, Fesapo und Fresison.“

Traditioneller Merkspruch über die Schlüssigkeit von Syllogismen.

Barbarus hic ego sum, quia non intelligor ulli. „Hier bin ich der Barbar, weil ich von niemandem verstanden werde.“

Denn als Barbaren wurden diejenigen bezeichnet, deren Sprache man nicht verstand.

So beklagt sich Ovid in einem seiner Briefe vom Schwarzen Meer aus seinem Verbannungsort Tomis.Ovid: Epistulae ex Ponto 5,10,37. Er erzählt vom rauen Klima, den rohen Barbaren, der steten Kriegsgefahr und der Einsamkeit. Er beteuert seine Unschuld, doch beide Kaiser (Augustus und Tiberius) heben die Verbannung nicht auf.

Beata Beata aeternitas vel aeterna beatitudo „Selige Ewigkeit oder ewige Seligkeit“ – Augustinus, De civitate Dei 9.13

Beata morte nil beatius „Kein größeres Glück als ein seliger Tod“ – Sprichwort

Beata simplicitas „Selige Einfalt“ – Thomas a Kempis, De imitatione Christi 4.18,5

Beata Virgo Maria „Selige Jungfrau Maria“ – Bezeichnung für die Jungfrau Maria in der katholischen Kirche

Beata vita perfecta sapientia efficitur „Ein glückliches Leben kommt durch vollkommene Weisheit zustande.“

Beatae/Beate Beatae memoriae „Seligen Angedenkens“ – bezogen auf die Erinnerung an Verstorbene nach Hieronymus, Epistulae 24,1

Beate enim vivendi cupiditate incensi omnes sumus. „Wir alle sind ja beseelt von der Begierde, glücklich zu leben.“ – Cicero, De finibus bonorum et malorum 5.86.

Beate vivere honeste, id est, cum virtute vivere. „Glücklich leben heißt sittlich leben, das heißt tugendsam.“ – Cicero. De finibus bonorum et malorum 3.29.

Beati Beati illi qui procul negotiis. „Glücklich sind diejenigen, die fernab der Geschäfte sind.“

Siehe Beatus ille qui procul negotiis.

Beati misericordes, quoniam ipsi misericordiam consequentur. „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ – Vulgata, Evangelium nach Matthäus 5,7 (, ).

Beati monoculi in regione caecorum. „Gesegnet sind die Einäugigen im Land der Blinden.“

Entspricht dem deutschen Sprichwort „Im Land der Blinden ist der Einäugige König.“

Beati mundo corde, quoniam ipsi Deum videbunt. „Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ – Vulgata, Evangelium nach Matthäus 5,8 (, ).

Beati Pacifici. „Selig sind die Friedfertigen.“

Beati pauperes spiritu „Selig sind die Armen im Geiste“ – eine der Seligpreisungen aus der Bergpredigt, zitiert nach der Vulgata, Evangelium nach Matthäus 5,3 (, ).

Beati possidentes „Glücklich [sind] die Besitzenden.“ – Bei einem Streit um das Eigentum ist derjenige, der die Sache in Besitz hat, im Vorteil und muss nicht sein Recht beweisen. Das muss vielmehr derjenige, der die Sache beansprucht.

Römischer Rechtsgrundsatz, der sich in diesem Wortlaut im Corpus Juris Civilis nicht findet.Georg Büchmann, Geflügelte Worte, 26. Auflage 1920, S. 350 ().Detlef Liebs: Lateinische Rechtsregeln und Rechtssprichwörter, 6. Auflage 1998, S. 39 ( – Google Books). Sachlich ist er jedoch in den Digesten mehrmals genannt.Zum Beispiel in Digesten 50,17,154 (Ulpian), wo Satz 1 lautet: „Cum par delictum est duorum, semper oneratur petitor et melior habetur possessoris causa.“ („Liegt bei zwei Parteien das gleiche Delikt vor, so hat der Beanspruchende die Beweislast und der Besitzer ist in der besseren Lage.“)

Die Formulierung geht zurück auf ein nur in Fragmenten erhaltenes Drama „Danaë“ des Euripides:Tragicorum Graecorum Fragmenta, ed. August Nauck, Ed. 2, Leipzig Teubner 1889, S. 458, Nr. 326. Zeile 8 () und James Turney Allen & Gabriel Italie: A Concordance to Euripides, S. 311 ( – Google Books). (; „Schlecht geht es dem, der nicht hat; die Besitzenden sind glücklich“).

