Eppe ist ein südwestlicher und ländlich strukturierter Stadtteil von Korbach im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographie Eppe liegt auf zirka 360 m Höhe rund 2 km östlich der hessischen Grenze zu Nordrhein-Westfalen in den äußersten (nord)östlichen Ausläufern des Rothaargebirges etwa 8 km südwestlich der Kernstadt Korbach bzw. rund 6 km nordöstlich der westfälischen Stadt Medebach. Unmittelbar östlich des Orts verläuft in Nord-Süd-Richtung die Wilde Aa („Aar“). Südlich breitet sich die Medebacher Bucht aus, östlich das Waldecker Land und wenige Kilometer nördlich das Upland.

Geschichte Überblick Eppe wurde 1220 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich Hepehe und Epehe genannt, war der Ort Stammsitz des mit Reinhard von Eppe (1214–1254) erstmals bekundeten Adelsgeschlechts derer von Eppe. Ein Heinrich von Eppe (1240–1276) und sein Bruder waren Burgmannen in Warburg. 1289 war ein Herbold von Eppehe Bürgermeister der Stadt Korbach. Ein Dietrich von Eppe (1332–1374) war Amtmann zu Fürstenberg, einem heutigen Ortsteil von Lichtenfels.

Am 1. Juli 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Eppe im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Kreisstadt Korbach eingegliedert. Die Gemarkung von Eppe hatte eine Fläche von 10,83 km².Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland mit Übersichten über die Verwaltungsgliederung und Angaben über die Zugehörigkeit der Gemeinden zu Ortsklassen, Postleitgebieten und einigen wichtigen Verwaltungseinheiten. Ausgabe 1957, S. 275 Für Eppe, wie für alle eingegliederten ehemals eigenständigen Gemeinden von Korbach, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Eppe angehört(e):

vor 1663: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Freigrafschaft Düdinghausen ab 1663: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1806: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberamt des Eisenbergs ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (ab 1848), Kreis des EisenbergsTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Korbach) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis des Eisenbergs ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Korbach ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Korbach

Heidenstraße Die Heidenstraße ist eine mehr als 1000 Jahre alte Heer- und Handelsstraße durch das Aartal. Sie führte von Leipzig über Kassel, Korbach, Eppe und Medebach nach Köln und war ca. 500 km lang. Im Verlauf der Jahrhunderte wurden hier nicht nur Güter transportiert, sie wurde auch von Siedlern und Pilgern benutzt; auch die Kaiser Otto III. (1000) und Karl IV. (1349) sollen sie benutzt haben. Zudem wird sie als Zubringer zum „Jakobspfad“, einer weiteren Pilger- und Handelsstraße, angesehen. Noch heute finden sich Spuren dieser Straße.

Seit dem 1. Juni 2009 erinnert ein Gedenkstein mit Gedenktafel an die Heidenstraße. Es ist der erste Gedenkstein für die Heidenstraße im Landkreis Waldeck-Frankenberg und in Hessen.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eppe 627 Einwohner. Darunter waren 3 (0,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 123 Einwohner unter 18 Jahren, 246 zwischen 18 und 49, 141 zwischen 50 und 64 und 117 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 246 Haushalten. Davon waren 60 Singlehaushalte, 75 Paare ohne Kinder und 87 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 165 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1541: 20 Häuser • 1738: 36 Häuser • 1770: 44 Häuser, 357 Einwohner

Religion mini|hochkant|Innenansicht der Sankt-Peter-und-Paul-Kirche in Eppe Bis zum Jahr 1865 hatte der Ort eine Simultankirche, die von beiden Konfessionen gemeinsam genutzt wurde. Diese musste wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die heutige evangelische Kirche wurde im Jahr 1876 erbaut. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchspiel Nieder-Ense.Das Kirchspiel Nieder-Ense umfasst die Kirchengemeinden Nieder-Ense (Nieder-Ense mit Kirche, Ober-Ense, Nordenbeck, Goldhausen), Immighausen (Immighausen mit Kirche) und Eppe (Eppe mit Kirche, Hillershausen, Nieder-Schleidern mit Kirche).

1869 wurde für die katholische Gemeinde die Kirche St. Peter und Paul errichtet und am 4. Oktober 1870 geweiht. Damit ist sie nach der Reformation der erste Neubau einer katholischen Kirche im Waldecker Land. Zur katholischen Kirchengemeinde Eppe gehören auch die Dörfer Nieder-Schleidern und Alleringhausen. Sie ist dem Pastoralverbund Korbach im Dekanat Waldeck zugeordnet und gehört, obwohl in Nordhessen gelegen, wie das ganze Gebiet des ehemaligen Landkreises Waldeck zum westfälischen Erzbistum Paderborn.

Im Jahr 1885 waren von den 363 Einwohnern in Eppe 28 evangelisch, was 7,7 % entspricht, 335 Einwohner waren katholisch (92,3 %). 1961 wurden 53 evangelische (11,2 %) und 420 katholische (88,8 %) Christen gezählt.

Kultur und Infrastruktur In Eppe befindet sich ein Jugendheim des CVJM (Wolfhagen), in dem viele Jugendliche Freizeiten erlebt haben. Mehrere Vereine sind im Dorf aktiv. Seit 1974 richtet die RSG Aartal Eppe überregionale Autocrossrennen der Westdeutschen und deutschen Autocrossmeisterschaft aus.

Persönlichkeiten Der Tennisprofi Rainer Schüttler (* 1976), der am Korbacher Gymnasium, der „Alten Landesschule“, sein Abitur machte, stammt aus Eppe.

Literatur Hilmar G. Stoecker: Eppe. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1988 (= Waldeckische Ortssippenbücher, Bd. 36); bearbeiteter Zeitraum: 1663–1987, 1581 Familien. Karl Schäfer: Steinkohlen in Waldeck? „Schwarzes Gold“ erweckte trügerische Hoffnung. „Steinkohlenfunde“ bei Eppe, Bömighausen und Hillershausen. In: Mein Waldeck, Jg. 1980, Heft 12, S. 3–4.

Weblinks Eppe. In: Webauftritt der Stadt Korbach.

Fußnoten Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Korbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Ersterwähnung 1214