Heiteren ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé und zum Gemeindeverband Communauté de communes Alsace Rhin Brisach.

Geografie Die Gemeinde Heiteren liegt in der Oberrheinebene, etwa 20 Kilometer südöstlich von Colmar und sieben Kilometer südwestlich von Breisach am Rhein. Das Gemeindegebiet reicht im Westen bis zum alten Nordarm des Rhein-Rhône-Kanals und im Osten auf wenige hundert Meter an den parallel zum Rhein verlaufenden Rheinseitenkanal. Zu Heiteren gehört der Ortsteil Thierhurst an der Grenze zur südlichen Nachbargemeinde Nambsheim.

Geschichte In den Urkunden wird der Ort 768 als Heiderheim erwähnt. Das Dorf siedelte sich nahe der einstigen Römerstraße Augst (Augusta Raurica) – Straßburg (Argentorate) an (gallo-römische Funde). Der Ort war lange Zeit als Lehen der Herrschaft Rappoltstein (Ribbeaupierre) an die Herren von Wittenheim vergeben. Im Mittelalter waren hier die Abtei Murbach und das Kloster in Sainte-Croix-en-Plaine begütert. Heiteren war bis zum Westfälischen Frieden 1648 habsburgisch und kam dann an die französische Krone. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Heiteren als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Colmar im Bezirk Oberelsaß).

Ein im Dreißigjährigen Krieg zerstörtes Schloss wurde um 1710 durch einen barocken Neubau ersetzt. Nachdem es in der Revolution als Nationalgut verkauft worden war, fiel es 1840 einem Brand zum Opfer und wurde ab 1860 abgebrochen.

Die Kapelle Notre-Dame de Thierhurst von 1870 erinnert an eine an dieser Stelle befindliche, nach einer Überschwemmung 1394 abgegangene Siedlung Thiernheim. Zuvor war diese 1366 durch die marodierende Söldnertruppe der „Wilden Engländer“ verwüstet worden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Einwohner im September 1939 in den Südwesten Frankreichs (Département Lot -et-Garonne) evakuiert. Heiteren wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 2. Februar 1945 durch Truppen der 1. französische Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Offensive der Alliierten gegen den noch immer von den Deutschen hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).

Im Jahr 1977 besetzten elsässische und badische Bürgerinnen und Bürger einen im Bau befindlichen Strommast der Überlandleitung Fessenheim-Paris, durch die der Strom des Kernkraftwerks Fessenheim transportiert werden sollte.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2013 2021 Einwohner 746 505 529 578 574 541 785 871 10269 1066 Quellen: Cassini und INSEE

Bauwerke Kirche St. Jakobus der Ältere (Église Saint-Jacques-le-Majeur): schlichter spätklassizistischer Bau der Louis-Philippe-Zeit von 1840. Kapelle Unserer Lieben Frau von Thierhurst und Mariä Schmerzen (Chapelle Notre-Dame-de-Thierhurst et Notre-Dame-des-Douleurs). Die Kapelle war seit dem 16. Jahrhundert ein Wallfahrtsort. Der Neubau von 1870 wurde in den folgenden Jahrzehnten vergrößert und verbessert. Die Mairie wurde 1874 als Pfarrhaus errichtet. Die drei Mittelachsen leicht vorspringend, durch Werksteinquaderung im Erdgeschoss, eine doppelläufige Freitreppe und durch einen Dreiecksgiebel betont.

Wasserturm Kapelle der Fürsprecher der Vierzehn Heiligen

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 921–924.

Weblinks

Heiteren auf der Website des Gemeindeverbands (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Grand Est