Beati, qui nunc fletis, nam ridebitis. „Glücklich seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.“

Beatius/Beatus Beatius est magis dare quam accipere. „Seliger ist es mehr, zu geben als zu empfangen.“ – Vulgata, Apostelgeschichte 20,35 (, ).

Diese Auffassung steht im Einklang mit der Lehre der römischen Stoiker, dass man Wohltaten mit Zinsen zurückzahlen soll; zum Beispiel Seneca (Epistulae morales 81,17): „Errat enim, si quis beneficium accipit libentius quam reddit. […] Ingratus est, qui beneficium reddit sine usura“ („Es irrt, wer eine Wohltat lieber empfängt als zurückzahlt. […] Undankbar ist, wer eine Wohltat ohne Zinsen erwidert“).

Das verkürzte Sprichwort „Geben ist seliger denn nehmen“ geht auf das Zitat aus der Apostelgeschichte zurück.

Beatus ille qui procul negotiis „Glücklich jener, der fern von Geschäften.“ – Horaz, Epodes 2,1.

Gemeint ist damit die Begeisterung für das Landleben. Das vollständige Zitat lautet folgendermaßen:

Beatus ille, qui procul negotiis, ut prisca gens mortalium, paterna rura bobus exercet suis, solutus omni faenore; Neque excitatur classico miles truci neque horret iratum mare forumque vitat et superba civium potentiorum limina. Glücklich der Mann, der fern von Geschäften, wie einst das Menschengeschlecht, die väterliche Scholle mit seinen Ochsen pflügt, frei von Schuldenlast; weder wird er als Soldat vom wilden Signal aufgescheucht noch vom grollenden Meer verängstigt, er meidet das Forum und die stolzen Paläste der Mächtigen.

Bella Bella, horrida bella. „Kriege, entsetzliche Kriege!“ – Vergil, Aeneis 6,86.

Bella gerant alii, tu felix Austria nube. „Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich heirate.“

Motto der Heiratspolitik der Habsburger aus dem 17. Jahrhundert. Das vollständige Distichon lautet „Bella gerant alii, tu felix Austria nube. / Nam quae Mars aliis, dat tibi diva Venus.“ („Kriege lass andere führen, du, glückliches Österreich, heirat’! / Denn was den anderen Mars, Venus, die Göttin, gibt’s dir.“)

Siehe auch Felix Austria.

Bella gerant alii, Protesilaus amet. „Kriege mögen andere führen, Protesilaus möge lieben.“ – Ovid, Heroides 13,82.

Im Trojanischen Krieg sprang der Held Protesilaos als erster Grieche an Land und wurde auch als erster getötet. Um seine Witwe Laodameia zu trösten, erlaubten die Götter dem Getöteten, noch drei Stunden mit seiner Gemahlin zu verbringen.

Bella matribus detestata „Die von den Müttern verfluchten Kriege“ – Horaz, Carmina 1,1,24f.

Bellerophontis mini|Antike Gemme: Bellerophon, auf Pegasus reitend, tötet die Chimäre Bellerophontis tabellae „Brief des Bellerophon“ – Brief, der statt einer Empfehlung den Befehl enthält, den Überbringer des Briefes zu töten, Wiedergabe des griechischen Ausdrucks „“ ().

Bellerophon war ein Enkel des Sisyphos. Die Frau des Königs Proitos beschuldigte ihn, er habe versucht, sie zu verführen. Der König schickte Bellerophontes darauf zu seinem Schwiegervater Iobates, mit der verschlüsselten Nachricht, ihn zu töten.

