In der Boule-Spiel Sportart Pétanque werden unterschiedliche Wettbewerbe ausgetragen.
Lizenzpflichtige und lizenzfreie Turniere Lizenzpflichtige Turniere Wer an einem sportlichen Wettbewerb der Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal (FIPJP), des Deutschen Pétanque-Verbands (DPV) und deren Mitgliedsverbände teilnehmen möchte, braucht eine Lizenz (auch Spielerpass genannt). Voraussetzung für die Erteilung einer Lizenz ist in Deutschland die Verbandsangehörigkeit über einen Verein, der über einen Landesverband Mitglied im DPV ist. Bei allen offiziellen Meisterschaften, Ranglistenturniere von Verbänden und Ligen besteht Lizenzpflicht.Satzung des DPV § 7
Lizenzfreie Turniere Es gibt allerdings Turniere, wie Stadtmeisterschaften, bei denen keine Lizenzpflicht besteht. Auch bei Freizeitligen (z. B. in Baden-Württemberg die Hardtliga) besteht keine Lizenzpflicht. Eine ausdrückliche Lizenzpflicht besteht in der Regel nicht bei sogenannten Mini-Turnieren, auch wenn sie als Begleitturnier bei Deutschen Meisterschaften veranstaltet werden.
Auch Vereine tragen Turniere aus, bei denen keine Lizenzpflicht besteht. Es gibt zudem Freizeit-Turniere, die Pétanque-Abteilungen von Mehrsparten-Vereinen für den Gesamtverein veranstalten.
Veranstaltungen mit Freizeit- bzw. Sportcharakter Mit Pétanque oder Boule verbinden viele das gemütliche Spiel älterer Franzosen auf dem Dorfplatz. Dazu gehört dann Käse und Rotwein, auch wenn dies auf den französischen Dorfplätzen nicht immer dazu gehört. Das ist jedoch ein Klischee.
Daneben gibt es Vereine, die direkt oder indirekt einem nationalen Sportverband angehören, der wiederum Mitglied in der FIPJP ist.
Unter organisierten und nicht organisierten Pétanque-Spielern gibt es über den Grad der Organisation des Pétanque-Sports seit der Gründung des DPV Diskussionen. Ein Teil der Pétanque-Szene ist den Weg in die Gründung von Vereinen und Verbände nicht mitgegangen, andere haben nur Spielgemeinschaften gegründet und lehnen die Gründung von eingetragenen Vereinen und die Mitgliedschaft in Kreis-, Stadt- und Landesportverbänden bzw. im DOSB ab. Wiederum andere haben um die Mitgliedschaft in diesen Sportverbänden gerungen. Ein großer Teil der Verbandsmitgliedschaft (des DPV) ist diesem Weg (zumindest widerspruchslos) gefolgt. Für einige geht der gesellige Charakter des Pétanque verloren, wenn zu viel Regeln und Verbote bestehen, andere sehen zwar die Notwendigkeit des geselligen Spiels und/oder akzeptieren ihn als Teil des Verbandes, sehen den DPV vor allem als Sportverband und dringen daher auf die Einhaltung der Regeln und Beachtung von Verboten.
Das heißt aber nicht, dass auf Veranstaltungen mit Freizeitcharakter keine guten sportlichen Leistungen geboten werden.
Private Veranstaltungen Im Prinzip ist das gemeinsame Spiel von Pétanque-Spieler auf der privaten Bahn im Garten oder auf Parkwegen bzw. öffentlichen Plätzen eine Veranstaltung. Vor allem dann, wenn mehrere Spiele gleichzeitig laufen, Formationen und Paarungen neu zusammengestellt/gemischt werden. Die Austragung von kleinen, auch spontanen Turnieren (zum Beispiel einem Supermêlée) ist nicht unüblich, vor allem, wenn sowohl unorganisierte als auch organisierte Sportler gemeinsam spielen.
Spielabende und Trainings in Vereinen Reine Pétanque-Vereine haben oft ein eigenes Gelände. Zuweilen tragen sie ihre Spiel-, Übungs- und Traningsveranstaltungen auf öffentlichem Gelände aus. Dort spielen sie oft mit nicht organisierten Spielern zusammen.
Diese Veranstaltungen sind Teil des organisierten Sportbetriebs. Hier gibt es häufiger Turniere oder gar Turnierserien.
Andere Pétanque-Vereine bzw. Pétanque-Abteilungen von Mehrspartenvereinen spielen auf Vereinsgelände. Der Grad der Organisation ist hier größer.
Mini-Turniere Mini-Turniere sind in der Regel auf vier Formationen (meist Doublette, selten Triplette) begrenzt. Je zwei Formationen spielen gegeneinander und ermitteln die Finalgegner. Wird ein Startgeld erhoben, geht dieses entweder an den Sieger des Finales oder wird unter den Finalgegnern verteilt.
