Hebenshausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Neu-Eichenberg im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographische Lage Hebenshausen liegt etwa zwei Kilometer nordwestlich des Dreiländerecks Hessen-Niedersachsen-Thüringen. Die Grenze zu Niedersachsen bildet die östliche Ortsgrenze. Es liegt auf etwa 210 bis . Benachbarte Ortschaften sind Friedland (3 km nördlich), Reckershausen (2,7 km nordöstlich), Niedergandern (1,7 km ostnordöstlich; alle in Niedersachsen), Hohengandern (3 km südöstlich; in Thüringen), Eichenberg-Bahnhof (1,7 km südsüdöstlich), Eichenberg 2,3 km südsüdwestlich, Berge (1,3 km westsüdwestlich), Neuenrode (2,8 km westlich), Hermannrode (4 km westnordwestlich) und Marzhausen (2,5 km nordnordwestlich; alle in Hessen).

Siedlungsplätze

Weitere Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung sind bzw. waren: Siedlung Angerhof Rosenmühle Wüstung Bremerode Wüstung Eibingen

Geschichte mini|Evangelische Kirche mini|Die katholische Kirche St. Joseph

Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Hebenshausen erfolgte unter dem Namen Hewinestat im Codex Eberhardi, einem Güter- und Einkünfte-Verzeichnis des Reichsklosters Fulda und wird in die Zeit 780–802 datiert. Als Dorf wurde Hebenshausen ab 1459 bezeichnet. Die älteste Gemarkungskarte datiert aus dem Jahre 1782.

1958/59 fand eine Flurbereinigung statt.

Zum 1. Februar 1971 fusionierten die bis dahin selbständige Gemeinde Hebenshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit vier weiteren Gemeinden freiwillig zur neuen Gemeinde Neu-Eichenberg. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Hebenshausen. Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hebenshausen angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Witzenhausen ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Witzenhausen 1627–1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Rotenburger Quart, Amt Witzenhausen 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Leine, Distrikt Göttingen, Kanton Friedland ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Witzenhausen ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis WitzenhausenVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 72.Trennung von Justiz (Justizamt Witzenhausen) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Witzenhausen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen, Gemeinde Neu-Eichenberg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis, Gemeinde Neu-Eichenberg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hebenshausen 447 Einwohner. Darunter waren 6 (1,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 54 Einwohner unter 18 Jahren, 141 zwischen 18 und 49, 114 zwischen 50 und 64 und 138 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 213 Haushalten. Davon waren 66 Singlehaushalte, 69 Paare ohne Kinder und 60 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 114 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1569: 50 Hausgesesse • 1575/85: 63 Hausgesesse • 1681: 55 Haushaltungen • 1747: 60 Mannschaften mit 60 Feuerstellen • 1961: 393 evangelische (= 75,29 %) und 127 katholische (= 24,33 %) Einwohner

Religion Eine evangelische Pfarrkirche die sowie eine römisch-katholische St.-Joseph-Kirche befinden sich in Hebenshausen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Teilweise erhaltene gotische Wehrkirche. Erbaut um 1400 und heutige evangelische Kirche. Wurde 2017 offiziell zur "Martin-Luther-Kirche" benannt. Ehemalige Synagoge, Ursprung Mitte des 18. Jahrhunderts.Synagoge Hebenshausen auf Alemannia Judaica. Jüdischer Friedhof, angelegt zu Beginn des 18. Jahrhunderts, zwei km nördlich des Dorfes an der Bundesstraße 27, mit etwa 350 Gräbern aus 200–250 Jahren.

Rittergut Der Gutshof der Hessischen Staatsdomäne Hebenshausen liegt am westlichen Rand des Ortes, jenseits der Bundesstraße 27. Das ehemalige Vorwerk wurde 1954 an die Domänenverwaltung verkauft. Bis 1888 gehörte zu dem damals 255 ha großen landwirtschaftlichen Betrieb noch eine Gärtnerei mit Gewächshäusern und Frühbeetkästen. Heute ist der inzwischen nur noch 224 ha große Betrieb verpachtet.

