mini|hochkant|Logo der Open Source Initiative

Als Open Source (aus englisch , wörtlich offene Quelle) wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann. Open-Source-Software kann unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kostenfrei genutzt und verteilt werden.

Software kann sowohl von Einzelpersonen aus uneigennützigen Motiven zu Open-Source-Software gemacht werden als auch von Organisationen oder Unternehmen, um Entwicklungskosten zu teilen oder Marktanteile zu gewinnen. Befähigte Endbenutzer können die Software nach eigenen Bedürfnissen anpassen und eventuell als Abspaltung veröffentlichen, als auch mit „Pull Requests“ Verbesserungen beitragen.

Geschichte Open Source hat viele Ursprünge und Vorläufer, beispielsweise die Do-it-yourself-Bewegung, die Hacker-Bewegung der 1960/1970er und die Freie-Software-Bewegung der 1980er Jahre, die der unmittelbare Vorläufer wurde.

Beeinflusst durch den 1997 publizierten Essay Die Kathedrale und der Basar von Eric S. Raymond, entschied Netscape im Jahr 1998, angesichts der wachsenden Dominanz von Microsoft am Browser-Markt, den Quelltext des wirtschaftlich nicht mehr verwertbaren Netscape Navigators freizugeben (aus dieser Freigabe entstand später das Mozilla-Projekt).

Kurz darauf befanden Raymond, der Informatiker Bruce Perens und Tim O’Reilly, Gründer und Vorstand des O’Reilly Verlags, dass die Freie-Software-Gemeinschaft ein besseres Marketing benötige. Um diese freie Software als frei von ethischen Werten und geschäftsfreundlich darstellen zu können, wurde beschlossen, einen neuen Marketing-Begriff für Freie Software einzuführen – der Begriff Open Source wurde von da an flächendeckend im Marketing genutzt und war auch der Namensgeber für die von Raymond, Perens und O’Reilly gegründete Open Source Initiative (OSI). Es wurden angepasste Open-Source-Lizenzen geschaffen, die den Bedürfnissen des Open-Source-Umfelds genügen und auch für Wirtschaftsunternehmen attraktiv sein sollten (Permissive licenses). Eine der bekanntesten Lizenzen, die aus diesen Bestrebungen hervorging, ist die Mozilla Public License.

Am 4. Dezember 2024 fand im Deutschen Bundestag eine öffentliche Anhörung des Digitalausschusses zum Thema „Open Source“ statt. Experten vom Fraunhofer-Institut, der Apache Software Foundation, der Open Source Business Alliance, der Sovereign Tech Agency, des Bundesverbands IT-Mittelstand, des Innovationsverbund öffentliche Gesundheit, der TU München und der Free Software Foundation Europe gaben im Vorfeld Stellungnahmen ab. Der Mehrheit der Experten zufolge ist das Engagement der aktuellen Bundesregierung hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Definition Definition der Open Source Initiative

Die Open Source Initiative (OSI) wendet den Begriff Open Source auf all die Software an, deren Lizenzverträge den folgenden drei charakteristischen Merkmalen entsprechen und die zehn Punkte der Open Source Definition erfüllen:

Die Software (d.h. der Quelltext) liegt in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vor: In der Regel handelt es sich bei dieser Form um die Quelltexte in einer höheren Programmiersprache. Vor dem eigentlichen Programmlauf oder Programmablauf ist es normalerweise notwendig, diesen Text durch einen Compiler in eine binäre Form zu bringen, damit das Computerprogramm vom Rechner ausgeführt werden kann. Binärprogramme sind für den Menschen im semantischen Sinne praktisch nicht lesbar. Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden: Für Open-Source-Software gibt es keine Nutzungsbeschränkungen, weder bezüglich der Anzahl der Benutzer noch bezüglich der Anzahl der Installationen. Mit der Vervielfältigung und der Verbreitung von Open-Source-Software sind auch keine Zahlungsverpflichtungen gegen einen Lizenzgeber verbunden. Es wird typischerweise nur die Weitergabe des Quelltextes gefordert. Die Software darf verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden: Durch den offengelegten Quelltext ist Verändern ohne weiteren Aufwand für jeden möglich. Weitergabe der Software soll ohne Lizenzgebühren möglich sein. Open-Source-Software ist auf die aktive Beteiligung der Anwender an der Entwicklung geradezu angewiesen. So bietet sich Open-Source-Software zum Lernen, Mitmachen und Verbessern an.

Open-Source bedeutet jedoch nicht, wie häufig angenommen, alles-ist-erlaubt; es sind Bedingungen an die Nutzung geknüpft. Völlig bedingungslose Nutzung existiert typischerweise nur bei gemeinfreier Software. Der erste BITKOM-Leitfaden zum Thema Open-Source-Software gibt folgende korrekte Beschreibung: „Die Verwertung, Vervielfältigung und Bearbeitung ist nicht vorbehaltlos gestattet, denn bei der Open Source Software wird vielfach die Einräumung von Nutzungsrechten von bestimmten Voraussetzungen abhängig gemacht. In dieser Weise kann Open Source Software abgegrenzt werden von Public Domain Software […]. Bei der Public Domain Software ist dem Nutzer die Vervielfältigung, Verbreitung und Veränderung uneingeschränkt und vorbehaltlos erlaubt.“bitkom.org (PDF; 590 kB).

Open-Source-Software (OSS) hat in der Praxis große Überschneidungen mit Freier Software, wie sie die FSF definiert.What is „free software“ and is it the same as „open source“? Open Source Initiative FAQ.Open source. Kategorien freier und unfreier Software (gnu.org). Beide Konzepte haben gemeinsam, dass der Quellcode von Software für Anwender verfügbar sein sollte. Es werden auch die gleichen Copyleft- und Freizügige-Softwarelizenzen, bis auf seltene Ausnahmen, von beiden Seiten als „Frei“ bzw. „Offen“ eingeordnet. Der primäre Unterschied liegt in der Terminologie und Sichtweise: Freie Software fokussiert auf den Aspekt der Nutzerkontrolle über Software und sieht Freie Software als wichtiges soziales, politisches und ethisches Anliegen.Warum Open Source das Ziel von Freie Software verfehlt, gnu.org. Die OSI vertritt die Sichtweise, dass der praktische Nutzen für die Allgemeinheit (Nutzer, Gesellschaft, Firmen etc.) einer frei verfügbaren Softwareinfrastruktur, eines freien Softwaremarktes und einer kollaborativen Entwicklungsmethode der entscheidende Aspekt sind.Mission of the Open Source Initiative – “The promise of open source is better quality, higher reliability, more flexibility, lower cost, and an end to predatory vendor lock-in.” auf opensource.org (englisch).

Weitergehende Definitionen mini|Open Source, abgeleitete “Open”-Konzepte und assoziierte Eigenschaften: Offenheit, Transparenz, gemeinschaftliche Zusammenarbeit mini|100px|Open-Educational-Resources-Logo mini|100px|Open-Source-Hardware-Logo mini|100px|Vores Øl – An Open Source Beer mini|100px|Open Access

Der Begriff Open Source beschränkt sich nicht ausschließlich auf Software, sondern wird auch auf Wissen und Information allgemein ausgedehnt. Darüber hat die Freie-Software-Bewegung in anderen Bereichen die Begründung vieler neuer „Open“-Bewegungen inspiriert, beispielsweise Open Content, Open-Source-Hardware und Open Access.

Beispiele dafür sind Wikipedia und die Wikimedia Commons, in deren Zusammenhang von freien Inhalten (Open Content) gesprochen wird. Weitere bedeutende Beispiele für Open Content sind OpenStreetMap und Open Educational Resources. Eine Lizenzfamilie, die für solche freien Inhalte („free cultural works“) geschaffen wurde, sind die Creative Commons Lizenzen.

Übertragen wurde die Idee des öffentlichen und freien Zugangs zu Information auch auf Entwicklungsprojekte. In diesem Zusammenhang wird oft von freier Hardware (Open Hardware) gesprochen, also freiem Zugang zu allen Informationen (Offener Standard, Offenes Format), um eine entsprechende Hardware herzustellen. Produktbeispiele auf Basis von offenen Standards und Rezepturen sind Vores Øl/Free Beer oder OpenCola.

Auch als „Offen“ und der Open-Source- und Open-Hardware-Bewegung nahestehend verstehen sich die FabLabs, die freien Zugang zur (Produktions-)Hardware vermitteln wollen.

Ein weiteres Beispiel ist die Open-Source Saatgut Lizenz, die das Prinzip auf die Pflanzenzüchtung zu übertragen versucht. Gemeinnützige Züchter können neue Sorten mit der viralen Lizenz (Copyleft) ausstatten, damit sich das genetische Material nicht mehr in ein Privatgut überführen lässt.

Open Access (englisch für offener Zugang) versucht, den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und anderen Materialien im Internet zu ermöglichen und Paywalls abzubauen. Ähnlich versucht Open Government, den Zugang zu Regierungsressourcen für Bürger zu erleichtern.

Definitionskonflikt mit „Freier Software“ Die Begriffe Open-Source-Software und Freie Software werden zwar häufig synonym verwendet, allerdings besteht die Möglichkeit einer unterschiedlich pointierten Interpretation. Obwohl sich in der eigentlichen Bedeutung die Open-Source-Definition kaum von freier Software unterscheidet, können beide Begrifflichkeiten bewusst verwendet werden, um unterschiedliche Assoziationen auszulösen. Der Begriff open source wurde eingeführt, nachdem die ursprüngliche Bezeichnung free software (freie Software) zu Irritationen führte, da sie oft als grundsätzlich kostenlose Software missverstanden wurde.

Der ältere Begriff Freie Software wird bereits seit den 1980ern von der Free Software Foundation (FSF) verwendet. Eine Fehlassoziation von Freier Software mit Freeware war häufig, da im Englischen frei für kostenlos wie auch Freiheit stehen kannfree-software. und freie Software in den meisten Fällen wirklich auch kostenlos erhältlich ist. Da mit Frei aber wirklich nur Freiheit von der FSF gemeint war, prägte diese den Slogan, „“ – „freie Meinungsäußerung, nicht Freibier“, um einer Assoziation von Freier Software mit kostenloser Software entgegenzuwirken.

Die mögliche Fehlinterpretation des zweideutigen Wortes „frei“ war Teil der Motivation für den Terminus Open Source, der ab Ende der 1990er Jahre mit Linux populär wurde.Josh McHugh: For the love of Hacking auf forbes.com, 6. Juni 2013 (englisch). Der Vorschlag kam 1998 von Christine Peterson vom Foresight InstituteHistory of the Open Source Initiative. bei der Gründung der OSI und Open-Source-Bewegung. Die frisch gegründete Open-Source-Bewegung entschied sich, Open Source anstelle des bereits existierenden FSF-Terminus Freie Software zu etablieren, In: opensource.org. da man hoffte, dass die Verwendung der Bezeichnung Open Source die Mehrdeutigkeit des Begriffs „frei“ beseitigt und damit eine bessere Akzeptanz des Open-Source-Konzepts auch bei der Wirtschaft ermöglicht. Außerdem vermied der Begriff Open Source eine Assoziation mit der Free Software Foundation und der GNU General Public License (GPL), die aus wirtschaftlicher Sicht problematisch sein kann.Marco Fioretti: Is it legal to sell GPL software? “Please note that ‘as much as you wish’ only applies to the executable form of the software, not its source code.” Techrepublic.com, 19. November 2013 (englisch). Der Begriff Open-Source-Software sollte auch eine Überlegenheit des kollaborativen, offenen Entwicklungsprozesses (siehe The Cathedral and the Bazaar von Eric Steven Raymond) hervorheben.

Seit der Einführung der konkurrierenden Bezeichnung Open Source kritisiert die FSF, dass auch diese Bezeichnung Verwirrung stiften kann. Der Begriff Open Source assoziiert die Verfügbarkeit des Quelltextes, sagt aber nichts über die gewährten Verwendungsrechte und Nutzungsfreiheiten aus. Ein Beispiel für eine solche Begriffsverwirrung ist die aktuelle Version des Kryptographieprogramms PGP der PGP Corporation: Diese wird als Open Source angepriesen, da der Quellcode betrachtet werden kann, jedoch unterliegt dieser keiner Open-Source-Lizenz. Weitergabe und Veränderung dieses Quellcodes sind verboten, so dass das Programm nicht unter die Open-Source-Definition fällt. Als Reaktion darauf ist GNU Privacy Guard entstanden, das den Open-Source-Anforderungen durch seine GPL-Lizenzierung gerecht wird.