Der Landkreis Bad Kissingen liegt im Norden des Regierungsbezirks Unterfranken. Kreisstadt ist Bad Kissingen. Der Landkreis ist Mitglied der Regiopolregion Mainfranken.
Geographie Lage Der Landkreis Bad Kissingen liegt nordwestlich von Schweinfurt und hat Anteil an den Südausläufern der Rhön und den Nordostausläufern des Spessarts. Im Süden erstreckt sich eine flachwellige Landschaft mit Höhen bis 380 m. Das Kreisgebiet wird von der Fränkischen Saale durchflossen. Sie betritt im Nordosten, südwestlich von Bad Neustadt an der Saale, das Kreisgebiet, fließt dann in südwestlicher Richtung durch Bad Kissingen und Hammelburg, bevor sie im Südwesten, westlich von Hammelburg das Kreisgebiet wieder verlässt, um dann bei Gemünden in den Main zu münden.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Main-Kinzig-Kreis und Fulda (beide in Hessen) sowie an die Landkreise Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Main-Spessart (alle in Bayern).
Geschichte
Landkreis Bad Kissingen Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Bad Kissingen, Brückenau und Hammelburg.
Am 1. April 1940 wurde Bad Kissingen vorübergehend in den Landkreis Bad Kissingen eingegliedert, doch wurde dies am 1. April 1948 wieder rückgängig gemacht.
Bei der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 aus den drei Landkreisen Bad Kissingen (ohne die Gemeinde Strahlungen), Bad Brückenau und Hammelburg (ohne die Gemeinden Greßthal und Wasserlosen), der kreisfreien Stadt Bad Kissingen, Gebietsteilen des Landkreises Gemünden sowie den Gemeinden Bonnland und Gauaschach des Landkreises Karlstadt der neue Landkreis Bad Kissingen gebildet, der den Beinamen Bäderlandkreis erhielt. Bad Kissingen musste damit seine Kreisfreiheit aufgeben, erhielt jedoch dafür den neu geschaffenen Status einer Großen Kreisstadt und blieb auch Sitz des neuen Landkreises.
Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Burglauer aus dem Landkreis Bad Kissingen in den Landkreis Rhön-Grabfeld.
Landgerichte Das heutige Kreisgebiet gehörte vor 1800 überwiegend zum Hochstift Würzburg, ein kleinerer Teil zur Fürstabtei Fulda und kam ab 1816 fest zu Bayern. 1804 wurden die Landgerichtsbezirke Kissingen, Euerdorf und Münnerstadt errichtet. Sie gehörten ab 1808 zum Untermainkreis. 1819 wurden die Landgerichte Brückenau und Hammelburg gebildet. Alle Landgerichtsbezirke gehörten ab 1838 zum Kreis Unterfranken und Aschaffenburg, dem späteren Regierungsbezirk Unterfranken.
Bezirksämter Das Bezirksamt Kissingen wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Kissingen und Münnerstadt gebildet. Ebenso wurden die Landgerichte Euerdorf und Hammelburg zum Bezirksamt Hammelburg zusammengefasst, während das Bezirksamt Brückenau dem Landgericht Brückenau folgte.
Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Kissingen am 1. Januar 1880 Gemeinden des Bezirksamtes Hammelburg.
Am 24. April 1883 wurde das Bezirksamt Kissingen offiziell in Bezirksamt Bad Kissingen umbenannt.
Am 1. Januar 1908 schied Bad Kissingen aus dem Bezirksamt Bad Kissingen aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt.
