Heinrich Seliger (* 13. Dezember 1888 in Wolfsburg; † 17. Oktober 1956 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Lehrer und Kommunalpolitiker.
Leben und Werk Seliger besuchte die Schule in Helmstedt und absolvierte eine Lehrerausbildung in Weferlingen und Halle. 1914 trat er in den Schuldienst der Stadt Frankfurt am Main als Lehrer an der Günthersburgschule ein. Von 1921 an war er auf Vorschlag der SPD ehrenamtliches Magistratsmitglied. 1926 wurde er Vorsitzender der Berufsschuldeputation und 1928 Magistratsschulrat.
Mit der Kommunalwahl am 12. März 1933 vollzog sich in Frankfurt am Main die nationalsozialistische Machtergreifung. Einen Tag später enthob der kommissarische Oberbürgermeister Friedrich Krebs die sozialdemokratischen Dezernenten ihrer Ämter, darunter auch Seliger. Am 14. März 1933 wurde Seliger kurzzeitig verhaftet und sein Büro durchsucht. Es wurden keine belastenden Materialien gefunden, sodass er am nächsten oder übernächsten Tag wieder freigelassen wurde. Es folgte die Beurlaubung als Magistratsrat. Seligers Versuch, seine Ämter durch Loyalitätsbekundungen zurückzubekommen, scheiterte. Zum 1. März 1934 verlor Seliger sein Amt als Magistratsschulrat.
Seliger war von 1934 bis 1944 Mitglied in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt.
Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft kehrte Seliger im Juli 1945 in den Schuldienst zurück. 1946 bis 1954 organisierte er als Schuldezernent den Wiederaufbau des Schulwesens in Frankfurt. Da infolge der Luftangriffe auf Frankfurt am Main etwa die Hälfte der Frankfurter Schulen zerstört war, gehörte zu seinen Aufgaben die Schaffung geeigneter Unterrichtsräume. Besonders setzte Seliger sich für den Wiederaufbau des städtischen Schullandheimes Kinderdorf Wegscheide bei Bad Orb ein, um den Kindern und Jugendlichen im zerstörten Frankfurt der Nachkriegszeit eine Erholungsstätte zu schaffen. Ab 1946 war er Vorsitzender der Stiftung Wegscheide. Seliger machte sich zudem im Magistrat für die Unterstützung der Deutschen Bibliothek stark. 1954 ging Seliger als hauptamtlicher Magistratsschulrat in den Ruhestand.
1948 wurde er Mitglied der wiedergegründeten Frankfurter Historischen Kommission.Der Neubeginn 1948 auf der Website der Frankfurter Historischen Kommission.
Ehrungen 1954 wurde Seliger mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 1957 wurde eine Straße in Frankfurt-Niederrad im Rahmen der Gedenk- und Erinnerungspolitik der Stadt Frankfurt nach Seliger benannt. Seit 1963 erinnert zudem eine Gedenktafel im Schullandheim Wegscheide an ihn.
Am 14. Oktober 1960 erhielt die im Stadtteil Dornbusch neuerrichtete Volksschule den Namen Heinrich-Seliger-Schule. 1971 wurde sie in eine reine Grundschule umgewandelt.
Literatur Reinhard Frost: (Stand: 4. September 1995), auch in:
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Schullehrer Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Mitglied der Frankfurter Historischen Kommission Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1956 Kategorie:Mann