Mini-Turniere finden oft am Rande großer Turniere bzw. Meisterschaften statt. An ihr nehmen in der Regel bereits ausgeschiedene Turnierteilnehmer aber auch Zuschauer teil. Sie können aber auch geplant oder spontan anderswo stattfinden.
Offene Turniere Als offene Turniere werden Wettbewerbe bezeichnet, die für alle Pétanque-Sportler offen sind und bei denen man sich in der Regel erst unmittelbar vor Turnierbeginn anmelden muss. Bei vielen dieser Turniere besteht keine Lizenzpflicht. Es gibt aber auch offene Turniere mit Lizenzpflicht.
Einige Turnierveranstalter tragen an einem Wochenende zwei Turniere in verschiedenen Formationen aus, in der Regel ein Doublette- und ein Triplette-Turnier.
Für die meisten offenen Turniere wird ein Startgeld erhoben. Diese werden bei einigen Turnieren ganz oder nach Abzug der Kosten unter den Teilnehmern ausgespielt. Bei anderen Turnieren werden Sachpreise verteilt. In Frankreich werden in der Regel nur bei Lizenzturnieren die Startgelder in bar ausgeschüttet. In einigen Regionen werden nur Lizenzturniere veranstaltet. In einigen Touristengegenden gibt es während der Saison lizenzfreie Turniere mit Sachpreisen.
Einladungsturniere Einladungsturniere werden vor allem aus zwei Gründen veranstaltet: Entweder steht nur ein begrenzter Platz zur Verfügung (zum Beispiel bei Hallenturnieren) oder man will ein bestimmtes (zum Beispiel hochkarätiges) Teilnehmerfeld. Einladungsturniere werden für bestimmte Formationen (Spieler), Klubs und/oder Nationalteams veranstaltet.
Bei Einladungsterminen mit größeren Teilnehmerzahlen kann man sich um die Einladung bewerben.
Ranglistenturniere In Ranglistenturnieren (und Ligaspielen) kann man Punkte für die Pétanque-Rangliste erwerben.
Ranglisten des DPV und der Landesverbände Für die aktuelle DPV-Rangliste werden die Platzierungen bei den Deutschen Meisterschaften im Triplette, Doublette, Doublette mixte und Tête-à tête für die letzten drei Jahre gewertet. Die jeweils aktuelle Meisterschaft erhält die höchste Wertung, die älteste die niedrigste Wertung. Vor Einführung dieser Rangliste gab es zusätzliche Ranglistenturniere, für die ähnlich wie bei einigen Landesverbands-Ranglisten bestimmte Mindest-Kriterien galten.Im DPV gibt es sehr unterschiedliche Ranglisten, sowohl hinsichtlich der Anzahl (Alle, Frauen, Jugend, Ü55...) als auch hinsichtlich der Kriterien. Näheres auf den Websites der Landesverbände.
Die Ranglisten dienen in einigen Landesverbänden als Hilfsmittel zur Aufstellung ihrer Landeskader zum Beispiel für den Länderpokal. Die Ranglisten-Turniere der Verbände sind lizenzpflichtig.
Ehemalige Ranglisten Verschiedene Pétanque-Fachzeitschriften wie „Au Fer“ und „Pétanque International“ (PI), die inzwischen vor allem durch die Konkurrenz des Internets eingestellt wurden, führten eigene Ranglisten. PI lud die 48 Bestplatzierten zu einem Turnier ein. Bis 2001 galt die Rangliste auch zur Qualifikation zum „Ricard-Cup“.
Es gibt auch Ranglisten für Turnierserien. Diese werden u. a. von mehreren Vereinen gemeinsam ausgetragen.
Zumindest einige dieser Turnierserien sind nicht lizenzpflichtig.
Turnierserien Centrope-Cup Eine internationale Turnierserie mit einer Länderrangliste ist der Centrope Cup, der von den Verbänden Tschechiens, der Slowakei, Ungarns, Polens, Sloweniens und Österreichs gegründet wurde. Er besteht aus sechs Turnieren, die offen für Teilnehmer anderer Nationen sind. Punkten können aber nur Formationen aus den genannten Nationen, wenn deren Team-Mitglieder alle eine Lizenz desselben Verbandes besitzen. Die Punkte bekommen die Nationen.
Grand Prix d'Allemagne In Deutschlandzur Situation in Österreich siehe Website des Österreichischen Pétanque Verbands / Ergebnisse gab es bis 2020 die Turnierserie Grand Prix d'Allemagne.
