Der Deutsche Medienpreis war eine Auszeichnung, die von 1992 bis 2016 jährlich von Media Control, einem Unternehmen für Marktstatistiken (Verkaufscharts), verliehen wurde. Die Verleihung fand in Baden-Baden, dem Sitz des Unternehmens, vor rund 200 geladenen prominenten Gästen statt. Karlheinz Kögel stiftete den Medienpreis, um Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu ehren.

Eine Jury, bestehend aus Chefredakteuren führender Zeitungen und Zeitschriften, entschied über den Preisträger.

Die FAZ bezeichnete das Auswahlverfahren der Preisträger als „intransparent“. Die undotierte Auszeichnung für „Verdienste um Soziales und den Weltfrieden“ wäre nach Darstellung des Manager Magazins „keiner Erwähnung wert“, hätte Stifter und Reiseunternehmer Kögel „sie nicht zur schillerndsten Trophäe des Landes hochgejazzt“. Preisträger Bill Clinton, der den Preis ursprünglich nicht persönlich entgegennehmen wollte, wurde von Kögel schließlich solange überredet, bis er doch zusagte. Seitdem besteht zwischen beiden eine „Buddy-Verbindung“, bei der sie einander nützlich sind. Die teure Verleihungsgala stärkte also Kögels Netzwerk (Plätze waren auch für Manager aus der Reisebranche reserviert) und verschaffte ihm ersehnte Achtung.

Der Preis ist eine handgeformte, bemalte Keramikfigur auf einem blauen brasilianischen Marmorsockel. Die von dem seit 1972 in Deutschland lebenden Schweizer Künstler Roland Junker geschaffene Skulptur erhält jedes Jahr andere Farben und wird von der Staatlichen Majolika-Manufaktur Karlsruhe gefertigt. Deutscher-medienpreis.de, abgerufen am 27. Mai 2017.

Liste der Preisträger und Laudatoren Jahr Preisträger Laudator 1992 Helmut Thoma Thomas Gottschalk 1993 Helmut Kohl Jens Feddersen 1994 François Mitterrand Helmut Kohl 1995 Jassir Arafat und postum Jitzchak Rabin Klaus Kinkel 1996 Boris Jelzin Helmut Kohl 1997 König Hussein von Jordanien Roman Herzog 1998 Nelson Mandela Jürgen Schrempp 1999 Bill Clinton Karlheinz Kögel 2000 Gerhard Schröder Frank Schirrmacher 2001 Rudy Giuliani Thomas Middelhoff 2002 Königin Silvia von Schweden und Königin Rania von Jordanien Liz Mohn und Sabine Christiansen 2003 Kofi Annan Wolfgang Thierse 2004 Hillary Clinton Angela Merkel 2005 Bono Joschka Fischer 2006 König Juan Carlos Plácido Domingo 2007 Steffi Graf und Andre Agassi Dieter Zetsche und Thomas Middelhoff 2008 Dalai Lama Roland Koch 2009 Angela Merkel Anna Netrebko 2010 Sir Richard Branson Guido Westerwelle 2011 Sakena Yacoobi, Mitri Raheb, Stanislaw Petrow und Denis Mukwege Roman Herzog 2012 George Clooney Ursula von der Leyen 2013 Königin Máxima der Niederlande Daniela Schadt 2014 Joachim Löw Peter Altmaier 2015 Ban Ki-moon Christian Wulff 2016 Barack Obama Joachim Gauck

Weblinks Media Control: Deutscher Medienpreis

Einzelnachweise

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