Die Tangentiale Verbindung Ost (kurz TVO), auch Tangentialverbindung Ost,Die Senatsverwaltung des Landes verwendet Tangentiale Verbindung Ost, Presse und teils das Bezirksamt verwenden Tangentialverbindung Ost ist ein Projekt zur Anlage einer kreuzungsarmen Stadtschnellstraße in Berlin.

Sie soll die östlichen und südöstlichen Bezirke Berlins mit dem Berliner Ring im Norden und der A 113 im Süden verbinden und das Stadtstraßennetz vom Durchgangsverkehr entlasten. Bereits 1969 wurde ihr grundsätzlicher Verlauf im Generalverkehrsplan der Hauptstadt der DDR Berlin geplant, jedoch nur das nördliche Teilstück anschließend errichtet. Das südliche Teilstück entstand von 1999 bis 2007. Das Planfeststellungsverfahren für das noch fehlende Mittelstück begann im November 2023. Baubeginn wäre dann frühestens 2026 (Stand: November 2024).

mini|hochkant=1.3|Generalbebauungsplan, Generalverkehrsplan 1969

Bauabschnitt 1 mini|links|Märkische Allee Nordanbindung

Mit dem Bau der Großwohnsiedlung Berlin-Marzahn in den 1970er Jahren entstand mit der Heinrich-Rau-Straße (seit 1992 Märkische Allee) der nördliche Abschnitt. Er führt von den – auf gemeinsamer Trasse verlaufenden – Bundesstraßen B 1/B 5 in Biesdorf bis an die Berliner Stadtgrenze nahe Ahrensfelde. Die Straße ist auf ganzer Länge vier- bis sechsstreifig ausgebaut. Sie führt in der Verlängerung zum Berliner Ring und ist seit den 1990er Jahren ein Teilstück der Bundesstraße 158.

Bauabschnitt 2 mini|Spindlersfelder Straße im Bau; Foto vom Mai 2006

Mit dem Bau des südlichen Teilstücks wurde im Jahre 1999 begonnen, die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2007. Es verläuft von der Straße An der Wuhlheide über die Spindlersfelder Straße und den Glienicker Weg bis zum Adlergestell. Die Spindlersfelder Straße wurde dabei als vierstreifiger Damm mit mehreren Brücken, unter anderem der Wilhelm-Spindler-Brücke über die Spree, neu errichtet. Sie wird von einem Fuß- sowie einem Zweirichtungsradweg begleitet. Das südliche Teilstück der TVO entlastet vor allem die Köpenicker Altstadt und die Dörpfeldstraße in Adlershof vom Durchgangsverkehr.

Der Glienicker Weg erwies sich in verkehrsstarken Zeiten als Flaschenhals, da er durch jahrelange Verzögerungen zunächst nur zweistreifig ausgebaut war. Erst Ende Oktober 2012 war der vierstreifige Ausbau abgeschlossen. Die begleitenden Arbeiten (Grünflächen/Seitenstreifen) wurden im Jahr 2013 beendet.

Bauabschnitt 3

Grundsätzliches Das mittlere Teilstück existiert bisher nicht. In der ursprünglichen Planung sollte es von der Spindlersfelder Straße nach Norden durch die Wuhlheide am Berliner Außenring entlang zur Märkischen Allee verlaufen. Nachdem der Berliner Senat die Pläne für dieses Teilstück in den 1990er Jahren auf das Jahr 2030 verschoben bzw. ad acta gelegt hatte, wurde mittels einer Anwohnerinitiative im September 2007 versucht, eine frühere Umsetzung zu erreichen. Das mittlere Teilstück würde einen Teil des Durchgangsverkehrs auf den in Nord-Süd-Richtung parallel verlaufenden Hauptverkehrsstraßen in Karlshorst (Straßenzug Treskowallee–Waldowallee), Biesdorf (Köpenicker Straße), Kaulsdorf (Chemnitzer Straße), Mahlsdorf (Hultschiner Damm) und Köpenick (Bahnhofstraße) aufnehmen und diese somit entlasten.

