mini|Arnold Fanck, um 1930 mini|Arnold Fanck in Grönland, 1932 Arnold Heinrich Fanck (* 6. März 1889 in Frankenthal, Rheinpfalz;Geburtsurkunde Nr. 75 vom 9. März 1889 beim Standesamt Frankenthal (Pfalz) für Arnold Heinrich Fanck, geboren am 6. März 1889 „nachmittags um siebeneinhalb Uhr“. Der Eintrag enthält die unterschiedlichen Konfessionen der Eltern (Vater katholisch, Mutter protestantisch); Zitiert gemäß fotografischer Ablichtung durch das Stadtarchiv Frankenthal (Pfalz), Dörte Kaufmann, 21. Juli 2020. † 28. September 1974 in Freiburg im Breisgau)Eheregistereintrag der Eheschließung Fanck-Zaremba vom 20. Mai 1920 in Zürich, Signatur: VIII.B.a.1.:2.168. Eheregister A, Band II, Nr. 954, Zürich 1920, S. 491, Faksimile des Originaldokuments übermittelt durch das Stadtarchiv Zürich, Herrn Dr. Nicola Behrens, 10. Juli 2020 – Dieser Registereintrag, dessen Daten auch auf den Geburtsurkunden der Brautleute basieren, enthält den zweiten Vornamen Fancks, Arnold Heinrich war ein deutscher Geologe, Fotograf, Erfinder, Filmdarsteller, Kameramann, Filmproduzent, Drehbuch- und Buchautor sowie Filmregisseur.Fanck, Arnold. In: Deutsche Biographie, auf: deutsche-biographie.de In: Stadt Frankenthal (Pfalz), auf: frankenthal.de Er gilt neben Sepp Allgeier weltweit als Pionier des Berg-, Sport-, Ski- und Naturfilms,Thomas Kramer (Hrsg.): Reclam Lexikon des deutschen Films. Reclam-Verlag, Ditzingen 1995, ISBN 3-15-010410-6, S. 51, 67, 76, 88, 93, 109, 125, 297, 421. zusammen mit Allgeier als Erfinder des Bergfilms bzw. des gleichnamigen Filmgenres.100 Jahre Bergfilm – Dramen, Tricks und Abenteuer, auf: filmmuseum-potsdam.deDer Bergfilm - Anmerkungen und Einschätzungen zu einem umstrittenen Genre. In: Filminstitut Hannover, auf: geschichte-projekte-hannover.deS.Winfried Lachauer: Skier erobern den Schwarzwald - Die Erfolgsgeschichte des Wintersports, SWR-Dokumentation, 89:41 Min., Erstsendung 12. Januar 2018, 20:15 UhrAlexander Kluy: Visionen von Bergmassen und Schneehängen. In: Die Welt, 11. Januar 2010.Donald G. Daviau: The Artistic Films of Arnold Fanck, the Apostle of Skiing and High-Mountain Climbing. In: Polylogzentrum, auf: polylogzentrum.at
Leni Riefenstahl, die Fancks Arbeit als künstlerisch und avantgardistisch beschrieb,Annette Baumeister: Eiskalte Leidenschaft – Leni Riefenstahl und Arnold Fanck zwischen Hitler und Hollywood. ZDF, arte 2018 adaptierte später als Filmregisseurin im Grundsatz und im Detail die von Fancks Freiburger Schule entwickelten Techniken bzw. Kameraeinstellungen.Siegfried Kracauer: From Caligari to Hitler – A Psychological History of the German Film. Dennis Dobson, London / New York City 1947, und Princeton University Press, Princeton, New Jersey, 2019, ISBN 978-0-691-19134-8, S. 257–258
Auf die Breitenwirkung von Fancks Berg- und Bergsportfilmen der Freiburger Schule in den 1920er Jahren wird die danach einsetzende, breit angelegte Entwicklung des Skisports und der Skisportindustrie sowie das sich in ähnlicher Weise entwickelnde Bergsteigen im Hochgebirge maßgeblich zurückgeführt.
