Der Transportpanzer Fuchs (TPz Fuchs) ist ein radgetriebener Transportpanzer aus deutscher Produktion. Er wurde 1973 (1979) bis 1993 von Thyssen-Henschel hergestellt (heute Rheinmetall). Während frühe Varianten schwimmfähig sind, wurde die Schwimmfähigkeit später zugunsten einer höheren Nutzlast und/oder Panzerung aufgegeben.

Entwicklung mini|Amphibisches Pionier-Erkundungsfahrzeug, gebaut von den Eisenwerken Kaiserslautern, basierend auf der Konstruktion des TPz 2

Die Entwicklung des Fuchs begann im Jahr 1961 und war ein Teil der geplanten zweiten Generation geländegängiger gepanzerter Radfahrzeuge für die deutsche Bundeswehr. Daimler-Benz erhielt 1962 den Auftrag zur Konzepterprobung. Im Jahr 1964 war die Studie mit den sechs Prototypen mit einem Gefechtsgewicht zwischen 7 und 10 Tonnen (Unimog SH, T) und den vom Schweizer Unternehmen Mowag entwickelten Fahrzeug für den Schwimmbetrieb beendet. Im selben Jahr folgte ein neues Konzept mit neuen Anforderungen, entsprechend dem NATO-Standard aufgeteilt in die Nutzklassen 0,5, 2, 4, 7 und 10 Tonnen (t). Um das Projekt weiter realisieren zu können, unternahm die Bundeswehr den Versuch, die Fahrzeughersteller für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Über die Vereinigung Deutscher Automobilhersteller gelang es, die Firmen Henschel, Büssing, KHD, Krupp und MAN unter Vertrag zu nehmen. Daimler-Benz beteiligte sich als Konkurrent 1966 an der Ausschreibung.

1968 stellten die beiden Bewerber ihre Prototypen vor. Ein Jahr später änderte die Bundeswehr ihre Anforderungen aus dem Jahr 1964 erneut und forderte nur noch einen gepanzerten geländegängigen und schwimmfähigen Transporter mit ABC-Schutz, einer Mindestnutzlast von zwei Tonnen und einer Gesamtnutzlast von vier Tonnen. In den Folgejahren wurde das Projekt weiterentwickelt. Daimler-Benz erhielt durch seine Version den Auftrag für die Weiterentwicklung des Transportfahrzeuges (6×6) und den Spähpanzer 2 „Luchs“ für die Ablösung der Spähpanzer Hotchkiss 11-2 und M41. Im Jahr 1973 konzentrierte man sich auf die weitere Entwicklung des Transportpanzers und erkannte die universellen Einsatzmöglichkeiten. Zehn Transportpanzer 1 wurden an das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) für die Truppenerprobung geliefert. Eine Studie zum Transportpanzer 2 (4×4) und leichtem Spähpanzer 3 (4×4) ließ man 1979 mit der Serienproduktion des Transportpanzers 1 durch Thyssen-Henschel in Kassel als Generalunternehmer fallen. Das amphibische Pionier-Erkundungsfahrzeug (APE) auf Basis der Studie Transportpanzer 2 kann heute in der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz besichtigt werden. Ein Modell mit einer 20-mm-Bordmaschinenkanone erreichte ebenfalls nicht die Serienreife.

Bis 1993 wurden 1031 Fahrzeuge an die Bundeswehr geliefert und ersetzten den SPz Hotchkiss und M113 in Teilen ihrer Funktion.

Technik mini|TPz Fuchs in der Pionier-Ausführung (mit den beiden Staufächern für S-Draht-Rollen). Am Heck die laufenden Schottel-Ruderpropeller, die zum Einsatz um 180 Grad gedreht wurden. Donau/Großmehring 1984 mini|M93A1 Fox im Schwimmbetrieb mini|Schwimmgriff des Fuchs. Das Zifferblatt gibt die Stellung der Ruderpropeller an. Der Fahrer unterstützt die Lenkbewegungen des Kommandanten, indem er mitlenkt. mini|Aufgeklappter Schwallschild. Ebenfalls zu sehen ist das auf der Freirichtlafette der Beifahrerluke montierte MG3. Der Fuchs 1 ist ein gepanzerter Radpanzer mit Allrad- und Schwimmantrieb. Er wird in den meisten Truppengattungen des deutschen Heeres eingesetzt und gilt durch seine Einbau- und Rüstsätze als Allrounder in der Bundeswehr für den Transport von Material und Personen auf dem Gefechtsfeld. Darüber hinaus werden einige der Transportpanzer auch als Schiedsrichterfahrzeug im Gefechtsübungszentrum des Heeres genutzt.

