Michael Te-pei Chang, 張德培; Pinyin: Zhāng Dépéi (* 22. Februar 1972 in Hoboken, New Jersey), ist ein ehemaliger US-amerikanischer Tennisspieler.
Karriere mini|left|1994 in Cincinnati Michael Chang ist das Kind taiwanischer Einwanderer. Sein Vater Joe Chang kam in die Vereinigten Staaten, um ein Graduiertenstudium am Stevens Institute of Technology in Hoboken aufzunehmen.Chris Casacchia: „OC-China Culture Club“. In: Orange County Business Journal, 11. Oktober 2015. Mit 12 Jahren gewann er sein erstes Turnier, die USTA Junior Hard Court singles. 1986 und 1987 trat er beim Juniorenwettbewerb der US Open an, schied aber beide Mal in der zweiten Runde aus; 1987 gegen Pete Sampras. Ab 1987 spielte er außerdem bei international besetzten Turnieren. Als er im August sein Erstrundenmatch bei den US Open gegen Paul McNamee gewinnen konnte, war er mit 15 Jahren der jüngste Spieler, der ein Match bei einem Grand-Slam-Turnier gewann, seit die Open Era begonnen hatte; in der zweiten Runde musste er sich Nduka Odizor geschlagen geben. Er erreichte im Oktober 1987 in Scottsdale das Halbfinale eines World-Tour-Turniers, das er gegen Brad Gilbert verlor, und wenige Tage später folgte in Las Vegas der erste Titel bei einem Challenger-Turnier. 1988 verließ er die Highschool und wurde Profi. Nach einer Drittrundenniederlage bei den French Open gehörte er zum ersten Mal zu den 100 besten Tennisspielern weltweit. Bei den US Open 1988 hatte er eine Achtelfinalniederlage gegen Andre Agassi. In San Francisco gelang ihm sein erster Titelgewinn auf der World Tour, als er Johan Kriek bezwang.
Im darauf folgenden Jahr wurde er noch 16-jährig erstmals im Davis-Cup-Team der USA eingesetzt und besiegte bei der Begegnung gegen Paraguay sowohl Víctor Pecci als auch Hugo Chapacú. Nach zwei Halbfinalniederlagen in Memphis und Forest Hills wurde er im Alter von 17 Jahren bei den French Open 1989 zum bisher jüngsten Gewinner eines Grand-Slam-Turniers. Im Endspiel besiegte er den Schweden Stefan Edberg mit 6:1, 3:6, 4:6, 6:4, 6:2. Im Achtelfinale hatte er zuvor, von Krämpfen geplagt und am Rande einer Aufgabe, in einem legendären Match in 4:43 Stunden den Weltranglistenersten Ivan Lendl mit 4:6, 4:6, 6:3, 6:3, 6:3 bezwungen. Der Tscheche verzweifelte unter anderem an Changs teilweise unorthodoxer Spielweise, zum Beispiel überraschte ihn ein von unten gespielter Aufschlag („Underhand serve“) des Amerikaners. Damit machte er den ersten Sprung in die Top 10 der Weltrangliste. Seinen nächsten Turnierauftritt hatte er zwei Wochen später in Wimbledon, wo er im Achtelfinale an seinem Landsmann Tim Mayotte scheiterte, genau wie zwei Monate später im Achtelfinale der US Open. In Wembley holte er sich mit einem Sieg über Guy Forget den zweiten Titel dieser Saison und den dritten Titel als Minderjähriger.
Nach Siegen über Andre Agassi und Pete Sampras kam Chang 1990 in das erste Finale der Masters Series seiner Karriere. Er gewann gegen Jay Berger den Titel der Kanada Masters. 1991 und 1992 erreichte er jeweils das Finale des Grand Slam Cups, musste sich jedoch seinen Finalgegnern David Wheaton und Michael Stich geschlagen geben. Zwischen 1992 und 1994 holte er sich 14 Titel auf der World Tour und stand in sieben weiteren Finalrunden. Außerdem hatte er 1994 sein bestes Ergebnis in Wimbledon seiner Karriere, als er im Viertelfinale von Pete Sampras besiegt wurde.
1995 erreichte Chang zum zweiten Mal das Finale der French Open, gegen Thomas Muster war er jedoch chancenlos. In Asien sicherte er sich zwei weitere Titel in Tokio und Peking, wo er das dritte Jahr in Folge Titelträger wurde. Im gleichen Jahr unterlag er Boris Becker im Finale der ATP-Weltmeisterschaft in Frankfurt ebenfalls glatt in drei Sätzen. 1996 stand er gleich bei zwei Grand-Slam-Turnieren im Endspiel, bei den Australian Open verlor er erneut gegen Becker und bei den US Open unterlag er Pete Sampras, was seine vierte Niederlage gegen Sampras in diesem Jahr war. 1997 stand er insgesamt in fünf Finalrunden, die er allesamt für sich entscheiden konnte. Von 1998 bis 2000 stand er in sechs Finalpartien und holte sich davon die Hälfte der Titel.
