Die Bundesautobahn 31 (Abkürzung: BAB 31) – Kurzform: Autobahn 31 (Abkürzung: A 31) –, alternativ auch Emslandautobahn und (Ost-)Friesenspieß genannt, beginnt in Emden an der Nordseeküste und endet am Autobahndreieck Bottrop an der Bundesautobahn 2.

Linienführung Südlich vom Beginn der Autobahn in Emden bindet zunächst das Autobahndreieck Leer die A 28 und dann das Autobahndreieck Bunde über die kurze A 280 die niederländische Autobahn 7 an. Zwischen den beiden Dreiecken bildet die A 31 im Netz der Europastraßen ein Teilstück der E 22 und unterquert hier die Ems im Emstunnel.

Die A 31 verlässt Ostfriesland und quert das Emsland nahe der niederländischen Grenze. An der Anschlussstelle Meppen kreuzt sie die E 233 auf der Trasse der autobahnähnlichen Bundesstraße 402, welche in westlicher Richtung in die niederländische A37 übergeht. Weiter südlich etwa in der Mitte der A 31 verknüpft deren einziges Autobahnkreuz Schüttorf mit der A 30. Etwa zehn Kilometer danach überquert die A 31 die Grenze nach Nordrhein-Westfalen und verläuft durch das westliche Münsterland. Zwei weitere Kleeblatt-förmige Anschlussstellen binden jeweils eine autobahnähnliche Straße an, AS Gronau/Ochtrup die Bundesstraße 54 und AS Borken die Bundesstraße 67.

Die A 31 endet am Autobahndreieck Bottrop im Ruhrgebiet an der A 2 unweit deren Übergang in die A 3 am Autobahnkreuz Oberhausen. Letzteres ist einer der größten überregionalen Autobahnknotenpunkte in Nordrhein-Westfalen und deshalb im Verlauf der Autobahn als Zielort beschildert.

Sowohl eine nördliche als auch eine südliche Verlängerung der A 31 wurde verworfen.

Besonderheiten mini|Autobahnkapelle „St. Antonius“ mini|Autobahnkapelle „Jesus – Brot des Lebens“ Die Autobahn 31 ist durchgehend vierstreifig ausgeführt und mit Ausnahme des Abschnittes vom Beginn an der AS Emden-West bis Emden-Ost mit Standstreifen ausgestattet. Im weiteren Verlauf bis zur AS Neermoor wurden diese in den 2000er und 2010er Jahren nachträglich angebaut, sodass sie an Brücken mit unzureichender Spannweite unterbrochen sind.Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor, abgerufen am 23. November 2019. Die im Zuge dessen erfolgte Grunderneuerung führte während der Bauzeit sowie kurz nach Freigabe zu noch existierenden Versackungen der frisch asphaltierten Fahrbahn.Weitere Versackung auf der A31 zwischen Emden und Neermoor. Nordwest-Zeitung Online 2020.

Beim Autobahndreieck Leer geht der südliche Ast der A 31 nahtlos in die A 28 nach Oldenburg und Bremen bis zur A 1 über. Zum Verbleib auf der A 31 muss im Dreieck abgebogen werden (TOTSO).

Zwischen den Anschlussstellen Leer-West und Jemgum unterquert die A 31 in dem 945 Meter langen Emstunnel die hier schiffbare Ems. Er ist nach dem Hamburger Neuen Elbtunnel die zweite Unterquerung im deutschen Mündungsbereich eines Flusses, dessen Überbrückung wegen der großen Höhe der Hochseeschiffe schwierig ist.

Der niedersächsische Teil der A 31 ist in der Regel wenig befahren, insbesondere nachts herrscht nur geringer Verkehr.rp-online.de In den Ferienzeiten und zu verlängerten Wochenenden (z. B. Christi Himmelfahrt) bewirken die Urlauberströme nach Ostfriesland und zurück dichten Verkehr und Staus.

Das durch die Autobahn gut angebundene, dünn besiedelte Gebiet ist ein idealer Standort für hunderte die Straße flankierende Windkraftanlagen. Infolgedessen erklärte der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) am bundesweiten Aktionstag der Erneuerbaren Energien (seit 1996 jeweils Samstag nach dem 26. April) des Jahres 2022 den rund 100 km langen Abschnitt zwischen Bottrop und Schüttorf symbolisch zur deutschlandweit ersten „Bundesautobahn-Energieallee“.

Auf dem Parkplatz Heseper Moor zwischen den Anschlussstellen Twist (22) und Geeste (23) steht in Fahrtrichtung Süden die Autobahnkapelle „Jesus – Brot des Lebens“. An der Abfahrt Gescher/Coesfeld (33) befindet sich die Autobahnkapelle St. Antonius.

Geschichte mini|hochkant|A 31-Planung; blau: heutiger Autobahnausbau, orange: geplant im Jahr 1976 Im Jahre 1966 wurde die A 31 zum ersten Mal, zunächst als A 113, in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Zwischen 1975 und 2004 wurde sie unter finanzieller Mithilfe der anliegenden Regionen gebaut.

