mini|Blick vom Burgberg auf die Erlanger Innenstadt, 1732, … mini|… 1860, … Erlangen ist eine Großstadt im Regierungsbezirk Mittelfranken des Freistaates Bayern. Die kreisfreie Stadt ist Universitätsstadt, Sitz des Landratsamts des Landkreises Erlangen-Höchstadt und mit  Einwohnern (Stand ) die viertgrößte Stadt Frankens, nach Nürnberg, Fürth und Würzburg, sowie die kleinste der insgesamt acht Großstädte Bayerns. Die Einwohnerzahl überschritt 1974 erstmals die Grenze von 100.000, wodurch Erlangen zur Großstadt wurde. Erlangen steht aktuell (Stand: Dezember 2025) auf Platz 69 der größten Städte Deutschlands.

Erlangen, Nürnberg und Fürth bilden zusammen eine der drei Metropolen in Bayern. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden diese Städte die Europäische Metropolregion Nürnberg, eine von elf Metropolregionen in Deutschland. Das Städtedreieck ist das Kernland des Ballungsraumes Nürnberg.

Heute wird die Stadt vor allem durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und den Technologiekonzern Siemens geprägt.

Geographie Erlangen befindet sich am Rande des mittelfränkischen Beckens. Nordöstlich und östlich erstreckt sich das Erlanger Oberland, daran anschließend befinden sich die Höhenzüge der Fränkischen Schweiz.

Die Stadt liegt im Tal der Regnitz, die das Stadtgebiet von Süden nach Norden in zwei etwa gleich große Hälften teilt. Im Westen der Stadt verläuft, parallel zur Regnitz, der Main-Donau-Kanal. Nördlich der Innenstadt mündet die von Osten kommende Schwabach, im Süden der Stadt die von Westen kommende Mittlere Aurach in die Regnitz. Darüber hinaus hat die Stadt mit dem Ortsteil Tennenlohe im Süden Anteil am Knoblauchsland.

Lage und Entfernungen der nächstgelegenen größeren Städte zu Erlangen:

Schweinfurt (100 km) Bamberg (40 km) Bayreuth (90 km) Frankfurt am Main (220 km)Würzburg (100 km) 100px Weiden i. d. OPf. (85 km) Grenze TschechienWaidhaus (140 km) Ansbach (45 km) Nürnberg (20 km)Ingolstadt (120 km)München (190 km) Regensburg (120 km)

Nachbargemeinden Folgende Gemeinden beziehungsweise gemeindefreien Gebiete grenzen an die Stadt Erlangen, sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt:

Das gemeindefreie Gebiet Mark, die Gemeinden Möhrendorf, Bubenreuth, Marloffstein, Spardorf und Buckenhof sowie das Waldgebiet Buckenhofer Forst (alle zum Landkreis Erlangen-Höchstadt gehörend), die kreisfreien Städte Nürnberg und Fürth, die Gemeinde Obermichelbach (Landkreis Fürth) sowie die Stadt Herzogenaurach und die Gemeinde Heßdorf (beide Landkreis Erlangen-Höchstadt).