2001 überstand er nur bei wenigen Turnieren die zweite Runde. Ausnahmen waren ein Halbfinaleinzug in Washington, wo er Andy Roddick unterlag, und Tokio mit einer Achtelfinalniederlage gegen Takao Suzuki. Auch 2002 war nicht viel erfolgreicher. Er holte sich gegen Cecil Mamiit einen Challengertitel in Calabasas. Am 26. August 2003 bestritt er sein letztes Profimatch, als er bei den US Open in der ersten Runde gegen Fernando González ausschied.
Chang gewann letztlich kein zweites Grand-Slam-Turnier, hielt sich aber mehrere Jahre in den Top 10 der Weltrangliste und feierte insgesamt 34 Turniersiege. Mit über 19 Mio. Dollar erspieltem Preisgeld war er einer der erfolgreichsten Tennisspieler seiner Zeit. Seine höchste Ranglistenposition erreichte er 1996 mit Rang 2.
Zwischen 1989 und 1997 bestritt Chang insgesamt sechs Begegnungen für die US-amerikanische Davis-Cup-Mannschaft. Er kam dabei ausschließlich im Einzel zum Einsatz, von zwölf Partien konnte er acht gewinnen. 1990 gewann er mit seinen Teamkollegen den Davis Cup, sie besiegten im Finale Australien mit 3:2.
Michael Chang wurde 2008 in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen.Chang, champ of French Open at age 17, inducted into Hall (sports.espn.go.com vom 13. Juli 2008, abgerufen am 8. September 2014)
Seit Beginn des Jahres 2014 betreut er den japanischen Tennisprofi Kei Nishikori.Nishikori hires Chang as coach (espn.go.com vom 11. Dezember 2013, abgerufen am 8. September 2014)Returning to the Spotlight: An Interview with Michael Chang (tennis.com vom 12. April 2014, abgerufen am 8. September 2014)Michael Chang Returns to French Open, With a Protégé (nytimes.com vom 23. Mai 2014, abgerufen am 8. September 2014) Dieser erreichte 2014 bei den US Open erstmals das Finale eines Grand-Slam-Turniers.Kei Nishikori pulls landmark U.S. Open upset, beats Novak Djokovic (sportingnews.com vom 6. September 2014, abgerufen am 15. März 2016)Kei Nishikori’s Coach, Michael Chang, Has Been There Before (nytimes.com vom 6. September 2014, abgerufen am 8. September 2014)
Im Sommer 2025 arbeitete er mit Learner Tien zusammen.https://www.atptour.com/en/news/tien-chang-us-open-2025-feature
Privates Am 18. Oktober 2008 heiratete Michael Chang die ehemalige Tennisspielerin Amber Liu. Das Paar hat drei Kinder, darunter zwei Töchter (* 2011, * 2013).
Erfolge Legende (Anzahl der Siege) Grand Slam (1) Grand Slam CupTennis Masters Cup (0) ATP Masters Series (7) Championship SeriesInternational Series Gold (5) World SeriesInternational Series (21) ATP Challenger Tour (2)Titel nach Belag Hartplatz (21) Sand (4) Rasen (0) Teppich (9)
Einzel Turniersiege ATP Tour Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 26. September 1988 San Francisco Teppich (i) Johan Kriek 6:2, 6:3 2. 29. Mai 1989 French Open Sand Stefan Edberg 6:1, 3:6, 4:6, 6:4, 6:2 3. 7. November 1989 Wembley Teppich (i) Guy Forget 6:2, 6:1, 6:1 4. 23. Juli 1990 Kanada Masters Hartplatz Jay Berger 4:6, 6:3, 7:62 5. 4. November 1991 Birmingham Teppich (i) Guillaume Raoux 6:3, 6:2 6. 3. Februar 1992 San Francisco Hartplatz (i) Jim Courier 6:3, 6:3 7. 2. März 1992 Indian Wells Masters Hartplatz Andrei Tschesnokow 6:3, 6:4, 7:5 8. 13. März 1992 Miami Masters Hartplatz Alberto Mancini 7:5, 7:5 9. 11. Januar 1993 Jakarta Hartplatz Carl-Uwe Steeb 2:6, 6:2, 6:1 10. 29. März 1993 Osaka Hartplatz Amos Mansdorf 6:4, 6:4 11. 9. August 1993 Cincinnati Masters Hartplatz Stefan Edberg 7:5, 0:6, 6:4 12. 27. September 1993 Kuala Lumpur Hartplatz (i) Jonas Svensson 6:0, 6:4 13. 18. Oktober 1993 Peking Teppich (i) Greg Rusedski 7:65, 6:76, 6:4 14. 