Neubaufortschritt Das Teilstück zwischen Neermoor und Riepe in Ostfriesland ist die seit 1976 existierende Urzelle der A 31. 1984 begann dann der Bau des Emstunnels sowie ausgehend von der A 2 beim Autobahndreieck Bottrop der Ausbau der A 31 in Nordrhein-Westfalen, der 1989 bis Heek fertiggestellt war. Mit der Eröffnung des Emstunnels im gleichen Jahr als Initialzündung wuchsen die beiden Äste bis 1995 kontinuierlich aufeinander zu. Eine beschilderte Lückentrasse verkürzte sich gleichzeitig. Im gleichen Zeitraum wuchs die von Oldenburg kommende A 28 auf das Autobahndreieck Leer zu, wo sie an die A 31 angeschlossen wurde. Auf niedersächsischer Seite führte die A 31 jetzt bis Twist und in Nordrhein-Westfalen bis Ochtrup-Nord. Im Vorfeld hatte sich aber schon abgezeichnet, dass im Rahmen des Aufbaus Ost die Mittel für den Ausbau der westdeutschen Autobahnen erheblich gestreckt wurden. So wurde innerhalb der nächsten acht Jahre lediglich das Teilstück Twist–Geeste eröffnet.

Modellprojekt Lückenschluss Nach und nach zeichnete sich ab, dass der Bund den Endausbau bis 2015 verschoben hatte. Dass die Bauarbeiten bereits am 19. Dezember 2004 abgeschlossen werden konnten und die Autobahn seitdem in ihrer gesamten Länge befahrbar ist, wurde durch ein in Deutschland bisher einmaliges Finanzierungsmodell ermöglicht, bei dem sich Privatleute, Firmen, Gemeinden, Landkreise und die Niederlande an den Kosten beteiligten. Im Wesentlichen ging es darum, dem Bund die Zinsen für die vorgezogene Fertigstellung des ca. 500 Millionen DM teuren Lückenschlusses (Geeste–Ochtrup-Nord) zu ersetzen. Von den dazu benötigten 135 Millionen DM wurden 21 Millionen DM von der Wirtschaft und 114 Millionen DM von den umliegenden Städten, Landkreisen und Gemeinden der A 31 sowie den Niederlanden aufgebracht. Der Nachbarstaat sieht die A 31 vor allem als eine schnelle Verbindung zwischen den grenznahen Räumen Groningen und Enschede/Hengelo, da eine entsprechende Nord-Süd-Verbindung auf niederländischer Seite nicht existiert.

Geistige Väter dieses bemerkenswerten Modellprojektes waren der Industrielle Rolf Trauernichtstern.de aus Großefehn im Landkreis Aurich, der auch eine private Spende von 250.000 DM einbrachte, und der Oberkreisdirektor, später Landrat, des Landkreises Emsland, Hermann Bröring. Ein Gutachtenmobilundsicher.de: , abgerufen am 31. Dezember 2015. des Instituts für Verkehrswissenschaft der Universität Münster war in einer Kosten-Nutzen-Analyse zu dem Ergebnis gekommen, dass der Nutzen durch den Lückenschluss mehr als acht Mal über den Kosten liegen würde. Scharfe Kritik an dieser Finanzierung kam von den örtlichen Grünen. Landkreise, „über denen der Pleitegeier kreise“, sollten sich nicht zu derart hohen Ausgaben hinreißen lassen.

Nach Unterzeichnung des entsprechenden Vertrages zwischen Bund, Land und Region im März 2001 wurde zunächst mit dem Zieldatum Ende 2005 weitergebaut. Eine nochmalige sukzessive Verkürzung um ein Jahr war durch schnellen Baufortschritt möglich, da der Neubau auch ein „Herzensanliegen“ der ausführenden heimischen Unternehmen sowie der beteiligten Planer und Beamten war. Auch die wegweisenden Ausgleichsmaßnahmen fanden die überwiegende Zustimmung der Naturschutzverbände. Fast jede Neueröffnung eines Teilstückes wurde mit einem großen Volksfest gefeiert.

Am nördlichen Ende der A 31 in Emden fehlte seit 1981 nur noch die Nordwestumgehung der Stadt. Fast zehn Jahre nahm dieses nur vier Kilometer lange Endstück (Emden-West – Emden-Mitte) in Anspruch. Jahrelang musste der aufgefahrene Sand liegen bleiben, um den nordseenahen, weichen Marschboden genügend zu verdichten. Eine weitere Verzögerung ergab sich, als ein zu hoch beladener Lkw die Schalung der frisch betonierten Brücke über die B 210 an der Anschlussstelle Emden-Mitte rammte. Dennoch konnte auch dieses Teilstück zusammen mit dem Lückenschluss 2004 und somit die gesamte Autobahn komplettiert werden.

In den 2000er und 2010er Jahren wurden zwischen den Anschlussstellen Emden-Ost und Neermoor die fehlenden Standstreifen angebaut.Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor, abgerufen am 23. November 2019.

