Fidschi, offiziell Republik Fidschi (auf Fidschi: Viti bzw. Matanitu ko Viti; bzw. Republic of Fiji), ist ein Inselstaat im Südpazifik nördlich von Neuseeland und östlich von Australien. Fidschi ist mit knapp einer Million Einwohner der bevölkerungsreichste Staat Ozeaniens nach Australien und Neuseeland. Mehr als drei Viertel der Einwohner leben auf der Hauptinsel Viti Levu.

Fidschi ist seit 1970 unabhängig vom Vereinigten Königreich und seitdem ein Mitglied des Commonwealth of Nations sowie seit 1987 eine Republik. Fidschis jüngere Geschichte wurde durch den Konflikt zwischen der indigenen fidschianischen Mehrheit und der indischstämmigen Minderheit des Landes dominiert.

Die Demokratie in Fidschi ist schon lange angeschlagen, es wird als Hybridregime eingeordnet.

Geographie Geologie Fidschi ist eine isolierte Inselgruppe im Südwestpazifik und liegt etwa 2100 Kilometer nördlich von Auckland, Neuseeland. Die Küstenlänge beträgt insgesamt 1129 Kilometer. Der Archipel besteht aus 332 Inseln mit einer Gesamtfläche von 18.274 Quadratkilometern (etwas weniger als Sachsen), von denen 110 bewohnt sind. Außerhalb des Fidschi-Archipels gehört noch die Insel Rotuma im äußersten Norden sowie das Atoll Ceva-i-Ra im äußersten Südwesten zum Staatsgebiet Fidschis.

Die Hauptinseln Viti Levu (10.429 km²) und Vanua Levu (5556 km²) umfassen fast 90 % der Landesfläche und sind wie die meisten der Fidschiinseln vulkanischen Ursprungs, die kleineren entstanden aus Korallenriffen. Auf den beiden großen Inseln liegen zerklüftete Gebirgsketten, die sich über schmalen Küstenebenen und vorgelagerten Korallenriffen erheben. Der höchste Berg ist mit der Tomanivi (vormals: Mount Victoria) auf Viti Levu. Neben Viti Levu und Vanua Levu sind noch Taveuni (470 km²), Kadavu (411 km²) sowie Gau und Koro (je 140 km²) von gewisser Größe.

Fidschi liegt am nordöstlichen Ende der Indisch-Australischen Platte, wo sie im Bereich des Fidschi-Beckens unter die Pazifische Platte absinkt. Fidschi ist Teil des Pazifischen Feuerrings.

Klima mini|links|Klimadiagramm von Suva Es herrscht tropisch-heißfeuchtes Klima mit Temperaturen von 16 bis 32 Grad Celsius (nach Köppen-Geiger-Klassifikation fast ausschließlich Af-Klima, in schmalen Küstenregionen im Westen auch Am-Klima). In der niederschlagsreicheren Sommerzeit von November bis April suchen tropische Wirbelstürme (Zyklone) den Südpazifik heim. Statistisch wird die Inselgruppe in 10 Jahren von 10 bis 12 Wirbelstürmen betroffen, wovon zwei bis drei schwere Schäden verursachen. In den Wintermonaten von Mai bis Oktober bringen beständige Südostwinde kühlere Luft. Diese trifft auf warme äquatoriale Luft (South Pacific Convergence Zone) und verursacht Wolkenbildung und Regenfälle. Diese durch Passatwinde verursachten Wetterlagen bringen speziell der bergigen, dicht bewaldeten Südostküste der Hauptinsel (Viti Levu) starke Regenfälle. Die westlichen Hänge mit lichtem Baumbestand und Grasland sind wesentlich trockener. Über zwei Drittel der Landesfläche von Fidschi sind bewaldet und nur ein geringer Anteil ist Weideland.

Flora und Fauna An den Küsten finden sich Mangroven, während im Inneren der größeren Inseln natürlicherweise entweder tropischer Regenwald (an den Luvseiten) oder aber Savannenformationen vorherrschen. Aufgrund seiner isolierten Lage beherbergt Fidschi eine eigenständige Pflanzen- und Tierwelt, die sich aus Arten zusammensetzt, die selbst oder deren Vorfahren die Weiten des Pazifischen Ozeans vor allem von Westen her überqueren konnten. Dies geschah entweder aus eigener Kraft (etwa Seevögel), passiv z. B. durch Drift mittels Treibgut oder möglicherweise auch im Zuge katastrophaler Ereignisse wie Tsunamis oder tropischer Wirbelstürme.

