mini|hochkant=1.2|Illinger Rathaus Illingen ist eine saarländische Gemeinde im Landkreis Neunkirchen, etwa 20 km nördlich von Saarbrücken gelegen. Der staatlich anerkannte Erholungsort gilt als Zentrum des Illtals.

Geographie Geografische Lage mini|Ill im Burgpark in Illingen mini|Illinger Ortsteil Uchtelfangen Illingen liegt im Westen des Landkreises Neunkirchen und gehört zu dem eher landwirtschaftlich geprägten Prims-Blies-Hügelland mit abwechslungsreich strukturierter Kulturlandschaft. Durch Illingen fließt der Mittelgebirgsbach Ill, der nördlich von Urexweiler entspringt und bei Bubach-Calmesweiler in die Theel mündet.

Ortsteile Die Gemeinde gliedert sich seit der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 in sechs Ortsteile.Neugliederungsgesetz Amtsblatt des Saarlandes, Archiv, S. 28, § 42. Abgerufen am 18. Februar 2023. Die gerundeten Einwohnerzahlen beziehen sich auf Mitteilungen der Gemeinde Illingen im Jahr 2020.

Ortsteil Einwohner Ortsvorsteher 20px Hirzweiler 1.200 Ralf Fischer (SPD) 20px Hüttigweiler 3.200 Guido Jost (SPD) 20px Illingen 5.000 Wolfgang Scholl (CDU) 20px Uchtelfangen 3.700 Stefan Maas (CDU) 20px Welschbach 1.100 Reiner Müller (UGKM) 20px Wustweiler 2.400 Michael Oswald (CDU) Insgesamt 16.600

Nachbargemeinden An die Gemeinde Illingen grenzen im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend Marpingen, Ottweiler, Schiffweiler, Merchweiler, Quierschied, Heusweiler und Eppelborn.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 963 mm. Der trockenste Monat ist der April. Am meisten regnet es im Dezember. 82 % der Messorte des Deutschen Wetterdienstes zeigen niedrigere Werte an; der Niederschlag liegt somit im oberen Fünftel. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im mittleren Drittel. In 55 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte mini|hochkant=0.6|Torbogen der ehemaligen Synagoge Illingen Erstmals urkundlich erwähnt wurde Illingen im Jahr 893, als der Bischof von Metz den Besitz des Klosters Neumünster bei Ottweiler um ein Gut in Illingen erweiterte.Robert Kirsch: Illingen Gestern. In: 1150 Jahre Illingen. Festschrift 1983. 1983, S. 17. Im 14. Jahrhundert vergaben die Grafen von Saarwerden die Illinger Burg, heute Burg Kerpen genannt, als Lehen an die aus der Eifel stammenden Herren von Kerpen. Ab dem 16. Jahrhundert war Illingen eine freie Reichsherrschaft. Dies bedeutet, dass die Herren von Kerpen als Landesherren ihr Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs innenpolitisch weitgehend selbständig beherrschten.

Die Herren von Kerpen wurden im frühen 18. Jahrhundert in den Freiherrenstand erhoben. Ihre Herrschaft endete mit den Eroberungen Frankreichs nach der französischen Revolution und dem daraus resultierenden Verlust ihrer Hoheitsrechte 1794. 1798 wurde Illingen von der französischen Verwaltung der Mairie (Bürgermeisterei) Uchtelfangen zugeschlagen. Ab 1815 war Illingen Teil des Staates Preußen und damit ab 1871 des Deutschen Reichs. Im Jahr 1877 wurde die Bürgermeisterei Illingen gegründet, aus der später die Gemeinde Illingen entstand.

1920 wurde Illingen als Teil des Saargebiets von Deutschland abgetrennt und unter Verwaltung des Völkerbunds gestellt. Nach der ersten Saarabstimmung im Jahr 1935 gehörte Illingen wieder zum Deutschen Reich, von 1947 bis 1956 zum teilsouveränen französischen Protektorat Saar. Nach Umsetzung der zweiten Saarabstimmung von 1955 gehörte Illingen ab dem 1. Januar 1957 als Teil des neuen Bundeslandes Saarland zur Bundesrepublik Deutschland. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war in Illingen eine Kienrußbrennerei in Betrieb.

Zwischen dem 18. Jahrhundert und 1940 bestand in Illingen eine jüdische Gemeinde. 1859 fand die Einweihung der neuen Illinger Synagoge in der Hauptstraße statt. 1933 lebten 107 jüdische Bürger in Illingen, 1938 waren es nur noch 32. Die Synagoge wurde in den Novemberpogromen 1938 niedergebrannt und 1949 abgerissen. Im Oktober 1940 wurden die verbliebenen 19 jüdischen Illinger Bürger im Rahmen der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion nach Gurs deportiert.

Eingemeindungen Am 1. Januar 1974 wurden mit der Gebiets- und Verwaltungsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Hirzweiler, Hüttigweiler, Uchtelfangen, Welschbach und Wustweiler eingegliedert.

