mini|hochkant=1.3|Das Dorf Veldenz vom Schloss Veldenz aus gesehen. mini|hochkant=1.3|Das Veldenzer Tal ist ein trockengefallener Mosel-Mäander. Hier links das Dorf, rechts der Geisberg und im Hintergrund die Berge des Moselhunsrücks. mini|hochkant=1.3|Schloss Veldenz am Tag des offenen Denkmals 2005

Veldenz ist eine rheinland-pfälzische Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Geographische Lage Veldenz liegt im Bereich der Mittelmosel in einer weiten Tallandschaft, die von flachen Hängen und einstigen Moselschleifen bestimmt ist. Veldenz befindet sich auf der rechten Uferseite der Mosel, liegt jedoch nicht unmittelbar am Wasser, sondern rund zwei Kilometer landeinwärts direkt unter den ersten Hunsrückwäldern. Rund 850 Hektar der 1441 Hektar Gemeindefläche bestehen aus Wald; auf etwa 130 Hektar wird Weinbau betrieben. Der Veldenzer Bach fließt durch den Ort.

Die amtlichen Gemeindeteile sind Helvetia, Schloss Veldenz, Thalveldenz, Veldenzer Bergfrieden, Veldenzerhammer und Veldenzer Hofbach.

Benachbarte Gemeinden sind Mülheim an der Mosel, Monzelfeld, Morbach, Gornhausen und Burgen.

Nächstgelegene Mittelzentren sind Bernkastel-Kues, etwa zehn Kilometer entfernt, und Wittlich, etwa 17 Kilometer entfernt. Das Oberzentrum Trier liegt in etwa 45 Kilometer Entfernung.

Klima Veldenz liegt innerhalb der gemäßigten Klimazone; es herrscht ein im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands sehr warmes und sonniges Klima – im benachbarten Brauneberg wurde am 11. August 1998 die Rekordtemperatur von 41,2 °C im Schatten, die höchste jemals in der Bundesrepublik gemessene Lufttemperatur, festgestellt. Durch die Lage im Lee der Eifel werden Niederschläge bei Nordwestwetterlagen häufig abgehalten. Eine ständige Verdunstung des nahen Moselwassers führt zu regelmäßig hoher Luftfeuchtigkeit, die insbesondere im Sommer für teilweise belastendes, schwüles Wetter sorgt und auch zahlreiche Gewitter mit sich bringt.

Am 26. August 2011 wurde der Ort von einem schweren Gewitter heimgesucht, in dessen Verlauf durch Hagelschlag fast alle Hausdächer und viele Hauswände beschädigt wurden und ein Großteil der erntereifen Weinreben und andere Feldfrüchte vernichtet wurden.

Geschichte Keltisch-römische Frühgeschichte Das Veldenzer Tal gehörte ab etwa 500 v. Chr. zum Siedlungsgebiet der Treverer, einem keltischen Stammesverbund. Im Gallischen Krieg wurde ihr Land verwüstet, die Bevölkerung dezimiert und eines Großteiles ihrer Führungsschicht beraubt und schließlich wurden sie dem römischen Statthalter Galliens tributpflichtig unterstellt. Infolge wurde nach 50 v. Chr. bis etwa 500 n. Chr. Veldenz auch durch Römer besiedelt.

Wie in den umliegenden Gemeinden, sind in Veldenz etliche Spuren aus der Kelten- und Römerzeit gefunden worden. Oberhalb von Thalveldenz steht eine sogenannte Heidenmauer, der keltischer Ursprung zugeschrieben wird. Es handelt sich um einen 1.400 m² großen Wallkörper der auf dem Burgberg in eine mehr als sechs Hektar große Innenfläche schützt. Dort wurden Siliqua-Münzen von Constantin III. (407–411) und Jovinus (411–413) gefunden, was auf eine militärische Nutzung durch die Römer hinweist. In der Nähe der Heidenmauer liegt ein römischer Grabhügel. Auch ein römisches Brandgrab wurde schon entdeckt. Im Ortskern von Veldenz befindet sich eine römische Therme die etwa Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. angelegt und Mitte des 4. Jahrhunderts erneuert wurde und zu einer noch nicht weiter ausgegrabenen Villa rustica gehört.

Mittelalter 6. bis 11. Jahrhundert / Veldenz wird Bischofsgut Es wird vermutet, dass Veldenz zwischen dem 6. und dem 9. Jahrhundert ein Allod, d. h. Eigentum des Bistums Verdun wurde. Weil es in keiner der wenigen Urkunden, die sich auf diese Epoche beziehen explizit genannt wird, ist unsicher, wann und wie es zum Bistum Verdun bzw. an das Kloster St. Maria Magdalena in Verdun kam.

