Robert John Arthur Halford (* 25. August 1951 in Sutton Coldfield, Warwickshire, England) ist ein britischer Heavy-Metal-Sänger. Er war von 1972 bis 1991 und ist seit 2003 wieder Sänger der Band Judas Priest. Seine markante Stimme mit einem Umfang von 4½ Oktaven (D2–G#6) brachte ihm unter Bezugnahme auf einen Titel des Albums British Steel den Beinamen „Metal God“ ein, außerdem ist er für seine „Rob Halford Screams“ (Screams mit sehr hohen Frequenzspitzen) bekannt.

Herkunft und Karriere Robert „Rob“ Halford wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Walsall in der Nähe von Birmingham auf. Sein Vater arbeitete in der Stahlindustrie, seine Mutter war Hausfrau und zeitweise in der Kinderbetreuung tätig. Obwohl nicht ausgesprochen religiös, vermittelten ihm seine Eltern christliche Grundwerte, die für ihn bis heute eine Bedeutung haben. Die Schwerindustrie in seiner Heimat beeindruckte ihn in seinen Jugendtagen sehr. Er fühlte sich der Arbeiterschicht zugehörig. Bereits im Alter von 8 Jahren hatte eine Lehrerin sein Gesangstalent entdeckt und ihn vor anderen Schulklassen singen lassen, was ihm sehr gefallen hatte. Mit 16 Jahren verließ Halford die Schule und begann als Bühnentechniker und Beleuchter zu arbeiten. Er erlebte dabei ein breites Spektrum der Unterhaltungsindustrie und verspürte den Wunsch, nicht nur mitzuarbeiten, sondern selbst auf der Bühne zu stehen. Besonders begeisterte er sich für Blues und Rockmusik, die ihm erlaubten, sein jugendliches Aufbegehren auszudrücken. In den späten 1960er Jahren war er als Sänger in mehreren Rockbands in Mittelengland aktiv, bis er zu Judas Priest stieß. Er lehnte die auf London zentrierte britische Musikindustrie ab und versuchte, an der Etablierung einer Musikszene in seiner Heimat mitzuwirken. mini|links|hochkant|Rob Halford (1984)

Im Mai 1992 verließ Halford Judas Priest und wandte sich verschiedenen mäßig erfolgreichen Soloprojekten zu, (Fight, 2wo und Halford). Den Kontakt zu seinen früheren Bandkollegen brach er vollständig ab.

Das Solo-Projekt Halford markierte seine Rückkehr zum traditionellen Heavy Metal. Das Album Resurrection mit Bruce Dickinson von Iron Maiden als Gastsänger wurde von vielen Fans, die sich mit der modernen Ausrichtung von Judas Priest während seines Ausstiegs unzufrieden gezeigt hatten, begeistert aufgenommen. Die sich abzeichnende Reunion mit Judas Priest erfolgte 2003. mini|Rob Halford (2005)

Halford wirkte beim Hear ’n Aid-Projekt mit und half auch bei Black Sabbath 1992 (als Ersatz für den bei Sabbath auf der Tour ausgestiegenen Ronnie James Dio) für zwei Konzerte und 2004 (Ersatz für den damals erkrankten Ozzy Osbourne) für ein Konzert aus.

2009 beanspruchte Halford den Markennamen Metal God für sich und ließ die Marke in die entsprechenden Schutzregister weltweit eintragen. Beim Deutschen Patent- und Markenamt wird der Eintrag als Wortmarke unter der Registriernummer 008354938 geführt.Auskunft zu einer Unionsmarke - Nummer der Marke: 008354938 , auf register.dpma.de Als Grund führte Halford später an, dass ihm der Titel von den Fans gegeben wurde. Er möchte ihn aus Respekt schützen, damit das Ansinnen der Fans gewahrt bleibt und sich niemand anderes Metal God nennt. Im gleichen Jahr brachte Halford ein Album mit Weihnachtsliedern („Halford III – Winter Songs“) heraus. Darauf sind Interpretationen von bekannten Weihnachtsliedern und eigene Songs zu finden.

Halford gründete die Firma Metal God Entertainment, die Musikalben verlegt, aber auch Videomaterial produzieren soll.

2014 steuerte er für das Tributealbum This Is Your Life für Ronnie James Dio den Song Man on the Silver Mountain bei.