60px|HirzweilerHirzweiler60px|HüttigweilerHüttigweiler60px|UchtelfangenUchtelfangen60px|WelschbachWelschbach60px|WustweilerWustweiler

Ausgliederungen Am 1. Januar 1974 wurde ein Gebiet mit damals mehr als 150 Einwohnern an die Nachbargemeinde Schiffweiler abgetreten.

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis (mit Vergleichszahlen aus 2009, 2014 und 2019):

2024 2019 2014 2009 Stimmen Prozent Sitze Stimmen Prozent Sitze Stimmen Prozent Sitze Stimmen Prozent Sitze Wahlberechtigte 13.280 100 33 13.803 100 33 14.375 100 33 14.844 100 33 Wähler 9.494 71,49 — 9.855 71,4 — 8.345 58,1 — 9.784 66,0 — Ungültige 143 1,51 — 233 2,36 — 287 3,4 — 305 3,1 — Gültige 9.351 98,49 — 9.622 97,64 — 8.058 96,6 — 9.489 96,9 — 48px|Christlich-Soziale Union im Saarland|verweis=CDU Saar 3.525 37,7 14 3.929 40,8 14 3.602 44,7 16 4.015 42,3 14 48px|SPD|verweis=SPD Saarland 2.662 28,47 10 3.490 36,3 12 3.367 41,8 14 3.642 38,4 13 48px|B90/Grüne|verweis=Bündnis 90/Die Grünen Saarland 499 5,34 1 870 9,0 3 388 4,8 1 380 4,0 1 48px|FDP|verweis=Freie Demokratische Partei/Demokratische Partei Saar 159 1,7 — 332 3,5 1 217 2,7 — 571 6,0 2 48px|AfD|verweis=AfD Saarland 968 10,35 3 574 6,0 2 — — — — — — 48px|Die Linke|verweis=Die Linke Saarland 126 1,35 — 427 4,4 1 484 6,0 2 881 9,3 3 UGKM 1.412 15,10 5 — — — — — — — — — Im März 2025 legte ein AfD-Mitglied sein Mandat im Gemeinderat nieder. Mangels Nachrücker besteht die AfD-Fraktion in der Folge nur noch aus zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Ratsmitglieder reduziert sich nun auf 32.

Bürgermeister 1974–1976: Alfons Senz (CDU)

1976–1996: Werner Woll (CDU) 1996–2023: Armin König (ursprünglich CDU, dann Bunt.saar, später parteilos) seit 2023: Andreas Hübgen (CDU) Andreas Hübgen setzte sich bei der Direktwahl des Bürgermeisters am 24. September 2023 mit 50,17 % der Stimmen im ersten Wahlgang gegen Sabine Kleer (SPD, 27,32 %), Sebastian Biehler (FDP, 11,76 %) und Kimberly Dittke (Bündnis 90/Die Grünen, 10,75 %) durch.

Beigeordnete 2019–2024

Erster Beigeordneter: Hans-Peter Metzinger (Bündnis 90/Die Grünen) Beigeordneter: Hans-Dieter Schwarz (CDU) Beigeordneter: Wolfgang Scholl (CDU)

seit 2024

Erster Beigeordneter: Michele Rossi (CDU) Beigeordneter: Sebastian Biehler (UGKM) Beigeordnete: Ina Gläs (Bündnis 90/Die Grünen)

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates Illingen am 15. Juli 2024 konnte sich Michele Rossi (CDU) mit 16 zu 10 Stimmen gegen den Bundestagsabgeordneten Christian Petry bei der Wahl zum Ersten Beigeordneten durchsetzen.

Wappen mini|hochkant=0.85|Städtepartnerschaften Blasonierung: „Geviert, in 1 in Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz, in 2 in Rot ein gestümmelter silberner Adler, in 3 in Blau ein rotgezungter, goldbekrönter, doppelschwänziger silberner Löwe, bewinkelt (bestreut) mit fünf silbernen Kleeblattfußspitzkreuzchen, und in 4 in Silber ein roter Zickzackbalken.“

Wappenerklärung: Das rote Balkenkreuz weist auf die frühere Zugehörigkeit zu Kurtrier hin, der silberner Löwe steht für die ehemalige Grafschaft Saarbrücken, der gestümmelte Adler ist der Adler von Lothringen, in dessen Herrschaftsgebiet Illingen einst lag, und der rote Zickzackbalken entstammt dem Wappen der Freiherren von Kerpen-Illingen, die bis 1794 herrschten.

