Die Prasinophytae sind eine Gruppe von Grünalgen, die direkt den Chloroplastida zugeordnet wird. Einige Arten sind für Algenblüten verantwortlich.

Merkmale Die meisten Vertreter sind bohnen- bis sternförmige begeißelte Einzeller. Es gibt auch unbegeißelte (kokkoidale) Formen. Sie zählen zu den kleinsten eukaryotischen Plankton-Arten.

Die Zellen besitzen ein, zwei, vier oder acht Geißeln, die in einer Geißeltasche ansetzen. Die Geißeln schlagen in Brustschwimmerart. Die Basalkörper-Wurzeln besitzen eine Struktur der X2X2-Konfiguration. Im Geißelapparat befinden sich vielschichtige Strukturen („multilayered structures“, MLS), die als ursprünglich für die Grünalgen angesehen werden. An der Zelloberfläche befinden sich organische Schuppen. Es kommen pro Art bis zu sieben Schuppentypen vor. Die äußere Schuppenschicht formt eine Theka. Die Bildung der Schuppen erfolgt im Golgi-Apparat. Bei der Mitose kollabiert die metazentrische Spindel in der Telophase.

Einige Arten bilden bis 1 mm große Zysten als Überdauerungsformen, sogenannte Phycomata (Einzahl Phycoma). Hierzu zählt z. B. Halosphaera. Ähnliches ist von fossilen Algen aus dem Proterozoikum und Paläozoikum bekannt.Paul G. Falkowski and Andrew H. Knoll: Evolution of Primary Producers in the Sea. ISBN 978-0-12-370518-1.

Die Ernährung erfolgt durch Autotrophie (Photosynthese) oder Osmotrophie. Auch Mixotrophie kommt vor.

Vorkommen Die Prasinophytae sind wichtige Vertreter des marinen Planktons. Sie können einen wesentlichen Teil der Plankton-Biomasse ausmachen. Es gibt auch Vertreter in Brack- und Süßwasser.

Systematik Der Umfang der Prasinophytae ist starken Änderungen unterworfen, da die Gruppe nicht monophyletisch sein dürfte.Lewis, McCourt: Green Algae and the origin of land plants, 2004. Im Folgenden die Systematik nach Adl 2012:

Crustomastix Halosphaera Pyramimonas Pycnococcus Pseudoscourfieldia Prasinococcus

Die Chlorodendrales, bei Lewis und McCourt noch Teil der Prasinophytae, werden nach Adl et al. nicht mehr hier eingeordnet, sondern direkt zu den Chlorophyta gestellt, ebenso Nephroselmis.

Literatur Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Mark A. Farmer, Robert A. Andersen, O. Roger Anderson, John A. Barta, Samual S. Bowser, Guy Bragerolle, Robert A. Fensome, Suzanne Fredericq, Timothy Y. James, Sergei Karpov, Paul Kugrens, John Krug, Christopher E. Lane, Louise A. Lewis, Jean Lodge, Denis H. Lynn, David G. Mann, Richard M. McCourt, Leonel Mendoza, Øjvind Moestrup, Sharon E. Mozley-Standridge, Thomas A. Nerad, Carol A. Shearer, Alexey V. Smirnov, Frederick W. Spiegel, Max F. J. R. Taylor: The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists. In: The Journal of Eukaryotic Microbiology, Band 52, Nr. 5, 2005, S. 399–451; (). Louise A. Lewis, Richard M. McCourt: Green Algae and the origin of land plants. In: American Journal of Botany, Band 91, Nr. 10, 2004, S. 1535–1556; Abstract und Volltext ().

Einzelnachweise Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Christopher E. Lane, Julius Lukeš, David Bass, Samuel S. Bowser, Matthew W. Brown, Fabien Burki, Micah Dunthorn, Vladimir Hampl, Aaron He​iss, Mona Hoppenrath, Enrique Lara, Line le Gall, Denis H. Lynn, Hilary McManus, Edward A. D. Mitchell, Sharon E. Mozley-Stanridge, Laura W. Parfrey, Jan Pawlowski, Sonja Rueckert, Laura Shadwick, Conrad L. Schoch, Alexey Smirnov, Frederick W. Spiegel: The Revised Classification of Eukaryotes. In: Journal of Eukaryotic Microbiology, Band 59, Nr. 5, 28. September 2012, S. 429–514; John Van den Hoff, Harry R. Burton, Maret Vesk: An encystment stage, bearing a new scale type, of the Antarctic prasinophyte Pyramimonas gelidicola and its paleolimnological and taxonomic significance. In: Journal of Phycology, Band 25, Nr. 3, Januar 1984, S. 446–454; doi:10.1111/j.1529-8817.1989.tb00249.x, ResearchGate:236627168 (). Siehe Ace Lake.

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