Familie hochkant|mini|Der Königliche Kommerzienrat Christoph Friedrich Fanck (1846–1906), mit Ehefrau Karolina Ida (1858–1957), geb. Paraquin (Mitte); den Töchtern Ernestine Elisabeth (* 1888), Helene (* 1886), Marie (* 1882) und dem Sohn Arnold (rechts), im Garten ihrer Villa in Frankenthal, um 1900 hochkant|mini|Villa Fanck in Frankenthal, Mahlastraße 1, um 1900 hochkant|mini|Arnold Fanck mit seinem erstgeborenen Sohn Arnold Ernst (1919–1994) im Garten der Villa Am Sandwerder 39 in Berlin-Nikolassee, 1934 hochkant|mini|Arnold Fanck, sein 3-jähriger zweiter Sohn Hans-Joachim (* 1935) und seine zweite Ehefrau Elisabeth (* 1908), geb. Kind, in Südamerika 1938/39 Arnold Heinrich Fanck war das fünfte Kind des (römisch-katholischen) Direktors der Zuckerfabrik Frankenthal AG und Königlichen Kommerzienrates Christoph Friedrich Fanck (* 4. Dezember 1846 in Emmendingen; † 16. Juni 1906 in Frankenthal) und von dessen (protestantischer) Ehefrau Karolina Ida (* 10. Januar 1858 in München; † 16. Mai 1957 in Freiburg im Breisgau), geborene Paraquin.Sterbeurkunde Nr. 166 vom 16. Juni 1906 beim Standesamt Frankenthal (Pfalz) für Christoph Friedrich Fanck; Zitiert gemäß fotografischer Ablichtung durch das Stadtarchiv Frankenthal (Pfalz), Dörte Kaufmann, 21. Juli 2020.Christoph Friedrich Fanck wurde als Sohn des großherzoglich badischen Bahnmeisters Mathias Fanck am 4. Dezember 1846 in Emmendingen geboren. In Karlsruhe absolvierte Christoph Friedrich Fanck eine kaufmännische und eine Banklehre, die er in der Badischen Gesellschaft für Zuckerfabrikation in Waghäusel erstmals anwenden konnte. Ab 1873 arbeitete er in der Zuckerfabrik Franz & Carl Karcher in Frankenthal, die im selben Jahr von einem Familienbetrieb zur Aktiengesellschaft Zuckerfabrik Frankenthal mit einem Startkapital von 1,2 Mio. Mark umgewandelt wurde. Seit 1868 war das Unternehmen nur noch mit der Raffinierung des Rohstoffs befasst. Durch die breitere finanzielle Grundlage entwickelte sich die Fabrik in den Folgejahren zu einer der größten Zuckerraffinerien des Deutschen Kaiserreiches. Nach dem Tod des Fabrikbesitzers Philipp Karcher im Jahr 1894 wurde Christoph Friedrich Fanck Direktor der Zuckerfabrik Frankenthal AG. Es war das Ursprungsunternehmen des Konzerns Südzucker. Die königlich-bayerische Regierung verlieh ihm wegen seiner Verdienste um Handel und Industrie in der Pfalz 1898 den Titel eines Königlichen Kommerzienrates. In Frankenthal war er eine respektierte Persönlichkeit, deren Rat gesucht wurde. Entsprechend seiner Stellung wurde er in einer herrschaftlichen Kutsche chauffiert, vor die zwei Apfelschimmel gespannt waren. Nach seinem frühen Tod im Alter von 59 Jahren am Morgen des 16. Juni 1906 um 8 Uhr nahm eine große Anzahl von Mitbürgern an seiner Beisetzung teil, die auf dem Weg zwischen dem Sterbehaus, seiner Villa in der Mahlastraße 1, bis zum Friedhof einen langen Prozessionszug bildeten, der vom Speyerer Tor bis zum Friedhofseingang reichte. Entlang des Weges von der Villa des Verstorbenen bis zum Frankenthaler Friedhof waren alle Straßenlaternen mit Trauerflor geschmückt; viele Anwohner zeigten an ihren Häusern durch Trauerflor ihre Anteilnahme. Nachdem seine Witwe am 20. Juni 1907 nach Freiburg im Breisgau umgezogen war, ließ sie die sterblichen Überreste ihres Ehemannes und ihres erstgeborenen Sohnes Ernst (* 18. Januar 1884; † 31. Juli 1884) auf den dortigen Hauptfriedhof umbetten. Zitiert nach: Karl Huther: Arnold Fanck. In: Frankenthal einst und jetzt, Heft 1, April 1964.Die Grabstätte von Christoph Friedrich Fanck (* 4. Dezember 1846; † 16. Juni 1906) und Karolina Ida Fanck (* 10. Januar 1858; † 16. Mai 1957), geborene Paraquin, liegt in Feld 49 des Hauptfriedhofes der Stadt Freiburg im Breisgau, Friedhofstraße 8. In derselben Grabstätte wurden auch die beiden Söhne Ernst Fanck und Arnold Fanck (* 6. März 1889; † 28. September 1974) beigesetzt. Das Feld 49 befindet sich zwischen Einsegnungshalle und Weiheranlage. Zitiert gemäß Friedhofsverwaltung der Stadt Freiburg im Breisgau, Ana-Maria Grethler, 17. Juli 2020.Arnold Fanck. In: Munzinger Online/Personen – Internationales biographisches Archiv, auf: munzinger.de Die Eltern seiner Mutter waren der in Frankenthal ansässige Notar Ernst Paraquin (* 1. Juli 1815, † 2. Februar 1876) und dessen Ehefrau Amalie Petersen (* 27. Oktober 1826 in Landau, † 15. Januar 1877). Die Familie Paraquin war flämisch-wallonischer Herkunft,Ernst Paraquin (* 2. März 1876 in Saargemünd, Lothringen): Mein Leben. Selbstverlag, Maschinenschriftliches Manuskript, gebunden, undatiert, S. 1–10 (Privatarchiv Matthias Fanck) Zweige der Familie emigrierten nach England und Italien.Rudolf H. Böttcher: Adolph Ernst Theodor Berkmann – »Aufreitzender Prediger und Megalosaurus« In: Die Familienbande der pfälzischen Revolution 1848/1849 – Ein Beitrag zur Sozialgeschichte einer bürgerlichen Revolution Sonderheft des Vereins für Pfälzisch-Rheinische Familienkunde, Band 14, Heft 6. Ludwigshafen am Rhein 1999. S. 292, 302–303.