Neuplanung, Entwicklung bis 2012 Nachdem die ursprüngliche Planung verworfen wurde, begannen Diskussionen, ob das neu anzulegende Teilstück östlich oder westlich der Bahnstrecke verlaufen solle. Während der Senat einen zweistreifigen Ausbau mit begleitendem Gehweg und Zweirichtungsradweg östlich der bestehenden Bahnstrecke bevorzugte, forderten der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) ebenso wie CDU und FDP im Abgeordnetenhaus einen vierstreifigen Ausbau westlich der Bahnstrecke. Der VDGN lehnte die Ost-Trasse ausdrücklich ab. (PDF). Eine nachfolgende Machbarkeitsstudie zeigte, dass sich die Kosten von 46,2 Millionen Euro (zweistreifiger Bau entsprechend Vorzugsvariante von 2009) auf 79,6 Millionen Euro erhöhen würden (vierstreifiger Bau mit zusätzlich notwendigen Brücken zur Straßenüberführung statt plangleicher Kreuzungen).

Im Jahr 2011 sprachen sich auch die Bezirksfraktionen von SPD und Linke für einen zügigen Ausbau der TVO aus, allerdings nur für den Streckenabschnitt zwischen B 1/B 5 und dem Eisenbahnknoten Wuhlheide in der kleinsten Variante.Hauptversammlung der Partei Die Linke. Marzahn-Hellersdorf am 2./3. April 2011. (PDF; 6,4 MB). Auch die IHK Berlin sah einen Vorrang für die TVO zur besseren Anbindung an den Flughafen BER, (PDF, S. 6.) In: Themenschwerpunkte in der IHK 2011. auch wenn der Senat die Mehrbelastung der bestehenden Straßen bei Eröffnung des Flughafens bei unter 10 Prozent sehe.Verkehrsberuhigungen für Karlshorst, Friedrichsfelde, Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf durch die Weiterführung der Tangentialen Verbindung OST (TVO), Kleine Anfrage an den Senat, 31. Mai 2007 und die Antwort der SPD. Dies folgte einer ähnlichen Position wie die CDU Marzahn, wonach allein das Bestehen der Straßenverbindung einen Faktor für die Wirtschaftsentwicklung in Marzahn-Hellersdorf bedeute. Ein Weiterbau vom Bahnhof Wuhlheide bis Spindlersfeld wäre einfacher, wenn der Eisenbahnknoten selbst umgebaut würde – dort fehlt am Berliner Außenring bis heute eine Kurve in Richtung Stadt und es gibt mehrere plangleiche Übergänge.

Am 9. Februar 2012 wurde in einem Spitzengespräch der drei betroffenen Berliner Bezirke Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf eine Einigung über eine gemeinsame Planvariante für das fehlende Mittelstück der Tangentialverbindung Ost erzielt. Die Bezirksbürgermeister und Baustadträte folgten einem Vorschlag von Marzahn-Hellersdorf über einen vierstreifigen Ausbau zwischen der Straße An der Wuhlheide und der B 1/B 5. Danach soll im südlichen Bereich durch die Wuhlheide die TVO auf der Ostseite des Bahndamms verlaufen und den Innovationspark Wuhlheide am Bahnhof Wuhlheide ebenengleich anschließen – die Köpenicker Allee wird nicht ausgebaut. Die Trasse verläuft weiter auf östlicher Seite bis Höhe Alfelder Straße, wo sie unter dem Bahndamm hindurch auf die westliche Seite verschwenkt wird. Auf dem Stück in Parallellage zu Biesdorf wird es keinen weiteren Anschluss nach Biesdorf geben, neben dem Knotenpunkt am Bahnhof Wuhlheide soll ein direkter Anschluss der Verlängerten Waldowallee aus Richtung Karlshorst erfolgen. Die bisherige TVO Spindlersfelder Straße wird mit einer Brücke planfrei an das neue Stück angeschlossen. Die schon diskutierte Kompromissvariante 2 sollte nach dem Preisniveau von 2012 mindestens 82 Millionen Euro kosten. Die Bezirke wollten frühzeitig die weitere Planung und den Bau vorantreiben, um beim Umbau des Eisenbahnknotens am S-Bahnhof Wuhlheide die Streckenführung fertiggestellt zu haben.