Darauf spielt Plautus (Bacchides 810f.) an: „Aha, Bellerophontem tuos me fecit filius: egomet tabellas tetuli, ut vincirer.“ („Aha, zum Bellerophon hat mich dein Sohn gemacht: Ich selber habe den Brief überbracht, dass ich gefesselt werden soll.“)

Variante: litterae Bellerophontes

Belli/Bellum Belli domique „In Krieg und Frieden“ – wörtlich „im Kriege und zu Hause“.

Feststehende, bei Cicero (De re publica 1,38), Sallust (De bello Iugurtino 41,7) und mehrfach bei Livius zu findende Wendung.

Daneben existieren noch weitere Varianten wie „bello domique“.Vergleiche

Bellum intestinum „Innerer Krieg“ – Bürgerkrieg laut Cicero, In Catilinam 2,28.

Andere Bezeichnungen für den Bürgerkrieg sind bellum civile und bellum domesticum.

Bellum iustum „Gerechter Krieg“

Die Theorie vom Gerechten Krieg soll die Beurteilung ermöglichen, ob eine Anwendung militärischer Gewalt vom moralischen Standpunkt her erlaubt oder sogar geboten ist. Hierbei wird zwischen zwei Kategorien unterschieden: dem ius ad bellum („Recht zum Krieg“ – unter welchen Umständen darf Krieg geführt werden?) und dem ius in bello („Recht im Krieg“ – Regeln zur legitimen Kriegführung).

Bellum offensivum „Angriffskrieg“ – Francis Bacon, Historia regni Henrici Septimi 3,2

Bellum omnium contra omnes „Krieg aller gegen alle“ – Bezeichnung des Naturzustands durch Thomas Hobbes.

Das Theorem vom „Krieg aller gegen alle“ gab der Staatsrechtsdiskussion eine Option, weltliche Macht unabhängig von religiösen Konzepten zu legitimieren.

Bellum omnium pater. „Der Krieg ist aller (Dinge) Vater.“ – Sentenz des griechischen Philosophen Heraklit, die im Original folgendermaßen lautet:

„“ ()

Nach Heraklit besteht das Prinzip der Welt darin, dass es etwas Gleichbleibendes gibt, das sich durch ein Umschlagen von einem Pol zum anderen stetig wandelt.

Bellum se ipsum alet. „Der Krieg wird sich selbst nähren.“ – Marcus Portius Cato bei Livius, Ab urbe condita 34.9,12.

Vergleiche auch Der Krieg ernährt den Krieg.

Bellum tibi ex victoria nascitur. „Aus deinem Sieg erwächst dir ein neuer Krieg.“ – Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni Macedonis 7.8,21.

Bene Bene decessit. „Er starb eines natürlichen Todes.“

Bene eveniat! „Möge es gut ausgehen!“ – Cicero, Ad Atticum 7.2,4.

Bene facta in luce se conlocari volunt. „Gut Getanes will im Licht stehen.“ – „Gute Taten wollen ins Licht gesetzt werden.“ – Cicero, Tusculanae disputationes 2,64.

Bene facta male locata malefacta habentur. „Schlecht angewandte Wohltaten sind als üble Taten anzusehen.“

Vergleiche im Deutschen „Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht“ und „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.“Siehe dazu auch

Bene ferre magnam disce fortunam. „Lerne ein großes Glück gut zu ertragen.“ – Horaz, Carmina 3,27,74f.

Bene meriti „Menschen, die sich um etwas verdient gemacht haben“ – Cicero, De re publica 2,4.

Auf einen einzelnen Menschen angewandt, lautet dieses Lob bene meritus/merita (Mann/Frau).

Menschen mit hohen Verdiensten: optime meriti/meritae.

Bene nati mediocriter edocti. „Wohlgeboren und mäßig gebildet.“

Bene valete! „Lebt wohl!“ – Plautus, Miles gloriosus 1340.