Eine Möglichkeit ist, dass das Veldenzer Tal schon ab dem 6. Jahrhundert zum Bistum Verdun gehörte. Bertharius von Verdun beschrieb in seiner um das Jahr 915 verfassten Bistumschronik, dass das Bistum zur Zeit des Bischofs Agericus (Amtszeit 550–588) Ländereien an der Mosel und „Mondium“ vom austrasischen König Childebert II. (Regentschaft 575–596) geschenkt bekommen habe, darunter einige, womit es seinen Bedarf an Wein decken könne und etwas „was unterhalb von Trier“ lag. Der Historiker Crollius sah darin den Nachbarort Mülheim beschrieben, zu dem Veldenz gehört hätte.

Es ist aber auch denkbar, dass das Veldenzer Tal noch im 7. Jahrhundert dem fränkischen Adligen und Großgrundbesitzer Adalgisel, auch Grimo genannt, gehörte, der es mit einem Testament vom Dezember 634 dem Bistum Verdun hinterlassen haben soll. In der aus dem 10. Jahrhundert stammenden Abschrift dieses Testaments ist der am gegenüberliegenden Moselufer gelegene Nachbarort Lieser als Teil seines zu vererbenden Grundbesitzes namentlich genannt.

Nach einer Chronik von M. Merian und M. Zeiller aus dem 17. Jahrhundert, deren Wahrheitsgehalt allerdings infrage gestellt wird, wäre Veldenz nach der Römerzeit eine fränkische Landschaft gewesen, die Karl der Große (Regentschaft 768–814) zu einer erbeigenen Herrschaft gemacht habe. Im Jahr 930 sei Philips Graf zu Veldenz gewesen, der Hofmeister des ostfränkischen Königs Heinrich I.

Der Name von Veldenz erschien erstmals in Urkunden, die im Laufe des 11. Jahrhunderts ausgestellt wurden. Diese führen es unter den Gütern des Bistums Verdun auf als eines in einer Gruppe von vier Dörfern, jedes mit einer Kirche und mit dem Bischof als Lehnsherrn. Aus ihnen geht auch hervor, dass das Magdalenenkloster von Verdun Rechte am Ort hielt, die ihm vom Bistum übertragen worden waren und die es sich von den jeweiligen Regenten bestätigen ließ.

In der ältesten dieser Urkunden, ausgestellt am 8. Juli 1025 in Straßburg, bestätigte König Konrad II. (Regentschaft 1024–1039) auf Bitten seiner Gemahlin Gisela und des Bischofs Robert von Verdun († 1039) dem Kloster St. Maria Magdalena in Verdun alle Güter, die diesem deren Vorgänger Heinrich II. (Regentschaft 1002–1024) und Bischof Heimo von Verdun († 1024) zugewendet hatten. Darunter „ȩcclesiam etiam de Molinis Uualdentiȩ“, also auch eine Kirche an einem Ort dessen Namen mit „Veldenzer Mühlen“ übersetzt werden könnte. In derselben Aufzählung findet sich ebenfalls die Kirche aus dem Nachbarort Mülheim erwähnt.

König Heinrich III. (Regentschaft 1039–1056) bestätigte am 16. Juni 1040 in Metz die Güter von St. Maria Magdalena in Verdun, darunter dieselbe Kirche, und als Kaiser am 4. Juni 1047 in Speyer wiederum dieselbe Kirche. Die Besitzaufzählung wurde in eine Urkunde Papst Leos IX. zum 26. Oktober 1049 übernommen. Bereits zuvor, im September des Jahres 1047 überschrieb Theoderich, der 41. Bischof von Verdun, dem Kloster der Hl. Magdalena zu Verdun unter anderen den neunten Teil der Weinernte in Veldenz. In der Urkunde heißt es: Do igitur …, nonam partem etiam de vino, quantumcumque colligitur de omni vinifero ad Episcopum pertinente, sive Valdentiae, sive Scarponnae, sive Hattonis-castri, sive Sampiniaci, sive Manhoderi, sive in omni loco ad Episcopum pertinente. (Übergebe also …, auch den neunten Teil des Weins, egal wie viel von allen Weinreben die dem Bischof gehören gelesen wird, sei es in Veldenz, Dieulouard, Hattonchâtel, Sampigny, Manheulles, oder an jedem Ort der dem Bischof gehört.)

Einige dieser Urkunden gelten den Historikern als echt, andere als interpoliert oder gefälscht. Eine Urkunde Kaiser Heinrichs IV. (Regentschaft 1056–1105), ausgestellt am 1. Juni 1085 in Metz, betreffend die Rückgabe des von dem Ritter Emicho als Lehen besessenen dritten Teils der vier Kirchen in Veldenz und seinen Nachbarorten Dusemont, Mülheim und Burgen an das Domkapitel von Verdun, galt im 19. Jahrhundert als echt und seit dem 20. Jahrhundert als gefälscht.