Partnerschaften Die Gemeinde Illingen hat Partnerschaften und Freundschaftsverträge mit Tuchów in Polen, Bük in Ungarn und Toviklin in Benin. Die einzelnen Ortsteile unterhalten die folgenden Partnerschaften:

Ortsteil Illingen: Civray (Vienne) (Frankreich) Ortsteil Hüttigweiler: Verzy (Grand Est, Frankreich) Ortsteil Hirzweiler: Walschbronn (Grand Est, Frankreich) Ortsteil Welschbach: Schwerborn (Stadtteil von Erfurt) Ortsteil Wustweiler: Woustviller (Grand Est, Frankreich)

Wirtschaft und Infrastruktur mini|BAB 1 bei Uchtelfangen mini|Haltepunkt in Gennweiler mini|Umspannanlage in Uchtelfangen Verkehr Straßen Am Rande von Illingen, am Autobahnkreuz Saarbrücken, kreuzen sich die Bundesautobahnen A 8 (Luxemburg–Pirmasens) und die Bundesautobahn 1 (Lübeck–Saarbrücken); letztere hat eine Anschlussstelle Illingen (Abfahrt Nr. 142).

Öffentlicher Verkehr Durch Illingen verläuft die Primstalbahn. Sie wird erstens von der stündlich verkehrenden Regionalbahnlinie Illingen–Homburg befahren, die im Gemeindegebiet außer am Startbahnhof Illingen auch am 2004 in Betrieb genommenen Haltepunkt Gennweiler hält. Zweitens verkehrt dort die ebenfalls stündliche Regionalbahnlinie Lebach-Jabach–Illingen–Saarbrücken, die hinter Gennweiler die 2006 in Betrieb genommene Wemmetsweiler Kurve zur Fischbachtalbahn nach Saarbrücken befährt. Letztere Linie hält außer an den beiden genannten Stationen auch am vor dem Bahnhof Illingen gelegenen Haltepunkt Wustweiler im gleichnamigen Ortsteil Illingens. Die beide Regionalbahnlinien wurden bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 von der DB Regio AG betrieben. Seit dem 15. Dezember 2019 bedient das Eisenbahnverkehrsunternehmen Vlexx GmbH die beiden Verbindungen. Mit Betriebsübernahme durch Vlexx kam es aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei den 21 bestellten Zügen zu Ausfällen mehrerer Verbindungen. In den Bahnhöfen in Saarbrücken und Homburg besteht Anschluss an den Fernverkehr. Der Bahnhof Illingen ist ein wichtiger Umsteigepunkt im westlichen Teil des Landkreises Neunkirchen. Hier treffen auch Buslinien der Saar-Pfalz-Bus GmbH und der Neunkircher Verkehrs-AG (NVG) zusammen.

Gemeindeinterner Verkehr Mit Wirkung zum 30. September 2020 wurde der Gemeindelinienverkehr mit dem Kerpenexpress nach über 20 Jahren eingestellt. Gründe hierfür waren die mangelnde Flexibilität und die hohen Kosten bei geringen Auslastung. Seit dem 1. Oktober 2020 betreibt die Gemeinde Illingen über das Projekt „Engagierte Stadt“ zusammen mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Ortsverband Illingen den Bürgerbus „Illka“. Genutzt werden kann das Angebot von allen Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Ortsansässige Unternehmen Die RWE AG betreibt die Umspannanlage Uchtelfangen, die im europäischen Stromtransportnetz eine bedeutende Rolle spielt. Im Ortsteil Uchtelfangen hat das Network-Marketing-Unternehmen Prowin Winter GmbH seinen Sitz. Gewerbegebiet „Am Saarbrücker Kreuz“ in Uchtelfangen ist Sitz vieler moderner Produktions- und Dienstleistungsbetriebe. Gewerbegebiet „A1 Interkommunal“ in Uchtelfangen, als erstes interkommunales Gewerbegebiet im Saarland von den Gemeinden Eppelborn und Illingen gemeinsam erschlossen und vermarktet.

Regionale Währung mini|Illtaler Im Oktober 2005 wurde der Illtaler als regionales Zahlungsmittel in Form von Gutscheinen eingeführt und kann mittlerweile in knapp 200 Geschäften und Betrieben eingelöst werden. Bis Anfang 2021 wurde damit in der Region eine Summe von rund 1,6 Millionen Euro umgesetzt.

Bildungseinrichtungen mini|Illtal-Gymnasium Illingen mini|Gemeindebücherei In der Gemeinde Illingen gibt es folgende Bildungseinrichtungen:

Kindergärten katholischer Kindergarten St. Stephan Illingen katholischer Kindergarten St. Josef Uchtelfangen evangelischer Kindergarten Uchtelfangen katholischer Kindergarten St. Maria Magdalena Hüttigweiler katholischer Kindergarten St. Josef Hirzweiler-Welschbach katholischer Kindergarten Herz-Jesu Wustweiler

Grundschulen Grundschule „Auf der Lehn“ Illingen Grundschule Uchtelfangen Grundschule „An der Ill“ Hüttigweiler

Gemeinschaftsschule Fortuin-Gemeinschaftsschule Illingen

Gymnasium Illtal-Gymnasium Illingen, UNESCO-Schule

Förderschule Kerpenschule Uchtelfangen – Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen

Erwachsenen- und Weiterbildung Volkshochschule Illingen e. V. mit Sitz in Wustweiler

Öffentliche Büchereien