Einwohnerstatistik rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Bad Kissingen (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Bad Kissingen, Alter und Geschlecht)
Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Bad Kissingen um über 6000 Einwohner bzw. um über 6 %. Seit 2000 ist die Tendenz nach einem Höchststand von rd. 109.500 Einwohnern rückläufig. Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl des Landkreises von 99.484 auf 103.218 um 3.734 Einwohner bzw. verblieb ein Plus von 3,8 %. Die Hälfte der 26 Gemeinden hatten 2018 weniger Einwohner als 1988. Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 60.031 64.724 73.802 102.531 96.082 102.859 99.022 105.108 109.213 109.328 107.988 104.301 103.106 103.169
Konfessionsstatistik Gemäß der Volkszählung 2011 waren 17,8 % (18.491) der Einwohner evangelisch, 69,4 % römisch-katholisch und 12,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011 Im Jahr 2017 gab es 18.300 Protestanten im Landkreis., abgerufen am 25. Oktober 2020
Politik Kreistag Die Kommunalwahl am 15. März 2026 führte im Landkreis Bad Kissingen für den Kreistag zu folgendem Ergebnis:
Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 39,1 24 41,7 25 47,3 28 46,1 28 51,1 31 49,1 30 AfD AfD Bayern 14,6 9 4,9 3 – – – – – – – – FW/FWLB Freie Wähler Bayern/Freie Wähler Landkreis Bad Kissingen 10,5 6 – – – – – – – – – – Grüne Grüne Bayern 10,4 6 – – – – – – – – – – SPD SPD Bayern 10,3 6 11,6 7 18,3 11 18,0 11 21,1 13 19,6 12 PWG Parteilose Wählergruppe – FW Freie Wähler (PWG) e. V. 6,5 4 7,6 5 – – – – 5,3 3 4,6 3 UWG/CBB Unabhängige Wählergemeinschaft/Christlicher Bürgerblock 5,1 3 – – – – – – – – – – ÖDP/Klima Ökologisch–Demokratische Partei/Klima 1,9 1 2,9 2 – – – – – – – – FDP/FB FDP Bayern/Freie Bürger 1,6 1 2,2 1 2,7 2 4,1 2 2,6 1 2,2 1 Grüne/BfU Grüne Bayern/Bürger für Umwelt – – 14,8 9 9,0 5 9,0 6 6,4 4 7,8 4 FW/FWAB/CBH Freie Wähler Bayern/Freie Wähler Altlandkreis Bad Kissingen/Christlicher Bürgerblock Hammelburg – – 12,3 7 – – – – – – – – Linke Die Linke Bayern – – 1,9 1 – – – – – – – – FWAB/CBH Freie Wähler Altlandkreis Bad Kissingen/Christlicher Bürgerblock Hammelburg – – – – 10,7 7 12,3 7 – – – – PWG/FW Parteilose Wählergruppe/Freie Wähler Bayern – – – – 7,2 4 7,0 4 – – – – ÖDP/BAUF Ökologisch–Demokratische Partei/Bündnis für Arbeit, Umwelt und Familie – – – – 4,8 3 3,5 2 – – – – FW Freie Wähler Bayern – – – – – – – – 11,6 7 – – ÖDP/PU Ökologisch–Demokratische Partei/Parteifreie Umweltschützer – – – – – – – – 1,9 1 – – FWAB Freie Wähler Altlandkreis Bad Kissingen – – – – – – – – – – 9,8 6 CB/FW Christlicher Bürgerblock/Freie Wähler Bayern – – – – – – – – – – 6,8 4 gesamt 100,0 60 99,9 60 100,0 60 100,0 60 100,0 60 99,9 60 Wahlbeteiligung 67,7 % 64,5 % 63,9 % 67,1 % 72,7 % 76,1 %
Bezirksamtmänner (bis 1938) und Landräte (ab 1939) mini|Bad Kissingen – Landratsamt 1906–1926: Alexander von Moreau 1926–1933: Franz Fux 1933–1939 Rudolf Conrath 1939–1940: Friedrich Siebert 1940–1945: Otto Groß 1945–1948: Max von Wussow 1948–1969: Engelbert Hofmann 1969 – 30. April 1978: Magnus Herrmann, CSU 1. Mai 1978 – 30. April 1990: Marko Dyga, CSU 1. Mai 1990 – 30. April 2002: Herbert Neder, CSU 1. Mai 2002 – 30. April 2026: Thomas Bold, CSU seit 1. Mai 2026: Mario Götz, CSU
Bei den Kommunalwahlen 2008 wurde Thomas Bold wiedergewählt, am 16. März 2014 wurde er mit 91,9 % der Stimmen für seine dritte Amtszeit bestätigt. Bei der Wahl am 15. März 2020 erhielt Bold 60,48 % der Stimmen.Landratswahlen in Unterfranken: Das sind die Ergebnisse. Bayerischer Rundfunk (BR 24), 16. März 2020 Seine Amtszeit endete am 30. April 2026. Zu seinem Nachfolger wurde am 8. März 2026 Mario Götz mit 74,5 % der Stimmen gewählt.Klare Sache in Bad Kissingen, in: Main-Post, 8. März 2026
Wappen
Altes Landkreiswappen
Landkreispartnerschaften Tamar, Israel; seit 1997
Kultur und Freizeit Der Landkreis Bad Kissingen ist eines der Zentren der Bildstocklandschaft Franken. Die religiösen Kleindenkmäler entstanden seit dem Mittelalter aus unterschiedlichen Gründen und wurden vor allem entlang von Wegen gesetzt. Bis heute werden neue Motive aufgestellt, wobei der Bestand von Verfall bedroht ist.