Vereine Der Gesangverein Concordia Hebenshausen bildete neben dem Landfrauenverein Hebenshausen den einzigen Kulturverein im Ort. Er wurde 1865 gegründet und war der älteste noch existierende Verein in Hebenshausen. Ende 2017 wurde der Verein aufgelöst.

Sport Die sportlichen Aktivitäten im Ort konzentrieren sich um das Haus des Sports, an das sich der Sportplatz angliedert. Der ortsansässige und 1928 gegründete Fußballverein ist der FC Hebenshausen 1928 e. V. Der 1972 gegründete Tischtennisverein TTC Neu-Eichenberg trainiert im Haus des Sports Hebenshausen. Neben Tischtennis bietet der Verein auch Nordic Walking, Aerobic und Volleyball an.

Regelmäßige Veranstaltungen Mai: Maibaumstellen am Lindenplatz Dezember: Traditionelles Weihnachtsbaumschmücken am Lindenplatz

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch das westliche Ortsgebiet von Hebenshausen führt in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 27 Göttingen – Fulda. Mit einer geplanten Ortsumgehung dieser Straße soll das Dorf vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Die Einleitung der Planfeststellung hierfür war für 2008 geplant. 2015 lief das Planfeststellungsverfahren. auf den Seiten von Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement, abgerufen am 19. Juni 2015. Die B 27 hat in Richtung Süden Anschluss an die nahe Bundesstraße 80 und führt nach Norden zur bei Marzhausen gelegenen Anschlussstelle Neu-Eichenberg–Friedland der Bundesautobahn 38; nach Kassel sind es etwa 45 km und nach Göttingen 15 km.

Der nächstgelegene Bahnhof ist der Bahnhof Eichenberg, ein Knotenpunkt der Bahnstrecke Göttingen–Bebra (Nord-Süd-Strecke) und der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden. Dort bestehen Verbindungen nach Kassel, Göttingen, Erfurt und Fulda. Auch im niedersächsischen Friedland besteht Anschluss an die Nord-Süd-Strecke.

Seit dem Fahrplanwechsel zum Jahr 2008 verfügt die Ortschaft Hebenshausen über keine geregelte Busverbindung durch den Nordhessischen Verkehrsverbund mehr. Den Bürgern steht nur noch ein Anrufsammeltaxi zur Verfügung. Die Nutzung des Schulbusverkehres außerhalb der Schulferien ist allerdings möglich.

Medien Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine ist die einzige mit Regionalteil erscheinende Tageszeitung. Bedingt durch die Nähe zu Niedersachsen lesen viele Einwohner auch das Göttinger Tageblatt.

Am Wochenende wird das Anzeigenblatt Extra-Tip sowie mittwochs der Marktspiegel an Hebenshäuser Haushalte verteilt. Beide Blätter finanzieren sich ausschließlich durch Kleinanzeigen und Werbeeinnahmen. Die kleinen redaktionellen Teile sind deswegen nicht unabhängig und umstritten.

Behörden und öffentliche Einrichtungen In Hebenshausen befindet sich der Sitz der Gemeindeverwaltung Neu-Eichenberg.

Sondergebiet Logistik Ein ca. 82 ha großes Gelände südlich von Hebenshausen ist laut 10. Änderung des Flächennutzungsplan der Gemeinde Neu-Eichenberg als Sondergebiet Logistik eingestuft. Ein wichtiger Beschluss zum Bebauungsplan wurde im Juni 2008 von der Gemeindevertretung abgelehnt. Eine Realisierung der Planungen ist ungewiss. Bis zu einer eventuellen Bebauung befinden sich die Flächen weiterhin in landwirtschaftlicher Nutzung.

Aktuellere Informationen finden sich auf der Hauptseite von Neu-Eichenberg.

Bildung und Forschung Die Universität Kassel betrieb mehrere Versuchsfelder im Bereich Hebenshausen. Die Flächen der Felder gehören zu dem Bereich, der zu einem Sondergebiet Logistik umgewidmet wurde. Sie wurden schließlich von der Universität Kassel als Versuchsflächen aufgegeben.

Persönlichkeiten Rechtshistoriker Karl Adolf Kroeschell (* 1927)

Weblinks

Ortsteil Hebenshausen. In: Webauftritt der Gemeinde Neu-Eichenberg.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

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