Hagenbach ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Teil des Arrondissements Altkirch, des Kantons Masevaux-Niederbruck und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sud Alsace Largue.

Geografie Die Gemeinde Hagenbach liegt 17 Kilometer südlich von Cernay und 18 Kilometer südwestlich von Mülhausen im Sundgau. Der Rhein-Rhône-Kanal bildet die nördliche Grenze des Gemeindegebietes.Hagenbach auf info-mairie.com (französisch) Abgerufen am 7. März 2024 Der Ort liegt in hochwassersicherer Lage am Rand der Talebene der Larg im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland. Die vielfach mäandernde Larg wurde beim Bau des Kanals ab Hagenbach bis vor Eglingen zu einem geradlinigen, den Kanal begleitenden Lauf gezwungen.

Geschichte Der Ortsname ist aus den deutschen Worten Hagen (=Hecke, Gehölz, Hag) und Bach zusammengesetzt.

Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johannna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Hagenbach als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch im Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg gelangte Hagenbach nach dem kurzfristigen französischen Vorstoß auf Mühlhausen im August 1914 unter französische Kontrolle. Der Ort befand sich nahe der Hauptkampflinie und litt stark unter deutschem Artilleriebeschuss. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die deutsche Besatzung, von der sie am 26. November durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny befreit wurden.

Die Adelsfamilie Hagenbach erscheint in einer Urkunde von 1243 zum ersten Mal als Herren von Hagenbach, sie standen seit 1351 in einem Lehensverhältnis mit den Habsburgern. Peter von Hagenbach (1420–1474) wurde durch den Herzog von Burgund als Landvogt mit Sitz in Ensisheim eingesetzt. Er besaß eine Burg in Hagenbach, die 1466 von Truppen der Alten Eidgenossenschaft zerstört wurde.

In Hagenbach entstand am Kanal 1865 einen größerer Ziegeleibetrieb, der 1915 französischem Artilleriebeschuss zum Opfer fiel. Die 1878 an der Straße nach Altkirch eröffnete Ziegelei Gessier, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts jährlich 200 000 wegen ihrer Frostfestigkeit geschätzten Backsteine produzierte, hat Anfang der 1960er Jahre noch 1 000 t Backsteine monatlich hergestellt. Der Betrieb wurde 1972 eingestellt und die Baulichkeiten wurden abgebrochen. Die Tongrube ist heute ein Fischweiher und ein wertvolles Biotop.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017 Einwohner 508 525 548 468 543 595 593 687 706

Wappen Das Wappen der Gemeinde entspricht dem Familienwappen der Hagenbachs.

Bauwerke Am Rhein-Rhône-Kanal besteht bei Hagenbach ein Binnenhafen mit Bootsvermietung und ein gut ausgebauter Fahrradweg.Flusshäfen auf der Webpräsenz des Sundgauer Hügellands; abgerufen am 17. Dezember 2009 mini|Kirche St. Peter Sankt-Peterskirche (Église St.- Pierre) Die jetzige, 1779 errichtete spätbarocke Kirche ersetzte eine nach Kriegsschäden im Dreißigjährigen Krieg wieder hergestellte mittelalterliche Kirche, die im Oberdorf stand. Beachtenswerte Rokoko-Innenausstattung. Im Schiff ein barocker Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes. Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre stammen aus der Abtei Lützel. Auf dem linken Altar eine Pietà. Das Gemälde des Hauptaltars zeigt den Kirchenpatron. Die Chorfenster von 1919 stammen aus der bekannten Werkstatt Ott in Straßburg, die Fenster im Schiff aus einer Innsbrucker Werkstatt. Die Kirche besitzt eine Callinet-Orgel von 1830.

Einige gut erhaltene Fachwerkbauten: Haus Nr. 45 an der Rue de Delle, datiert 1780, in Stockwerkbauweise mit auf Symmetrie bedachtem Fachwerk der Giebelseite, barocken Segmentbogenfenstern, Halbwalm, Wetterdächlein und angebautem Backofen. - Haus Nr. 5 Rue d’Altkirch in der altertümlicheren Ständerbauweise; wohl in der Wiederaufbauzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg oder schon vor dem Krieg entstanden. Giebelseitiges Fachwerk nachträglich durch Mauerwerk ersetzt (oder verputzt?). Altertümlich das weitabständige Fachwerk und die traufwandhohe Langstrebe.

Wirtschaft Bis 1972 gab es eine Ziegelei in Hagenbach.

Heute gibt es mehrere Handwerksbetriebe im Ort, vier Geschäfte und sechs landwirtschaftliche Betriebe. Die Grundschule wird zusammen mit der Gemeinde Gommersdorf organisiert. Sie verfügt über vier Klassen, einen Kindergarten und eine Schulkantine. Das Schulgebäude beherbergt auch die Gerätschaften der Feuerwehr.

Persönlichkeiten Adrien Finck (* 1930 in Hagenbach; † 2008), Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 314–315.

Weblinks

Hagenbach auf der Website des Gemeindeverbands (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Ort in Frankreich)