Der Krummstab (Arisarum vulgare), genauer Gemeiner Krummstab genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Krummstab (Arisarum) innerhalb der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Der deutschsprachige Trivialname Krummstab bezieht sich auf die optische Ähnlichkeit zum bischöflichen Insigne, dem Krummstab.

Auf Brachflächen und Garigues ist er im gesamten Mittelmeerraum, von Südeuropa und Nordafrika bis Transkaukasien, sowie den Azoren, Kanaren und Madeira weitverbreitet.

Beschreibung mini|links|Illustration aus Curtis Botanical Magazine, Band 99, 1873, Tafel 6023 mini|Blütenstand, aufgeschnitten um Details des Kolbens zu sehen mini|Samen mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand mini|Unterirdische Pflanzenteile

Vegetative Merkmale Der Krummstab ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Sie bildet Knollen als Überdauerungsorgane.

Die nur grundständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von etwa 15 Zentimetern sowie einer Breite von bis zu 12 Zentimetern eiförmig mit pfeilförmiger Spreitenbasis.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht je nach Standort von Oktober bis Mai. Der Blütenstandsschaft oft purpur-violett gesprenkelt. Der Blütenstand ist etwa so lang wie der Blütenstandsschaft. Das einzelne Hochblatt (Spatha) ist unten zu einer braun-violetten oder oliv-grün gestreiften Röhre verwachsen und ist 3 bis 5 Zentimeter lang; der obere Teil ist offen und helm- oder kapuzenförmig nach vorn gekrümmt. Der grünliche Blütenkolben (Spadix) ist nach vorne gekrümmt und ragt aus der Spatharöhre hervor.

Der Krummstab ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die etwa 20 männlichen Blüten befinden sich über den vier bis sechs weiblichen, wobei sterile Blüten gänzlich fehlen.

Die grünen Beeren sind bei einem Durchmesser von etwa 15 Millimetern kantig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.

Ökologie Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.

Standorte Arisarum vulgare gedeiht vor allem auf Brachflächen, Garigues, aber auch auf Kulturland wie Ölbaumbeständen sowie in Wäldern. Die Standorte sind meist schattig.

mini|Verbreitung

Systematik und Verbreitung Die Erstbeschreibung von Arisarum vulgare erfolgte 1810 durch Giovanni Targioni Tozzetti in Octaviani Targioni Tozzetti Observationum Botanicarum Decas Tertia, Quarta, & Quinta, veröffentlicht in Annali del Museo Imperiale di Fisica e Storia Naturale di Firenze, Band 2 Teil 2, Seite 67, Tafel VI–XIII.

Das Verbreitungsgebiet umfasst den gesamten Mittelmeerraum, von Südeuropa und Nordafrika bis Transkaukasien, dazu die Azoren, Kanaren und Madeira.

Von der Art Arisarum vulgare (Syn.: Arisarum incurvatum ) gibt es je nach Autor mehrere Unterarten: Arisarum vulgare subsp. clusii : Sie kommt auf den Kanaren und in Nordafrika vor. Arisarum vulgare subsp. hastatum : Sie kommt nur in Algerien und Marokko vor. Arisarum vulgare subsp. subexertum : Sie kommt in Portugal, Spanien, auf den Kanaren, auf den Balearen, in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten vor. Arisarum vulgare subsp. vulgare (Syn.: Arisarum vulgare subsp. veslingii ): Sie kommt in Madeira, auf den Azoren, in Spanien, auf den Balearen, in Frankreich, auf Korsika, Sardinien, Italien, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Sizilien, Kreta, auf Inseln in der Ägäis, auf Zypern, in der Türkei, im Kaukasusraum, auf der Sinai-Halbinsel, im Gebiet von Syrien sowie Libanon und im Gebiet von Jordanien sowie Israel vor.

In Südspanien, auf den Balearen, in Portugal, Algerien und Marokko wird die Unterart Arisarum vulgare subsp. simorrhinum abgetrennt. Sie wird aber auch als eigene Art (Arisarum simorrhinum ) angesehen. Der Blütenstand ist bei dieser Unterart bzw. Art viel kürzer als der Blütenstandsschaft. Hochblatt und Blütenkolben sind aufrecht. Der Blütenkolben ist am oberen Ende verdickt, so dass die Öffnung des Hochblattes mehr oder weniger verschlossen ist.

Nutzung Die unterirdischen Pflanzenteile wurden gegessen. Alle Pflanzenteile, die gegessen werden sollen, müssen wegen des hohen Anteils an Oxalatkristallen vorher gekocht werden.

Quellen Literatur

Pablo Ferrer-Gallego: Typification of Arisarum vulgare O. Targ. Tozz. (Araceae). In: Candollea, Volume 69, Issue 2, 2014, S. 115–118. doi:10.15553/c2014v692a2 PDF.

Einzelnachweise Eckhard von Raab-Straube (2021+): Araceae (excl. Lemnoideae). Datenblatt Arisarum vulgare In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks

Steckbrief Arisarum vulgare mit Fotos bei Botanik im Bild / Flora Europas, 2005. Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.

Kategorie:Aronstabgewächse