Heimersdorf ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Altkirch, zum Kanton Altkirch und zum Gemeindeverband Sundgau.

Geografie Die Gemeinde Heimersdorf liegt im Sundgau, acht Kilometer südlich von Altkirch.

Nachbargemeinden von Heimersdorf sind Hirsingue im Norden, Ruederbach im Osten, Bisel im Süden sowie Largitzen im Südwesten.

Geologie Heimersdorf liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland im Bereich der unter der Lössdecke lagernden Sundgauschotter. Diese sind die Hinterlassenschaft einer einst (im Pliozän und Altpleistozän) über den Ur-Doubs zum Mittelmeer entwässernden Ur-Aare. Unter den Schottern liegen die grauen Mergel und Sandsteine der Froidefontaine-F.ormation.

Geschichte In den Urkunden erscheint der Ort erstmals 708 als Heimersdorf. Die Ortsnamenendung -dorf deutet auf eine Entstehung zur Zeit der alemannisch-fränkischen Landnahme im 6./7. Jahrhundert hin. Bedeutung: Dorf des Heimar. Spätere Nennungen: 1283 als Hemersdorf, 1400 als Emersdorf. Im 15. Jahrhundert erscheinen auch französisierte Formen: Emericourt, Ymercourt.

Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden nach dem Dreißigjährigen Krieg ging der Ort 1648 mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gehörte der Ort zu dem von Deutschland annektierten Reichsland Elsass-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg lag Heimersdorf, das bis Kriegsende in deutscher Hand blieb, nicht unmittelbar an der Hauptkampflinie, war aber so gefährdet, dass der Ort 1916 evakuiert wurde. Neun kleine Bunkerruinen erinnern noch heute an ein deutsches Munitionslager bei Heimersdorf. Zwischen Heimersdorf und Bisel existierte im Huebwald ein unterirdisches Feldlazarett. Im Zweiten Weltkrieg gelangte Heimersdorf nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutsche Verwaltung (Gau Baden-Elsass). Die Befreiung Heimersdorfs von der Naziherrschaft erfolgte im November 1944 durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny. Spätestens am 22. November war das Dorf unter französischer Kontrolle.

Im 14. Jahrhundert gehörte Heimersdorf zum Besitz der Herren von Glère-Montjoie, die hier ein bis zum Dreißigjährigen Krieg bewohntes, in der Revolution spurlos abgegangenes Schloss besaßen. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert nannte sich eine Seitenlinie derer von Montjoie nach dem Dorf Montjoie-Heimersdorf. Im 19. Jahrhundert wurden im Ort Holzschuhe gefertigt.

Bevölkerungsentwicklung Jahr196219681975198219901999200720142020 Einwohner 431 463 463 477 573 627 652 651 659

Sehenswürdigkeiten mini|Heimersdorf, Pfarrkirche, geweiht 1860Kirche St. Peter und Paul, ein Bauwerk des Zweiten Kaiserreichs, geweiht 1860. Aufwändig in historisierenden Formen gestaltete Westturmfassade. Innenraum noch spätklassizistisch. Rinckenbach-Orgel. Eine Ottilienkapelle wird schon 1302 erwähnt. Damals schon Wallfahrtsstätte nahe der bei Augenleiden aufgesuchten Quelle. Die einst die Wände schmückenden Ex-Voto-Bilder sind heute nicht mehr vorhanden. Beachtenswerte Fachwerkbauten: Das Haus Rue de Feldbach Nr. 6 noch in der altertümlichen Ständerbauweise. Das ganz unregelmäßige, weitabständige Fachwerk, die kleinen Fenster, die traufwandhohen Wandständer und Langstreben sprechen für ein höheres Alter. Wohl im 17. Jahrhundert, möglicherweise noch vor dem Dreißigjährigen Krieg entstanden. (Denkbar allerdings auch eine spätere Entstehung in retardierten traditionellen Formen.) Ebenso altertümlich das Haus Nr. 1 in der Rue de Sainte-Odile. - Das Haus Nr. 4 an der Rue de Feldbach von 1777 in Stockwerkbauweise mit sehr dekorativ gestaltetem auf Symmetrie bedachtem Fachwerk der Giebelseite. Ganz ähnlich das Haus Nr. 2 an der Rue Raoul-Lang. - Die Häuser Rue Principale 14 und 17 haben das sehr regelmäßige, engmaschige und symmetrische Fachwerk des 19. Jahrhunderts.

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 562–564.

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Einzelnachweise

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