mini|Redigobius bikolanus zählt zu den auf Fidschi heimischen Fischen. Die Süßgewässer von Fidschi werden von insgesamt 53 Arten von Süß- und Brackwasserfischen bevölkert, dabei sind vor allem die Familien der Grundeln und der Schläfergrundeln, mit neun bzw. mit sechs Arten vertreten. Der Milchfisch, drei Arten der Flaggenschwänze, vier Arten von Meeräschen und drei Arten der Seenadelgattung Microphis leben küstennah im Brackwasser. Raubfische sind die drei Arten der Flussaale, die ins Süßwasser wandernde Muräne Gymnothorax polyuranodon und der Barramundi. Vom Menschen eingeführt wurden einige Karpfenfische, darunter der Karpfen, der Silberkarpfen und der Blaubandbärbling, Lebendgebärende Zahnkarpfen, wie Guppy, Schwertträger und Moskitofisch, sowie drei Buntbarscharten der Gattung Oreochromis.FishBase List of Freshwater Fishes for Fiji Islands

Es gibt auf den Inseln zwei hier endemische Froscharten: Platymantis vitianus (engl. Name: „Fiji Ground Frog“) und Platymantis vitiensis (engl. Name: „Fiji Tree Frog“). Abgesehen von der vom Menschen eingeführten Aga-Kröte sind dies die einzigen Amphibien Fidschis.Liste der Amphibienarten Fidschis bei Amphibiaweb Beide weisen eine direkte Entwicklung auf – aus ihren an Land abgelegten Eiern schlüpfen also fertig entwickelte Jungfrösche, keine Kaulquappen. Platymantis vitiensis gehört außerdem zu den wenigen Froschlurcharten weltweit, bei denen nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen zu Lautäußerungen fähig sind.Artporträt (mit Fotos) von Platymantis vitiensis bei Amphibiaweb (englisch) Insbesondere der bodenbewohnende Frosch Platymantis vitianus, der ehemals auf vielen Inseln Fidschis heimisch war, ist inzwischen stark gefährdet. Hauptgrund ist die Einführung von Mangusten – hier wohl des Kleinen Mungos – zum Zweck der Rattenbekämpfung. Heute kommt diese Froschart daher fast nur noch auf Inseln ohne Mungos vor (Ovalau, Taveuni, Gau, Viwa sowie eine Einzelpopulation auf Vanua Levu).Artporträt (mit Fotos) von Platymantis vitianus bei Amphibiaweb (englisch)

Erst im Jahr 1979 wurde eines der größten Reptilien der Inselgruppe entdeckt und zwei Jahre später wissenschaftlich beschrieben, der Fidschi-Kammleguan (Brachylophus vitiensis).[ Eintrag zu Brachylophus vitiensis bei Reptiles database] (englisch) Diese grüne Echse mit weißen „Zebrastreifen“, gelben Nasenlöchern und einem Rückenkamm aus Hornspitzen wird bis zu einem Meter lang. Sie ist allerdings akut vom Aussterben bedroht[ IUCN Redlist: Brachylophus vitiensis] (englisch) und kommt nur noch in wenigen Tausend Exemplaren auf einzelnen westlichen Nebeninseln wie Yadua Taba, Monuriki und Macuata vor, nachdem ihre Lebensräume andernorts durch Feuer, Stürme, Habitatumwandlung für Landwirtschaft, verwilderte Ziegen sowie Fraßdruck durch ausgesetzte Raubtiere (Mungos, Katzen) zerstört wurden.www.iucn-isg.org: Newsletter Vol. 6 Nr. 1, 2003 (englisch) Insgesamt besteht die Reptilienfauna der Inselgruppe aus 36 Arten.Reptiles Database: Artenliste der Reptilienarten Fidschis mini|links|Schwarzschwanz-Mayrornis (Mayrornis lessoni; Familie Monarchen) mini|Orangebrust-Honigfresser (Myzomela jugularis) – ein nur auf den Fidschis vorkommender Vogel Zur Vogelwelt Fidschis werden rund 150 Arten gezählt, darunter befinden sich 23 endemische. Zu diesen Endemiten gehören unter anderem Fidschihabicht (Accipiter rufitorques), Orangefruchttaube, Goldfruchttaube und Smaragdfruchttaube (Ptilinopus victor, P. luteovirens, P. layardi) sowie die Braunschwanz-Fruchttaube (Ducula latrans), fünf oder sechs Papageienarten der Familie Psittacidae, darunter das Rothöschen (Charmosyna amabilis), drei Honigfresser (Meliphagidae), der Kandavufächerschwanz (Rhipidura personata), vier Arten von Monarchen (Monarchidae), der Langbein-Buschsänger (Megalurulus rufus) und der Laubhuscher (Cettia ruficapilla) sowie der Layardbrillenvogel (Zosterops explorator) und die Schwarzstirn-Papageiamadine (Erythrura kleinschmidti). Als kurz vor dem Aussterben stehende endemische Vogelart der Fidschis ist außerdem der Macgillivraysturmvogel zu erwähnen.Avibase: Vogelkontrolllisten der Welt – Fidschi

Säugetiere sind ohne menschliche Hilfe nur wenige auf den abgelegenen Archipel gelangt. Es handelt sich bezeichnenderweise namentlich um die flugfähigen Fledertiere, von denen mehrere Arten in Fidschi heimisch sind, darunter auch der endemische Affengesicht-Flughund (Pteralopex acrodonta) auf Taveuni.Informationen bei www.markuskappeler.ch

Zum Schutz der marinen Flora und Fauna wurde das Vuata Ono Marine Protected Area eingerichtet.