DPV Masters Vereine, die Ihren Turnieren gerne das besondere Flair einer hochklassigen Veranstaltung geben möchten führen das DPV Masters durch. 2023 waren dies: Grand Prix in Viernheim, Schlosspokal in Edingen-Neckarhausen, Düsseldorf Ouvert in Düsseldorf, Holstenturnier in Travemünde und das Schlossplatzturnier in Stuttgart.
Meisterschaften In einigen Städten werden sogenannte offene Stadtmeisterschaften ausgetragen, die zum Teil nicht lizenzpflichtig sind. Die offiziellen Meisterschaften der Verbände sind immer lizenzpflichtig.
Landesmeisterschaften In Deutschland werden regional in den einzelnen Landesverbänden die Landesmeisterschaften ausgetragen. In Nordrhein-Westfalen muss man sich dafür über Bezirksmeisterschaften qualifizieren. In einigen Landesverbänden (zum Beispiel Niedersachsen) sind die Landesmeisterschaften auch Qualifikationsturniere für die Deutschen Meisterschaften. Andere Landesverbände, wie Baden-Württemberg, veranstalten gesonderte Qualifikationsturniere. Die Landesmeisterschaften werden in der Regel in allen Formationen ausgetragen, in denen auch Deutsche Meisterschaften ausgetragen werden.
Näheres siehe: Deutsche Pétanque-Meisterschaften.
Auch in anderen Pétanque-Nationen (zum Beispiel Frankreich) werden regionale Meisterschaften und Qualifikationen ausgetragen.
Nationale Meisterschaften Die nationalen Pétanque-Verbände veranstalten nationale Meisterschaften. Diese sind (bei kleineren Nationen) zum Teil offen für alle Lizenznehmer, in anderen Nationen werden regionale Qualifikationsturniere durchgeführt. In Deutschland wurde die erste Deutsche Meisterschaft 1977 in Bad Godesberg als offenes Turnier ausgetragen.
Die Meisterschaften werden nicht in allen Ländern für dieselben Formationen ausgetragen. So werden zum Beispiel in der Schweiz Meisterschaften im Triplette mixte, in Frankreich und Deutschland im Doublette mixte ausgetragen.
Für Deutschland siehe Deutsche Pétanque-Meisterschaften
Die Österreichischen Meisterschaften (ÖM) für Einzelmitglieder und zusammengesetzte Teams werden alljährlich in den Disziplinen Tir de Prècision (Damem, Herren), Tête-à-Tête (Damen, Herren), Doublette (Damen, Herren, Mixed) sowie Triplette (Mixed) jeweils als eigenständiges Tagesturnier ausgetragen.
Europameisterschaften Die Confédération Européenne de Pétanque (CEP) trägt seit 1998 jeweils im Zweijahresrhythmus Europameisterschaften der Jugend und seit 2001 Europameisterschaften der Damen aus. Beide Disziplinen werden im Triplette ausgetragen. Seit 2002 (Jugend) bzw. 2003 (Damen) werden auch Wettbewerbe im Tir de Precision (Präzisionsschießen) ausgetragen.
2008 wurden erstmals Europameisterschaften der Espoirs (U23) ausgetragen, die Qualifikation dazu fand bereits 2007 statt.
Auch in den anderen Erdteilen werden Kontinental-Wettbewerbe ausgetragen.;
Erste deutsche Erfolge gab es im Präzisionsschießen durch Bronzemedaillen für Patrick Beton (Jugend 2002) und Anna Lazaridis (2007 Damen).
Zu den weiteren Erfolgen:
Weltmeisterschaften Die Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal (FIPJP) trägt seit 1959 Weltmeisterschaften für Senioren aus. Sie finden seit 1963 jährlich statt. Seit 1987 finden WM der Jugend und seit 1998 WM der Damen (jeweils im Zweijahresrhythmus) statt.
Wettbewerbe im Präzisionsschießen werden seit 2000 (Senioren), 2001 (Jugend) bzw. 2002 (Damen) ausgetragen.
Die Deutschen Senioren konnten dreimal Platz 5 belegen. Die Deutschen Damen Daniela Thelen, Gudrun Deterding, Lara Eble und Annick Hess holten 2004 in Maspalomas, Spanien die Silbermedaille. Das deutsche Jugendteam gewann 1993 mit Tobias Jakel, Marco Marggrander, Michael Friese und Andreas Mahnert ebenfalls Silber.
Im Präzisionsschießen der Senioren konnten Kim Rieger (2003, 2004), Sascha Koch (2005) und Jannick Schaake (2007) das Viertelfinale und damit Platz 5 erreichen. Bei den Damen erreichte Daniela Thelen (2004) das Viertelfinale. Dominique Tsouroupa erreichte 2001 das Halbfinale, verlor dies allerdings. 2001 wurde einmalig ein Spiel um Platz 3 ausgetragen, dass Tsouroupa ebenfalls verlor.
Zu den weiteren Erfolgen: