Werner Riemerschmid (* 16. November 1895 in Maria Enzersdorf, Niederösterreich; † 16. April 1967 in Mödling, Österreich) war ein österreichischer Schriftsteller, Hörspielautor und Kritiker.

Leben Werner Riemerschmid leistete von 1915 bis 1917 Dienst im Ersten Weltkrieg. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er 1921 promovierte. An der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst studierte er die Schauspielerei. Anton Wildgans, der ebenfalls Jurist war, holte ihn 1923 an das Burgtheater als Lektor und Dramaturg.

Im Jahr 1928 wechselte er als Dramaturg und Spielleiter zur Radio Verkehrs AG (RAVAG). Als Schriftsteller hatte er 1931 seinen größten Erfolg mit dem Buch vom lieben Augustin. Bei der RAVAG war er bald ein beliebter Reporter, weil er als einer der ersten regelmäßig das Studio verließ und vor Ort recherchierte, und dadurch – wie es hieß – zu den Leuten hinausging. auf Ö1 Riemerschmid gilt als Vertreter des schwarzen Humors und Wegbereiter des Surrealismus in ÖsterreichÖsterreich-Lexikon. 3 Bände. Verlag-Gemeinschaft Österreich-Lexikon, Wien 2004, ISBN 3-85498-385-9..

Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.622.361).Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/16821419Eva Schobel: Albert Drach - ein wütender Weiser. Salzburg 2002. S. 432 Nach dem Anschluss Österreichs 1938 an das Deutsche Reich arbeitete Riemerschmid beim Reichssender Wien und beteiligte sich mit einem Beitrag am Bekenntnisbuch österreichischer Dichter (herausgegeben vom Bund deutscher Schriftsteller Österreichs)Bund Deutscher Schriftsteller Österreichs (Hg.), Bekenntnisbuch Österreichischer Dichter, Krystall Verlag, Wien 1938, das den Anschluss begeistert begrüßte. Auch an den zentralen NS-Sammelbänden Die Landschaft der deutschen Ostmark im lyrischen Gedicht (1939), Die Ostmark erzählt (1941), Gesänge der Ostmark (1938), Heimkehr ins Reich (1939) und Ostmark Lyrik (1939) beteiligte er sich mit Textbeiträgen. Riemerschmid war zwischen 1938 und 1945 ein vielfach publizierter und gut vernetzter Autor – sein Name fand sich auf wichtigen NS-Förderlisten.Vgl. Baur, Uwe/Gradwohl-Schlacher, Karin: Literatur in Österreich 1938–1945. Zensur und Förderung – Literarische Vereine – Anthologien. Bd. 5: Literarisches System in Österreich 1933/1938–1945. Wien etc.: Böhlau 2021, S. 30 f.

Ab 1955 war er Regisseur beim ORF. Riemerschmid starb 1967 in Mödling, wo er auch begraben wurde.

Werke Gedichte: Das verzauberte Jahr, 1936 Der Bote im Zwielicht, 1942 Euer Ruhm ist nicht fein, 1962 Steinbrüche, 1965 Brandwache, 1969 Romane: Das Buch vom lieben Augustin, 1930 Die Frösche von Sumpach, 1939 Schatten, 1947 Dramen: Die Heimfahrt Ottos III., 1928 Der Königsmacher, 1938 Zwischen Hades und Olymp, 1956 Novelle: Trakl, 1947 verschiedene Erzählungen, Hörspiele

Auszeichnung Kulturpreis des Landes Niederösterreich

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Einzelnachweise

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