Museen Museen Schloss Aschach, Bad Bocklet (Aschach) Heimatstuben Bad Brückenau, Bad Brückenau Deutsches Fahrradmuseum, Bad Brückenau Museum Obere Saline, Bad Kissingen (Hausen) Julius-Kardinal-Döpfner-Museum, Bad Kissingen (Hausen) Heimatstube Reiterweisen, Bad Kissingen (Reiterswiesen) Dauerausstellung „Jüdisches Leben in Bad Kissingen“ im Jüdischen Gemeindehaus, Bad Kissingen Museumsscheune, Burkardroth (Katzenbach) Museum Terra Triassica, Euerdorf Dorfmuseum bzw. Heimatmuseum Fuchsstadt, Fuchsstadt Privatmuseum von Christina Dietrich und Karl Engelhardt, Geroda Museum Herrenmühle, Hammelburg Heimatmuseum des Marktes Maßbach, Maßbach (Poppenlauer) Henneberg-Museum, Münnerstadt Heimat- und Eulenmuseum Nüdlingen, Nüdlingen Feuerwehrmuseum, Nüdlingen
Zoos Tiergehege Staatsbad Bad Brückenau, Bad Brückenau Wildpark Klaushof, Bad Kissingen
Wirtschaft und Infrastruktur Die Wirtschaft im Landkreis ist stark vom Fremdenverkehr geprägt. Maßgeblichen Anteil daran haben die drei Staatsbäder Bad Kissingen, Bad Brückenau und Bad Bocklet, die ganzjährig Gäste beherbergen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Kurgäste bzw. Patienten.
Größere Industriebetriebe sind im Bad Kissinger Gemeindeteil Albertshausen (Takata-Petri PlasTec GmbH, Kunststoffteile für die Fahrzeugindustrie), in Münnerstadt (MGlas AG, Primärpackmittel und Injektionssysteme für die pharmazeutische Industrie), Oerlenbach (Hegler Plastik GmbH, Kunststoffrohrsysteme für den Hoch- und Tiefbau), Wildflecken (Kunert, Wellpappe), Bad Brückenau (GKN, Sintermetall sowie Staatlicher Mineralbrunnen, Getränke) und Hammelburg (Lutz Fleischwaren) angesiedelt. Ansonsten prägen kleinere Unternehmen und das Handwerk das Bild. Die Landwirtschaft spielt als Arbeitgeber nur eine untergeordnete Rolle, dies gilt auch für den Weinbau im Saaletal.
Wie viele andere Räume kämpft auch der Landkreis Bad Kissingen mit der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote war in den letzten Jahren immer höher als im Durchschnitt Bayerns, allerdings auch niedriger als im Bundesdurchschnitt. Arbeitsplatzverluste standen in den 1990er Jahren vor allem im Zusammenhang mit einer veränderten Gesetzgebung im Gesundheitsbereich und der Krise der Wälzlagerindustrie im nahen Schweinfurt. Neue Impulse für die Wirtschaft und damit neue Jobs soll das Rhön-Saale-Gründerzentrum in Bad Kissingen bringen. Es wird gemeinsam mit dem Landkreis Rhön-Grabfeld, der Stadt Bad Kissingen sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer (HWK) betrieben und ist als Starthilfe für junge Unternehmen gedacht. Zahlreiche weitere Initiativen zur Ankurbelung der regionalen Wirtschaft stehen im Zusammenhang mit dem Biosphärenreservat Rhön.
Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Bad Kissingen Platz 157 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 214 von 401.
Verkehr miniatur|Ein Bus der Firma KOB-Bus am ZOB in Fulda
Öffentlicher Personennahverkehr In Bad Kissingen wird der öffentliche Personennahverkehr von der KOB abgewickelt. Der Kreisomnibusbetrieb (KOB) mit Sitz in Oberthulba (Landkreis Bad Kissingen) ist ein Tochterunternehmen der OVF und des Landkreises Bad Kissingen. Die KOB GmbH unterhält ein Hauptdepot in Oberthulba und zwei Busdepots in Bad Brückenau und Hammelburg. Der Fuhrpark des Unternehmens setzt sich aus 30 Überlandbussen, 7 Kombibussen, 3 Reisebussen sowie einem Kleinbus zusammen, welche auf insgesamt 13 Linien im Landkreis Bad Kissingen fahren.
Straße Der Landkreis wird von der A 7, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands, durchquert. Die Anschlussstellen sind Bad Brückenau-Volkers, Bad Brückenau/Wildflecken, Bad Kissingen/Oberthulba und Hammelburg. Eine weitere Autobahnverbindung ist die A 71 von Schweinfurt nach Erfurt. Sie führt auf einer Länge von rund 15 Kilometern durch den Landkreis.
Schiene Die Bayerischen Staatseisenbahnen erbauten im Kreisgebiet im Jahre 1871 zuerst eine Bahn von Schweinfurt nach Bad Kissingen.