Arnold hatte vier ältere Geschwister, Marie (* 24. August 1882 in Frankenthal), Ernst Friedrich (* 18. Januar 1884 in Frankenthal; † 31. Juli 1884 ebenda), Helene (* 21. November 1886 in Frankenthal; † 4. Dezember 1979) und Ernestine „Erna“ Elisabeth (* 25. März 1888 in Frankenthal; † 15. April 1940 in Nürnberg, verh. Jagau), von denen sein älterer Bruder Ernst Friedrich jedoch bereits wenige Monate nach der Geburt verstarb.Die Grabstätte von Ernst Fanck (* 18. Januar 1884; † 31. Juli 1884) liegt in Feld 49 des Hauptfriedhofes der Stadt Freiburg im Breisgau, Friedhofstraße 8. In derselben Grabstätte wurden auch die Eltern Christoph Friedrich Fanck (* 4. Dezember 1846; † 16. Juni 1906) und Karolina Ida Fanck (* 10. Januar 1858; † 16. Mai 1957), geborene Paraquin, und Arnold Fanck (* 6. März 1889; † 28. September 1974) beigesetzt. Das Feld 49 befindet sich zwischen Einsegnungshalle und Weiheranlage. Zitiert gemäß Friedhofsverwaltung der Stadt Freiburg im Breisgau, Ana-Maria Grethler, 17. Juli 2020.
Am 20. Mai 1920 heiratete der 31-jährige Arnold Fanck in Zürich die zwei Jahre ältere Chemikerin Natalia „Natuschka“ Anna, (* 9. Juli 1887 in Nałęczów bei Lublin; † 1. Juli 1928),Renate Liessem-Breinlinger: Fanck, Arnold. In: Baden-Württembergische Biographien, Band 2. Kohlhammer, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-17-014117-9, S. 121–123, auf: leo-bw.de geborene Zaremba, eine frühere Kommilitonin. Ihre Eltern waren der promovierte Rechtsanwalt Roman Maksymilian Zaremba (1844–1914) und dessen Ehefrau Felicia (1868–1928), geborene Piotrowska, aus Lublin.Roman Zaremba h. wł. (Stammbaum), auf: seijm-wielki.pl Die Ehe blieb kinderlos, Natalia Fanck erkrankte bald nach der Hochzeit an Krebs und verstarb im Alter von 40 Jahren.
Fancks erster Sohn Arnold Ernst aus einer vorehelichen Beziehung mit der Hausangestellten seiner Mutter Karolina Ida Fanck, Sophie Meder,Arnold Ernst Fancks leibliche Mutter Sophie Marinucci, geb. Meder, wurde im Meldekarten-Eintrag für Arnold Ernst Fanck beim Einwohnermeldeamt Freiburg im Breisgau vom 24. April 1954 vermerkt. Zitiert nach: Stadtarchiv Freiburg im Breisgau, Anita Hafner, 13. Juli 2020. Sie war zu dieser Zeit mit Giuseppe Marinucci verheiratet, der 1932 auf der Universal-Dr. Fanck-Grönlandexpedition von Arnold Fanck als Koch beschäftigt worden war. wurde 1919 geboren und später von ihm adoptiert. Sein Vater ermöglichte ihm von 1930 bis 1938 den Besuch des reformpädagogischen Landerziehungsheims Freie Schulgemeinde in Wickersdorf bei Saalfeld im Thüringer Wald, wo er sein Abitur ablegte.Schülerverzeichnis der Freien Schulgemeinde in Wickersdorf. In: Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein bei Witzenhausen in Hessen; Zitiert nach: Prof. Dr. Peter Dudek
Am 22. September 1934 heiratete Arnold Fanck in zweiter Ehe die AAFA-Sekretärin Elisabeth „Lisa“ Kind (1908–1995).Lisa Stefanek. In: Hauptfriedhof Freiburg im Breisgau, auf: billiongraves.de Aus dieser Ehe ging sein zweiter Sohn Hans-Joachim (28. Februar 1935; † 2015) hervor. Im Jahr 1957 wurde die Ehe geschieden.Elisabeth Fanck, geborene Kind, heiratete später erneut, wodurch sie dann den Familiennamen Stefanek trug. Zitiert nach: Renate Liessem-Breinlinger: Fanck, Arnold. In: Baden-Württembergische Biographien, 2, Band 2. Kohlhammer, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-17-014117-9, S. 121–123, auf: leo-bw.de 1972 heiratete Arnold Fanck in Freiburg im Breisgau in dritter Ehe die Logopädin Ute Dietrich (1940–1991).