Aufbau Das Fahrzeug besteht aus einer selbsttragenden geschweißten Panzerwanne und Panzerglas mit Beschussblenden. Es ist teilgeschottet und bietet der Besatzung begrenzten Schutz gegen Handfeuerwaffen und Splitter. Die Wanne ist unterteilt in Fahrer-, Triebwerk- und Transportraum. Der Fahrerraum ist durch einen Kriechtunnel, der rechts am Triebwerkraum vorbeiführt, mit dem Transportraum verbunden. Zum Schutz gegen ABC-Waffen verfügen alle Versionen über eine ABC-Schutzbelüftungsanlage mit einer Leistung von drei Kubikmetern pro Minute. Für Nachtfahrten verfügt der Fahrer über ein Restlichtverstärker-Fahrgerät, das sich anstelle des Winkelspiegels einsetzen lässt. Im Schwimmbetrieb wird der Panzer von zwei Propellern angetrieben. Der für die Wasserfahrt benötigte Schwallschild lässt sich hydraulisch aufklappen.

Antrieb und Fahrwerk Ursprünglich angetrieben wurde der Fuchs ohne Zusatzpanzerung von einem 8-Zylinder-Dieselmotor Mercedes-Benz OM 402A. Angeordnet in V-Form und mit zwei Abgasturboladern ausgestattet, leistet das Triebwerk bei einem Hubraum von 12.763 cm³ 235 kW (320 PS) bei 2500/min. Das Triebwerk kann als kompakter Block von oberhalb des Fahrzeuges entnommen werden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 96 Kilometern pro Stunde (km/h) und kann kurzzeitig auf 130 km/h erhöht werden. Die Mindestgeschwindigkeit liegt bei vier km/h. Sein ständiger Allradantrieb in Verbindung mit seinem Fahrwerk verleihen ihm im Gelände und auf der Straße eine hohe Mobilität und Fahrsicherheit. Seine zwei Lenkachsen ermöglichen ihm dabei einen Wendekreis von 17 Metern. Das Fahrwerk bietet eine Bodenfreiheit von 40 cm.

Während des Schwimmbetriebs übernimmt der Kommandant die Steuerung aus der Beifahrerluke und bedient die zwei Ruderpropeller des Fuchs über eine Art Joystick, den sogenannten „Schwimmgriff“, der ein Schwenken der Propeller um 360° ermöglicht. Angetrieben werden die Ruderpropeller über ein Gelenkwellenzwischenlager der Antriebsverteiler. Die Drehzahl der gegenläufigen Propeller ist proportional zur Motordrehzahl und wird vom Fahrer kontrolliert. Der Schwimmantrieb ermöglicht dem Fuchs eine Schwimmgeschwindigkeit von bis zu 10 km/h.

Fuchs Evolution (auch: Fuchs 2) ist eine Modernisierung von Rheinmetall, die u. a. auch den Antrieb betrifft. Die veralteten Motoren wurde durch aktuelle ersetzt, da Mercedes-Benz den Vertrieb für die eigenen Motoren an MTU abgegeben hatte, wurde jetzt ein MTU 6V199 eingesetzt. Bei reduzierter Zylinderzahl, nur noch einem Turbolader und einem (zusätzlichen) Ladeluftkühler blieb der Hubraum fast unverändert (11.946 cm³), die Leistung stieg auf 335 kW (455 PS) bei 2300/min. Durch seine reduzierte Baulänge leistet der Motor einen Beitrag zu dem vergrößerten Platzangebot im Fahrzeug, die Höchstgeschwindigkeit wird jetzt geringfügig höher mit 100 km/h angegeben.Rheinmetall: Der Transportpanzer Fuchs Evolution

Bewaffnung Die Bewaffnung des Fuchs ist vorwiegend zur Selbstverteidigung vorgesehen. So verfügen die Varianten der Bundeswehr über maximal drei Maschinengewehre MG3 auf Freirichtlafette. Diese Variante kommt nur bei den Truppentransportern zur Anwendung. Das erste Maschinengewehr wird auf der Drehringlafette der Beifahrerluke montiert, ein weiteres an der hinteren Kampfluke sowie in Ausnahmefällen eines auf der Kommandantenluke in der Fahrzeugmitte. Durch den theoretischen Richtbereich von 360° wird diese Möglichkeit jedoch selten genutzt.

Bei den Truppentransportern mit der Panzerabwehrwaffe MILAN sind lediglich zwei MG3 vorgesehen. Die Startanlage der MILAN wird an der Kommandantenluke installiert und ermöglicht so der Infanterie die Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge. Alle anderen Varianten, ausgenommen die Sanitätsfahrzeuge, besitzen mindestens ein MG3 auf der Beifahrerluke.

Zum Selbstschutz steht der Besatzung des Fuchs eine Nebelmittelwurfanlage mit sechs Wurfbechern zur Verfügung, um mit Nebel- bzw. Rauchgranaten das Fahrzeug der Sicht des Angreifers entziehen zu können.

Für die Verbände der Krisenreaktionskräfte wurde seit dem Einsatz in Somalia 1993 an einem zusatzgepanzerten Fuchs mit 20-Millimeter-Kanone gearbeitet. Ausgerüstet mit einem Drehturm von Keller und Knappich Augsburg (KUKA) Wehrtechnik, heute ebenfalls Teil von Rheinmetall, und der Rh 202 von Rheinmetall verfügte der Fuchs-KRK über eine annähernd gleiche Feuerkraft wie der Schützenpanzer Marder und sollte die Aufgabe der Konvoibegleitung übernehmen. Wegen technischer Schwierigkeiten und gravierender Mängel wurde das Projekt 1999 eingestellt.KRK Fuchs: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 14/52, Anlage 6; Anfrage von Werner Siemann CDU/CSU an das BMVg. [pdf]

Mit der Version 1A8 des Panzers wurde als alternative Bewaffnung auch die fernbedienbare Waffenstation FLW 200 von KMW zugelassen und kommt auf einigen Varianten zum Einsatz.

Elektronischer Schutz mini|Im Afghanistan-Einsatz: TPz Fuchs 1 der EloKa mit Störsystem gegen funkgesteuerte IEDs Mit dem Einsatz in Bosnien und Afghanistan wurde die Gefahr durch Panzerabwehrminen und IED in den Vordergrund gerückt. Als Schutz vor IED wurden verschiedene Störsender integriert. Die im Englischen als „Jammer“ oder „Counter-IED“ bezeichneten Systeme dienen als Schutz gegen fernzündbare Sprengvorrichtungen. Die erste Generation war das CG-10-System mit Bediengerät, drei verschiedenen Antennen und den Störsendern, welche auf den Frequenzen von VHF, UHF und GSM andere Signale mit Störstrahlung überlagern. Ein weiteres Gerät, das Cassidian CG-12-System, bildet eine Art elektromagnetische Glocke um das Fahrzeug und ergänzt das CG-10. Weiter kommt das CG-20+-System dazu, welches mit sieben Antennen auf den Frequenzen von HF, VHF, UHF und GSM bis 6000 MHz stört.

Varianten, Ausrüstung, Rüstsätze mini|Heckansicht eines Fuchses in der Konfiguration Gruppenfahrzeug. Gut zu erkennen ist das Heck-MG an der hinteren Luke. Der Transportpanzer Fuchs kann mit verschiedenen Einbausätzen (EBS) oder Rüstsätzen (RS) an den jeweiligen Einsatzzweck angepasst werden. Durch die unterschiedlichen Basisausführungen (Standard, Funk, EloKa) und die verschiedenen Einbau- und Rüstsätze ergeben sich mehr als 90 denkbare Kombinationsmöglichkeiten.

Kampfwertsteigerungen Seit der Einführung bei der Bundeswehr wurde der Fuchs mehrfach kampfwertgesteigert (KWS). Neben der Überholung der Fahrzeuge und der Materialerhaltung wurden die verschiedenen Füchse aufgewertet. So waren die ersten Transportpanzer mit einem Funkgerät SEM 25/35 ausgestattet und wurden ab der Umrüstung zum 1A4 mit der leistungsstärkeren Funkgerätefamilie SEM 80/90 ausgerüstet. Andere Fahrzeuge erhielten zusätzlich das kryptofähige SEM 93 und werden als 1A6 geführt. Bei einer umfangreichen KWS zum Typ 1A7 erhielten einige Varianten des Fuchses unter anderem eine zusätzliche Panzerung. Im Rahmen der Einführung des TPz 1A8 im Jahr 2008 wurden, neben weiteren Aufpanzerungen für ausgewählte Fahrzeuge, auch andere Transportpanzer dieses Typs auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. So erhalten die Sätze Führungsfahrzeug, Gruppenfahrzeug Pioniere, Gruppenfahrzeug Panzeraufklärer und beweglicher Arzttrupp das Führungs- und Informationssystem FAUST (Führungsausstattung, taktisch) zur vernetzten Operationsführung und Einbindung in das bestehende System FüInfoSys Heer der Bundeswehr.Rheinmetall Defence: Stand vom 31. Oktober 2008. Darüber hinaus wurden 2008 vereinzelt die Transportpanzer mit einem Störsender (CG20) ausgestattet.

Die in der Bundeswehr genutzten Varianten sind:

TPz 1 Standard Die Standardversion oder auch Grundmodell dient als Mannschaftstransportfahrzeug. Das Grundmodell kann mit folgenden Einbau- und Rüstsätzen ergänzt werden. Die Sätze bestimmen die Anordnung der Ausrüstung in und auf dem Fahrzeug sowie die Fahrzeugbewaffnung. Äußerlich ist das Grundmodell an den glatten Hecktüren zu erkennen, da es über kein Stromerzeugeraggregat (SEA) verfügt und der Auspufftopf für das SEA 15 kW auf der linken Fahrzeugseite fehlt.

EBS Panzeraufklärungsgruppe/Jägergruppe mit Panzerabwehrwaffe MILAN (KWS zum TPz 1A4)