Freigabe der Teilabschnitte ca. 1965: AS Neermoor – AS Veenhusen (2 km, zunächst als B 72a, später als B 530 gewidmet, Fertigstellung des Ausbaus zur Bundesautobahn: 1994) 1973: AS Riepe – AS Neermoor (10,1 km, als B 530 gewidmet) 1976/77: AS Emden-Ost – AS Riepe (7 km, als B 530 gewidmet) 1981: AS Emden-Mitte – AS Emden-Ost (3,5 km) 1982: AS Borken – AS Reken (7,1 km) 1984: AS Schermbeck – AS Kirchhellen-Nord (8,5 km) 1985: AS Legden/Ahaus – AS Gescher/Coesfeld (12,9 km) 1986: AS Gescher/Coesfeld – AS Borken (9,6 km) 1987: AS Kirchhellen-Nord – AK Bottrop (8,5 km) 1988: AS Heek – AS Legden/Ahaus (7,6 km) 1989: AS Leer-West – Emstunnel – AS Weener (11,3 km) 1990: AS Weener – AS Dörpen (23,7 km) 1990: L 510 bei Gronau/Ochtrup – AS Heek (10,0 km) 1990: AS Reken – AS Schermbeck (11,2 km) 1991: AD Leer – AS Leer-West (6,7 km) 1992: AS Dörpen – AS Lathen (12,4 km) 1993: AS Lathen – AS Haren (Ems) 1994: AS Haren (Ems)/Rütenbrock – AS Twist (17,0 km) 1995: AS Emden-West – AS Pewsum (3,0 km, zunächst einbahnig auf der Trasse einer bereits 1970/71 fertiggestellten Nordwestumgehung von Emden, 2. Fahrbahn: 1999) 1995: AS Veenhusen – AD Leer (3,7 km) 1995: AS Ochtrup-Nord – L 510 bei Gronau/Ochtrup (5,9 km) 1998: AS Twist – AS Geeste (9,0 km) 2002: AS Geeste – AS Wietmarschen (5,5 km) 2003: AS Wietmarschen – AS Lingen (7,3 km) 2004: AS Pewsum – AS Emden-Mitte (1,7 km auf der Trasse einer bereits 1970/71 fertiggestellten einbahnigen Nordwestumgehung von Emden) 2004: AS Schüttorf-Ost – AS Ochtrup-Nord (10,7 km) 2004: AS Emsbüren – AS Schüttorf-Ost (4,3 km) 2004: AS Lingen – AS Emsbüren (13,7 km)

Verworfene Planungen Seit der erstmaligen Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan im Jahre 1966 wurde über diverse Trassierungen nachgedacht, die jedoch nie planfestgestellt wurden. Lediglich einige abgewandelte, kurze Teilstücke wurden mit dreistelliger Autobahnnummer südlich der heutigen A 31 realisiert. Mit Ausnahme einer wegen erfolgreicher Bürgerproteste nicht realisierten Teilstrecke im Ruhrgebiet kam es nie zu Variantenuntersuchungen oder gar zu einer Linienbestimmung. Dies geschah erst im Rahmen der heute tatsächlich planfestgestellten und realisierten Trasse.

Verworfene Planung von Bottrop bis Bad Neuenahr Nach dem 1971 verabschiedeten Bedarfsplan des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen von 1971 bis 1985Bundesgesetzblatt Jg. 1971, Teil I, S. 873. sollte die A 113 von Norddeich bis zum Ruhrgebiet und von dort als weitere Nord-Süd-Achse bis zur A 61 bei Bad Neuenahr-Ahrweiler verlaufen. Zwischen Bottrop und Bad Neuenahr-Ahrweiler war die Trasse der A 31 wie folgt geplant:Der Große Shell-Atlas, Mairs Geographischer Verlag, Neuausgabe 1977/78, Stuttgart 1977/78, Bl. 32, 42, 208–211. westlich Bottrop-Eigen östlich Bottrop-Fuhlenbrock und westlich Bottrop-Stadtmitte östlich Oberhausen-Sterkrade östlich Oberhausen-Osterfeld (Kreuz mit der A 42) östlich Essen-Frintrop bzw. westlich Essen-Gerschede östlich Essen-Bedingrade und westlich Essen-Schönebeck östlich Mülheim an der Ruhr-Eppinghofen und westlich Mülheim an der Ruhr-Heißen (Kreuz mit der A 40) westlich Essen-Haarzopf und Essen-Bredeney (Kreuz mit der A 52) Querung der Ruhr westlich Essen-Schuir bzw. östlich Essen-Kettwig westlich Velbert und östlich Heiligenhaus (Kreuz mit der A 44) westlich Wülfrath und östlich Mettmann westlich Wuppertal-Vohwinkel (Kreuz mit der A 46) bei Solingen-Gräfrath westlich Remscheid (Kreuz mit der A 54) und östlich Solingen-Burg an der Wupper westlich Wermelskirchen (Kreuz mit der A 1)