Danach folgte ab 1086 Emich V. († 1115), Graf von Kyrburg und Schmidtburg, als Lehnsmann.

12. Jahrhundert / Begründung der Grafschaft mini|Im 12. Jahrhundert wurde das sogenannte Schloss Veldenz als Stammsitz der Grafen von Veldenz angelegt. Auf einem Felssporn oberhalb der Ortschaft errichtet wuchs die Burg zu einer der größten Festungen an der Mosel und diente bei Bedarf auch als Residenz für den Lehensherrn von Veldenz, den Bischof von Verdun. Die Bischöfe von Verdun verweilten öfter in Veldenz. Am Ort gab es eine Bischofsresidenz. In der Bistumschronik wird vom Sommer 1107 berichtet, dass Bischof Richhard I. während seines Aufenthalts in Veldenz erkrankte. Er wurde von dort nach Trier gebracht, wo er von Erzbischof Bruno (Amtszeit 1102–1124) die hl. Ölung erhielt und starb.

Während der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbte Gerlach († vor 1146), der zweitgeborene Sohn von Emich V. († 1115) dessen verdunische Lehen. Damit begründete er eine neue Grafschaft in Veldenz, wo er seinen Stammsitz als erster Graf von Veldenz nahm. Vermutlich hat er, vielleicht aber auch schon sein Vater, die Burg am Ort erbaut. Jedenfalls wird er 1130 erstmals als Graf von Veldenz bezeichnet.(→ Siehe Artikel Schloss Veldenz)(→ Siehe Artikel Grafschaft Veldenz)

13. Jahrhundert / Verleihung von Stadtrechten Mitte des 13. Jahrhunderts endete die sogenannte ältere Linie der Grafen von Veldenz nach fünf Generationen mit Gerlach V. († 1259). Dessen Erbtochter Anna heiratete im Jahr 1270 Heinrich I. Graf von Hohengeroldseck († 1298) der damit die Herrschaft über die Grafschaft Veldenz übernahm. 1279 wurde Graf Heinrich von Veldenz Truchsess (Hofamt) beim Kurfürst und Erzbischof Werner von Mainz und schloss mit ihm ein Schutz- und Trutzbündnis ab. Heinrich entwickelte die Ortschaft zu einem Handelsplatz. Auf sein Betreiben hin wurden 1286 „seinem Dorf Veldentzen“ durch König Rudolf I. von Habsburg Stadt- und Marktrechte verliehen.

14. Jahrhundert mini|Im 14. Jahrhundert, so darf man annehmen, prosperierte der Ort. Der Burgherr Georg I. von Veldenz und Geroldseck beschäftigte sich mit der Erweiterung seiner Festung um das sogenannte Gerichtsgebäude. Von dem einst stattlichen Gebäude sind praktisch nur noch die weithin sichtbaren Giebelwände erhalten, an denen das Holz geborgen wurde das eine Datierung ermöglichte. Aus einer Lehensurkunde von 1334 geht hervor, dass Bischof Henrich IV. († 1349) von Verdun die Vogtei Veldenz mit Bann und Burg zusammen mit der Vogtei der Höfe zu Moulins (Mühlenheim?), St. Wedart, Baumholder und Wolfersweiler als Lehen vergab und sich dabei ausbedingte, dass dem Bischof und seinem Gefolge jederzeit eine Residenz in der Burg zur Verfügung zu stehen habe.

Für das 2. Viertel des 14. Jahrhunderts (1325–1350) konnte durch dendrochronologisch datierte Holzreste aus dem Giebel des sogenannten Gerichtsgebäudes des Schlosses Bautätigkeit von Georg I. von Veldenz und Geroldseck († 1347) nachgewiesen werden.

Kirchlich war das sogenannte Amt Veldenz in drei Pfarreien mit Sitz in Veldenz, Mülheim und Dusemont organisiert. Zur Pfarrei Veldenz gehörten auch Burgen, Gornhausen und Thalveldenz. Die Kirchen in Veldenz und Dusemont standen im Eigentum des Verduner Magdalenenstifts.

Frühe Neuzeit 15. Jahrhundert / Pfalz-Zweibrücken mini|Mitte des 15. Jahrhunderts fiel Veldenz als Erbschaft an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Als sich der Pfalzgraf im 16. Jahrhundert der Reformation anschloss wurde das kleine Veldenzer Territorium (in der Karte blau, oben links) zu einer protestantischen Exklave des Herzogtums inmitten des katholischen Gebiets von Kurtrier. Mitte des 15. Jahrhunderts endete die Linie der Grafen von Veldenz-Geroldseck mit Friedrich III. († 1444). Veldenz mit Burg und Umland fiel durch Erbschaft an die Grafen von Pfalz-Zweibrücken.

16. Jahrhundert / Reformation 1543 bis 1694 gehörten Ort und Umland zum Fürstentum Pfalz-Veldenz.