Die Heinkel He 64 war ein ziviles deutsches Sportflugzeug der Ernst Heinkel Flugzeugwerke.

Entwicklung Entwickelt wurde es 1932 von den kurz zuvor zu Heinkel gewechselten Brüdern Siegfried und Walter Günter für den Dritten Internationalen Europaflug, einem Flugwettbewerb, bei dem unter anderem eine 7500 km lange Strecke in möglichst kurzer Zeit absolviert werden sollte. Aus diesem Grund wurde besonders auf Leichtbau sowie eine optimierte Aerodynamik Wert gelegt. Das Flugzeug war ein direkter Nachfolger des von den Günter-Brüdern für die Bäumer Aero GmbH entworfenen Sausewinds und wie dieser als freitragender Tiefdecker in Holzbauweise konstruiert. Als Fahrwerk verwendete man noch ein starres Normalfahrwerk. Als Antrieb diente ein luftgekühlter Vierzylinder-Reihenmotor Argus As 8 mit 150 PS Leistung. Pilot und Kopilot waren hintereinander in der geschlossenen Kabine untergebracht.

Die Teilnahme am Wettbewerb wurde ein Erfolg. Im Gegensatz zum erwarteten Wert von sechs Tagen benötigte die He 64 für den Wettbewerbsflug lediglich drei Tage. Die Flugzeugführer Hans Seidemann und Fritz Morzik belegten beim Flugwettbewerb über 7500 km die ersten beiden Plätze, Morzik erreichte in der Gesamtwertung Rang 2. Auch bei der Langsamflugprüfung überzeugte das Flugzeug dank der von Gustav Lachmann entwickelten automatischen Vorflügel, die eine Mindestgeschwindigkeit von lediglich 62,3 km/h ermöglichten. Nach dem Wettbewerb flogen im September 1932 drei He 64 nach England, wo sie bei Handley Page einer ausgiebigen Erprobung unterzogen wurden. Im Dezember 1935 erwarb das Royal Aircraft Establishment ein Exemplar (D-2305) und testete es, mit einem Gipsy-III-Motor und dem Kennzeichen G-ACBS ausgestattet, bis zum Juni 1936. Nach einer kurzen Dienstzeit als Schulflugzeug der Royal Air Force als K3596 wurde es im gleichen Jahr von einem rhodesischen Farmer gekauft, der die Heinkel noch bis 1950 als VP-YBI von Umtali aus für Geschäfts- und Urlaubsreisen nutzte.

Technische Daten mini|Dreiseitenansicht Kenngröße Daten (HE 64 B) Besatzung 1–2 Länge 8,31 m Spannweite 9,80 m Höhe 2,06 m Flügelfläche 14,4 m² Flügelstreckung 6,7 Flächenbelastung 54,2 kg/m² Leistungsbelastung 5,20 kg/PS Leermasse 458 kg Rüstmasse 470 kg max. Startmasse 780 kg Antrieb ein luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Einreihenmotor Typ Argus As 8 R mit am Boden verstellbarer Zweiblatt-Holzluftschraube (⌀ 2,10 m) StartleistungNennleistung am Boden bei 2100/min bei 2090/min Kraftstoffvorrat 125 lFranz Ludwig Neher: Das Wunder des Fliegens. Ein Buch vom Fliegen und Flugzeugen. Pechstein, München 1937, 3. Auflage, S. 315. Ölvorrat 16 l Höchstgeschwindigkeit 245 km/h in Bodennähe238 km/h in 1000 m Höhe220 km/h in 2000 m Höhe Reisegeschwindigkeitbei 80 % Startleistung 222 km/h in Bodennähe218 km/h in 1000 m Höhe200 km/h in 2000 m Höhe Landegeschwindigkeit 52 km/h Steigzeit 3,9 min auf 1000 m Höhe8,0 min auf 2000 m Höhe12,8 min auf 3000 m Höhe Dienstgipfelhöhe 6000 m opt. Reichweite 720 km bei Höchstgeschwindigkeit in 1000 m Höhe760 km bei Reisegeschwindigkeit in 1000 m Höhe1500 km Startrollstrecke 88 m Startstrecke bis 15 m HöheLandestrecke aus 15 m Höhe 130 m120 m

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ziviler Flugzeugtyp He 064 Kategorie:Erstflug 1932 Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor