Hans Peter Ströer (* 1956 in München) ist ein deutscher Musiker und Komponist.

Leben und Werdegang Bereits mit sieben Jahren komponierte Ströer an der Gitarre eigene Rock-’n’-Roll-Stücke, mit elf gründete er seine erste Band. Ströer lernte in den 1960er-Jahren am Richard-Strauss-Konservatorium und dann an der Hochschule für Musik in München Musiktheorie und Klavier.

Mit 17 arbeitete er als Theatermusiker. Anfang der 1970er-Jahre wurde er Bassist im Bobby Jones Trio, größere Bekanntheit erreichte er aber vor allem ab 1975 als Bassist im Mild Maniac Orchestra von Volker Kriegel, dem er bis Mitte der 1980er-Jahre angehörte, zu hören auch auf Biton Grooves. Zur selben Zeit wurde er zum gefragten Studiomusiker und wirkte bei Aufnahmen von Eberhard Schoener, Falco, Donna Summer, Amanda Lear, La Bionda und Gilbert Bécaud mit.

Seit 1984 komponierte Ströer für über 150 Filme Musik, unter anderem die Filme von Heinrich Breloer wie Todesspiel, Die Manns, Speer und Er und Buddenbrooks. Daneben war er als Musikproduzent tätig (unter anderem für die Alben von Udo Lindenberg zwischen 1986 und 1998, die mehrere Goldene Schallplatten erhielten).

Der Perkussionist Ernst Ströer ist sein jüngerer Bruder, mit dem er in der Gruppe Ströer Brothers zusammenspielte und zum offiziellen deutschen Kulturbeitrag Kunstdisco zum Olympic Arts Festival bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul beitrug.

Ströer engagiert sich im Vorstand des Deutschen Komponist:innenverbandes.

Filmografie (Auswahl) 1987: Reichshauptstadt – privat 1987: Eine geschlossene Gesellschaft 1993: Wehner – die unerzählte Geschichte 1997: Todesspiel 1999: Einfach raus 2001: Die Manns – Ein Jahrhundertroman 2002: Trenck – Zwei Herzen gegen die Krone 2005: Die Nacht der großen Flut 2005: Speer und Er 2008: Eschede Zug 884 2008: Buddenbrooks 2010: Eichmanns Ende – Liebe, Verrat, Tod 2010: Die Kinder von Blankenese 2013: Eine mörderische Entscheidung 2014: Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt 2014: Meine Tochter Anne Frank 2016: Letzte Ausfahrt Gera – Acht Stunden mit Beate Zschäpe 2016: Tatort: Borowski und das verlorene Mädchen 2019: Brecht 2019: Colonia Dignidad – Aus dem Innern einer deutschen Sekte 2021: Der große Fake – Die Wirecard Story 2022: Ich bin! Margot Friedländer

Auszeichnungen 1982: Deutscher Schallplattenpreis, Kategorie Ensemble Pop national (mit dem Mild Maniac Orchestra) 1985: Preis der deutschen Schallplattenkritik (für das Album „Nomaden“ mit Ernst Ströer und Howard Fine) 2002: Deutscher Fernsehpreis, Kategorie Fernsehereignis des Jahres (für Die Manns – ein Jahrhundertroman)

Weblinks

Offizielle Website Besprechung der Alben der Ströer Brothers mit Howard Fine (Michael Rüsenberg)

Einzelnachweise

Kategorie:Jazz-Bassist Kategorie:Fusion-Musiker Kategorie:Musikproduzent Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Mann