mini|Schloss Prötzel um 1871/73, Sammlung Alexander Duncker Schloss Prötzel ist ein zweigeschossiger Barockbau im brandenburgischen Prötzel (Landkreis Märkisch-Oderland).

Geschichte Schloss Prötzel wurde von 1712 bis 1717 nach Plänen Andreas Schlüters für Paul Anton von Kameke im Barockstil erbaut. 1770 entstand unter seinen Söhnen Graf Wilhelm Friedrich oder Graf Friedrich Alexander von Kameke ein Landschaftspark im englischen Stil. 1800 gelangte Prötzel in den Besitz der Freiherren von Eckardstein. Friedrich August Stüler baute das Schloss 1859 um, wobei auch der Garten verändert wurde. Die ursprünglich aus Hessen stammende Familie von Fabrikanten wurde Oktober 1799 in den preußischen Freiherrenstand erhoben und erwarb im Land Lebusviel Grundbesitz. Über Arnold Freiherr von Eckardstein (1782–1856) bildete sich dann eine eigenständige Familienlinie Prötzel heraus. Über Ernst von Eckardstein kam das Gut an Arnold von Eckardstein. Er war wie seine Vorfahren Ritter des Johanniterordens. 1923 gehörten zum umfangreichen Prötzeler Besitz mehrere Rittergüter, Biesow, Prädikow, Ernsthof, Klosterdorf und Ländereien in Ruhlsdorf, zusammen rund 8000 ha. 1924 fand der letzte große Umbau im Stil der Zeit statt.

Das Schloss war von August 1943 bis Anfang 1945 Wohnsitz des Nuntius Cesare Orsenigo. Nach der Vertreibung derer von Eckardstein 1945 verfiel das Schloss.

mini|Schloss Prötzel 2008 mini|Schloss Prötzel Mai 2009

Seit 1990 nutzte der Kunstverein Prötzel das Gebäude für seine jährlichen Ausstellungen. Bemühungen, das stark sanierungsbedürftige Gebäude zu restaurieren und dauerhaft einer neuen Nutzung zuzuführen, schlugen lange Zeit fehl. Im August 2007 wurde das Schloss von dem in Hamburg lebenden armenischen Architekten und Bauunternehmer Aram Ekavyan erworben, der zusammen mit seinem Bruder Vagram Ekavyan eine Sanierung des Schlosses und eine anschließende Nutzung als Luxushotel plant.Cornelia Hendrich: . In: Märkische Oderzeitung, 11. Februar 2008. Seit 2011 ist das Schloss Ausrichtungsort des Internationalen Komitas-Festivals, benannt nach dem armenischen Komponisten und Musikwissenschaftler Komitas Vardapet (1869–1935), unter der künstlerischen Leitung von Thomas Buchholz.

Literatur Vincenz Czech, Nicola Riedel-Bröcker: Prötzel. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Band 2: Katalog. Nicolai Verlagsbuchhandlung, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 470–474.

Dirk Schumann: Prötzel, Andreas Schlüter und die Schloßanlage. In: Brandenburgische Denkmalpflege, Jg. 7, 1998, Heft 2, S. 75–81. Nicola Riedel: Prötzel. In: Sibylle Badstübner-Gröger (Hrsg.): Schriftenreihe des Freundeskreises Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V. Berlin 1997. Nicola Riedel: Das Herrenhaus in Prötzel – ein Beispiel außergewöhnlicher Barockarchitektur. In: Peter-Michael Hahn und Hellmut Lorenz (Hrsg.): Studien zur barocken Baukultur in Berlin-Brandenburg, Potsdam 1996, S. 57–71. Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Brandenburg und Berlin. Stuttgart 1993, ISBN 3-8062-1085-3.

Weblinks

. komitas-festival.de

Einzelnachweise

Protzel Kategorie:Baudenkmal in Prötzel Kategorie:Barockbauwerk in Brandenburg Kategorie:Wohngebäude im Landkreis Märkisch-Oderland Kategorie:Erbaut in den 1710er Jahren