Miłoszów [] (deutsch: Hartmannsdorf) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Leśna (Marklissa) im Powiat Lubański der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Das Waldhufendorf erstreckt sich rund zwei Kilometer südlich von Leśna entlang des Miłoszowski Potok an der Straße nach Frýdlant, unmittelbar vor der Grenze nach Srbská in Tschechien.

Geschichte mini| Miłoszów

Hartmannsdorf gehörte ursprünglich zum oberlausitzschen Queiskreis. Es wurde vermutlich um die Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet und gehörte zunächst zum Burgbezirk Lesna. Da die Burg Lesna nach 1329 dem Verfall preisgegeben wurde und ihr Herrschaftsgebiet an die Stadt Marklissa überging, gehörte auch Hartmannsdorf zur Herrschaft Marklissa. Erb- und Lehnsherr des Gutes Hartmannsdorf war seit dem 15. Jahrhundert das Geschlecht von Debschitz. Bedeutendster Grundherr war damals Georg von Döbschütz, nach dessen Tode 1632 die Schadewalder Linie des Geschlechts erlosch.

Zusammen mit dem Queiskreis fiel Hartmannsdorf 1635 aus böhmischem Besitz an das Kurfürstentum Sachsen, zu dessen südöstlichsten Gebiet es gehörte. Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel Hartmannsdorf zusammen mit dem Queiskreis und der Ostoberlausitz an Preußen. Es wurde nun der Provinz Schlesien zugeschlagen und 1816 dem neu gebildeten Landkreis Lauban im Regierungsbezirk Liegnitz eingegliedert.Landkreis Lauban. In: Rolf Jehke (Hrsg.): Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874-1945. Herdecke, zuletzt geändert am 3. Januar 2008. Mitte des 19. Jahrhunderts waren in Hartmannsdorf ein Sägewerk, drei Wassermühlen und sieben Basaltbrüche. Die Einwohnerzahl wird mit 1.100 beziffert.Eugen Kuhn: Topographisch-statistisches-historisches Lexikon von Deutschland. 2. Band. Bibliographisches Institut, Leipzig 1845, S. 1014; google.de/books Im Dorf lebten viele Weber.K. Fr. Vollrath Hoffmann: Deutschland und seine Bewohner, ein Handbuch der Vaterlandskunde für alle Stände. Band 3 (Theil), J. Scheible, Stuttgart 1835, S. 459; google.de/books

Zu diesem Zeitpunkt war bereits die Familie von Zastrow hier ansässig.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Fünfter Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1903, S. 965 f.; google.de/books Um 1860 ist der Kammerherr Otto Wilhelm von Zastrow als Gutsherr nachgewiesen.Karl Streckfuß: Der Preußen Huldigungsfest. Enslin (Ferd. Müller) / E. H. Schroeder, Berlin 1840, S. 62; google.de/booksListe der Mitglieder der Balley Brandenburg vom Ritterlichen Orden St. Johannis vom Spital zu Jerusalem 1859. Martin Berendt, Berlin, S. 131; google.de/books Die Familie von Zastrow war mindestens über fünf Generationen in der Gutsherrschaft von Hartmannsdorf. Um 1880 besaß Alfred von Zastrow 356 ha.Schlesisches Güter-Adreßbuch. . Verzeichniß der sämmtlichen Rittergüter und selbständigen Guts- und Forstbezirke. Fünfte Ausgabe (Auflage). Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 279; google.de/books Er war damals der Senior der Familie von Zastrow,R. v. Mosch: Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Aufgaben des christlichen Adels. Organ der Deutschen Adelsgenossenschaft, 16. Januar 1893, №. 3., XVI. Jahrgang, S. 24. Verlag Berliner Buch- und Zeitungsdruckerei Union, Berlin; google.de/books Kreisdeputierter, der einzige StellvertreterAmtsblatt der Königlichen Regierung zu Liegnitz, 23. Juni 1888, Nr. 25, S. 191. Oscar Heinze, Liegnitz; google.de/books des Landrates für den Kreis Lauban, und einer der Vertreter der Bezirks-Direktion der Ober-Lausitz in Görlitz des Kredit-Instituts für die Königlich Preußische Ober-und Nieder-Lausitz, eines Bankunternehmens für größere landwirtschaftliche Betriebe.Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1889. R. (L.) v. Decker (G. Schenck), Berlin 1888, S. 369; google.de/books Letzter Grundbesitzer ist amtlich Rittmeister d. R. Egon von Zastrow (1890–1964), verheiratet mit Irmgard Blecken von Schmeling (1894–1963).Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke von Flotow-Stuer, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1965. Band VII, Band 34 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg.: Deutsches Adelsarchiv. C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1965, , S. 432 f.

1874 wurde der Amtsbezirk Hartmannsdorf gebildet, der 1908 aus den Landgemeinden Hartmannsdorf und Schadewalde sowie den gleichnamigen Gutsbezirken bestand.Amtsbezirk Hartmannsdorf. In: Rolf Jehke (Hrsg.): Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945. Herdecke, zuletzt geändert am 5. August 2001. Im Jahre 1900 wurden 1141 Einwohner gezählt.

Während des Zweiten Weltkrieges bestand in Hartmannsdorf ein Außenlager des KZ Groß Rosen. Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Hartmannsdorf 1945 mit dem größten Teil Schlesiens an Polen und wurde in Miłoszów umbenannt. Das Schloss Hartmannsdorf wurde nachfolgend dem Verfall preisgegeben. 1975–1998 gehörte Miłoszów zur Woiwodschaft Jelenia Góra.

Literatur Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien. IKröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 310 f. (Kröners Taschenausgabe, Band 316;) Ernst Friedrich Glocker: Geognostische Beschreibung der preussischen Oberlausitz theilweise mit Berücksichtigung des sächsischen Antheils. Hrsg.: Naturforschende Gesellschaft in Görlitz. Comm. Heyn (E. Remer), Selbstverlag, Görlitz 1857, S. 10, S. 110, S. 112.

Weblinks Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geografische Lage. dolny-slask.org.pl

Einzelnachweise

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