Il mondo della luna (deutscher Titel: Die Welt auf dem Monde bzw. Die Welt auf dem Mond, Hob. XXVIII:7) ist eine Oper (Originalbezeichnung: „Dramma giocoso“) in drei Akten und vier Bildern von Joseph Haydn (Musik) mit einem Libretto eines unbekannten Bearbeiters nach Carlo Goldonis Libretto Il mondo della luna zur gleichnamigen Oper von Baldassare Galuppi von 1750. Die Uraufführung fand vermutlich am 3. August 1777 im Opernhaus von Schloss Eszterháza statt.

Handlung

Erster Akt

Sternenbedeckte Nacht, Vollmond; eine Terrasse oberhalb von Eccliticos Haus; in der Mitte ein Turm; ein großes Fernrohr

Szene 1. Der angebliche Astrologe Ecclitico will seinen vier Schülern durch das Fernrohr die Annäherung des Mondes an die Sonne zeigen (Chor: „O luna lucente“ – Chor: „Prendiamo, fratelli“). Während die Schüler das Fernrohr auf den Turm bringen, freut sich Ecclitico über seine lukrative Betrugsmasche. Sein nächstes Opfer soll der soeben eintreffende Buonafede werden.

Szene 2. Ecclitico macht Buonafede weis, dass der Mond bewohnt sei und man durch das Fernrohr die Menschen dort beobachten könne. Buonafede betritt neugierig das Observatorium.

Szene 3. Das vermeintliche Teleskop ist in Wirklichkeit eine Apparatur Eccliticos. Sie zeigt lediglich manipulierte Bilder, die seine beiden Diener Claudio und Pasquino mit kleinen Figuren erzeugen. Buonafede berichtet begeistert von seinen Beobachtungen: einem Mädchen, das einen alten Mann liebkost, einem Ehemann, der seine Frau verprügelt, und einem Liebhaber, der seine Geliebte an der Nase herumführt – alles sei viel besser als auf der Erde (Cavatinen „Ho veduto una ragazza“, „Ho veduto un buon marito“ und „Ho veduto dall‘amante“). Aus Dankbarkeit gibt er Ecclitico eine Geldbörse, verspricht, am nächsten Tag wiederzukommen und geht zufrieden ab (Arie: „La ragazza col vecchione“).

Szene 4. Eccliticos eigentliches Ziel ist nicht das Geld, sondern Buonafedes eifersüchtig bewachte Tochter Clarice, deren Hand ihm bisher verweigert wurde. Sein Freund Ernesto liebt dessen zweite Tochter Flaminia und sein Diener Cecco dessen Zofe Lisetta. Die beiden unterstützen Ecclitico auch finanziell bei dem Plan, die Mädchen dem Vater zu entreißen. Ecclitico hat sich dazu der Hilfe eines Mechanikers versichert (Arie Ecclitico: „Un poco di denaro“).

Szene 5. Ernesto hofft auf einen baldigen guten Ausgang der Aktion (Arie Ernesto: „Begli occhi vezzosi“).

Szene 6. Cecco lacht über die leichtgläubigen Menschen (Arie Cecco: „Mi fanno ridere“).

Zimmer im Haus Buonafedes mit einer offenen Loggia, einem kleinen Tisch, Lichtern und Stühlen

Szene 7. Die Schwestern Clarice und Flaminia sehnen sich danach, das Vaterhaus zu verlassen und zu heiraten. Clarice liebt Ecclitico vor allem wegen seines zeitaufwendigen Hobbys, das ihr Zeit lassen würde, eigenen Interessen nachzugehen. Die beiden wollen notfalls auch ohne Einverständnis ihres Vaters heiraten. Die Liebe hat nun einmal größere Macht als die Vernunft (Arie Flaminia: „Ragion nell’alma siede“).

Szene 8. Buonafede wirft Clarice vor, ohne seine Erlaubnis ihr Zimmer verlassen zu haben, und droht mit einer Strafe. Sie will sich auf keinen Fall einschüchtern lassen. Wenn ihr Vater ihr keinen Mann verschafft, sucht sie sich selbst einen nach ihrem eigenen Geschmack (Arie Clarice: „Son fanciulla da marito“).

Szene 9. Buonafede versucht, die Gunst seiner Zofe Lisetta zu erlangen, indem er ihr verspricht, sie ebenfalls durch Eccliticos Fernrohr blicken zu lassen. Die gerissene Lisetta ist allerdings nur hinter seinem Geld her (Arie Lisetta: „Una donna come me“).

Szene 10. Ecclitico verabschiedet sich von Buonafede mit der Behauptung, der Kaiser des Mondes habe ihn eingeladen, Mondbürger zu werden. Auf dem Mond lebe ein Astronom wie er selbst, der ihm durch die Fernrohre einen Trank geschickt habe, der ihn so leicht mache, dass er dorthin fliegen könne. Er gibt Buonafede auf dessen Drängen von diesem Wundermittel, bei dem es sich in Wirklichkeit um einen Schlaftrunk handelt. Die Wirkung tritt sofort ein. Während Buonafede einschläft, suggeriert ihm Ecclitico den Flug zum Mond (Finale: „Vado, vado; volo, volo“).

