Das Sternbild Eridanus (auch Fluss Eridanus, abgekürzt Eri)Lexikoneintrag „Eridanus“, brockhaus.de ist ein Sternbild südlich des Himmelsäquators.

Beschreibung Der Eridanus ist eines der ausgedehntesten Sternbilder am Nachthimmel. Er zieht sich als Kette von Sternen unterhalb des Orion bis tief in den Südhimmel hinein. Das Sternbild ist nicht sehr auffällig, da nur vier Sterne heller als die 3. Größenklasse sind; von Mitteleuropa aus ist nur der nördliche Teil sichtbar. Der Stern Epsilon Eridani ist mit 10,7 Lichtjahren Entfernung einer der nächsten Nachbarn der Sonne.

Im Sternbild Eridanus wurde 2007 der Eridanus Supervoid entdeckt, welcher etwa eine Milliarde Lichtjahre Ausdehnung hat. In dieser Region gibt es keinerlei Sterne, keine Galaxien, keine schwarzen Löcher und auch keine Indizien für dunkle Materie.Spiegel Online vom 24. August 2007: Rätselhafte Leere: Forscher entdecken Riesenloch im Universum

Geschichte Der Eridanus gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die bereits von Ptolemäus beschrieben wurden.

In der griechischen Mythologie war der Eridanos ein Fluss, der den Wassern des Aquarius entsprang. Eine Sage bringt ihn mit Phaeton, dem Sohn des Sonnengottes Helios, in Verbindung. Als Phaeton eines Tages den Sonnenwagen seines Vaters übernahm, kam es zur Katastrophe. Der von Rössern gezogene Wagen, der die Sonne trug, geriet außer Kontrolle. Er kam der Erde zu nahe, verbrannte den Norden Afrikas und färbte die Haut der dort lebenden Menschen dunkel. Der erzürnte Zeus tötete Phaeton mit einem Blitzschlag. Das Sternbild Eridanus sollte ursprünglich den Weg darstellen, den der Himmelswagen während dieser Fahrt nahm. Später sah man darin den Fluss, in den der tote Phaeton stürzte.

Ursprünglich endete das Sternbild bereits am Stern Acamar (θ Eridani), der Name leitet sich aus dem Altarabischen ab und bedeutet „das Ende des Flusses“. Denn vor 2500 Jahren lag Eridanus auf Grund der Präzession noch 10 Grad südlicher als heute. Acamar erschien auf Kreta gerade so über dem Horizont. Der Name des heute südlichsten Sterns, Achernar, bedeutet ebenso „das Ende des Flusses“, also dürfte er schon von kleinasiatischen Reisenden der Spätantike verlängert worden sein. Achernar lag damals auf −71° Deklination und konnte selbst in Ägypten nicht beobachtet werden.

Pieter Dirkszoon Keyser nannte ihn während seiner Südfahrt, auf der er verstarb, 1595/96 in Nil um („Het Zuyder eynde van den Nyli“),F. Verbunt, R. H. van Gent: Early star catalogues of the southern sky. In: Astronomy & Astrophysics. 530, 2011, S. A93, . mutmaßlich als einen der vier Paradiesflüsse. Damit folgte er der Tradition des Eratosthenes, der den Eridanus als den ägyptischen Fluss gedeutet hatte (obwohl schon Hesiod die zwei getrennt abhandelte). Keyser definierte insgesamt zwölf „neue“ Sternbilder, die sein Kommandant mitbrachte. Als „Nil“ findet Eridanus sich auch bei Plancius und in den von Jodocus Hondius gedruckten Himmelskarten, 1602/03 auch bei Willem Janszoon Blaeu.Obsolete Constellation, Ridpath, Startales. Johann Bayer verzeichnet ihn aber als Eridanus in ptolemäischer Tradition, und der Alternativname setzte sich nie durch.