+ Kostenschätzung – Wirtschaftlichkeit (Stand 2012) Baukosten 2-streifige TVO Baukosten 4-streifige TVO Kostenart Hauptvariante West Vorzugsvariante Ost Kombivariante des Bezirks Vorzugsvariante Ost Kombivariante des Bezirks Gesamtkosten (inkl. MwSt.) 54,8 Mio. € 46,2 Mio. € 58,2 Mio. € 79,6 Mio. € 101,8 Mio. € Kosten-Nutzen-Verhältnis 3,9:1 7,7:1 4:1 4,4:1 2,8:1

Anfang 2013 gingen die Planungen des Bezirks Marzahn-Hellersdorf von einem Baubeginn 2016 mit Kosten von bis zu 90 Millionen Euro aus. Die IHK Berlin wies in ihrer Stellungnahme zu erwartende Kosten von 101,8 Millionen Euro aus (im Plan des Bezirks fehlten die Anschlüsse Alfelder Straße und Balzerweg, die in den Planvarianten des Senats enthalten waren), nannte einen frühestmöglichen Baubeginn ab 2017, und verwies auf Nachteile bei Lärmschutz und Naturschutz sowie den geringsten Kosten-Nutzen-Faktor. Die IHK notierte auch, dass die Direktanbindung an die Märkische Allee nach Rückverschwenkung der Kombivariante (statt Anbindung über Gensinger Straße der Westvariante des Senats) ein starkes Gefälle aufweisen würde, dessen Machbarkeit noch nicht untersucht wurde.

Neuplanung, Entwicklung seit 2013

2013/2014 Am 20. Februar 2013 teilte der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit, dass er sich dem Senat beuge und dem Bau der TVO östlich des Bahndamms mit zwei Anbindungen durch Biesdorf-Süd (Balzerweg und Alberichstraße) zustimme. Am 22. Februar 2013 erklärten die anderen Bezirke ihr Einverständnis, um einen Baubeginn 2016 sicherzustellen. Im Dezember 2012 hatte sich eine Bürgerinteressengemeinschaft „Wir sind Biesdorf-Süd“ gegründet, die sich für die Variante der drei Bezirke einsetzt und Anbinderstraßen durch Biesdorf-Süd verhindern will.https://wirsindbiesdorfsued.jimdofree.com/archiv/ Eine entsprechende Petition mit 2148 Unterschriften wurde beim Petitionsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses eingereicht.Wir sind Biesdorf-Süd. Am 10. Juni 2013 fand ein Vor-Ort-Termin des Petitionsausschusses in Biesdorf statt, an dem auch der damalige Senator Michael Müller teilnahm. Der Petitionsausschuss sicherte den Petenten zu, dass alle noch schriftlich einzureichenden Fragen und Anmerkungen vom Petitionsausschuss beantwortet würden.

Gemäß Abschlussbericht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (SenStadt) Berlin vom 6. Mai 2013S. 29, Ziff. 7.3 sollten die Siedlungsgebiete Mahlsdorf-Süd, Kaulsdorf-Süd und Biesdorf-Süd künftig auch über die TVO mit Anbinderstraßen erschlossen werden, weil die nördlichen Erschließungsstraßen (Hultschiner Damm/Chemnitzer Straße), die alle auf die B 1/B 5 führen, an den Kreuzungen mit der B 1/B 5 überlastet seien. (PDF).

In der Information zum Planungsstand 09/2013 von SenStadt Berlin wurde eine Verkehrsbelastung von 35.000 bis 37.000 Kfz/Tag prognostiziert. Die östliche Trassenführung wurde unverändert als Vorzugsvariante angegeben. Als weitere Anbinderstraße kam die verlängerte Straße Am Heizhaus in Karlshorst hinzu. Eine abschließende Entscheidung zu den Anbindungen an die TVO soll aber erst im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens getroffen werden. Die TVO sei eine vierstreifige Stadtstraße mit übergeordneter Verbindungsfunktion und als Straße der Stufe I (= großräumige Straßenverbindung) im Straßenplan des Landes Berlin enthalten. (PDF). Zum Vergleich: Im August 2012 wurde die TVO im Verkehrsentwicklungsplan 2025 als Straße der Stufe II (= übergeordnete Straßenverbindung) geführt.Übergeordnetes Straßennetz. (PDF) auf stadtentwicklung.berlin.de.

2015–2017 Unter Moderation des Bürgervereins Karlshorst fand Ende November 2015 eine gut besuchte Bürgerversammlung im Kulturhaus Karlshorst statt, an der unter anderem der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel, der auch in Karlshorst wohnt, sowie der zuständige Baustadtrat des Bezirks Lichtenberg, Wilfried Nünthel, teilnahmen. Es wurde deutlich, dass die Trassierung noch immer offen war. Erst wenn die Bauplanung abgeschlossen sei, könne der erste Spatenstich erfolgen, unter Berücksichtigung eventueller Anwohnerklagen auch erst später.„Beschämende Situation“ (PDF) In: Berliner Woche, Ausgabe Lichtenberg-Südost, 2. Dezember 2015, S. 2.