Szene 11. Clarice und Lisetta erschrecken, als sie ihren Vater in diesem Zustand vorfinden. Sie eilen fort, um Riechsalz zu holen. Unterdessen lässt Ecclitico den Schlafenden von seinen Dienern in seinen Garten bringen. Nach deren Rückkehr zeigt er den Mädchen ein fingiertes Testament Buonafedes, das sie schnell beruhigt, da es ihnen eine großzügige Mitgift verheißt.

Zweiter Akt

Wunderschöner Garten im Haus Eccliticos, der als Welt auf dem Mond umgestaltet wurde; darin einige seltsame astronomische Geräte, die Buonafede täuschen sollen

Szene 1. Buonafede schläft auf einem Bett aus Blumen. Der sonderbar gekleidete Ecclitico erklärt Ernesto seinen Plan, in den auch die beiden Schwestern eingeweiht sind. Nur Lisetta ist nicht einbezogen. Sie soll ebenfalls glauben, sich auf dem Mond zu befinden. Wenn alles klappt, wird es am Ende eine dreifache Hochzeit geben.

Szene 2. Während sich Ernesto zurückzieht, um seine eigene Rolle vorzubereiten, weckt Ecclitico Buonafede mit Riechsalz und zeigt ihm die wunderbare Welt auf dem Mond. Blumen blühen, Nachtigallen singen, und ein Windhauch erzeugt „süße Harmonien“ (Ballett).

Szene 3. Nach einem Tanz von Nymphen (Ballett) erscheinen vier Kavaliere mit Gefolge und überreichen die Buonafede die Kleidung, in der er vor den Kaiser treten soll (Chor: „Uomo felice“). Ecclitico bittet ihn, einen Moment zu warten, während er ihn ankündigt. Er verspricht, dass auch seine Töchter und die Zofe kommen werden. Damen hätten hier besondere Rechte, da ihre Gedanken vom Mond beeinflusst werden (Arie Ecclitico: „Voi lo sapete“).

Szene 4. Buonafede glaubt Ecclitico jedes Wort.

Szene 5. Im Hintergrund ziehen vier seltsam gekleidete Männer einen Triumphwagen, auf dem der als Kaiser verkleidete Cecco sitzt, zu seinen Füßen der als Held gekleidete Ernesto mit einem Stern an der Stirn. Buonafede schaut bewundernd zu. Der Wagen nähert sich zu den Klängen eines Marsches und hält in der Mitte der Bühne an. Ecclitico hilft Cecco mit unterwürfigen Gesten beim Ausstieg. Obwohl Buonafede die Ähnlichkeit des Helden mit Ernesto auffällt, lässt er sich schnell überzeugen, dass es sich um einen Doppelgänger mit Namen Hesperos („Morgenstern“) handle. Er bittet darum, auch die drei Frauen kommen zu lassen. Cecco verspricht ihm dies unter der Bedingung, dass die Zofe ihm selbst dienen solle. Er habe sie bereits durch ein Gerät auf der Erde gesehen. Überhaupt mache es den Menschen auf dem Mond viel Spaß, die Narreteien der Erdmenschen zu beobachten (Arie Cecco: „Un avaro suda e pena“). Er steigt auf seinen Wagen und fährt mit seinem Gefolge davon.

Szene 6. Ernesto fragt Buonafede nach seinen beiden Töchtern und erzählt ihm, wie man auf dem Mond mit den Frauen umgeht (Arie Ernesto: „Qualche volta non fa male“).

Szene 7. Buonafede besichtigt die wunderbare Welt des Mondes. Ein Echo antwortet ihm auf seine Fragen (Arie Buonafede: „Che mondo amabile“).

Szene 8. Zwei Männer bringen Lisetta, deren Augen verbunden sind, herbei. Ecclitico löst ihr die Binde und erklärt ihr, dass sie auf den Mond gebracht wurde, um den dortigen Kaiser zu heiraten. Sie glaubt ihm nicht.

Szene 9. Buonafede begrüßt seine Zofe, versichert ihr, dass sie tatsächlich auf dem Mond sind, und liebkost sie (Duett Lisetta/Buonafede: „Non aver di me sospetto“).

Szene 10. Cecco stellt sich Lisetta als Mondkaiser vor, lässt einen Thron für zwei Personen herbeischaffen und fordert sie auf, als Kaiserin darauf Platz zu nehmen. Obwohl Buonafede dies nicht gefällt, kann er dies nicht verhindern. Cecco führt Lisetta zum Thron (Recitativo accompagnato und Arie Lisetta/Cecco: „Lei è mio“ – „Se lo comanda“) und versichert Buonafede, dass auch seine beiden Töchter bald eintreffen werden.

