Helgard Bruckhaus, auch Hallgard Bruckhaus oder Halgerd Bruckhaus-Leippi, (* 11. August 1939Eintrag in der Synchrondatenbank; † 18. November 2022) war eine deutsche Synchron- und Hörspielsprecherin.
Leben Helgard Bruckhaus war Ende der 1960er Jahre u. a. am Staatstheater Braunschweig als Schauspielerin tätigKlaus Dermutz: Die Verwandlungen des Gert Voss. Gespräche über Schauspielkunst. Residenz, Wien 2001, ISBN 978-3-7017-3036-0, S. 242.Roland Koberg und Henrike Thomsen: Claus Peymann. Aller Tage Abenteuer. Henschel, Berlin 1999, ISBN 978-3-89487-333-2, S. 378., in den 1970er Jahren arbeitete sie beim Sender Freies Berlin als Reporterin und lebte in Berlin-Charlottenburg.
Neben ihrer journalistischen und Bühnentätigkeit war Bruckhaus seit 1968 umfangreich als Synchronsprecherin im Einsatz. Sie ist Cineasten vor allem als die ehemalige Standardsynchronstimme von Sigourney Weaver und Meryl Streep bekannt. Hervorzuheben sind hier ihre Arbeiten in der Alien-Reihe und in Jenseits von Afrika. Bruckhaus zeichnete sich durch eine feste, aber warme und emotional sehr facettenreiche Stimme aus. Sehr häufig lieh sie auch Glenn Close oder Brigitte Fossey ihre Stimme, des Weiteren Louise Fletcher in der ersten Synchronisation von Exorzist 2 und Connie Booth im Weihnachtsklassiker Der kleine Lord. Einige klassische Darstellerinnen der Goldenen Ära Hollywoods sind ebenfalls mit ihrer Stimme zu hören, etwa Barbara Stanwyck in Hier ist John Doe, Claire Trevor in Mord, mein Liebling und Barbara Bel Geddes in der zweiten Synchronisation von Vertigo.
Bruckhaus erlangte besonders große Bekanntheit als Sprecherin in Hörspielen, darunter Benjamin Blümchen und vor allem Bibi Blocksberg, wo sie als Stimme von Mutter Barbara Blocksberg bis zur Folge 90 im Jahr 2008 zu hören war. Bereits 1995 zog sich Bruckhaus komplett aus der Filmsynchronisation zurück. Nachdem sie die Aufnahmen für die deutsche Fassung von Die Brücken am Fluss von Clint Eastwood aufgenommen hatte, zwangen sie schwere gesundheitliche Probleme zur Aufgabe der kräftezehrenden Tätigkeit. „Ihre“ Stars wurden dann zumeist von Karin Buchholz und Dagmar Dempe übernommen.
Seit 1991 wohnte Helgard Bruckhaus gemeinsam mit ihrem Ehemann – dem Schauspieler, Journalisten und Hörspielsprecher Woldemar Leippi (1930–2018) – abwechselnd in Berlin und Italien, seit Mitte der 1990er vor allem in Oberhaching. Sie starb am 18. November 2022 im Alter von 83 Jahren und wurde neben ihrem verstorbenen Mann beigesetzt.
Synchronarbeiten (Auswahl) Meryl Streep 1981: Die Geliebte des französischen Leutnants – als Sarah Woodruff / Anna 1982: Sophies Entscheidung – als Sophie Zawistowski 1983: Silkwood – als Karen 1984: Der Liebe verfallen – als Molly Gilmore 1985: Jenseits von Afrika – als Karen Blixen 1986: Sodbrennen – als Rachel Samstat 1987: Wolfsmilch – als Helen Archer 1988: Ein Schrei in der Dunkelheit – als Lindy Chamberlain 1989: Die Teufelin – als Mary Fisher 1993: Das Geisterhaus – als Clara del Valle Trueba Sigourney Weaver 1979: Alien – als Ellen Ripley 1986: Aliens – Die Rückkehr – als Ellen Ripley 1988: Gorillas im Nebel – als Dian Fossey 1989: Ghostbusters II – als Dana Barrett 1992: Alien 3 – als Ellen Ripley 1994: Der Tod und das Mädchen – als Paulina Escobar
Filme 1932: Reise ohne Wiederkehr – als Betty Barrel House (Aline MacMahon) (Synchronisation 1979) 1958: Vertigo – Aus dem Reich der Toten – als Midge Wood (Barbara Bel Geddes) (Synchronisation 1984) 1969: Asphalt-Cowboy – als Bedienung (Joan Murphy) 1974: Dark Star – Finsterer Stern – als Computerstimme 1974: Frankenstein Junior – als Inga (Teri Garr) 1974: Vincent, François, Paul und die anderen – als Lucie (Marie Dubois) 1974: Eiskalt wie das Schweigen – als Peggy Lister (Mireille Darc) 1975: Straßen der Nacht – als Nicole Britton (Catherine Deneuve) 1976: Die Unbestechlichen – als Judy Hoback (Jane Alexander) 1976: Flucht ins 23. Jahrhundert – Stimme der Stadt 1977: Der Mann, der die Frauen liebte – als Geneviève Bigey (Brigitte Fossey) 1977: Jesus von Nazareth – als Elisabet (Marina Berti) 1980: Der kleine Lord – als Mrs. Errol (Connie Booth) 1980: Mord im Spiegel – als Lola Brewster (Kim Novak) 1984: Ronja Räubertochter – als Undis (Med Reventberg) 1988: Gefährliche Liebschaften – als Marquise Isabelle de Merteuil (Glenn Close)
Serien 1978–1991: Dallas – als Marilee Stone (Fern Fitzgerald) 1979: Madita – als Maditas Mutter (Monica Nordquist) 1983: Hart aber herzlich – als Blair Craddock (Amanda McBroom) 1985: Hart aber herzlich – als Janet (Diana Muldaur)
Hörspiele 1977: Hans Magnus Enzensberger: Die Bakunin Kassette. Eine Fälschung – Regie: Manfred Marchfelder (Hörspiel – WDR/SR) 1980–2008: Elfie Donnelly: Benjamin Blümchen//Bibi Blocksberg, v. a. als Barbara Blocksberg, daneben als Ottos Mutter und als Frau Dr. Weiss, Chefin der Raumfahrtbehörde.
Weblinks
Hallgard Bruckhaus Verzeichnis der Hörspiele Bruckhaus, Hallgard auf synchrondatenbank.de
Einzelnachweise
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