mini|Mathilde Sussin als Isabella in Die Braut von Messina (1918), Foto: Becker und Maass Mathilde Sussin (* 21. September 1876 in Wien; † 2. August 1943 im KZ Theresienstadt) war eine österreichische Schauspielerin.

Leben Sie begann ihre künstlerische Laufbahn 1895 am Stadttheater Innsbruck. 1897 spielte sie in Aachen, 1898 in Preßburg und 1899 in Wiener Neustadt. 1901 kam sie nach Graz, wo sie 1901 als Lady Milford in Kabale und Liebe einen erfolgreichen Einstand feierte. 1906 trat sie erstmals in Berlin auf.

Ihr Fach war das der eleganten, empfindsamen Salondame. Sie agierte besonders in Stücken von Gerhart Hauptmann, Henrik Ibsen und Hermann Sudermann am Berliner Lessingtheater und seit 1916 am Staatstheater. In diesem Jahr erhielt sie ihre erste Filmrolle, und ab 1920 war sie oft in Stummfilmen zu sehen.

Ihr letztes Engagement nahm die jüdische Schauspielerin am Theater in der Stresemannstraße wahr, wo sie noch im Juni 1933 bei der Premiere des Stückes Andreas Hollmann von Hans-Christoph Kärgel mitwirkte. Zuletzt stand sie hier im Oktober im inzwischen in Theater an der Saarlandstraße umbenannten Haus an der Seite von Paul Wegener in Ibsens John Gabriel Borkman auf der Bühne. Mit der Errichtung der Reichstheaterkammer verlor sie jede Arbeitsmöglichkeit.

Am 9. September 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 606. Hier war sie noch aktiv im kulturellen Leben, u. a. bei Philipp Manes. Sie starb am 2. August 1943 im Alter von 66 Jahren an Tuberkulose.

Filmografie 1916: Der Letzte eines alten Geschlechtes 1919: Die Nackten. Ein sozialpolitischer Film 1920: Das Fest der schwarzen Tulpe 1920: Die Nacht der Prüfung 1921: Die Schuld des Grafen Weronski 1922: Zum Paradies der Damen 1922: Der Unheimliche 1922: Wenn die Maske fällt 1923: Buddenbrooks 1923: Das Haus ohne Lachen 1923: I.N.R.I. 1923: Seine Frau, die Unbekannte 1924: Tragödie im Hause Habsburg 1925: Ein Walzertraum 1925: Freies Volk 1925: Die Frau mit dem schlechten Ruf 1926: Vater werden ist nicht schwer... 1926: Man spielt nicht mit der Liebe 1926: Menschen untereinander 1927: Violantha 1927: Die berühmte Frau 1927: Feme 1927: U 9 Weddigen 1928: Ich hatte einst ein schönes Vaterland 1928: Die Heilige und ihr Narr 1928: Zuflucht 1929: Frühlings Erwachen 1929: Die Vierte von rechts 1930: Flachsmann als Erzieher 1930: Ein Tango für Dich 1932: Das erste Recht des Kindes 1932: Das Blaue vom Himmel

Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 1020, (). Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 563 f. Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 333.

Weblinks

Mathilde Sussin liest „Die Weihnachtsgeschichte“ mit dem Basilica-Chor von St. Hedwig (Berlin), Chorleitung: Pius Kalt, gesichtet: 21. Juni 2012

Einzelnachweise

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