Städte Im Jahr 2023 lebten 59 Prozent der Einwohner Fidschis in Städten. Die größten Städte sind (Stand 17. September 2017): Suva (93.870 Einwohner) Nasinu (92.043 Einwohner) Lautoka (71.573 Einwohner) Nadi (71.048 Einwohner) Nausori (57.882 Einwohner)

Zusammen mit Nausori und Nasinu bildet Suva die Agglomeration Suva-Nausori-Korridor. In Fidschi werden zwei Kategorien von Städten unterschieden, die 12 incorporated cities/towns, die sich aus Stadtgebiet und Umland zusammensetzen und über eine eigene Stadtverwaltung verfügen, sowie die sieben unincorporated towns ohne eigene Stadtverwaltung.Fiji Islands Bureau of Statistics: In: Statistical News, Nr. 45, 2008 (PDF; 322 kB). Abgerufen am 6. August 2015 (englisch).

Bevölkerung Demografie mini|Bevölkerungspyramide der Republik Fidschi 2016 Fidschi hatte 2022 930.000 Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,6 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 19,1 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 8,2 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 2,5, die der Region Ostasien und Ozeanien betrug 1,5. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 26,8 Jahren. Im Jahr 2023 waren 28,3 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 6,1 Prozent der Bevölkerung betrug.

Bevölkerungsstruktur Die Bevölkerung des Landes besteht zu 57,3 % aus Angehörigen der ursprünglichen fidschianischen Bevölkerung (iTaukei – vorherrschend Melanesier mit polynesischem Einschlag) und zu etwa 37,6 % (schwankend) aus Indern. 1,2 % der Bevölkerung sind Rotumanen. Daneben gibt es Minderheiten von anderen Inselbewohnern des Pazifiks, Europäern und Chinesen. Seit 1987 haben viele Inder Fidschi verlassen.

Sprachen Die Amtssprachen sind Fidschianisch (Bauanisch, der Dialekt der Insel Bau), das zu den austronesischen malayo-polynesischen Sprachen zählt, Fidschi-Hindi und Englisch. Fiji-Englisch ist ein Basilekt der Unterprivilegierten. Die indischstämmige Bevölkerung spricht Fidschi-Hindi (auch „Fiji Talk“, neben Hindi und Urdu eine Variante des Hindustani). Daneben werden auch Lauanisch und Rotumanisch gesprochen.

Religion Im Jahr 2007 bezeichneten sich 55,4 % der Einwohner als evangelische Christen, davon sind 34,6 % Methodisten, 5,7 % Anhänger der Assembly of God, 3,9 % Sieben-Tags-Adventisten und 0,8 % Anglikaner. Kleinere evangelische Kirchen wie zum Beispiel die Baptisten in Fidschi machten insgesamt 10,4 % der Bevölkerung aus. 9,1 % sind römisch-katholisch. 27,9 % der Gesamtbevölkerung sind Hindus, 6,3 % sind Muslime und 0,3 % sind Sikhs. Den traditionellen melanesischen und polynesischen Religionen gehören infolge der christlichen Missionierung weniger als 0,3 % der Bevölkerung an, 0,7 % der Bevölkerung gaben keine Religion an.

Bildung Ursprünglich war das Schulsystem am britischen System orientiert. Jetzt erfolgt die Schulbildung meist durch lokale Komitees. Zunehmend wird nach Volksgruppen getrennt unterrichtet. Seit 2002 sind Schläge mit der Gerte verboten. Schulpflicht besteht für die Dauer von acht Jahren.

In der Hauptstadt Suva befindet sich die 1968 gegründete University of the South Pacific, in welche außer Fidschi die Pazifikstaaten der Cookinseln, Salomonen, Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Niue, Samoa, Tokelau, Tonga, Tuvalu und Vanuatu eine gewisse Anzahl an Studenten entsenden dürfen. Die Anzahl der Studenten aus Fidschi betrug 2016 9.160 Personen.

Die 2004 gegründete private University of Fiji befindet sich in der Aufbauphase. 2008 wurden die ersten Absolventen entlassen. Je ein Campus befindet sich in Saweni und Suva.