10. Januar 1994 Jakarta Hartplatz David Rikl 6:3, 6:3 15. 14. Februar 1994 Philadelphia Teppich (i) Paul Haarhuis 6:3, 6:2 16. 11. April 1994 Hongkong Hartplatz Patrick Rafter 6:1, 6:3 17. 25. April 1994 Atlanta Sand Todd Martin 6:74, 7:64, 6:0 18. 8. August 1994 Cincinnati Masters Hartplatz Stefan Edberg 6:2, 7:5 19. 17. Oktober 1994 Peking Teppich (i) Anders Järryd 7:5, 7:5 20. 17. April 1995 Hongkong Hartplatz Jonas Björkman 6:3, 6:1 21. 1. Mai 1995 Atlanta Sand Andre Agassi 6:2, 6:76, 6:4 22. 9. Oktober 1995 Tokio Teppich (i) Mark Philippoussis 6:3, 6:4 23. 16. Oktober 1995 Peking Teppich (i) Renzo Furlan 7:5, 6:3 24. 11. März 1996 Indian Wells Masters Hartplatz Paul Haarhuis 7:5, 6:1, 6:1 25. 15. Juli 1996 Washington Hartplatz Wayne Ferreira 6:2, 6:4 26. 29. Juli 1996 Los Angeles Hartplatz Richard Krajicek 6:4, 6:3 27. 17. Februar 1997 Memphis Hartplatz (i) Todd Woodbridge 6:3, 6:4 28. 10. März 1997 Indian Wells Masters Hartplatz Bohdan Ulihrach 4:6, 6:3, 6:4, 6:3 29. 7. April 1997 Hongkong Hartplatz Patrick Rafter 6:3, 6:3 30. 21. April 1997 Orlando Sand Grant Stafford 4:6, 6:2, 6:1 31. 14. Juli 1997 Washington Hartplatz Petr Korda 5:7, 6:2, 6:1 32. 24. August 1998 Boston Hartplatz Paul Haarhuis 6:3, 6:4 33. 5. Oktober 1998 Shanghai Teppich (i) Goran Ivanišević 4:6, 6:1, 6:2 34. 24. Juli 2000 Los Angeles Hartplatz Jan-Michael Gambill 6:72, 6:3 Aufgabe
Challenger Tour Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 12. Oktober 1987 Hartplatz 6:3, 4:6, 6:2 2. 8. April 2002 Hartplatz 6:3, 7:5
Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 18. September 1989 (1) Hartplatz 6:2, 4:6, 2:6 2. 30. Juli 1990 Los Angeles (2) Hartplatz 6:7, 6:2, 6:7 3. 5. November 1990 Teppich (i) 6:7, 3:6 4. 9. Dezember 1991 (1) Teppich (i) 6:7, 3:6 5. 13. April 1992 (1) Hartplatz 5:7, 3:6 6. 7. Dezember 1992 Grand Slam Cup (2) Teppich (i) 2:6, 3:6, 2:6 7. 2. August 1993 Los Angeles (3) Hartplatz 6:0, 6:73, 6:75 8. 23. August 1993 Hartplatz 4:6, 6:3, 1:6 9. 31. Januar 1994 (1) Hartplatz (i) 6:3, 3:6, 5:7 10. 4. April 1994 Hartplatz 4:6, 2:6 11. 10. Oktober 1994 Teppich (i) 4:6, 4:6 12. 6. Februar 1995 San José (2) Hartplatz (i) 2:6, 6:1, 3:6 13. 20. Februar 1995 Teppich (i) 6:0, 4:6, 0:6 14. 20. Mai 1995 Sand 5:7, 2:6, 4:6 15. 7. August 1995 (1) Hartplatz 5:7, 2:6 16. 13. November 1995 Teppich (i) 6:73, 0:6, 6:75 17. 15. Januar 1996 Hartplatz 2:6, 4:6, 6:2, 2:6 18. 8. April 1996 Hongkong (2) Hartplatz 4:6, 6:3, 4:6 19. 5. August 1996 Cincinnati (2) Hartplatz 6:74, 4:6 20. 26. August 1996 Hartplatz 1:6, 4:6, 6:73 21. 30. September 1996 Teppich (i) 4:6, 4:6 22. 16. Februar 1998 Hartplatz (i) 3:6, 2:6 23. 20. April 1998 Sand 5:7, 6:3, 5:7 24. 10. Januar 2000 Hartplatz 6:3, 3:6, 5:7
Abschneiden bei Grand-Slam-Turnieren Einzel Turnier 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 KarriereAustralian Open—————32—HFFHF22111—FFrench Open—3SVFVF323F3AF313211SWimbledon—2AFAF113VF2112—222—VFUS Open2AFAF3AFHFVFAFVFFHF222121F Zeichenerklärung: S = Turniersieg; F, HF, VF, AF = Einzug ins Finale / Halbfinale / Viertelfinale / Achtelfinale; 1, 2, 3 = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Hauptrunde; Q1, Q2, Q3 = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Runde der Qualifikation; n. a. = nicht ausgetragen
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Olympiateilnehmer (Vereinigte Staaten) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1992 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2000 Kategorie:Mitglied der International Tennis Hall of Fame Kategorie:Davis-Cup-Spieler (Vereinigte Staaten) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Mann