Panoramabild

Stadtgliederung mini|Stadtteile und statistische Bezirke der Stadt Erlangen Erlangen besteht amtlich aus neun Stadtteilen und 40 statistischen Bezirken. Daneben ist das Stadtgebiet in zwölf grundbuch- und vermessungsrechtlich relevante Gemarkungen unterteilt, deren Grenzen weitgehend von denen der statistischen Bezirke abweichen. Bei den Gemarkungen und statistischen Bezirken handelt es sich teilweise um ehemals selbständige Gemeinden. Andererseits befinden sich darunter neuere Siedlungen, deren Bezeichnungen sich ebenfalls als Stadtteilnamen eingeprägt haben. Die traditionellen und subjektiv wahrgenommenen Grenzen der Stadtteile weichen jedoch oft von den amtlich festgelegten ab. Nr. Stadtteil Statistischer Bezirk Bevölkerung 2025 Bevölkerungs-prognose 2041 Flächehttps://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Statistik/Statistik%20Aktuell/13-4_B_2022_3.pdf?tn=1&q=normal&s=list Bevölkerungs-dichte 2025 (Einwohner pro km²) Innenstadt 11.748 11.677 2.688.472 m² 4.370 01 Altstadt 3.488 3.290 553.021 m² 6.307 02 Markgrafenstadt 4.130 3.977 672.985 m² 6.137 03 Rathausplatz 2.622 2.918 433.055 m² 6.055 04 Tal 1.508 1.492 1.029.411 m² 1.465 Regnitz 9.497 9.426 5.942.960 m² 1.598 10 Heiligenloh 3.236 3.293 1.323.684 m² 2.445 11 Alterlangen 2.776 2.679 2.188.264 m² 1.267 12 Steinforst 3.485 3.454 2.431.012 m² 1.434 Nord 17.355 18.215 6.710.924 m² 2.586 20 Burgberg 3.554 3.499 1.903.270 m² 1.867 21 Meilwald 931 900 1.950.852 m² 477 22 Sieglitzhof 4.756 4.745 1.216.644 m² 3.909 23 Loewenich 1.848 1.817 396.503 m² 4.661 24 Buckenhofer Siedlung 3.056 3.000 785.896 m² 3.889 25 Stubenloh 3.210 4.254 457.759 m² 7.012 Ost 17.205 17.452 3.795.759 m² 4.533 30 Röthelheim 5.747 5.641 776.654 m² 7.400 32 Sebaldus 5.059 5.151 1.452.294 m² 3.483 33 Röthelheimpark 6.399 6.660 1.566.811 m² 4.084 Süd 29.479 32.209 9.757.699 m² 3.021 40 Anger 7.246 7.370 1.477.997 m² 4.903 41 Rathenau 5.662 5.712 865.330 m² 6.543 42 Schönfeld 5.190 5.238 744.956 m² 6.967 43 Forschungszentrum 1.380 3.697 3.383.338 m² 406 44 Bachfeld 5.719 5.831 1.637.456 m² 3.493 45 Bierlach 4.282 4.361 1.648.622 m² 2.597 Südost 8.139 8.203 9.177.798 m² 887 50 Eltersdorf 3.187 3.144 2.804.863 m² 1.136 51 St. Egidien 351 455 3.504.512 m² 100 52 Tennenlohe 4.601 4.604 2.868.423 m² 1.604 Südwest 5.474 5.464 15.400.573 m² 355 60 Neuses 184 182 2.712.378 m² 68 61 Frauenaurach 3.454 3.486 3.729.129 m² 926 62 Kriegenbrunn 1.160 1.129 4.888.890 m² 237 63 Hüttendorf 676 667 4.070.176 m² 166 West 18.201 19.189 12.486.947 m² 1.458 70 Kosbach 908 871 1.841.504 m² 493 71 In der Reuth 1.020 963 1.225.857 m² 832 73 Häusling 205 207 1.334.745 m² 154 74 Steudach 352 462 2.366.783 m² 149 75 Industriehafen 53 63 1.615.434 m² 33 76 Büchenbach Dorf 4.213 4.335 1.721.376 m² 2.447 77 Büchenbach Nord 5.581 5.668 845.269 m² 6.603 78 Büchenbach West 5.869 6.620 1.535.979 m² 3.821 Dechsendorf 3.622 3.596 ca. 11,00 km² 329 80 Dechsendorf West 1.311 1.315 2.888.602 m² 454 81 Dechsendorf Ost 2.237 2.261 3.220.085 m² 695 82 Mönau 0 0 circa 4,89 km² 0   Erlangen 120.646 125.409 76,96 km² 1.568

Stadtteile und statistische Bezirke

Gemarkungen

Die Stadt Erlangen besteht aus den folgenden Gemarkungen: Gemarkungs-schlüssel Gemarkung FlächeBayerisches Landesamt für Digitalisierung, Breitband, und Vermessung: Gemarkungen im Shape-Format. Stand ca. 2019. Fläche: Ellipsoid — EPSG:7019, Stand ca. 2019.km² EinwohnerZensus2011-05-09Geoindex. Die Summe für die Stadt Erlangen beträgt 103662 und weicht damit leicht ab vom Zensus-Ergebnis 103719. Einge-meindung Bevölkerungsdichte (EW/km²)2765 Büchenbach 7,52 16.565 1923-08-01 2.2032760 Bruck 4,29 14.656 1924-09-15 3.4162771 Eltersdorf 6,53 3.951 1972-07-01 6052772 Erlangen 21,75 54.320 - 2.4972780 Frauenaurach 5,53 3.606 1972-07-01 6522786 Großdechsendorf 6,00 3.280 1972-07-01 5472800 Hüttendorf 4,70 619 1972-07-01 1472808 Klosterwald 1,58 0 1972-07-01 02809 Kosbach 5,29 1.393 1967-01-01 2632811 Kriegenbrunn 4,48 1.217 1972-07-01 2712817 Mönau 4,81 59 1972-07-01 122836 Tennenlohe 4,47 3.996 1972-07-01 894 Stadt Erlangen 76,96 103.719 1.348 mini|hochkant=1.2|zentriert|Gemarkungen der Stadt Erlangen

Ortslagen Einige noch gebräuchliche Namen von historischen Ortslagen wurden bei den amtlichen Bezeichnungen nicht berücksichtigt. Beispiele sind: Brucker Werksiedlung (in der Gemarkung Bruck) Erba-Siedlung (in der Gemarkung Bruck, am Anger) Essenbach (am Burgberg, nördlich der Schwabach) Heusteg (in der Gemarkung Großdechsendorf) Königsmühle (in der Gemarkung Eltersdorf) Paprika-Siedlung (in der Gemarkung Frauenaurach, auf der ehemaligen Hutweide bei Schallershof) Schallershof (in der Gemarkung Frauenaurach) Siedlung Sonnenblick (in der Gemarkung Büchenbach) Stadtrandsiedlung (in der Gemarkung Büchenbach) St. Johann (im Statistischen Bezirk Alterlangen) Werker (am Burgberg, östlich der Regnitz) Zollhaus (östliche Innenstadt)

Klima Durch seine Lage in Mitteleuropa befindet sich Erlangen in der kühlgemäßigten Klimazone. Der Ort ist weder eindeutig dem Kontinentalklima noch dem Maritimklima zuzuordnen. Typisch für den kontinentalen Einfluss ist der geringe Jahresniederschlag von 645 mm. Insbesondere im Herbst und Winter sorgt der Regnitzgrund häufig für Nebel. In Erlangen schlugen im Jahr 2020 97 Erdblitze ein.

