300px|mini|links|Ursprung und Verbreitung der Sinotibetische Sprachen. Rotes Oval ist die späte Cishan- und die frühe Yangshao-Kultur. Schwarzer Pfeil ist der vermutete Pfad der nicht-sinitischen Expansion. Nachdem die linguistisch vergleichende Methode auf die von Laurent Sagart im Jahr 2019 entwickelte Datenbank mit vergleichenden linguistischen Daten angewendet wurde, um Lautkorrespondenzen zu identifizieren und Kognaten zu ermitteln, werden phylogenetische Methoden verwendet, um Beziehungen zwischen diesen Sprachen abzuleiten und das Alter ihrer Herkunft und ihres Heimatlandes zu schätzen.
Die Cishan-Kultur () ist eine nach dem Fundort Cishan (Stadt Wu’an (武安市), Provinz Hebei, Nordchina) benannte frühe neolithische Kultur. Die Cishan-Stätte ist der namengebende Fundort und wurde 1973 entdeckt. Die Kultur war hauptsächlich im Südteil der Provinz Hebei verbreitet.
Nach der Radiokohlenstoffdatierung wird sie auf die Zeit von ca. 5400 bis 5100 v. Chr. datiert.Cihai, S. 247b. Im Großen und Ganzen ist sie der Peiligang-Kultur ähnlich, ihre Kulturformen sind relativ nah verwandt. Bisweilen werden die beiden Kulturen auch zusammen als Cishan-Peiligang-Kultur oder Peiligang-Cishan-Kultur bezeichnet.
Die Landwirtschaft war bereits entwickelt, in einigen Vorratsgruben wurde angehäufte Hirse (genauer: Kolbenhirse; chin. xiǎomǐ; engl. foxtail millet) entdeckt, was bedeutet, dass die Landwirtschaft bereits in ziemlichem Umfang betrieben wurde. An Haustieren wurden Schweine und Hunde gezüchtet, wahrscheinlich auch Hühner. Das Sammeln, der Fischfang und die Jagd hatten auch einen sehr großen Anteil.
An Werkzeugen wurden hauptsächlich polierte Steinwerkzeuge verwendet, darunter für die Verarbeitung des Getreides eine weidenblattförmige Sattelmühle (shímòpán) sowie Steinsicheln. Die Brenntemperatur der Töpferwaren war relativ gering, an Gefäßformen sind unter anderem der dreifüßige Tontopf (bō 钵), Schale (wǎn 碗) und der Zweiösenkrug (shuāngěrhú 双耳壶) anzutreffen. Auch tönerne ding-Gefäße wurden entdeckt. Wassererhitzungstechniken treten bereits auf, was den Beginn des Kochens in Tongefäßen kennzeichnet. Das Trinken und Essen erfolgte bereits aus unterschiedlichen Utensilien.Zhongguo pengren baike quanshu, S. 772a
Die Cishan-Stätte () steht seit 1988 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (3-188).
Siehe auch Liste neolithischer Fundstätten in China Denkmäler der Volksrepublik China (Hebei)
Literatur
Hebei sheng wenwu guanlichu (Hrsg.): „Hebei Wu'an Cishan yizhi“ (Die Stätte von Cishan in Wu'an, Provinz Hebei), Kaogu Xuebao 1981(3): 303-338. Zhou Benxiong (周本雄): „Hebei Wu'an Cishan yizhi de dongwu guhai“ (Tierknochen der Cishan-Stätte in Wu'an, Provinz Hebei), Kaogu Xuebao 1981(3): 339-346. Zhongguo da baike quansu chuban faxing (Herausgebergruppe des Verlages der Großen Chinesischen Enzyklopädie), Hrsg.: Zhongguo pengren baike quanshu [Enzyklopädie der chinesischen Küche], Peking 1995; ISBN 7-5000-5125-5 Cihai („Meer der Wörter“); Shanghai: Shanghai cishu chubanshe 2002; ISBN 7-5326-0839-5
Weblinks
Cishan yizhi (chin. mit Abb.)
Einzelnachweise
Kategorie:Jungsteinzeitliche Kultur (China) Kategorie:Hebei Kategorie:Nationales Kulturdenkmal der Volksrepublik China Kategorie:6. Jahrtausend v. Chr.