Gommersdorf ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass) und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sud Alsace Largue.

Geografie Die Gemeinde Gommersdorf liegt im Sundgau, etwa zehn Kilometer westlich von Altkirch. Zwischen dem Ortskern und der Largue verläuft im Nordwesten der Rhein-Rhône-Kanal. Nachbargemeinden von Gommersdorf sind Buethwiller im Norden, Hagenbach im Osten, Ballersdorf im Südosten, Dannemarie im Süden sowie Wolfersdorf im Westen.

Gommersdorf liegt im löss-(lehm-)bedeckten Sundgauer Tertiärhügelland in hochwassersicheren Lage im breiten, flachen Talraum der stark mäandrierenden Largue, der auch vom Rhein-Rhône-Kanal benützt wird.

Geschichte Erstmals erscheint der Ort in den Urkunden 1188 als Gumirsdorf. Der heutige Namensform erscheint erstmals im Jahr 1581. Die Ortsnamenendung -dorf deutet auf eine Entstehung zur Zeit des alemannisch-fränkischen Landesausbaues (im 7./8. Jahrhundert) hin. Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt, kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. und nach dem Dreißigjährigen Krieg im Westfälischen Frieden 1648 mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 gehörte Gommersdorf zum Reichsland Elsass-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg besetzten französische Truppen bereits am 16. August 1914 den Ort, der bis zum Kriegsende unter französischer Kontrolle blieb. Im Zweiten Weltkrieg gelangte Gommersdorf nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutsche Verwaltung. Zum Ende des Krieges befreiten Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny den Ort am 26. November 1944 von der Nazi-Herrschaft.

In Gommersdorf schlossen sich Anfang der Siebzigerjahre junge Leute zur Bewahrung des traditionellen Bauernhausbestandes zusammen. Daraus entstand wenig später die Organisation „Maisons paysannes d'Alsace“. Ab dem Winter 1971 kamen junge Freiwillige zunächst aus der Mühlhausener Gegend, dann aus Frankreich und auch dem Ausland nach Gommersdorf, um in ihrer Freizeit bei der Restaurierung leerstehender Bauernhäuser mitzuhelfen. 1978 war die Aktion abgeschlossen.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017 Einwohner 271 268 348 344 365 375 366 361

Bauwerke Katharinen-Kapelle (Chapelle Sainte-Cathérine): Schon im 15. Jahrhundert wird eine der Hlg. Katharina geweihte Kapelle erwähnt. 1771 Bauveränderungen an der gotischen Kapelle. Im Chor wurden bei der Restaurierung 1987 eine gotische Piscina und eine Sakramentsnische entdeckt. Die modernen Fenster im Schiff zeigen die Symbole der vier Evangelisten. Beachtenswerte Kanzel und einige ältere Skulpturen.

Zahlreiche gut erhaltene Fachwerkbauten. Die für den Sundgau typischen Wohnhäuser mit Krüppel- oder Halbwalm und Wetterdächlein am straßenseitigen Giebel. Die meisten Häuser in Stockwerkbauweise. Die altertümlichere Ständerbauweise z. Bsp. bei Haus Nr. 44 Rue de Cernay mit weitabständigem Fachwerk und geschossübergreifenden Wandständern und Langstreben und nicht mit dem üblichen Krüppelwalm, sondern mit einem altertümlicheren Halbwalm, der mit Hilfe von Aufschieblingen unten nach außen gewölbt ist. Das Haus könnte noch aus dem 16. Jahrhundert stammen. - Selten: ein traufseitiges (wohl später angefügtes) Wetterdach. Die linken giebelseitigen Fenster waren ursprünglich dreiteilig wie beim Weberhaus. Im Giebeldreieck zwei scherenstuhlförmige Andreaskreuze. - Sehr altertümliches Fachwerk beim Haus Nr. 48 Rue de Cernay, wohl aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Laube nicht angehängt, sondern Teil des Wandkastens. Daneben Nr. 50 ebenfalls noch ein Wandständerbau mit Andreaskreuzen im Giebeldreieck. Fachwerk zum Teil nachträglich durch Mauerwerk ersetzt. - Am Weberhaus, um 1680 (Auberge du Tisserand) ist im Obergeschoss noch eine altertümliche dreiteilige Fenstergruppe, wie schon zur Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg üblich, erhalten. Dagegen z. Bsp. ein Haus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts in der neueren Stockwerkbauweise mit auf Regelmäßigkeit und Symmetrie bedachtem Fachwerk an der Rue de Cernay Nr. 27.

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Band 1. Flohic Editions, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 310–312.

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