Geschichte Allgemeine Geschichte der Stadt Ur- und Frühgeschichte mini|Der Kosbacher Altar

In der Urgeschichte Bayerns spielte das Regnitztal als Durchgangsweg in Nord-Süd-Richtung schon frühzeitig eine Rolle. In Spardorf wurde in Löss-Ablagerungen ein Klingenkratzer gefunden, der dem Gravettien zugeschrieben wird und damit etwa 25.000 Jahre alt ist.Christine Bockisch-Bräuer, Martin Nadler, Wolfgang Weißmüller, Christian Züchner, Thomas Engelhardt: Vorgeschichte im Erlanger Raum. Begleitheft zur Dauerausstellung, Hrsg. vom Stadtmuseum Erlangen, 2002. Aufgrund der relativ kargen Böden sind im Erlanger Raum erst am Ende der Jungsteinzeit (Endneolithikum, etwa 2800–2200 v. Chr.) Ackerbau und damit verbundene Siedlungen nachweisbar. Aus diesem Zeithorizont stammen die „Erlanger Zeichensteine“ im Mark-Forst nördlich der Stadt (mit Petroglyphen versehene Sandsteinplatten),Martin Nadler: Spätneolithische Stelen und Petroglyphen? Zu einer Neubewertung der sog. Zeichensteingräber im mittleren Regnitztal. In: Hans-Jürgen Beier, Ralph Einicke, Eric Biermann (Hrsg.): Varia Neolithica VII: Dechsel, Axt, Beil & Co – Werkzeug, Waffe, Kultgegenstand? – Aktuelles aus der Neolithforschung. Beiträge der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Werkzeuge und Waffen im Archäologischen Zentrum Hitzacker 2010. Langenweißbach 2011, S. 171–182. die während der Urnenfelderzeit (1200–800 v. Chr.) sekundär wieder als Grabeinfassungen verwendet wurden.Christian Züchner: Die Erlanger Zeichensteine. Eine besondere Grabform der späten Bronzezeit. In: Vorgeschichte im Erlanger Raum. Begleitheft zur Dauerausstellung, Hrsg. vom Stadtmuseum Erlangen, S. 70–71.

Der 1913 untersuchte Grabhügel in der Gemarkung Kosbach enthielt Funde aus der Urnenfelderzeit sowie aus der Hallstatt- und Latènezeit.Rudolf Herold: Beiträge zur Vorgeschichte Erlangens und seiner Umgebung: I. Funde und Grabungen vor August 1913; II. Die Grabung bei Kosbach im August 1913. Der Kosbacher Altar. Sitzungsberichte der Physikalisch-Medizinischen Sozietät in Erlangen Band 45, 1913, S. 55–92. Der Fuß des Hügels stößt an den sogenannten Kosbacher Altar aus der jüngeren Hallstattzeit (etwa 500 v. Chr.), eine in dieser Form einzigartige, quadratische Steinsetzung mit vier aufrecht stehenden, figürlichen Pfeilern an den Ecken und einem ebensolchen in der Mitte.Martin Nadler, Brigitte Kaulich: Ein Grabhügel im Mönau-Forst bei Erlangen-Kosbach. In: Konrad Spindler (Hrsg.): Vorzeit zwischen Main und Donau. Neue archäologische Forschungen und Funde aus Franken und Altbayern. Erlanger Forschungen Reihe A, Band 26, 1980, S. 173–205. Die Rekonstruktion der Anlage kann im Gelände besichtigt werden, die mittlere Wächterfigur ist im Stadtmuseum ausgestellt.

Von der Villa Erlangen bis zum Dreißigjährigen Krieg mini|links|Urkunde Kaiser Heinrichs II. aus dem Jahr 1002 mit der ersten Erwähnung Erlangens

Erlangen wird erstmals namentlich in einer Urkunde aus dem Jahre 1002 erwähnt. Die Herkunft des Ortsnamens Erlangen ist nicht geklärt. Versuche der Lokalforschung, den Namen von Erlen (Baumart) und Anger (Wiesengrund) abzuleiten, halten der Ortsnamenforschung nicht stand.Andreas Jakob: Die Entwicklung der Altstadt Erlangen. In: Jahrbuch für fränkische Landesforschung. Band 50, Neustadt a. d. Aisch 1990, , S. 37 ff.