Grabenstätt ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein.

Geographie Lage Die Gemeinde liegt im Chiemgau, etwa zweieinhalb Kilometer östlich der Mündung der Tiroler Achen in den Chiemsee auf einer Höhe von .

Die Nachbargemeinden sind: Übersee, Staudach-Egerndach, Bergen (Chiemgau), Traunstein und Chieming.

Gemeindegliederung

Es gibt 41 Gemeindeteile:

Es gibt die Gemarkungen Erlstätt, Grabenstätt, Holzhausen (Gemarkungsteil 1) und Oberhochstätt (Gemarkungsteil 1).

mini|Grabenstätt um 1700 (Stich von Michael Wening)

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Noch heute weisen die Grundmauern eines großen römischen Gutshofs (Villa rustika) bei Erlstätt auf die Besiedelung in keltisch-römischer Zeit hin.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Grabenstätt am 8. Juni 959 in einer Urkunde von König Otto dem Großen in Salzburg. Der Raum um Grabenstätt wird zu Beginn des 10. Jahrhunderts als comitatus Teginberti (Grafschaft des Reginbert) geführt. Dieser Verwaltungsbereich umfasste im Wesentlichen altbesiedeltes Land. Grabenstätt, das zunächst salzburgisches Urbar war, gelangte im Jahr 1275 an Bayern zurück. Das Gebiet blieb zwar salzburgisches Urbar, aber gerichtlich und landeshoheitlich fiel es an Bayern und war Sitz einer Hauptmannschaft des Amtes Oberchiemgau des Herzogtums Bayern, die die Orte Ober- und Untereggerhausen, Grabenstätt und Hirschau umfasste. Schloss Grabenstätt wurde Sitz einer offenen Hofmark, deren Inhaber im 18. Jahrhundert die Grafen von Rheinstein und Tattenbach waren. 1803 wurde die Hofmark aufgelöst.

Das bayerische Urkataster zeigt Grabenstätt in den 1810er Jahren als ein Kirchdorf mit 62 Anwesen und zwei Friedhöfen.Grabenstätt auf BayernAtlas Klassik

1818 wurde Grabenstätt im Zuge des Gemeindeediktes unter König Maximilian I. Joseph eine selbständige politische Gemeinde, deren amtliche Schreibweise 1870 von Grabenstadt zu Grabenstätt geändert wurde.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Holzhausen eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die bisherigen Gemeinden Grabenstätt, Erlstätt und Oberhochstätt zu einer neuen Gemeinde mit dem amtlichen Namen Grabenstätt zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1982 wurden Ober- und Unterhochstätt in die Gemeinde Chieming umgegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3221 auf 4433 um 1212 Einwohner bzw. um 37,6 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum. 1961: 2365 Einwohner 1970: 2586 Einwohner 1987: 3145 Einwohner 1991: 3343 Einwohner 1995: 3931 Einwohner 2000: 4090 Einwohner 2005: 4057 Einwohner 2010: 4250 Einwohner 2015: 4340 Einwohner 2020: 4430 Einwohner

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung: + Partei/Liste2020 CSU6 Bürgergruppe6 Freie Wähler4 Gesamt16

Bürgermeister 2020 wurde Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe und Freie Wähler) zum Ersten Bürgermeister gewählt.

Wappen

Sehenswürdigkeiten mini|Ortsdurchfahrt und Pfarrkirche St. Maximilian (2012) Schloss Grabenstätt (seit 1995 Rathaus) Pfarrkirche St. Maximilian in Grabenstätt Johanneskirche in Grabenstätt mit der einzigen im Chiemgau erhalten gebliebenen Orgel von Joseph Anton Bohl aus dem Jahr 1848 Pfarrkirche Sankt Peter und Paul im Thale in Erlstätt Loretokirche in Marwang Römermuseum Grabenstätt, ehemals Privatsammlung Multerer Ausstellung "Chiemgau-Impakt – ein bayerisches Meteoritenkraterfeld" in der SchloßökonomieAusstellung Grabenstätt: Kurzbeschreibung der Ausstellung zum Chiemgau-Impakt in Grabenstätt In einem Landschaftsschutzgebiet liegt der Tüttensee mit einem Rundweg und einem Lehrpfad mit Schautafeln.

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 1858 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1630 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Einpendler um 228 Personen größer als die der Auspendler. 52 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 59 landwirtschaftliche Betriebe.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2018): 3 Kindertageseinrichtungen mit 183 genehmigten Plätzen und 186 Kindern 1 Volksschule mit sieben Klassen und 143 Schülern

Verkehr Straße: Die Staatsstraße 2096 verbindet den Ort zu der südlich verlaufenden Bundesautobahn 8 hin. Schiene: Die nächstgelegenen Personenbahnhöfe befindet sich im südwestlich gelegenen Ort Übersee und am südöstlichen Bahnhof Bergen. Dort gibt es Zustiegsmöglichkeiten zu der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Luftfahrt: Am nördlichen Ortsrand besteht seit 1974 der 2002 als Sonderlandeplatz zugelassene Flugplatz Grabenstätt für Luftfahrzeuge aller Art bis 2000 kg Höchstabfluggewicht (MTOW).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Peter Müllritter (1906–1937), Fotograf, Kameramann und Bergsteiger Margret Friedrich (* 1954), Historikerin Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Arthur Holzmann (1880–1969), Politiker (NSDAP) Franz Schoppa (1882–1956), Politiker der deutschen Minderheit in der Zweiten Polnischen Republik (KVP/DKV) und ehemaliger Abgeordneter des Schlesischen Parlaments

Literatur Johann Josef Wagner: Geschichte des Landgerichtes Traunstein. Zweite Abtheilung. Geschichte der ehemaligen Hofmarksitze im Landgerichtsbezirke Traunstein. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 27, München 1866–1867, S. 15–109, insbesondere 2. Abschnitt: Grabenstätt, S. 35 ff. (S. 59–62 fehlen) (online).

Weblinks

Gemeinde Grabenstätt

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Traunstein Kategorie:Ort im Chiemgau Kategorie:Ersterwähnung 959 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)