Szene 11. Beim folgenden Ballett erscheinen Flaminia und Clarice in einer Maschine. Buonafede hilft ihnen beim Ausstieg. Cecco und Lisetta bleiben auf dem Thron sitzen. Auch Ernesto und Ecclitico treffen ein. Nach der Begrüßung bittet Cecco Ernesto, Flaminia in ihre Gemächer zu führen und in die hiesigen Gebräuche einzuweisen (Arie Flaminia: „Se la mia stella“).

Szene 12. Cecco ernennt Ecclitico zum Zeremonienmeister Clarices, und auch diese beiden gehen zufrieden ab (Arie Clarice: „Quanta gente che sospira“).

Szene 13. Cecco lässt die Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Lisetta beginnen.

Szene 14. Ecclitico verkündet, dass alles bereit ist.

Szene 15. Ernesto und zwei Pagen bringen zwei Tabletts mit Zepter und Krone (Finale: „Al comando tuo lunatico“), und Cecco krönt Lisetta eigenhändig. Alle machen sich in einer fiktiven Mondsprache über Buonafede lustig.

Szene 16. Nachdem auch Clarice und Flaminia zurückgekehrt sind, verfügt Cecco, dass jetzt auch diese beiden verheiratet werden sollen, wozu Buonafede sicher eine großzügige Mitgift bereitstellt. Diesem bleibt nichts anderes übrig, als den Schlüssel zu seinem Geldschrank herauszugeben und der Hochzeit Clarices mit Ecclitico und Flaminias mit Ernesto zuzustimmen. Da nun alle ihre Ziele erreicht sind, klären die Verschwörer die Komödie auf. Der getäuschte Buonafede rast vor Zorn.

Dritter Akt

Raum im Haus Eccliticos

Szene 1. Alle tragen wieder ihre normale Kleidung. Obwohl das Spiel beendet ist, wollen Ecclitico, Ernesto und Cecco ihr Opfer Buonafede nicht gehen lassen, bis er ihnen verziehen hat. Nach längerem Betteln und nachdem Ecclitico ihm den Schlüssel zurückgegeben hat, gibt Buonafede schließlich nach.

Szene 2. Zuerst erfährt Clarice von ihrem Glück. Sie kann Ecclitico jetzt endlich in die Arme schließen (Duett Clarice/Ecclitico: „Un certo ruscelletto“).

Szene 3. Auch die anderen treten ein. Buonafede hat jeder Tochter 6000 Scudi als Mitgift ausgesetzt, und sogar die Zofe Lisetta erhält 1000 Scudi. Alle feiern ihr Glück, das heute vom Mond auf die Erde kam (Finale: „Dal mondo della luna“).

Handlung der Fassung von Mark Lothar, 1932

Der junge Leandro ist bis über beide Ohren in Clarissa, die Tochter des reichen Kaufmanns Buonafede, verliebt. Dieser aber lehnt sein Werben kategorisch ab. Glücklicherweise hat Leandros Diener Cecco einen Doktor aus Bologna kennengelernt, der ihm Hilfe verspricht.

Buonafede liebt es, nachts den Himmel zu beobachten. Dabei hat es ihm besonders der Mond angetan. Allzu gerne wüsste er, wie es sich wohl da oben leben lässt. Da kommt es ihm gerade recht, dass ihm der Doktor aus Bologna ein Fernrohr verkaufen möchte, mit dem er auf dem Erdtrabanten die kleinsten Details erkennen kann. Das Ergebnis überrascht Buonafede. Der Doktor hakt nach und erklärt dem Kaufmann, er könne auf den Mond fliegen. Falls er mitkommen wolle, sei er willkommen. Buonafede ist von dem Plan begeistert und stimmt zu. Heimlich verabreicht der Doktor seinem Opfer einen Schlaftrunk. Als dieser seine Wirkung entfaltet, wird Buonafede in des Doktors Garten verfrachtet.

Eine Maschine erzeugt Blitz und Donner. Buonafede erwacht. Jetzt wird ihm vorgegaukelt, er befinde sich auf dem Mond. Doch die Welt auf dem Monde ist alles andere als schön. Buonafede muss mit ansehen, wie ein verliebtes Paar bösen Mächten entflieht und dabei getrennt wird. Das verzweifelte Mädchen stürzt sich in den Mondfluss. Als ihr Geliebter hinzukommt und fühlt, dass er seine Liebste nicht mehr zu retten vermag, wird er wahnsinnig.

Eigentlich hätte dieses Theater bezwecken sollen, dass Buonafede in Rührung verfällt und dem jungen Paar seinen Segen erteilt, aber Buonafede ist alles andere als gerührt. Darüber gerät Cecco, der den Beherrscher des Mondes spielt, derart aus seiner Rolle, dass Buonafede den Schwindel erkennt, den man ihm vorgespielt hat. Jetzt ist er noch unversöhnlicher als vorher. Erst als ihm klargemacht wird, dass er von der ganzen Stadt als Trottel verlacht würde, falls die Wahrheit ans Licht käme, lässt er sich umstimmen, sodass dem Happy End nichts mehr im Wege steht.

Gestaltung