Drahnsdorf ()Drogojce. Sorbisches Institut, abgerufen am 1. Januar 2026. ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie wird vom Amt Unterspreewald verwaltet.

Geografie mini|links|Ortsansicht Die Gemeinde wird von der Dahme durchflossen.

Nachbargemeinden sind, Golßen im Norden, Kasel-Golzig im Osten, Luckau im Süden, Dahmetal im Landkreis Teltow-Fläming im Westen und Steinreich im Nordwesten.

Gemeindegliederung Ortsteil Drahnsdorf mit dem Gemeindeteil Krossen (niedersorbisch Krosno) Ortsteil Falkenhain (Sokolnik) mit dem Gemeindeteil Schäcksdorf (Šekojce)

Hinzu kommen die Wohnplätze Brandmühle, Kleine Mühle und Vordermühle.

Geschichte Drahnsdorf wurde in einer Urkunde vom 22. Februar 1364 als Droynstorf erstmals urkundlich erwähnt. Drahnsdorf und Falkenhain gehörten seit 1816 zum Kreis Luckau in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Luckau im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.

Die ehemals selbstständigen Gemeinden Drahnsdorf und Falkenhain schlossen sich am 31. Dezember 2002 zur Gemeinde Drahnsdorf zusammen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002 Drahnsdorf gehörte bis zu diesem Zeitpunkt zum Amt Luckau, Falkenhain zum Amt Golßener Land. Die neu entstandene Gemeinde wurde Teil des Amtes Golßener Land, bevor sie am 1. Januar 2013 zum neu entstandenen Amt Unterspreewald wechselte.

Der Ortsteil Falkenhain wurde 1409, Schäcksdorf 1527 erstmals urkundlich erwähnt. Durch Beschluss des Wiener Kongresses von 1815 wurde die vorher sächsische Niederlausitz und mit ihr Drahnsdorf preußisch und der Provinz Brandenburg angeschlossen. Im 19. Jahrhundert gehörte das Gut Drahnsdorf den Freiherren von Manteuffel. Ende 1858 zog sich Otto von Manteuffel nach seiner Entlassung als preußischer Ministerpräsident hierher zurück.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 278 1890 279 1910 297 1925 312 1933 287 1939 273 Jahr Einwohner 1946 452 1950 410 1964 383 1971 408 1981 556 1985 528 Jahr Einwohner 1990 523 1995 511 2000 463 2005 665 2010 622 2015 611 Jahr Einwohner 2020 675 2021 683 2022 688 2023 676 2024 6872025685 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember): Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion 28 % der Einwohner von Drahnsdorf sind evangelisch, nur 2 % katholisch.Zensus 2011 Die evangelischen Kirchengemeinden Drahnsdorf, Falkenhain und Krossen mit ihren Dorfkirchen gehören zum Pfarrsprengel Dahme-Berste-Land in der Region Luckau des Kirchenkreises Niederlausitz der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die wenigen Katholiken sind der Pfarrei Christus König in Luckau zugeordnet, die zum Dekanat Lübben-Senftenberg des Bistums Görlitz gehört; deren nächste Filialkirche ist St. Maria Regina Rosarii in Golßen.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Drahnsdorf besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,7 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Wählergemeinschaft Wir von hier! 59,4 % 5 Wählergruppe Drahnsdorf 40,6 % 3

Bürgermeister 1998–2014: Ulrich Kresse 2014–2024: Edith Grundey seit 2024: Steffen Buhl (Wählergruppe Wir für hier!)

Buhl wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 mit 62,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024

Sehenswürdigkeiten Dorfkirche Drahnsdorf, vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandene Feldsteinkirche. Um 1700 wurden die meisten Öffnungen „barock“ überformt. Im Innern steht unter anderem ein Altarretabel, das der Maler Böttger aus Beeskow 1619 schuf. Dorfkirche Krossen, entstand in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Um 1745 führte der Maurermeister Christian Höhne aus Lübben zahlreiche Umbaumaßnahmen durch. Im Innern steht unter anderem ein Kanzelaltar aus dem Jahr 1748. Dorfkirche Falkenhain, schlichter Findlingsbau Brandmühle

In der Liste der Baudenkmale in Drahnsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Haltepunkt Drahnsdorf Drahnsdorf liegt an der Landesstraße L 71 zwischen Dahme und Leibsch. Die Kreisstraße K 6145 verbindet Drahnsdorf mit dem Ortsteil Falkenhain und Golßen.

Der Haltepunkt Drahnsdorf liegt an der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Er wird von der Regionalexpresslinie RE 8 Wismar–Ludwigslust–Wittenberge–Berlin–Elsterwerda im Zwei-Stunden-Takt bedient. Der Betreiber ist die ODEG.

Bildung Bis zum Schuljahr 2009/10 gab es in Drahnsdorf eine Grundschule.

Sport SG Einheit Drahnsdorf

Persönlichkeiten Otto von Manteuffel (1805–1882), 1850–1858 preußischer Ministerpräsident, lebte nach seiner Entlassung in Drahnsdorf

Weblinks

Gemeinde Drahnsdorf beim Amt Unterspreewald Beitrag in der RBB-Sendung Landschleicher vom 22. Februar 2009 Falkenhain in der RBB-Sendung Landschleicher vom 12. Oktober 2014

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Dahme-Spreewald

Kategorie:Ersterwähnung 1364 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)