Homosexualität Halford bekannte sich erst 1998 öffentlich zu seiner Homosexualität:

Halford gab dazu später an, er habe sich auch mit Rücksicht auf die musikalische Karriere von Judas Priest lange Zeit sehr bedeckt gehalten, wenn auch seine Texte verschiedentlich Andeutungen enthielten; so der Text von „Raw Deal“, den seine Band gleichwohl akzeptiert habe. Rückblickend habe er mehr auf andere als auf sich selbst Rücksicht genommen.

2017 zeigte er sich wütend über Rückschritte in der Gleichbehandlung und die zunehmende Gewalt gegen Homosexuelle. Er habe immer geglaubt, dass die Dinge sich schließlich zum Besseren wenden würden, sehe sich aber getäuscht.

Der Metal-Forscher Jörg Scheller würdigte 2026 Halfords Verdienste um Toleranz im Heavy Metal:

Privates In den 1980er Jahren hatte Halford mit massiven Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen, unter anderem konsumierte er exzessiv Kokain. Erst kurz vor einem totalen psychischen Zusammenbruch gelang es ihm, sich von seiner Sucht zu befreien. Seit 1986 ist er nach eigenen Angaben drogenfrei und empfindet dies als großen Gewinn für sein Leben.

2013 machten Fotos Schlagzeilen, die Halford im Rollstuhl zeigten. In der Folgezeit sah man ihn des Öfteren mit Gehstock laufen. Später verriet er, dass er eine schwierige Rückenoperation hatte. 2021 teilte er mit, dass er während der vergangenen beiden Jahre an Prostatakrebs litt und mehrere Behandlungen über sich ergehen lassen musste.

Halford lebt in Phoenix, Arizona in den USA.Halford MySpace website Er hat jedoch auch Wohnsitze in Amsterdam und Walsall. Musikalisch fühlt er sich dem Blues und Rock ’n’ Roll verbunden, schätzt jedoch auch den Sänger Frank Sinatra.

Im September 2025 gab er bekannt, dass er bereits seit 2024 mit seinem langjährigen Lebenspartner verheiratet ist. Dieser habe sich wegen der homophoben Stimmung in seiner Heimat Alabama bis dahin nicht zu einer Eheschließung entschließen können.

Diskografie der Soloprojekte Fight 1993: War of Words 1993: Nailed to the Gun (Tour-Single) 1994: Mutations (EP) 1995: A Small Deadly Space 2007: K5 – The War of Words Demos 2008: Into the Pit (Boxset)

2wo 1998: Voyeurs

Halford Studioalben 2000: Resurrection 2002: Crucible 2009: Halford III – Winter Songs 2010: Halford IV – Made of Metal 2019: Celestial

Weitere Alben 2001: Live Insurrection (Livealbum) 2003: Fourging the Furnace (EP) 2004: Live at Disney House of Blues (Livealbum als Download) 2007: Metal God Essentials Vol. 1 (Kompilation) 2008: Live at Rock in Rio III (Live-DVD mit Resurrection als Bonus-CD) 2010: Live in Anaheim (Live-Album, welches separat als CD und DVD erschienen) 2011: Live at Saitama Super Arena (Live-Album, welches separat als CD und DVD erschienen) 2012: Live in London (Live-Album, aufgenommen am 6. Dezember 2000) 2015: The Essential

Singles 2010: The Mower 2018: Black Wedding (In This Moment feat. Rob Halford, US: )Auszeichnungen für Musikverkäufe: US

Filme 2002: Spun – In Spun treten eine Reihe bekannter Musiker in Cameos auf. So ist Halford als Pornoladenkassierer zu sehen. 2022: Metal Lords (Cameo) 2026: The Ballad of Judas Priest

Auszeichnungen 2010 wurde Halford mit dem Grammy Award for Best Metal Performance ausgezeichnet.

Autobiographie

Rezeption Der US-amerikanische Post-Punk-Musiker Atom and His Package, bürgerlicher Name Adam Goren, thematisierte Halfords Coming-out in dem Musikstück Hats Off to Halford (Hut ab vor Halford), erschienen auf dem Album Making Love, (No Idea Records, 1999).

Einzelnachweise

Weblinks

Interview von Powermetal.de (07/2007) Interview von HardHarderHeavy.de (06/2008)

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