mini|One-Ton-Cup 2002, Saint-Tropez

Der One-Ton-Cup oder Eintonner-Pokal ist ein Segelregatta-Pokal, der erstmals 1898 vom französischen Yachtclub Cercle de la Voile de Paris gestiftet wurde und auf der Seine vor Meulan in Frankreich ausgesegelt wurde. Der offizielle Name lautet La Coupe Internationale du Cercle de la Voile de Paris.

Der Eintonner-Pokal Der Eintonner-Pokal selbst ist im Jugendstil gestaltet, die Seerosenblätter und gewundenen Linien kennzeichnen den Kunststil des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der ursprüngliche Name lautet „Coupe internationale du Cercle de la Voile de Paris“. Der Pokal-Entwurf stammt von dem Juwelier Robert Linzeler aus dem Jahr 1897 und wurde 1898 von Bratiau hergestellt. Der Pokal besteht aus getriebenem massivem Silber und wiegt 10 kg. Er ist auf einem Sockel aus Ebenholz montiert. Sein Inhalt fasst 30 Flaschen Sekt. Der Pokal ist 58 cm breit (mit den Handgriffen insgesamt 81 cm) und 57 cm hoch.

Geschichte des Pokals Herr Mantois, Vizepräsident des Cercle de la Voile de Paris (CVP), kündigte am 11. Oktober 1898 die Stiftung des Internationalen One-Ton-Pokals an. Es musste auf der Seine in Meulan, der Heimat des CVP oder in Cowes gesegelt werden, wenn der Pokal im Besitz eines Ausländers wäre. Die Yachten durften gemäß der Godinet-Formel von 1892 eine Tonnagebeschränkung von höchstens einer Tonne haben.

Die Zeit der Godinet- und Méran-Formel mini|Scotia 1, Herausforderer des 1900 One Ton Cup, entworfen von Linton Hope

Der auch kurz One-Ton-Cup bezeichnete Pokal bekam seine Kurzbezeichnung von der Bootsklasse, für die er gestiftet wurde, den Yachten, die nach der damals gültigen Godinet-Rennformel eine Tonne vermaßen, d. h. eine Tonne Kielgewicht hatten.

Diese Eintonner waren Jollen mit einer Größe von 6 bis 7 Metern Länge. Diese Yachten waren auch bei den Segelwettbewerben der Olympischen Sommerspiele von 1900 in der Klasse von 0,5 bis 1 Tonnen vertreten.

Der erste Pokalwettbewerb fand ab dem 2. Mai 1899 in Meulan statt. Der englische Konkurrent Vectis wurde von der französischen Yacht Bélouga geschlagen, die von Eugène Laverne während der drei Runden gesteuert wurde. Bélouga hatte den Vorteil, die Besonderheiten der Seine genau zu kennen. Sie war eine von neun französischen Eintonnern, die speziell für diese Veranstaltung gebaut worden waren.

Im Jahr 1900 wurde Scotia 1, entworfen von Linton Hope, von Sidi-Fekkar geschlagen. Sidi-Fekkar gewann den Pokal am Ende der entscheidenden fünften Runde. Aber Scotia 1 gewann die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen.

Scotia 2 vom Sea View Yacht-Club gewann 1901 den Pokal in England. Einer der Gründe für das Scheitern Frankreichs war die Umstellung in diesem Jahr von der Godinet-Formel von 1892 auf die Méran-Formel. Der Eintonner Sidi-Fekkar wog nach dieser Regel von 1901 fast zwei Tonnen und musste geändert werden. Sequana die 1901 von der CVP gewählte Verteidigeryacht, die von Eugène Laverne gesteuert wurde, musste sich ebenso geschlagen geben wie die italienische Yacht Dai-Dai.

1902 gewann Scotia III in drei Runden gegen August, gesteuert von Valton, Mitglied der CVP. Frankreich gewann den Pokal 1903 mit Chocolat nach dem Entwurf von Auguste Godinet nach der alten Formel von 1892.

Im Jahr 1906, nach zwei Jahren ohne Herausforderung, gewann Feu Follet mit Louis Potheau vom CVP vor dem Norddeutschen Regatta Verein aus Hamburg.

Die Zeit der internationalen 6-Meter-Klasse mini|6mR-Klasse, 1919

Der Cercle de la voile de Paris (CVP) beschloss 1907, den One-Ton-Cup mit der Bootsklasse der internationalen 6-Meter-Yachten (6mR) ausrichten zu lassen, da sie ungefähr den Vorschriften der inzwischen überholten Eintonner entsprachen. Für diese wurde der Pokal neu gestiftet. Die neue Vermessungsregel war von den Vertretern der europäischen Seebehörden während des Londoner Kongresses 1906 ratifiziert worden. Danach waren es keine 6- bis 7-Meter-Jollen mehr, sondern Kielboote von ungefähr elf Metern Rumpflänge, die sich nun in den Regatten messen sollten. Der Pokal behielt seinen Namen One-Tonners Cup oder One-Ton-Cup. Die Yacht Onkel Adolf aus Deutschland gewann 1907 den ersten Pokal mit Booten der 6mR-Klasse. Von 1906 bis 1910 gewannen viele deutsche Yachten den One-Ton-Cup. In den Jahren 1908 bis 1910 wurde er vor Kiel ausgesegelt. Im Jahr 1913 gewann die 6mR-Yacht Cremona vom Royal Thames Yacht Club den letzten Pokal vor dem Ersten Weltkrieg. Nach einer Zwischenzeit von vier Cups, die in der 6,50-Meter-Klasse ausgetragen wurden, beschloss der CVP auf Wunsch der britischen Herausforderer im Jahr 1923 zur Bootsklasse der internationalen 6mR-Klasse zurückzukehren.