Himmelsobjekte Sterne

BFNamen o. andere BezeichnungenGröße (mag)LjSpektralklasse Achernar 0,45 144 B3 V 67 Cursa, Kursa, Dhalim 2,78 90 A3 IIIvar 34 Zaurak, Zaurac 2,95 150 M0 III Acamar 3,0 163 A4 + A1 23 Rana 3,52 29 K0 IV 41 3,55 120 B8 V 3,56 120 B8 V 3,69 50 G6 IV 16 3,69 250 M3.5 III 18 Epsilon Eridani 3,73 10,5 K2 V 52 Beemin, Theemin 3,82 200 G8+ III 53 Sceptrum 3,9 110 K2 IIIb 3 Azha 3,89 121 K1 III 48 3,93 1000 B2 III 43d Eridani 3,97 250 K5 III 38 Beid 4,04 200 F2 III 57 4,01 400 B5 IV 11 4,09 80 A3 IV 4,11 200 K0 III 4,17 210 G7 III 27 4,23 60 F3 III 4,24 69 4,25 811 B2 III(e)p 82 G. Eridani, HD 20794 4,25 20 G6 V 19 4,27 300 B8 V 4,30 54 4,32 61 4,30 40 Keid 4,43 16 K1 + A2 26 4,43 1 4,47 50 F6 V 32 4,5 250 G8 + A2 HD 22663 4,58 250K1III 4,59 36 4,66 B6 V + B9.5V 33 4,65 B6 V HD 16754 4,75 145A1Vb 17 4,74 2 Angetenar, Al Anchat 4,75 182 K0 III 32 32 Eri B 5,89340 13 Zibal 4,80 65 4,80 15 4,86 39 4,87 300 K3 + G2 45 4,91

Achernar, der hellste Stern, ist 144 Lichtjahre entfernt. Er besitzt eine eigenartige Form. Beobachtungen weisen darauf hin, dass sein Durchmesser am Äquator 50 % größer ist als an den Polen. Diese Abplattung wird auf eine hohe Rotationsgeschwindigkeit zurückgeführt.

Doppelsterne

SystemGrößen (mag)Abstand θ 3,3/4,4 8,2" ο2 4,5/9,7/10,8 83" 32 4,8/6,1 6,8" f 4,8/5,4 8,1" 39 4,9/8,0 6,4" p 5,8/5,9 11,5"

θ Eridani ist ein Doppelstern in 120 Lichtjahren Entfernung, der bereits mit einem kleineren Teleskop getrennt werden kann.

ο2 Eridani ist ein Dreifachsystem in 15,9 Lichtjahren Entfernung. Der Hauptstern ist etwa so groß wie unsere Sonne. Eine der Komponenten ist ein weißer Zwergstern, der nur den doppelten Erddurchmesser besitzt. Dieser Stern ist der am einfachsten zu beobachtende weiße Zwerg; er wird bereits in einem Amateurteleskop sichtbar. In einem größeren Teleskop wird auch die dritte Komponente, ein roter Zwergstern, sichtbar.

Veränderliche Sterne SternGrößePeriodeTyp T Eri 7,4–13,2 252 Tage Mirastern

T Eridani ist ein pulsationsveränderlicher Stern vom Mira-Typ. Im Maximum erreicht er eine scheinbare Helligkeit von 7,4 mag, so dass er in einem lichtstarken Prismenfernglas oder kleinerem Teleskop beobachtet werden kann. Im Minimum fällt seine scheinbare Helligkeit auf 13,2 mag ab. Um ihn aufzufinden, benötigt man ein größeres Teleskop.

NGC-Objekte NGCVmagTyp 1132 12,3 Galaxie 1232 9,9 Galaxie 1291 9,4 Galaxie 1300 10,4 Galaxie 1332 10,3 GalaxieNGCVmagTyp 1395 9,6 Galaxie 1407 9,7 Galaxie 1532 9,9 Galaxie 1535 10 Planetarischer Nebel NGC 1132 ist eine seltene elliptischen Riesengalaxie in 318 Millionen Lichtjahren Entfernung.

NGC 1291 ist eine Balkenspiralgalaxie vom Typ SBa in 30 Millionen Lichtjahren Entfernung.

NGC 1535 ist ein planetarischer Nebel in 5.000 Lichtjahren Entfernung. Erst in größeren Teleskopen werden Strukturen darin sichtbar.

Siehe auch Liste der Sternbilder

Literatur Philip M. Bagnall: The Star Atlas Companion : What You Need to Know About the Constellations. Springer, New York 2012, ISBN 978-1-4614-0829-1, S. 215–221. Robin Hard: Constellation Myths, with Aratus's Phaenomena. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-871698-3, Kap. 45. Eridanus. Ian Ridpath: Star Tales. Lutterworth, 1988, ISBN 0-7188-2695-7, (online).

Weblinks

Astronomie.de: Das Sternbild Eridanus

Einzelnachweise