Die Zeit der 6,50-Meter-Klasse mini|6,50-Meter-Klasse, One-Ton-Cup von 1920–1923

Von 1920 bis 1923 wurden auf Wunsch des CVP vier Pokale in der 6,50-Meter-Klasse ausgetragen. Die 6,50 m der französischen Formel, die als „Chemin de fer“-Formel bezeichnet wurde, war in Kontinentaleuropa ratifiziert. Die Boote konnten kostengünstig mit Flachwagen der Eisenbahn transportiert werden, das begünstigte die Anzahl der Herausforderer. Die englische Verteidigerin Cordella von Francis Charles Morgan-Giles gewann den Pokal viermal.

Die Zeit der RORC-Formel und der IOR-Formel Der Pokal wurde seit 1924 wieder in der Meter-Bootsklasse der 6mR durchgeführt, ebenso nach dem Zweiten Weltkrieg nach 1945. Über die Jahre hin, insbesondere nach Ausscheiden der 6mR-Klasse aus dem olympischen Programm 1956, verloren die Eigner immer mehr ihr Interesse an der Klasse und damit auch an dem Eintonner-Pokal. Im Jahr 1962 (der 49. Austragung des Pokals) nahmen nur noch vier 6mR-Yachten bei den Regatten vor Palma teil.

Anfang der 1960er Jahre schlug Jean Peytel, Mitglied des Cercle de la Voile de Paris, vor, den CVP International Cup zu beleben, indem man nach der Vermessungsformel des RORC-Rating mit maximal 22-Fuß-Yachten segelte. Die Boote sollten One-Ton-Klasse getauft werden.

Das britische Segel-Magazin Yachting World dokumentierte die Aufregung, die dies unter Seglern verursachte: „Selten hat eine Trophäe so viel Interesse geweckt, bevor ein einziges Rennen gesegelt wurde“ im Januar 1965, und im September dieses Jahres schrieb das Magazin, „Handicaps sind weg und die Popularität der Serie hat alle Erwartungen übertroffen, selbst in diesem ersten Jahr.“Yachting World: One Ton Cup, The Most Competitive Trophy, Oktober 1994, S. 88–89 Der erste One-Ton-Cup nach der neuen RORC-Vermessungsformel wurde 1965 von vierzehn Yachten vor Le Havre gesegelt. Der Gewinner war die dänische Yacht Diana III. Die RORC-Rennformel, kombiniert mit einem Rennen auf offener See und zweier Küstenregatten, war so erfolgreich, dass Yachten speziell für diese Veranstaltung entwickelt wurden. Sie wurden als Eintonner bezeichnet, obwohl diese Bezeichnung keiner Regel dieser Zeit mehr entsprach.Yachting World: One Ton Cup, The Most Competitive Trophy, Oktober 1994, S. 88–89

Im Jahr 1971 trat die IOR-Formel (International Offshore Rule), eine internationale Ausgleichsformel für seegehende Yachten in Kraft, die aus der Fusion der RORC-Formel mit der amerikanischen CCA-Formel (Cruising Club of America) resultierte. Sie entstand aus den englischen RORC und den amerikanischen CCA-Formeln. Sie wurde für Hochseerennyachten genutzt. Die Eintonner wechselten so Größe IOR 27,5 Fuß.

Im November 1983 beschloss der Offshore Racing Council (ORC), 2005 in Offshore Racing Congress umbenannt, die IOR-Regel der Eintonner auf IOR 30,5 Fuß zu erhöhen, die kleinste Größe für Yachten, die für den Admiral’s Cup zugelassen wurden. An dem ersten One-Ton-Cup nach dieser Regel nahmen 1984 insgesamt 24 Yachten teil.Yachting World: One Ton Cup, The Most Competitive Trophy, Oktober 1994, S. 88–89 Philippe Briand, Architekt und Skipper der Passion 2 gewann vor La Rochelle, Frankreich.

Die Zeit der IC 45 Nach 1994 wurde die IOR-Formel nicht mehr angewendet und der One-Ton-Cup pausierte bis 1999, um einen Neuanfang mit IC 45 Klasse als Einheitsklasse zu beginnen, der bis 2002 dauerte. Der erste Pokal wurde von dem Franzosen Bertrand Pacé auf einer von Bruce Farr entworfenen Farr 45 gewonnen.

Die Zeit der Fast 40+ Im Jahr 2016 reaktivierte man in Cowes den One-Ton-Cup mit der Bootsklasse Fast 40+ erneut als Einheitsklasse.

Austragungsmodus des Eintonner-Pokals Der One-Ton-Cup wird in einer Regattaserie von vier Wettfahrten ausgesegelt:

eine Hochseeregatta von 200 bis 300 Seemeilen eine Seeregatta von rund 150 Seemeilen zwei Regatten in Küstennahe von 30 bis 50 Seemeilen als Dreieckswettfahrten.

Der Gewinner des Eintonner-Pokals verteidigt den Pokal in heimischen Gewässern.

Seit 1999 wird der One-Ton-Cup mit Yachten der Klasse IC 45 gesegelt. Die Regattakurse sind reine Up-and-Down-Kurse.

Siegerliste One-Ton-Cup